Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

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ATV
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von ATV »

Schon 2015 wurde anscheinend eine Anzeige eingereicht wegen dem Unterstellen der Fangbremse:
Mottarone: ex consigliere denunciò l'uso dei forchettoni nel 2015

https://www.cdt.ch/news/mottarone-ex-co ... 015-318308
Nel dicembre del 2015 scrisse un esposto, indirizzato alla Procura di Torino, denunciando quanto gli era stato riferito da due persone che lavoravano alla funivia del Mottarone, e cioè che in alcune occasioni il freno di emergenza della cabina sarebbe stato mantenuto non funzionante, «bloccato» con i forchettoni. L'autore dell'esposto - come si legge nell'edizione provinciale de «La Stampa» - è Alfredo Macrì Del Giudice, a quei tempi consigliere di minoranza del comune di Stresa.
Im Dezember 2015 verfasste er eine an die Staatsanwaltschaft von Turin gerichtete Beschwerde, in der er die Aussagen zweier Mitarbeiter der Mottarone-Seilbahn anprangerte, nämlich dass in manchen Fällen die Notbremse der Seilbahn außer Betrieb gewesen sei , mit Gabeln „steckengeblieben“. Der Verfasser der Beschwerde ist – wie es in der Provinzausgabe von „La Stampa“ heißt – Alfredo Macrì Del Giudice, damals Minderheitsrat der Gemeinde Stresa.

https://www.tag24.it/644059-strage-dell ... mottarone/
È quello che sembrano dire le carte del fascicolo processuale rilasciate dalle parti dopo l’avviso della chiusura delle indagini, che hanno rinviato a giudizio sei persone, oltre alla società coinvolta nella gestione dell’impianto incidentato e a quella che si occupava della sua manutenzione. A pesare sulla situazione ci sarebbe un esposto che, già nel lontano 2015, avrebbe messo in luce i problemi di sicurezza della funivia, facendo particolare leva sull’utilizzo dei “forchettoni” a bloccare i freni di emergenza, quelli che avrebbero potuto salvare i passeggeri dopo la rottura della fune traente.
Dies scheinen die von den Parteien nach Bekanntgabe des Abschlusses der Ermittlungen veröffentlichten Unterlagen in der Prozessakte zu besagen, die zusätzlich zu dem Unternehmen, das an der Verwaltung der beschädigten Anlage beteiligt war, und dem Unternehmen, das an der Verwaltung der beschädigten Anlage beteiligt war, sechs Personen vor Gericht gestellt haben das war für die Instandhaltung verantwortlich. Zur Beurteilung der Situation würde es eine Beschwerde geben, die bereits 2015 die Sicherheitsprobleme der Seilbahn hervorgehoben hätte und insbesondere die „Gabeln“ zum Blockieren der Notbremsen genutzt hätte, die die Passagiere nach dem Unfall hätten retten können Zugseil reißt.
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Kris
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von Kris »

Sonderbar. Dass im Jahr 2015 eine chronisch irreguläre Betriebsführung der Seilbahn bei der Staatsanwaltschaft Turin gemeldet wurden (die das offenbar bestätigt haben, was bereits 10Tage nach dem Unglück ermittlungsintern bekannt wurde).

Sonderbar, weil die Bahn im Jahr 2015 nicht mehr im Dienst gewesen ist, da 2014 stillgelegt (Ablauf vita tecnica). Und erst im August 2016 nach dem Umbau (mit neuen Laufwerken u.a.) durch Leitner wieder in Betrieb ging...

Ding ist, dass die Neuvergabe (öffentliche Ausschreibung) der Seilbahn-Konzession durch die Gemeinde erst am 3.November 2015 erfolgte und die o.g. Beschwerde von einem Gemeinderatsmitglied stammte. Der hierin zudem auch illegale Bieterabsprache vorbrachte.

Es wäre daher nicht unplausibel, dass sich die Meldung auf Zustände vor dem Umbau bezog.
Die Turiner Behorden gingen den Beschwerden bzgl. Betriebsführung nicht nach, wohl aber jener bzgl. illegaler Absprache im Bietverfahren zur Konzession. Allerdings erst 2019. Dann kam eh' das Unglück.

