RATRAC-Pistenraupen

Fachforum für Pistenraupen und Pistenfahrzeuge: Technische Diskussionen zu PistenBully, Prinoth, Loipengeräten und Eigenbauten.
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GMD
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Beitrag von GMD »

Auch die abgebildeten Pistenraupen sind von Intresse. Nicht die beiden 08/15 Kässbohrer in der Mitte sondern die Ratracs links und rechts davon. Sieht man heute auch nicht mehr oft, da der Hersteller (Rolba) die Produktion in den 80er aufgab. Meiner Meinung nach übrigens zu unrecht, waren wirklich Spitzenmaschinen. Weiss jemand wer heute noch Ratracs einsetzt?

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F. Feser
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Beitrag von F. Feser »

Ratracs:
Kanzelwandbahn, Kleinwalsertal, Österreich
Gargellen, Montafon, Österreich
Silvretta Nova (fahrzeuge zur Beschneiung), Montafon, Österreich.
von dem letzten hab ich n paar Bilder, ich lad se mal bei zeiten hoch :)
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kaldini
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Beitrag von kaldini »

Der Hang in Ochsengarten am Balbach-Wiesenlift (Skigebiet Hochoetz) wird auch noch von Ratracs gepflegt. Die Liftbetreiber hat 2: einer geht und der andere wird repariert :)
Gast

Beitrag von Gast »

tja.... leider großteils falsch. das links sind keine Ratracs. Rechts bin ich mir nicht sicher... aber sehen den Alpen Ratracs auch net grad ähnlich. Die S udn SL sehen anders aus.
Ratrac war ja nur der Importeur für die Fahrzeuge nach Europa. Die 2 Maschinen links auf dem Bild wurden auch nie von Ratrac importiert. Das sind nämlich LMC Walzen (werden glaube ich heut noch gebaut)
Dann gabs ja noch Rolba die eine Zeit lang eine Maschine für Ratrac gebaut haben.
@LSAP: Es gibt in fast jedem größeren Gebiet heute noch Ratracs zur Beschneiung. Die zur Präparierung sind zwar nicht mehr ganz so häufig zu finden, aber doch noch mind. 20 Gebiete in den Alpen. Eine Hochburg hierbei ist sicherlich die Kanzelwand. Wenn da jemand Gebiete wissen will, soll er sich melden. (aber den Rahmen eingrenzen, da die Liste sonst arg lang wird)
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schifreak
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Rauchtip ( für JB)

Beitrag von schifreak »

Ein gewisser JB schrieb,daß bei einem kuppelbaren Lift Rauchen unmöglich is, da gibt´s einen Trick ( zumindest bei Bubbles), zumachen,anzünden,aufmachen,rauchen... :lol: :lol: :lol:
Fabi,alpiner Schifreak

TSC 2012-13, Stand 20.01.2013 - 17 Sektionen Bike, 20 Schitage in Tirol ; Zillertal, Stubaital, Ötztal, Kitzbühel,Schiwelt , Schijuwel Alpbach ;
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lift-master
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RATRAC-Pistenraupen

Beitrag von lift-master »

Hat jemand Infos,ob die Firma RATRAC noch existiert?
...willst du die berge sehn,dann mußt du zum schi fahrn gehn...
toni
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Beitrag von toni »

Dazu kann dir Jürgen P. sicher eine menge erzählen.
Aber die Firma Ratrac hat ja hauptsächlich Raupen von einer Amerikanischen Firma gekauft Thikol oder so und die als Ratrac weiterverkauft.
Jürgen P.
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Beitrag von Jürgen P. »

Hallo

Wieso ich?

