Garmisch/ Grainau hat zu viele Gäste

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Firn77
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Re: Garmisch/ Grainau hat zu viele Gäste

Beitrag von Firn77 »

Neandertaler hat geschrieben: 16.11.2022 - 22:09 Also dieser kleine Streifen da im Süden, Welt weit auf allen Plakaten abgebildet. Und da steht er, der zugezogene Münchner, ist in das Land mit den Bergen gezogen und dann ist München so flach wie Berlin. Da zerreibt es dann den Bayern, der alles gerne so viel besser macht, mit seinen Bergen, von denen er nicht viele hat, seinen Straßen, die die vermeintlich besten sind.
Es mag sich noch nicht ins Neandertal durchgesprochen haben, aber die Alpen in Bayern fangen nicht in Garmisch an und hören noch lange dort nicht auf. Wenn ich will, dann komm ich auch an einem sonnigen August-Sonntag auf den Berg, ohne das Gefühl haben zu müssen in der Fussgängerzone zu sein.

Mit der Vermarktung geb ich dir recht. Garmisch hat halt so einen Namen und alle meinen, sie müssen da jetzt hin. Dabei gibt es wirklich andere, mindestens so schöne Ortel.

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ski-chrigel
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Re: Garmisch/ Grainau hat zu viele Gäste

Beitrag von ski-chrigel »

osorno hat geschrieben: 17.11.2022 - 08:36 Wenn ich manchmal höre oder lese, was manche Nichtbayern für Vorstellungen über Bayern bzw. München haben, dann ist da schon was dran. Manche scheinen sich München als Gebirgsstadt vorstellen, ähnlich wie Innsbruck. Und manche scheinen zu denken, dass mehr oder weniger ganz Bayern mit Hochgebirge überzogen wäre. Dass Bayern fast bis zum Großraum Frankfurt reicht, hat schon so manchen überrascht. Unter Bayern stellt man sich anscheinend oft ausschließlich ein plakatives Werbeprospekt-Oberbayern vor, mit hohen Bergen, trachtentragenden Leuten mit Bierkrug und Brezen in der Hand, die allesamt Bairisch reden. Und da ist dann Garmisch quasi das Epizentrum dieser Bayern-Idylle.
Jetzt hast Du mir mein Weltbild zerstört. Ich dachte, ganz Bayern sei Tracht-Bierkrug-Brezen etc., genau so wie die ganze Schweiz Alphorn-Schokolade-Jodeln ist. :wink:
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Re: Garmisch/ Grainau hat zu viele Gäste

Beitrag von GIFWilli59 »

osorno hat geschrieben: 17.11.2022 - 08:36 Dass Bayern fast bis zum Großraum Frankfurt reicht, hat schon so manchen überrascht.
Was auch wenig verwunderlich ist, denn wenn man im Norden Bayerns ist und Einheimische fragt, wo man sich befindet, wird oft von Franken gesprochen ;-)
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Re: Garmisch/ Grainau hat zu viele Gäste

Beitrag von freerider13 »

ski-chrigel hat geschrieben: 17.11.2022 - 12:17
osorno hat geschrieben: 17.11.2022 - 08:36 Wenn ich manchmal höre oder lese, was manche Nichtbayern für Vorstellungen über Bayern bzw. München haben, dann ist da schon was dran. Manche scheinen sich München als Gebirgsstadt vorstellen, ähnlich wie Innsbruck. Und manche scheinen zu denken, dass mehr oder weniger ganz Bayern mit Hochgebirge überzogen wäre. Dass Bayern fast bis zum Großraum Frankfurt reicht, hat schon so manchen überrascht. Unter Bayern stellt man sich anscheinend oft ausschließlich ein plakatives Werbeprospekt-Oberbayern vor, mit hohen Bergen, trachtentragenden Leuten mit Bierkrug und Brezen in der Hand, die allesamt Bairisch reden. Und da ist dann Garmisch quasi das Epizentrum dieser Bayern-Idylle.
Jetzt hast Du mir mein Weltbild zerstört. Ich dachte, ganz Bayern sei Tracht-Bierkrug-Brezen etc., genau so wie die ganze Schweiz Alphorn-Schokolade-Jodeln ist. :wink:
Das mit dem „Weltbild“ mag gar nicht so verkehrt sein:
Ich war vor zig Jahren mal in Disneyworld. Weiß nicht wie es heute ist, aber damals war es so, dass den Amis dort die Länder der Welt mit je eigenen Pavillons vorgestellt wurden.
Ich betrete den für Deutschland und denk ich steh in nem wiesnzelt. Dirndl, lederhosn, Maßkrüge, Hendl, Haxn, schweinsbraten und Schuhplattler. Einfach nix aus anderen Regionen Deutschlands, einfach nur das Bayern hardcore Klischee.
Obwohl, doch - eine Sache war noch: die Alphörner, die gerade auf der Bühne ihr bestes gegeben haben.
Aber da hatten sie dann wohl doch was durcheinandergebracht, die Marketing Experten von Disney…
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Re: Garmisch/ Grainau hat zu viele Gäste