Dies nur so nebenbei, es mag auch aufzeigen, wie vertrackt und verzwickt die Dinge von statten gehen, und letztendlich eine konkludierende Wahrheitsfindung kaum möglich ist...
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ATV
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von ATV »

Kris hat geschrieben: 30.05.2023 - 21:08 Sonderbar, weil die Bahn im Jahr 2015 nicht mehr im Dienst gewesen ist, da 2014 stillgelegt (Ablauf vita tecnica). Und erst im August 2016 nach dem Umbau (mit neuen Laufwerken ua) durch Leitner wieder in Betrieb ging..
Die Laufwerke wurden 2016 übernommen sie wurden schon vorher, meinte 2007 ersetzt. Auf meinen Videos von 2014 vor dem Umba8u sind schon die Unglückslaufwerke von Ex Agudio drauf.
Wenn dem wirklich so ist, dass der Staatsanwaltschaft 2015 schon bekannt war, dass bei der Bahn jahrelang irreguläre Zustände bestanden, dann hätte sie 6 Jahre lang Zeit gehabt, das Unglück zu verhindern.
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Kris
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von Kris »

ja sorry, Laufwerke wurden 2015/16 nur überholt, und ursprunglich gebaut von Poma Italia. Ändert jetzt nichts an der Sache zum obigen Post....
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ATV
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von ATV »

Kris hat geschrieben: 30.05.2023 - 22:04 ja sorry, Laufwerke wurden 2015/16 nur überholt, und ursprunglich gebaut von Poma Italia. Ändert jetzt nichts an der Sache zum obigen Post....
Der Umbau ändert aber auch nichts an der Tatsache, dass die Bremse schon vor dem Umbau von den gleichen Leuten unterstellt wurde da das Laufwerk und die Bremse beim Umbau belassen wurde.
Interessant währe zu wissen, was genau im Dezember 2015 der Staatsanwaltschaft angezeigt wurde und aus wessen Grund das Verfahren eingestellt wurde.
Ich würde davon ausgehen, dass ein mutmassliches ausser Betrieb setzen einer Sicherheitseinrichtung auch in Italien ein Offizialdelikt ist?
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von osorno »

Darf ich übrigens mal eine Zwischenfrage stellen: mich würde interessieren, wie inzwischen die allgemeine touristische Situation am Mottarone ist. Findet normaler Tourismus mit Wanderern und Ausflüglern statt? Wie gehen die Leute inzwischen mit dem Unglück um? Wie ist eigentlich der jetzige Zustand der oberen Sektion? Wurde sie abgebaut oder die Seile entfernt? Wird an einen Neubau gedacht oder wird es keine Seilbahn mehr auf den Mottarone geben?
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von Martin Bergbesucher »

osorno hat geschrieben: 31.05.2023 - 09:02 Darf ich übrigens mal eine Zwischenfrage stellen: mich würde interessieren, wie inzwischen die allgemeine touristische Situation am Mottarone ist. Findet normaler Tourismus mit Wanderern und Ausflüglern statt? Wie gehen die Leute inzwischen mit dem Unglück um? Wie ist eigentlich der jetzige Zustand der oberen Sektion? Wurde sie abgebaut oder die Seile entfernt? Wird an einen Neubau gedacht oder wird es keine Seilbahn mehr auf den Mottarone geben?
Laut https://www.stresa.com/transports ist die Bahn noch immer oder wieder in Betrieb. Ach ja: Italien. :D
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von GIFWilli59 »

Martin Bergbesucher hat geschrieben: 30.06.2023 - 08:58
osorno hat geschrieben: 31.05.2023 - 09:02 Darf ich übrigens mal eine Zwischenfrage stellen: mich würde interessieren, wie inzwischen die allgemeine touristische Situation am Mottarone ist. Findet normaler Tourismus mit Wanderern und Ausflüglern statt? Wie gehen die Leute inzwischen mit dem Unglück um? Wie ist eigentlich der jetzige Zustand der oberen Sektion? Wurde sie abgebaut oder die Seile entfernt? Wird an einen Neubau gedacht oder wird es keine Seilbahn mehr auf den Mottarone geben?
Laut https://www.stresa.com/transports ist die Bahn noch immer oder wieder in Betrieb. Ach ja: Italien. :D
Dagegen spricht:
1) Die Anlage ist bei Google Maps als "dauerhaft geschlossen" markiert.
2) Seit Mai 2021 wurden z. B. hier keine neuen Bilder mehr hinzugefügt
3) Die Webseite ist auch offline
4) Auf der von dir verlinkten Seite finde ich keine Detailinfos hinsichtlich Betriebszeiten (?)
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von ThomasK »