Ratrac wurde von einem Dr. Schleuniger gegründet. Der war wohl auf einer Ski-Meisterschaft in USA und hat dort gesehen, wie die Pisten mit Thiokol - Raupen bearbeitet wurden. Diese Fahrzeuge waren beim Militär als Truppentransporter im Einsatz gewesen. In den Alpen wurde zu der Zeit kaum präpariert, es gab nur ein par Trecker-Umbauten und Prototypen. Der Snow-Track aus Schweden und Mountaz Mautino aus Frankreich waren wohl auch nicht so verbreitet. Wenige Fahrzeuge gelangten aus Amerika zu uns - Pomagalski Poma-DAF verkaufte Kristi und Rolba handelte mit Bombardier und Tucker. Jedenfalls erkannte Schleuniger seine Change und gründete eine Importfirma (Ratrac). Das erste mir bekannte Fahrzeug mit Ratrac-Logo ist ein Bombardier Muskeg-Tractor von 1961 (oder 1962). Ab 1964 importierte Ratrac mit großem Erfolg den Thiokol Sprite und verkaufte ihn als Ratrac S. Zu der Zeit (1964-1970) starteten fast alle europäischen Hersteller ihre Produktion, darunter auch viele kleine Firmen die heute kaum noch jemand kennt. Auch unsere beiden Schweizer (Meili/Stahl) waren schon ganz früh dabei.
Der Ratrac S verkaufte sich wirklich gut - er wurde zum Pseudonym für Pistenraupen (so wie man heute auch allgemein vom Pistenbully spricht wenn man eine Pistenraupe meint).
In der Folge wurde Thiokol einige male Verkauft - so wurden die Raupen auch von den Nachfolgern LMC, DMC und VMC bezogen.
Auch die Firma Ratrac lief nicht immer gut - mittlerweile baute man in Europa erst gute, dann bessere Raupen. Der ehemalige Rennfahrer Ernst Prinoth baute als erster Raupen ausschließlich zum Pistenwalzen. Leitner folgte diesem Weg. Und Kässbohrer war der letzte im Bunde. Dabei waren die Kässbohrer-Raupen von Anfang an überlegen. Mit der Hydrostatik setzte man auf das richtige Pferd. Alle anderen zogen nach, auch beim Dieselmotor.
In dieser Phase wurde Ratrac von der Firma Rolba übernommen (->Rolba-Ratrac), die neben Pistenraupen auch Schneefräsen bauten. Das hielt ein par Jahre - neben den Rolba-Raupen wurden weiterhin die Amerikanischen angeboten. Als Rolba an Züko fiel, trennte man sich aber von dem Bereich Pistenraupe. Auch mit Hilfe von amerikanischen Geldgebern (so hört man) ging es weiter als IBK-Ratrac und schließlich als Ratrak (mit K). Aber auch das war nicht von Dauer. Man musste Konkurs anmelden. Einer der Gründe war sicherlich der hohe Dollar-Kurs. Kässbohrer, Leitner und Prinoth bauten Raupen von besserer Qualität, da konnte man nur über einen günstigen Preis bestehen oder untergehen. Übrigens erlag Bombardier in Europa das selbe Schicksal nur wenig später.
Als Ratrac bereits "im Sterben lag" schwenkte man noch kurzfristig auf andere Raupen aus Finnland um, von der Firma Hydrolink OY, aber da war's schon zu spät.
Ratrac gibt's also nicht mehr. Allerdings wurde der Betrieb an Weber verkauft. Der führt die Tradition von Ratrac fort. Auf dem selben Gelände in Inzig. Man erhält dort die Ersatzteile für die alten Ratrac-Raupen. Und er verkauft auch die Raupen von Hydrolink OY unter dem Namen Formatic (nur für eine kurze Übergangszeit wichen die Finnen auf HCC als Händler aus).


Kann sein, dass mir bei einigen Details kleine Fehler unterlaufen sind - im groben sollte es aber stimmen.


Beste Grüße

Jürgen Pellengahr[/u]
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lift-master
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Beitrag von lift-master »

danke für die Infos
...willst du die berge sehn,dann mußt du zum schi fahrn gehn...

toni
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Beitrag von toni »