Beitrag von Pistencruiser »

Firn77 hat geschrieben: 17.11.2022 - 11:48
Neandertaler hat geschrieben: 16.11.2022 - 22:09 Also dieser kleine Streifen da im Süden, Welt weit auf allen Plakaten abgebildet. Und da steht er, der zugezogene Münchner, ist in das Land mit den Bergen gezogen und dann ist München so flach wie Berlin. Da zerreibt es dann den Bayern, der alles gerne so viel besser macht, mit seinen Bergen, von denen er nicht viele hat, seinen Straßen, die die vermeintlich besten sind.
Es mag sich noch nicht ins Neandertal durchgesprochen haben, aber die Alpen in Bayern fangen nicht in Garmisch an und hören noch lange dort nicht auf. Wenn ich will, dann komm ich auch an einem sonnigen August-Sonntag auf den Berg, ohne das Gefühl haben zu müssen in der Fussgängerzone zu sein.

Mit der Vermarktung geb ich dir recht. Garmisch hat halt so einen Namen und alle meinen, sie müssen da jetzt hin. Dabei gibt es wirklich andere, mindestens so schöne Ortel.
Du musst aber erstmal verkehrstechnisch sinnvoll irgendwie rankommen an diesen Berg. Und da landet man doch früher oder später iwo im Stau oder alternativ in vollgestpften Zügen die bestenfalls mäßig zuverlässig funktionieren.
Klar, toppt der Run auf Zugspitze und Co. mit Abstand alles. Aber soviel besser sieht es im Ammertal, Isartal, Eng, Mangfallgebirge, etc. dann auch nicht aus. An vielen Orten hat es wirklich enorm zugenommen. Als ich vor dreizehn Jahren hierher zog bin ich viel in den Ammergauern unterwegs gewesen. Keine Hütten u. Bergbahninfrastruktur etc, man muss sich jeden Gipfel erlaufen und seinen Tagesproviant dabei haben.
War man einigermaßen früh dran ging das auch noch am Wochenende und man hatte abseits der Modegipfel (Klammspitze, Hochplatte, etc..) auch noch weitgehend seine Ruhe. Heute käme ich nicht mal mehr auf die Idee an einem Wochenende da reinzufahren...
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ski-chrigel
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Re: Garmisch/ Grainau hat zu viele Gäste

Beitrag von ski-chrigel »

freerider13 hat geschrieben: 17.11.2022 - 12:53
ski-chrigel hat geschrieben: 17.11.2022 - 12:17
osorno hat geschrieben: 17.11.2022 - 08:36 Wenn ich manchmal höre oder lese, was manche Nichtbayern für Vorstellungen über Bayern bzw. München haben, dann ist da schon was dran. Manche scheinen sich München als Gebirgsstadt vorstellen, ähnlich wie Innsbruck. Und manche scheinen zu denken, dass mehr oder weniger ganz Bayern mit Hochgebirge überzogen wäre. Dass Bayern fast bis zum Großraum Frankfurt reicht, hat schon so manchen überrascht. Unter Bayern stellt man sich anscheinend oft ausschließlich ein plakatives Werbeprospekt-Oberbayern vor, mit hohen Bergen, trachtentragenden Leuten mit Bierkrug und Brezen in der Hand, die allesamt Bairisch reden. Und da ist dann Garmisch quasi das Epizentrum dieser Bayern-Idylle.
Jetzt hast Du mir mein Weltbild zerstört. Ich dachte, ganz Bayern sei Tracht-Bierkrug-Brezen etc., genau so wie die ganze Schweiz Alphorn-Schokolade-Jodeln ist. :wink:
Das mit dem „Weltbild“ mag gar nicht so verkehrt sein:
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Aber da hatten sie dann wohl doch was durcheinandergebracht, die Marketing Experten von Disney…
Im Europapark ist es ja nicht besser. Obwohl so nah an der Schweiz, wird auch da nur mit den Klischees gespielt. Aber das muss wohl so sein.
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Re: Garmisch/ Grainau hat zu viele Gäste