Martin Bergbesucher hat geschrieben: 30.06.2023 - 08:58
osorno hat geschrieben: 31.05.2023 - 09:02 Darf ich übrigens mal eine Zwischenfrage stellen: mich würde interessieren, wie inzwischen die allgemeine touristische Situation am Mottarone ist. Findet normaler Tourismus mit Wanderern und Ausflüglern statt? Wie gehen die Leute inzwischen mit dem Unglück um? Wie ist eigentlich der jetzige Zustand der oberen Sektion? Wurde sie abgebaut oder die Seile entfernt? Wird an einen Neubau gedacht oder wird es keine Seilbahn mehr auf den Mottarone geben?
Laut https://www.stresa.com/transports ist die Bahn noch immer oder wieder in Betrieb. Ach ja: Italien. :D
Da ich kein Italienisch kann, habe ich einfach mal bei Google aus dem Bauch heraus "Nuova costruzione Funivia Mottarone" eingegeben und siehe da, ich wurde fündig:

https://www.neveitalia.it/ski/mottarone ... e-nel-2024

Das sieht mir nach einer Diskussion danach aus, als ob man den kompletten Neubau als EUB oder als 3S-Bahn vorantreibt und Ende 2024 eröffnen will. Ich denke mal, dass es eher 2025 werden wird.

Im Hinblick auf das Gelände würde ich aber von einer EUB in jedem Fall absehen und gleich auf eine 3S-Bahn setzen.

Neu ist offenbar, dass man den Mottarone gleich mit zwei Seilbahnen neu erschließen will und dann auch noch eine zweite Anlage von Omegna zum Mottarone errichten will. Wenn dem so ist, dann könnte man ja gleich eine 3S-Bahn in drei Sektionen vom Omegna nach Stresa errichten und diese Anlage im Durchlaufbetrieb betreiben.

Ich finde die in Stresa entwickelten Ideen richtig. Der alte Schrott muss komplett weg auch wenn man theoretisch noch die 1. Sektion als Pendelbahn hätte betreiben können.

Für die Opfer kann man ja eine Gedenkstätte errichten, aber das Leben geht weiter und da ist es am besten, wenn man komplett bei Null anfängt. Eine 3S-Bahn in drei Sektionen von Omegna nach Stresa finde ich eine großartige Idee. Keine Diskussionen mehr über außer Kraft gesetzte Tragseilbremsen. Das Leben geht weiter und die neue Seilbahn wird sicher Hunderttausende auf den Mottarone bringen.

markus
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von markus »

Die hatten ja nicht einmal das Geld für einen Kabinenbegleiter! Und jetzt eine 3 S? Dass ich nicht lache.
Gar nix wird da passieren.
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ATV
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von ATV »

Wollen wir Wetten abschliessen, dass auch 10 Jahre nach dem Unfall keine neue Seilbahn fährt?
:lol: Das ist Italien, als Musterbeispiel könnte man mal Opicina nennen.
Zumal ja sogar 2 Fahrstrassen da rauf führen.
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von Ron »

Hab den oben verlinkten Artikel mal überzetst:
Etwas mehr als ein Jahr nach der Tragödie der Mottarone-Seilbahn (es war der 23. Mai 2021) wird wieder über den Bau der neuen Bahn gesprochen.

Freitag, 30. September 2022
Die neue Seilbahn Stresa-Mottarone könnte in der ersten Hälfte des Jahres 2024 in Betrieb gehen. Dies wurde am 21. September auf einer Pressekonferenz in Stresa besprochen, an der die Bürgermeisterin Marcella Severino, Professor Angelo Miglietta, Berater für den Wiederaufbau der Seilbahn Mottarone, und der Umweltminister der Region Piemont, Matteo Marnati, teilnahmen.

Nach Angaben der Ansa wird die Seilbahn zunächst den Gipfel von Mottarone mit Stresa verbinden, aber es gibt auch die Hypothese, dass die Verbindung in Zukunft auch zum Ortasee hergestellt wird.
"Wir wollen die neue Anlage", so Professor Angelo Miglietta, "zu einer eigenständigen Touristenattraktion machen, die die bestehenden touristischen Attraktionen, nämlich Mottarone und den Lago Maggiore, ergänzt.