Jürgen P. hat geschrieben:Wieso ich?
Deswegen
Ratrac wurde von einem Dr. Schleuniger gegründet. Der war wohl auf einer Ski-Meisterschaft in USA und hat dort gesehen, wie die Pisten mit Thiokol - Raupen bearbeitet wurden. Diese Fahrzeuge waren beim Militär als Truppentransporter im Einsatz gewesen. In den Alpen wurde zu der Zeit kaum präpariert, es gab nur ein par Trecker-Umbauten und Prototypen. Der Snow-Track aus Schweden und Mountaz Mautino aus Frankreich waren wohl auch nicht so verbreitet. Wenige Fahrzeuge gelangten aus Amerika zu uns - Pomagalski Poma-DAF verkaufte Kristi und Rolba handelte mit Bombardier und Tucker. Jedenfalls erkannte Schleuniger seine Change und gründete eine Importfirma (Ratrac). Das erste mir bekannte Fahrzeug mit Ratrac-Logo ist ein Bombardier Muskeg-Tractor von 1961 (oder 1962). Ab 1964 importierte Ratrac mit großem Erfolg den Thiokol Sprite und verkaufte ihn als Ratrac S. Zu der Zeit (1964-1970) starteten fast alle europäischen Hersteller ihre Produktion, darunter auch viele kleine Firmen die heute kaum noch jemand kennt. Auch unsere beiden Schweizer (Meili/Stahl) waren schon ganz früh dabei.
Der Ratrac S verkaufte sich wirklich gut - er wurde zum Pseudonym für Pistenraupen (so wie man heute auch allgemein vom Pistenbully spricht wenn man eine Pistenraupe meint).
In der Folge wurde Thiokol einige male Verkauft - so wurden die Raupen auch von den Nachfolgern LMC, DMC und VMC bezogen.
Auch die Firma Ratrac lief nicht immer gut - mittlerweile baute man in Europa erst gute, dann bessere Raupen. Der ehemalige Rennfahrer Ernst Prinoth baute als erster Raupen ausschließlich zum Pistenwalzen. Leitner folgte diesem Weg. Und Kässbohrer war der letzte im Bunde. Dabei waren die Kässbohrer-Raupen von Anfang an überlegen. Mit der Hydrostatik setzte man auf das richtige Pferd. Alle anderen zogen nach, auch beim Dieselmotor.
In dieser Phase wurde Ratrac von der Firma Rolba übernommen (->Rolba-Ratrac), die neben Pistenraupen auch Schneefräsen bauten. Das hielt ein par Jahre - neben den Rolba-Raupen wurden weiterhin die Amerikanischen angeboten. Als Rolba an Züko fiel, trennte man sich aber von dem Bereich Pistenraupe. Auch mit Hilfe von amerikanischen Geldgebern (so hört man) ging es weiter als IBK-Ratrac und schließlich als Ratrak (mit K). Aber auch das war nicht von Dauer. Man musste Konkurs anmelden. Einer der Gründe war sicherlich der hohe Dollar-Kurs. Kässbohrer, Leitner und Prinoth bauten Raupen von besserer Qualität, da konnte man nur über einen günstigen Preis bestehen oder untergehen. Übrigens erlag Bombardier in Europa das selbe Schicksal nur wenig später.
Als Ratrac bereits "im Sterben lag" schwenkte man noch kurzfristig auf andere Raupen aus Finnland um, von der Firma Hydrolink OY, aber da war's schon zu spät.
Ratrac gibt's also nicht mehr. Allerdings wurde der Betrieb an Weber verkauft. Der führt die Tradition von Ratrac fort. Auf dem selben Gelände in Inzig. Man erhält dort die Ersatzteile für die alten Ratrac-Raupen. Und er verkauft auch die Raupen von Hydrolink OY unter dem Namen Formatic (nur für eine kurze Übergangszeit wichen die Finnen auf HCC als Händler aus).


Kann sein, dass mir bei einigen Details kleine Fehler unterlaufen sind - im groben sollte es aber stimmen.


Beste Grüße

Jürgen Pellengahr
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miki
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Snowboard: nein
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Beitrag von miki »

Jürgen Pellengahr schrieb:
(...) Der Ratrac S verkaufte sich wirklich gut - er wurde zum Pseudonym für Pistenraupen (so wie man heute auch allgemein vom Pistenbully spricht wenn man eine Pistenraupe meint). (...)
Und das nicht nur im deutschsprachigen Raum! Auch in Slowenien waren die ersten Raupen in den Skigebieten von der Firma Ratrac und noch heutzutage benutzt man bei uns das Wort 'Ratrac' wenn man von einer Pistenraupe spricht (obwohl kaum mehr Raupen von diesem Hersteller bzw. Lieferanten verwendet werden). Wir sind noch einen Schritt weiter gegangen - anstatt 'präparieren' spricht man im Jargon (sowohl der Skifahrer als auch der Liftheinis) lieber von 'ratrakieren'. Ja, die Ratracs waren kultig - schade was mit der Firma passierte :( ...
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