Seilbahn hängt am Gewicht von 170 Pkw
Skal-Club-Mitglieder blicken hinter die Kulissen der Bayerischen Zugspitzbahn
Garmisch-Partenkirchen - 200 000 Liter Heizöl, fast 7000 Kubikmeter Wasser und rund 250 000 Liter Diesel sind die Substanzen, die den Betrieb auf der Zugspitze erst möglich machen. Per Tankwagen wird das Benzin 40- bis 50-mal im Jahr auf 2962 Meter Höhe transportiert. Hinter die Kulissen der einzelnen Bahnen, Restaurants und der Logistik der Zugspitzbahn konnten die Mitglieder des Skal-Clubs Garmisch-Partenkirchen blicken - das Einstandsgeschenk der beiden Neuen im Verein: BZB-Vorstand Rolf Vonau und Peter Huber.
Planbar sei hier oben fast nichts, erzählt Vonau - insbesondere was die Gastronomie betreffe. Denn bei knapp 6000 Gästen pro Tag sei es unmöglich, bereits im Voraus zu sagen, welche Zielgruppe - ob Kind oder Erwachsener - nun seine Bestellung im "Sonnalpin" aufgibt.
Ein Stockwerk unter Küche und Restaurant am Platt liegt das Herz der Gletscherbahn, die den Besucher vom Gipfel des höchsten Bergs Deutschlands direkt auf die Piste bringt: der Maschinenraum. "Hier gibt es eigentlich alles doppelt" - zur Sicherheit, erklärt der Betriebsleiter Martin Hurm. Fällt beispielsweise ein Motor aus, wird der Zweite in Betrieb genommen, der die zwei Tragseile und das eine Zugseil antreibt. Damit diese nicht an Spannung verlieren, sobald die zwei Kabinen voller Passagiere in Richtung Platt beziehungsweise Gipfelstation auslaufen, gibt es sogenannte Tragseilspanngewichte. Das sind vier riesige Betonklötze, die sich je nach Geschwindigkeit und Gewicht der Seilbahn aus ihren Angeln heben - Gewicht: rund 170 Pkw der Golfklasse. Sobald sich die beiden Kabinen in der Mitte der Strecke kreuzen, seien die Gewichte an ihrem höchsten Punkt angelangt, erzählt Hurm.
Diese Fahrten hat ein BZB-Mitarbeiter, der im Führerstand sitzt, genau im Blick - einem Raum mit Glasfront oberhalb des Ein- und Ausstiegs. Per Computer werden dort die zurückgelegten Strecken, Geschwindigkeiten und Bremswege überwacht und aufgezeichnet. Einschreiten muss er dann nur im Notfall. "Die Bahn läuft eigentlich mit zwei Schaffnern", sagt Hurm. Sobald die Türen geschlossen sind und das Bahnsteiggitter hochfährt, geht alles automatisch. "Es ist nicht mehr so, wie bei der alten Kreuzeckbahn", wo noch vom Schaffner gebremst und Gas gegeben wurde. Anders bei der Eibsee-Seilbahn: Dort müsse man die Kabinen immer wieder am Seil versetzen, da sich dieses mit der Zeit dehnt. "Irgendwann könnten die Gäste nicht mehr am Bahnsteig aussteigen", so Hurm.Veronika Schandl
mm
Hinter den Kulissen der Bayerischen Zugspitzbahn
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Aus dem Münchner Merkur