Der Umweltbeauftragte der Region Piemont, Matteo Marnati, erklärte, dass das Projekt auf drei grundlegenden Aspekten beruht: Sicherheit, Innovation und Nachhaltigkeit.

Der Bürgermeister von Stresa kündigte an, dass der Geschäftsplan auch eine Ausweitung des touristischen Angebots auf dem Gipfel des Mottarone vorsieht, mit dem Ziel, das Trentiner Modell zu kopieren, das Aktivitäten auch während der Sommersaison garantiert. Ein Beispiel, an dem man sich orientieren könnte, ist die Seilbahn Malcesine-Monte Baldo, eine der modernsten und fortschrittlichsten Seilbahnen der Welt, die mit drehbaren Kabinen ausgestattet ist, von denen aus man einen herrlichen Blick auf den Monte Baldo und den Gardasee hat. Im Sommer können hier verschiedene Aktivitäten wie Trekking, einfache Spaziergänge auf den Wegen über dem See, Mountainbiking und Paragliding ausgeübt werden.

Die Region Piemont, die 300.000 Euro zur Verfügung gestellt hat, hat die Durchführbarkeitsstudie für die neue Anlage an das Partnerunternehmen "Monterosa 2000" vergeben. Auf dem Tisch liegen verschiedene Hypothesen für den Bau der neuen Anlage, darunter die Idee, Kabinen für etwa 25-30 Personen oder Gondeln für etwa 8-10 Personen zu bauen.


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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von GIFWilli59 »

ATV hat geschrieben: 02.07.2023 - 09:50 Wollen wir Wetten abschliessen, dass auch 10 Jahre nach dem Unfall keine neue Seilbahn fährt?
:lol: Das ist Italien, als Musterbeispiel könnte man mal Opicina nennen.
Zumal ja sogar 2 Fahrstrassen da rauf führen.
In Opicina sind die 10 Jahre immerhin noch nicht abgelaufen ;-)

Neubau wäre sicherlich sinnvoller als Sanierung. Aber wenn dann eher MGD oder PB (vlt mit automatisiertem Betrieb?).
Ich vertraue da aber auch mal auf eure Expertise ;-)

Was mich in Italien immer erstaunt, ist, dass man 1970 so eine Bahn gebaut hat, aber es nun 50 Jahre später nicht mehr schafft, einen Nachfolger zu bauen.
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von ThomasK »

Das Seilfeld zwischen der Stütze 2 und der Stütze 3 der oberen Sektion ist 2 km lang.

Damit ist eine EUB weg vom Fenster.

Wenn aber das Sommerangebot ausgebaut werden soll und von Kabinen mit 25 - 30 Personen Fassungsvermögen gesprochen wird, dann wird man selbstverständlich KEINE 30-PB errichten. Eine 30-PB hätte, wenn ein Fahrspiel 6 Minuten dauert und man eine Wendezeit von 90 Sekunden ansetzt, einen 7,5-Minuten-Takt und somit eine Förderleistung von 240 Personen pro Stunde und Richtung. Das ist doch ein Witz!

Wenn man sich zu einer Pendelbahn entschlösse, dann eher zu einer 160-PB mit einer Förderleistung von ca. 1200 Personen pro Stunde und Richtung.

Aber von Kabinen mit 160 Personen war ja gerade eben nicht die Rede, sondern von 25 - 30 Personen und da ist dann die Beweislast erdrückend, dass eine 3S-Bahn gemeint ist.

Grundsätzlich könnte man auch über eine Tri Line nachdenken, aber da Stresa Leitner Territorium ist, halte ich das für unrealistisch.

Denkbar wäre allerdings, dass Leitner auch eine Tri Line entwickelt, aber auf der Inter Alpin zeigten sich die Leitner Ingenieure diesbezüglich bedeckt; Leitner wies darauf hin, dass man mit einer 2S-Bahn den Anwendungsbereich einer Tri Line abdecken würde.

Für wahrscheinlicher halte ich es somit, dass Leitner eher eine 3S-Bahn auf den Mottarone baut, als das Leitner eine eigene Art von Tri Line installiert.

______________________

Als Verkehrsplaner aber kann ich nur dringend raten, die Straße auf den Mottarone komplett zu schließen, wenn man plant, eine 3S-Bahn zu bauen.