Beitrag von Pistencruiser »

Ein Bekannter hatte mir mal ähnliches berichtet aus irgendeinem Disneypark. Da warens aber dann Schwarzwälder Kuckucksuhren die die Erinnung geprägt haben - und als Musikuntermalung musste - natürlich total passend - der Donauwalzer herhalten. :lach:
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Re: Garmisch/ Grainau hat zu viele Gäste

Beitrag von osorno »

freerider13 hat geschrieben: 17.11.2022 - 12:53
Obwohl, doch - eine Sache war noch: die Alphörner, die gerade auf der Bühne ihr bestes gegeben haben.
Aber da hatten sie dann wohl doch was durcheinandergebracht, die Marketing Experten von Disney…
Ja, wenn die Klischees marketingmäßig eingesetzt werden, nimmt man es meistens noch weniger genau mit den kulturgeografischen Gegebenheiten. Da wird einfach alles genommen und vermischt, was auch nur ansatzweise dazu passt: egal ob Maßkrug, Alphorn oder Kuckucksuhr. Alles ist Bayern, alles ist Deutschland.

Übrigens haben wir vor einigen Jahren in Südbrasilien Orte besucht, die quasi ein noch stärkeres Zerrbild eines "typisch deutschen Ortes" darstellen. Wenn man durch die Straßen von Pomerode oder Schroeder läuft, fühlt man sich fast wie in einer Art Trueman Show deutscher Prägung. Auf den ersten Blick sieht es fast ein wenig authentisch aus, aber beim zweiten Blick ist es doch eher synthetisch, wie eine Mischung aus Disneyworld-Kulisse und bezahlten Schauspielern, die als Bayerndarsteller auftreten. Nur mit dem Unterschied, dass die Einheimischen wirklich so eine Art veränderte Deutschlandkultur pflegen, sich sogar manchmal in Trachten kleiden, bisweilen auch Deutsch reden und gern Opa- und Eisenbahnbier trinken.
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Re: Garmisch/ Grainau hat zu viele Gäste

Beitrag von Pistencruiser »

Werden dort an Feiertagen auch noch kleine Hakenkreuzfähnchen in die Blumenkästen gesteckt...oder ist das auch wiederum nur so ein Klischee...? :lach:
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Re: Garmisch/ Grainau hat zu viele Gäste

Beitrag von Neandertaler »

Downhill hat geschrieben: 17.11.2022 - 08:02 @Neandertaler: Arg polemischer Beitrag, und lustiger war's auch schon mal :wink:
Autobahnen und Bundesstraßen werden immer noch vom Bund finanziert - also "spendiert" hat der Freistaat da gar nix.
Manchen wäre es wohl am liebsten, Bayern wäre immer noch wie vor 150 Jahren, also es fahren alle maximal mit Ochsenkarren herum, und natürlich sind wir alle (Berg)bauern und können jodeln und laufen von früh bis spät mit Lederhose und Tracht rum. Vielleicht stellen sich manche "Preißn" das tatsächlich so vor und sind dann schockiert, dass wir auch alle schon elektrischen Strom haben und BMW oder Audi fahren (manchmal sogar Tesla).

