Gondelabsturz in Engelberg

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MrPlow
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von MrPlow »

ralleycorse hat geschrieben: 23.03.2026 - 12:27 Das bedeutet in der logischen Folge kein Liftbetrieb mehr sobald Wind weht. Na toll...
Dann soll man halt weniger windanfällige Alternativen vorhalten. Ich habe jedenfalls keine Lust russisches Roulette zu spielen wenn ich mich in einen Lift bei Wind setze, um zu sehen ob ich auch oben ankomme.

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Christoph Lütz
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von Christoph Lütz »

MrPlow hat geschrieben: 23.03.2026 - 12:52
ralleycorse hat geschrieben: 23.03.2026 - 12:27 Das bedeutet in der logischen Folge kein Liftbetrieb mehr sobald Wind weht. Na toll...
Dann soll man halt weniger windanfällige Alternativen vorhalten. Ich habe jedenfalls keine Lust russisches Roulette zu spielen wenn ich mich in einen Lift bei Wind setze, um zu sehen ob ich auch oben ankomme.
Das ist ja in Engelberg der Fall. Es gibt eine zweite Linie mit Pendelbahnen und einer Standseilbahn. Mit Betongewicht in der Kabine und Begleiter ist man wesentlich sicherer bei Wind unterwegs. Ich ich daran denke, bei welch extremen Wind oft die Tiroler Zugspitzbahn noch fahren muss, um die Leute vom Berg zu holen...
Philipp2
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von Philipp2 »

MrPlow hat geschrieben: 23.03.2026 - 12:52
ralleycorse hat geschrieben: 23.03.2026 - 12:27 Das bedeutet in der logischen Folge kein Liftbetrieb mehr sobald Wind weht. Na toll...
Dann soll man halt weniger windanfällige Alternativen vorhalten. Ich habe jedenfalls keine Lust russisches Roulette zu spielen wenn ich mich in einen Lift bei Wind setze, um zu sehen ob ich auch oben ankomme.
Zur Beruhigung, denn ich möchte ja mit meiner Formulierung von vorhin keine Mücke zum Elefant machen; die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Unglücks ist wahrscheinlich noch tausendmal kleiner als bei einem 6er im Lotto.
Beim betreffenden Unglück ist wirklich alles schief gelaufen, eine Kobination aus den unwahrscheinlichsten Werten der Einflussfaktoren zum gleichen Zeitpunkt (Bahn überhaupt in Betrieb, Fahrzeug besetzt, Fahrzeug vor Stütze, Böe erfasst genau dieses Fahrzeug, Auspendelung genau zum falschen Zeitpunkt, Verhältnisse an genau dieser speziellen Rollenbatterie besonders ungünstig, usw.). Soetwas 1:1 unabsichtlich zu reproduzieren ist quasi unmöglich.
Für die Richtigkeit der in diesem Beitrag enthaltenen Informationen wird nicht garantiert. Zitieren auf eigene Gefahr.
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GMD
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von GMD »

Bei der Tiroler Zugspitzbahn kann man ja im schlimmsten Fall auch noch die Zahnradbahn benutzen. OK, dann kommen die Leute zwar nicht in Ehrwald an, aber da lässt sich sicher eine Lösung finden! Auch für die Abrechnung, da anderes Unternehmen. Aber das nur am Rande.
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von NeusserGletscher »

flamesoldier hat geschrieben: 23.03.2026 - 11:15 Puh, also in der heutigen Zeit mit hunderten Webcams in jeder Richtung wo das Wetter herkommen kann und Wetterradar, welches im 5 Minuten Takt aktualisiert, von einer Sturmfront überrascht zu werden ist in meinen Augen tatsächlich Unfähigkeit. Selbst ich als meteorologisch interessierter Laie kann ohne kostenpflichtige Tools auf +/- 15 Minuten genau sagen wann es Zeit wird den Weg ins Tal anzutreten bei angesagt eintreffender Kaltfront...
Du hast ja nicht einmal einen Windmesser auf jeder Stütze. Und selbst wenn. Bei dem Crash von Continental Airlines Flug 1404 in Denver gab es Messwerte mit zu starkem Querwind. Den Piloten wurde aber nur ein unbedeutender Mittelwert von einem Sensor mit weniger Wind gemeldet. Je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto komplexer wird deren Beurteilung. Und das ganze wieder in den Spannungsfeld zwischen Sicherheit und der Notwendigkeit, den Betrieb aufrecht zu erhalten.
Was Du selber richtig machst können andere nicht falsch machen
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von basti.ethal »

Eine Frage als Klemmen-Laie:

Welche Entscheidungsfaktoren werden berücksichtigt, wenn um die Entscheidung geht, ob man eine DT, D oder DS Klemme für das jeweilige System verwendet?
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2x Gurgl, 3x Sölden, 12x Skiarena Silbersattel, 5x DS, 2x Skating, 1x Skitour 3xZillertal
Skisaison 22/23: 34 Skitage
1x HTX, 1x Pitztaler, 1x Gurgl, 1x Sölden, 4x Dolomiti Superski, 2xIschgl, 16x Skiarena Silbersattel, 5x Skating, 3x Skitour
Skisaison 21/22: 42 Skitage
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max76
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von max76 »

WalliserFan hat geschrieben: 23.03.2026 - 11:53 Nach Angaben der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust hätte das Unglück vom Mittwoch trotz Anpassungen nach dem Unfall von 2019 nicht verhindert werden können. «Anpassungen am Klemmmechanismus geben keine bessere Sicherheit», sagt Bereichtsleiter Philippe Thürler auf Nachfrage von SRF News.
Das muss Thürler natürlich sagen, weil seine Behörde nun in den Fokus der Kritik gerückt ist.