So eine verrückte Verkehrspolitik auf hohe Berge trotz Bergbahn eine Straße zu bauen und riesige Parkplätze auf dem Gipfel anzulegen, kennt man üblicherweise nur aus den USA.

Das krasseste Beispiel ist natürlich der Pikes Peak in Colorado, USA. Da parken auf dem Gipfel in 4300 m(!) Höhe die Autos auf einem riesigen Parkplatz und direkt daneben ist die Bergstation der Zahnradbahn. Auf die Idee, die Straße zu schließen und eine 3S-Bahn auf den Pikes Peak zu bauen, kommen die Amerikaner natürlich nicht.

Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung einer 3S-Bahn gegen den Autoverkehr auf den Pikes Peak wäre wirklich sehr interessant! :biggrin:
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von Nocki »

Man könnte doch in die 8er-10er Kabinen eine ZUB interpretieren, oder?
Könnte man ansonsten nicht eine EUB mit mehr Stützen bauen?
Viele Grüße vom DM-und Girak-fan :ja: :wink:
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von GIFWilli59 »

ThomasK hat geschrieben: 02.07.2023 - 14:45 Das Seilfeld zwischen der Stütze 2 und der Stütze 3 der oberen Sektion ist 2 km lang.

Damit ist eine EUB weg vom Fenster.
Warum gehst du eigentlich grundsätzlich davon aus, dass bei einer Planung von PB->EUB dieselben Stützenstandorte verwendet werden müssen?

Wir sprechen ja hier von keiner ausgesetzten Trasse über Gletscher etc.

Deiner Denkweise zufolge wäre es wohl auch unmöglich, auf den Fichtelberg (D) eine MGD zu bauen, schließlich hat die PB ein 540 m langes Spannfeld...
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von ski-chrigel »

GIFWilli59 hat geschrieben: 02.07.2023 - 16:00 Warum gehst du eigentlich grundsätzlich davon aus, dass bei einer Planung von PB->EUB dieselben Stützenstandorte verwendet werden müssen?
Weil ThomasK ein unverbesserlicher 3S-Bahn-Fan ist und am liebsten den ganzen Alpenraum plus den PikesPeak, sowie sämtliche Städte mit 3S-Bahnen zuplastern möchte… ;D
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von ThomasZ »

ThomasK hat geschrieben: 02.07.2023 - 14:45 Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung einer 3S-Bahn gegen den Autoverkehr auf den Pikes Peak wäre wirklich sehr interessant! :biggrin:
Das interessiert keinen Ami.
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von ThomasK »

Nocki hat geschrieben: 02.07.2023 - 15:50 Man könnte doch in die 8er-10er Kabinen eine ZUB interpretieren, oder?
Könnte man ansonsten nicht eine EUB mit mehr Stützen bauen?
Ja, eine 2S-Bahn auf den Mottarone wäre natürlich auch möglich. Das 2 km lange Seilfeld zwischen der Stütze 2 und Stütze 3 in der oberen Sektion sollte auch mit einer 2S-Bahn zu bewältigen sein.

GIFWilli59 hat geschrieben: 02.07.2023 - 16:00
Warum gehst du eigentlich grundsätzlich davon aus, dass bei einer Planung von PB->EUB dieselben Stützenstandorte verwendet werden müssen?

Wir sprechen ja hier von keiner ausgesetzten Trasse über Gletscher etc.

Deiner Denkweise zufolge wäre es wohl auch unmöglich, auf den Fichtelberg (D) eine MGD zu bauen, schließlich hat die PB ein 540 m langes Spannfeld...

Zwischen der Stütze 2 und der Stütze 3 befindet sich ein Talkessel.

Würde man dort eine EUB bauen, dann bräuchte man eine Vielzahl von Stützen, von denen etliche Niederhalter und Wechsellaststützen wären. Im Gegensatz zu einer Pendelbahn oder 3S-Bahn wären die Eingriffe ungleich höher.

Bei einer 3S-Bahn auf den Mottarone könne man wohl fast alle Bäume unterhalb der Seilbahn wachsen lassen; bei einer EUB geht das keinesfalls, zumal Rohrstützen maximal 47 m hoch sind, aber die Bäume in Mitteleuropa durchaus 32 m hoch werden können.