Gipfel gibt's übrigens von Berchtesgaden bis Oberstdorf durchaus einige, hab's noch bei weitem nicht auf alle geschafft, obwohl ich mir Mühe gebe.
Glaub von 100 mal wo ich die A95 benutzt hab bin ich ca. 2 mal auf die Zugspitze gefahren, soviel dazu.
Und über den Zirler Berg bin ich schon nach IT gefahren, da hab ich noch nicht mal in München gewohnt.
Fernpaß gibt's übrigens auch noch.
Oh, ins schwarze getroffen. Und Recht hast auch noch. Und wirklich, Strom und fließend kalt und warm Wasser gibt's auch. Kann ich bestätigen, war da schon, auch über Nacht. Habe dann sehr nette Menschen und unmögliche Scheinpatrioten kennen gelernt. Bier trinken in Franken, schlimme Feten in München, erstaunen an der Eiswelle, Raketenlift fahren,... Alles in allem: sehr vielfältig dort. Und immer wieder eine Reise wert.
Nur das mit der Regierung dort, die alles immer ein wenig besser machen will, das lass ich nicht so stehen. Über Jahrzehnte ist überdurchschnittlich viel Geld aus Berlin in den Straßenbau im Südosten der Republik investiert worden und sehr an der individuellen Mobilität gearbeitet worden. Und genau dieses führt zu dem übermäßigem Andrang in Garmisch. München Mitte bis Garmisch laut Google rund eine Stunde. Das ist genau die Distanz, die jeder für einen Ausflug ins Grüne in Kauf nimmt. Nach Oberstdorf sind's schon 2, nach Reit im Winkl 1,5 Stunden. Wo fährst hin bei den Preisen an der Tankstelle mit denen sich der Wert des Kfz bei manchem durch volltanken verdoppelt? Wenig Strecke mit größerem Parkplatz ist hier das Ziel. Und Zack, 0,2% Prozent der Münchner sind da, rund 30000 Tagestouristen.
Es wurde eben Jahre lang an dieser Autobahn die bald fast genau vor der Seilbahn oder Zahnradbahn, die zur Zugspitze fahren, endet gebaut. Einen Fernverkehr in dem Sinne, das es auf den großen Reiserouten liegt, kann ich nicht erkennen. Alles was nördlich von München liegt ist über Kufstein besser zu erreichen, Lkw sind so oder so ausgeschlossen. Der Ortskundige weiß aber, das es oben rum eine sehr gute Alternative mittlerweile gibt, wenn der Wanktunnel (bekommt der den Namen?) fertig ist eigentlich vom Inntal bis München fast ohne Ortsdurchfahrten. Und dies wird dann leider zu noch mehr Verkehr führen, da sollte man da A95 verlängern bis Mittenwald....
Firn77 hat geschrieben: 17.11.2022 - 11:48

Es mag sich noch nicht ins Neandertal durchgesprochen haben, aber die Alpen in Bayern fangen nicht in Garmisch an und hören noch lange dort nicht auf. Wenn ich will, dann komm ich auch an einem sonnigen August-Sonntag auf den Berg, ohne das Gefühl haben zu müssen in der Fussgängerzone zu sein.

Mit der Vermarktung geb ich dir recht. Garmisch hat halt so einen Namen und alle meinen, sie müssen da jetzt hin. Dabei gibt es wirklich andere, mindestens so schöne Ortel.
Alles richtig, ich kenn mich aus. Ist im Neandertal aber auch schon im Hochschwarzwald angekommen. Der schwarze Wald hat auch viel mehr zu bieten, wie Kuckucksuhren und Bommelmützen. Das ist wie Italien, das Land der Zitronen und Badestrände das eigentlich nur aus Bergen besteht, das ist wie Spanien und Mallorca, die Serra Nevada wird gerne unterschlagen, ...
Also mit offenen Augen durch die Welt und es wird eine Vielfalt gefunden die nie zu Ende geht, jede Ecke ein Abenteuer, auch wenn es der Stau auf der A95 ist.
Neu: Aus- und Weiterbildung zur Glühbirne. Man hat die Erleuchtung und kann dann alles mit Fassung ertragen!

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Re: Garmisch/ Grainau hat zu viele Gäste

Beitrag von phifue »

Neandertaler hat geschrieben: 17.11.2022 - 20:58
Oh, ins schwarze getroffen. Und Recht hast auch noch. Und wirklich, Strom und fließend kalt und warm Wasser gibt's auch. Kann ich bestätigen, war da schon, auch über Nacht. Habe dann sehr nette Menschen und unmögliche Scheinpatrioten kennen gelernt. Bier trinken in Franken, schlimme Feten in München, erstaunen an der Eiswelle, Raketenlift fahren,... Alles in allem: sehr vielfältig dort. Und immer wieder eine Reise wert.
Nur das mit der Regierung dort, die alles immer ein wenig besser machen will, das lass ich nicht so stehen. Über Jahrzehnte ist überdurchschnittlich viel Geld aus Berlin in den Straßenbau im Südosten der Republik investiert worden und sehr an der individuellen Mobilität gearbeitet worden. Und genau dieses führt zu dem übermäßigem Andrang in Garmisch. München Mitte bis Garmisch laut Google rund eine Stunde. Das ist genau die Distanz, die jeder für einen Ausflug ins Grüne in Kauf nimmt. Nach Oberstdorf sind's schon 2, nach Reit im Winkl 1,5 Stunden. Wo fährst hin bei den Preisen an der Tankstelle mit denen sich der Wert des Kfz bei manchem durch volltanken verdoppelt? Wenig Strecke mit größerem Parkplatz ist hier das Ziel. Und Zack, 0,2% Prozent der Münchner sind da, rund 30000 Tagestouristen.
Es wurde eben Jahre lang an dieser Autobahn die bald fast genau vor der Seilbahn oder Zahnradbahn, die zur Zugspitze fahren, endet gebaut. Einen Fernverkehr in dem Sinne, das es auf den großen Reiserouten liegt, kann ich nicht erkennen. Alles was nördlich von München liegt ist über Kufstein besser zu erreichen, Lkw sind so oder so ausgeschlossen. Der Ortskundige weiß aber, das es oben rum eine sehr gute Alternative mittlerweile gibt, wenn der Wanktunnel (bekommt der den Namen?) fertig ist eigentlich vom Inntal bis München fast ohne Ortsdurchfahrten. Und dies wird dann leider zu noch mehr Verkehr führen, da sollte man da A95 verlängern bis Mittenwald....
Man sollte sich auch mal die Zahlen vom Länderfinanzausgleich anschauen da ist es dann auch nicht so abwegig dass in Bayern die Infrastruktur teilweise deutlich besser ausgebaut ist als in vielen anderen Bundesländern.
Bayern zahlt das meiste mit 9 Mrd ein
Berlin bekommt mit 3 Mrd das meiste