Dazu passt auch seine (vermutlich bewusst gewählte) Formulierung «Anpassungen am Klemmmechanismus geben keine bessere Sicherheit». Es geht ja gar nicht um Anpassungen am Mechanismus selbst, sondern um einen konischen Aufsatz bzw. ein anderes Gehäuse für das Torsionsfederpaket. DM wird diese Verbesserung nicht ohne guten Grund und aus Jux und Dollerei vorgenommen haben, sondern zwecks Erhöhung der Sicherheit.

Also aus meiner Sicht eine reine Schutzbehauptung. Passt irgendwie zur gefühlten Arroganz der SUST.
Zuletzt geändert von max76 am 23.03.2026 - 14:47, insgesamt 2-mal geändert.
NeusserGletscher
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von NeusserGletscher »

Philipp2 hat geschrieben: 23.03.2026 - 13:24 Beim betreffenden Unglück ist wirklich alles schief gelaufen, eine Kobination aus den unwahrscheinlichsten Werten der Einflussfaktoren zum gleichen Zeitpunkt (Bahn überhaupt in Betrieb, Fahrzeug besetzt, Fahrzeug vor Stütze, Böe erfasst genau dieses Fahrzeug, Auspendelung genau zum falschen Zeitpunkt, Verhältnisse an genau dieser speziellen Rollenbatterie besonders ungünstig, usw.). Soetwas 1:1 unabsichtlich zu reproduzieren ist quasi unmöglich.
Deswegen sollte man sofort reagieren, wenn man so ein Problem erkannt hat. Jedenfalls dort, wo es um Menschenleben oder sicherheitsrelevante Anwendungen geht.

Beruflich habe ich öfters mit solchen, schwer reproduzierbaren Fehlern zu tun. Kürzlich hatte ich darüber eine Debatte mit einem Kollegen. Der meinte, ich wäre ja der einzige, bei dem der Fehler aufträte. Ich sollte halt wie alle anderen eine Umgebungsvariable setzen und dann würde seine Änderung funktionieren. Falsch, mit der Umgebungsvariable wurde seine fehlerhafte Implementierung ausgehebelt, das Programm ist gar nicht in die fehlerhaft implementierte Abfrage reingesprungen.

Wenn ich die Chance habe, so was reproduzierbar nachzustellen, dann lasse ich alles andere stehen und liegen und wenn alles gut läuft, dann kann ich den Fix sogar auf dem System verifizieren. Aber ich sehe halt auch, dass manche glauben, Probleme würden sich durch Aussitzen oder Relativieren lösen. Das tun sie leider nicht. Irgend eines Tages fällt einem so was doch vor die Füße. Meist dann, wenn man es nicht brauchen kann.
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Philipp2
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von Philipp2 »

NeusserGletscher hat geschrieben: 23.03.2026 - 14:18
Philipp2 hat geschrieben: 23.03.2026 - 13:24 Beim betreffenden Unglück ist wirklich alles schief gelaufen, eine Kobination aus den unwahrscheinlichsten Werten der Einflussfaktoren zum gleichen Zeitpunkt (Bahn überhaupt in Betrieb, Fahrzeug besetzt, Fahrzeug vor Stütze, Böe erfasst genau dieses Fahrzeug, Auspendelung genau zum falschen Zeitpunkt, Verhältnisse an genau dieser speziellen Rollenbatterie besonders ungünstig, usw.). Soetwas 1:1 unabsichtlich zu reproduzieren ist quasi unmöglich.
Deswegen sollte man sofort reagieren, wenn man so ein Problem erkannt hat. Jedenfalls dort, wo es um Menschenleben oder sicherheitsrelevante Anwendungen geht. [...] Wenn ich die Chance habe, so was reproduzierbar nachzustellen, dann lasse ich alles andere stehen und liegen und wenn alles gut läuft, dann kann ich den Fix sogar auf dem System verifizieren.
Das hat man mit Sicherheit getan, aber scheinbar ohne ein Ergebnis, das auf eine besondere Gefährdung hindeuten würde. Diese seltsamen Abweiserkappen für die Federtöpfe hat man wahrscheinlich nur aus dem Bauchgefühl, dieser hintergründigen Grundangst (siehe "Angstbleche" bei Trägerstößen) jedes Ingenieurs heraus entwickelt. Das klare Prinzip des Konstrukteurs ist immer Sicherheit vor Wirtschaftlichkeit. Das Problem ist, dass es im Maschinenbau selten absolute Wahrheiten gibt. Ein winziges Restrisiko bleibt bestehen. Wie man jetzt darauf reagiert, wird eher interessant.

Übrigens werden auch Hochbauten und Tragwerke wie z.B. Brücken mit wahrscheinlichkeitstheoretischen Ansätzen entsprechend ihrer Einsatz-/Nutzungsgrenzen berechnet und bemessen und nicht mit der Kombination aller denkbaren ungünstigsten Maximalzustände. Nur mal so am Rande um die Relation darzustellen, mit welcher Härte hier geurteilt wird.

BTW: Wenn ich mir die Medien so durchschaue, kommt mir der Eindruck, dass die Recherche-KI hier fleißig mitliest. Vielleicht sollten wir mal über einen Diskussionsbereich nur für registrierte Nutzer nachdenken.
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