Abgesehen davon hat eine EUB mit Gegensteigungen und einer Vielzahl von Niederhaltern einen bei weitem höheren Stromverbrauch und Verschleiß als eine 3S-Bahn oder Pendelbahn.

Ich habe es jetzt nicht durchgerechnet, aber je nach Topographie wäre auch die Trassenlänge einer EUB um ca. 100 - 150 m länger als diejenige einer 3S-Bahn oder Pendelbahn.
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von Nocki »

ThomasK hat geschrieben: 02.07.2023 - 17:55
GIFWilli59 hat geschrieben: 02.07.2023 - 16:00
Warum gehst du eigentlich grundsätzlich davon aus, dass bei einer Planung von PB->EUB dieselben Stützenstandorte verwendet werden müssen?

Wir sprechen ja hier von keiner ausgesetzten Trasse über Gletscher etc.

Deiner Denkweise zufolge wäre es wohl auch unmöglich, auf den Fichtelberg (D) eine MGD zu bauen, schließlich hat die PB ein 540 m langes Spannfeld...

Zwischen der Stütze 2 und der Stütze 3 befindet sich ein Talkessel.

Würde man dort eine EUB bauen, dann bräuchte man eine Vielzahl von Stützen, von denen etliche Niederhalter und Wechsellaststützen wären. Im Gegensatz zu einer Pendelbahn oder 3S-Bahn wären die Eingriffe ungleich höher.
[...]
Abgesehen davon hat eine EUB mit Gegensteigungen und einer Vielzahl von Niederhaltern einen bei weitem höheren Stromverbrauch und Verschleiß als eine 3S-Bahn oder Pendelbahn.

Ich habe es jetzt nicht durchgerechnet, aber je nach Topographie wäre auch die Trassenlänge einer EUB um ca. 100 - 150 m länger als diejenige einer 3S-Bahn oder Pendelbahn.
Ich kann mir vorstellen, dass man Taleinschnitte einfach überspannt. Die 20 Jahre alte Schwarze Schbeidbahn 2 in Sölden hat ein Spannfeld, welches über 900m lang ist. Technisch gesehen sollte eine hohe Trassierung ohne Streckenniederhalter m.E. machbar sein. Da die Windstabilität allerdings abnähme, glaube ich, dass man eine ZUB/3S eher anstrebt.
ThomasK hat geschrieben: 02.07.2023 - 17:55 Bei einer 3S-Bahn auf den Mottarone könne man wohl fast alle Bäume unterhalb der Seilbahn wachsen lassen; bei einer EUB geht das keinesfalls, zumal Rohrstützen maximal 47 m hoch sind, aber die Bäume in Mitteleuropa durchaus 32 m hoch werden können.
M.W.n. muss man die Trasse überall roden, wo es keine Bergebahn gibt, damit ein Abseilen möglich ist.
Viele Grüße vom DM-und Girak-fan :ja: :wink:
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von GIFWilli59 »

Ja, es gibt in der Tat einen Bereich in der Trasse, der ca. 1,5 km lang und bisher offenbar nicht frei geschnitten wurde.
Der Talkessel ist übrigens von der aktuellen Stütze 2 aus ca. 75 hm tief.

Also an der technischen Machbarkeit würde es eher nicht scheitern. Und ich kenne die Details nicht, aber selbst, wenn die 3S nur die Hälfte an Strom braucht, hat man durch einige Mio € Preisvorteil dann mit der EUB doch eine wirtschaftlichere Bahn (für 5,5 km und 1200 hm auf 2 Sektionen habe ich auch gerade nicht so viele Referenzbahnen im Blick).

Ähnlich interessant ist dann auch die erste Sektion mit einigen Häusern in der Trasse. Gute Frage, ob deren "Einverständnis" für die Trasse dann auch bei einer neuen Bahn gilt.
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von ski-chrigel »

GIFWilli59 hat geschrieben: 02.07.2023 - 18:26 Gute Frage, ob deren "Einverständnis" für die Trasse dann auch bei einer neuen Bahn gilt.
Wie wir aus St.Moritz wissen gilt dies nicht. Aber vielleicht ist das in IT ja anders.
Meine Berichte findet man seit 23.11.23 in einem anderen Forum
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von ThomasK »

Nocki hat geschrieben: 02.07.2023 - 18:09 M.W.n. muss man die Trasse überall roden, wo es keine Bergebahn gibt, damit ein Abseilen möglich ist.
Durch die höhere Redundanz wird aber ein Selbstrettungskonzept vorausgesetzt, bei dem man eben die Fahrgäste ohne Abseilen und ohne Hubschraubereinsatz bergen will.