Aber du hast durchaus recht das bei uns vor allem in den ländlichen Regionen eher in den individuellen Verkehr investiert wurde (Bayern hat ja die Regierungsbezirke mit dem schlechtesten ÖPNV)
In München ist der ÖPNV auch nur so gut ausgebaut und mit relativ neuen Fahrzeugen unterwegs weil die Stadt halt einfach das Geld hat.

Aber in Garmisch kann sich auch keine Beklagen das es in der Region zu wenig Geld gibt alleine was die für die Kompensation von den G7 Gipfeln bekommen haben aus Berlin ist schon ein bisschen absurd, da die Region auch so gut darsteht und das zum größten Teil nicht gebräucht hätte.
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Re: Garmisch/ Grainau hat zu viele Gäste

Beitrag von osorno »

phifue hat geschrieben: 17.11.2022 - 21:37
Aber du hast durchaus recht das bei uns vor allem in den ländlichen Regionen eher in den individuellen Verkehr investiert wurde (Bayern hat ja die Regierungsbezirke mit dem schlechtesten ÖPNV)
Ich selbst bin übrigens quasi Leidtragender dieser stark auf den Individualverkehr ausgelegten Verkehrspolitik, da ich normalerweise soweit möglich mit dem ÖPNV unterwegs bin, aber viele Regionen, ja sogar Kreisstädte, sind mit dem ÖPNV nur schlecht oder gar nicht erreichbar. Und falls es doch mal eine Buslinie gibt, dann wird diese ausgerechnet am Wochenende zusätzlich ausgedünnt oder komplett eingestellt. Meiner Ansicht nach steckt da eine weit verbreitete, aufs Auto fixierte Denkweise dahinter, die man auch anderso erkennen kann, wenn man beispielsweise Wandervorschläge und Wanderwegbeschreibungen liest. Einen Hinweis auf Anreisemöglichkeiten mit dem ÖPNV findet man selten, stattdessen heißt es lapidar: die Wanderung beginnt am Parkplatz XY.

Das war übrigens in der Vergangenheit einer der Gründe, warum ich häufig nach Garmisch gefahren bin: weil es einer der Orte ist, wo man gut mit dem Zug hinkommt (in den letzten Monaten nicht, aber normalerweise schon). Außerdem gibt es im Raum Garmisch zum Teil noch ein Bussystem, das einem dabei hilft, diverse Wanderwege zu erreichen.
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Re: Garmisch/ Grainau hat zu viele Gäste

Beitrag von freerider13 »

Ach ja, stimmt da war was.

Als Hinweis für die nicht ortskundigen:
Die Bahnstrecke München - Garmisch war nach dem Zugunglück mit mehreren Toten jetzt monatelang gesperrt. Hat gerade wieder aufgemacht, schließt aber immer wieder mal kurzfristig wegen Nachbesserungen.
Schienenersatzverkehr der Bahn ist hier fast immer ne Katastrophe, rollt außerdem auch über die Straße.
Folge: diesen Sommer sind natürlich besonders viele mit dem eigenen Auto gekommen.
Mag deshalb die subjektive Wahrnehmung aktuell auch vielleicht etwas verzerren…

Sonst ist es schon auch schlimm, diesen Sommer aber halt ganz besonders.
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