Ich bin vor einigen Jahren extra nach Oberstdorf gefahren, um mir die Planfeststellungsunterlagen für die neue Nebelhornbahn anzugucken.

Ursprünglich wollte die Nebelhornbahn die alte Pendelbahn durch eine 10-EUB ersetzten, aber da hat das Landratsamt Sonthofen sofort gesagt, dass eine Erhöhung der Stützenzahl von bisher 6 nicht genehmigungsfähig ist.

Also war die EUB am Nebelhorn bereits raus.

Als die alte Eibsee Seilbahn ersetzt werden sollte, wollte die BZB auch erst ein Funifor errichten, aber ein Funifor hätte eine dritte Stütze erfordert. Da hat das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen sofort gesagt, dass eine Erhöhung der Stützenzahl von 2 auf 3 nicht genehmigungsfähig ist und damit war das Funifor raus.

Eine Pendelbahn mit zwei Stützen auf die Zugspitze wäre aber genehmigungsfähig gewesen.

Dass die heutige Seilbahn Zugspitze nur noch eine Stütze hat, liegt aber nicht an der Ausschreibung der Bayrischen Zugspitzbahn (BZB), die nach wie vor zwei Stützen vorsah. Das liegt einfach daran, dass, als Arno Inauen mit seinem Seilbahnteam im Zug von der Schweiz nach Garmisch-Partenkirchen unterwegs war, während der Zugfahrt ein Mitarbeiter sich die Topographie auf seinem Computer angeschaut hat und dann zu Arno Inauen sagte, dass es auch mit einer Stütze geht. Darauf schaute Arno Inauen sich die Rechnung an und sagte, dass er der BZB den Vorschlag machen werde, die Bahn nur noch mit einer Stütze zu planen. Peter Huber, damaliger Vorstandschef der BZB staunte nicht schlecht, als der den Vorschlag von Garaventa sah, ließ sich dann aber überzeugen. Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen antwortete, dass eine Verringerung der Stützenzahl selbstverständlich genehmigungsfähig ist.

__________________


Nun ist Stesa natürlich nicht Oberstdorf oder Garmisch-Partenkirchen, aber eine bestehende Pendelbahn mit wenigen Stützen durch eine EUB mit der vierfachen Stützenanzahl zu ersetzen, ist ungefähr so, wie wenn man statt einer E-Lok mit 6,4 MW vier Dampfloks zu je 1,6 MW einsetzt, um dieselbe Leistung zu erhalten.
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von Neandertaler »

1. Satiere bitte kennzeichnen, gewisse Beiträge driften Mal wieder in diese Richtung.
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3. Hier geht es um den Unfall und nicht um den Neubau. Kann diese die Moderation bitte trennen da es sonst sehr unübersichtlich wird?
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Re: Seilbahnunglück Mottarone - Italien (Piemont) 23.05.21

Beitrag von ATV »

Seile der Sektion II werden demontiert. Weg (ehemalige Trasse der Eisenbahn) ist für 3 Wochen gesperrt:
https://notizie.tiscali.it/cronaca/arti ... -cavi/?chn

Von einem anderen Nebenschauplatz gibts noch was:
https://www.lastampa.it/verbano-cusio-o ... -12879513/
Stresa, Nerini besteht darauf, das Geld zu erhalten, das die Gemeinde der Mottarone-Seilbahn schuldet.

Nerini der Betreiber der Unglücksbahn und die Gemeinde Stresa zoffen sich in einem Zivilverfahren um das Geld, welches die Gemeinde an den Betrieb von Nerini zahlen sollte für den Betrieb der Bahn.
Auch jetzt und in Zukunft. :respekt: In einem ersten Urteil wurde das abgelehnt. Nun gehts um die Berufung.

Und Leitner hat eine Terminstreckung von 10 Tagen eingegeben um die Dokumente zu analysieren:
https://www.lastampa.it/verbano-cusio-o ... =ST-PW-F-3
Leitners Anwälte haben um mehr Zeit gebeten, um die große Menge an Dokumenten zu analysieren
-> meine Fotos könnt ihr weiterhin auf meiner Webseite --> www.stahlseil.ch ansehen.

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