Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

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ThomasK
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von ThomasK »

GIFWilli59 hat geschrieben: 27.09.2023 - 21:32
ThomasK hat geschrieben: 27.09.2023 - 12:24 Es geht nicht darum, das gesamte Oberland vollständig zweigleisig auszubauen, sondern nur in den Bereichen, in denen sich die Züge begegnen. Für die Betriebsstabilität ist entscheidend, dass die Zugbegegnungen nicht in den Stationen stattfinden, wo ein Zug auf den anderen warten muss, sondern auf freier Strecke bei fliegender Fahrt zwischen den Stationen, da dann geringfügige Verspätungen von bis zu 5 Minuten - anders als bei einer Stationskreuzung - nicht auf die Gegenrichtung übertragen werden.
Kommt natürlich auf die Länge der Doppelspurinseln an.
Wenn man davon ausgeht, dass die Züge jeweils 100 km/h fahren, würde die Begegnung in der Station bzw. bei absoluter Pünktlichkeit ca. 1 km 2-Gleisigkeit erfordern. Wenn bis zu 5 min Verspätung von beiden Zügen toleriert werden sollen, kann die Begegnung 2,5 min in die eine oder andere Richtung verschoben sein, sodass man dann schon 8,3 km Zweigleisigkeit bräuchte. Bei 10 km Stationsabstand wäre es dann schon sinnvoll - sofern machbar, alles 2-gleisig zu bauen.


Wenn dich das Thema interessiert, kann ich dir gerne einiges über die Schieneninfrastrukturplanung erzählen.

Wenn du magst, kannst du dir gerne auf https://www.openrailwaymap.org/ die Schieneninfrastruktur anschauen.

Wenn du als Bezugspunkt z.B. Holzkirchen eingibst und dann im Tool (Infrastruktur, Höchstgeschwindigkeiten, Signale und Sicherungssysteme, Elektrifizierung, Spurweite) deinen Menüpunkt auswählst, dann kannst du dir ein sehr gutes Bild machen.

Openrailwaymap ist gewöhnlich auf dem aktuellsten Stand. Man sieht, dass die Planung der Elektrifizierung der Strecken nach Lenggries und nach Bayrischzell als "Elektrifizierung geplant" gekennzeichnet ist. Die Infrastruktur zwischen Schaftlach und Tegernsee gehört nicht zur DB Netz AG, sondern ist eine Privatbahn, sodass ein gesonderter Vertrag für die Elektrifizierung notwendig ist. Dieser gesonderte Vertrag soll aber noch 2024 abgeschlossen werden.

Auf Youtube gibt es zudem zahlreiche Videos mit Führerstandsmitfahrten.

Als kleine Smalltalkeinführung können wir gerne mal ein Youtubevideo besprechen.

Hier beispielsweise die Strecke Lenggries - München:

https://www.youtube.com/watch?v=qwFR-saxbXY

Bei 0:24 zeigt die 4 über dem Signal die Ausfahrtsgeschwindigkeit von Vmax = 40 km/h an.
Bei 1:04 zeigt die schwarze 8 im weißen Rechteck die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h an; diese Tafel entspricht exakt der 80 km/h Tafel im Straßenverkehr, bei der eine schwarze 80 auf einem weißen Kreis steht, der von einem roten Kreisring umgeben ist.
Bei 1:25 sieht man an der linken Seite die Kilometertafel 66,0. Im Gegensatz zur Schweiz, wo die Kilometertafeln so winzig sind, dass man überhaupt nichts lesen kann, sind die Kilometertafeln in Deutschland groß wie Kuchenbleche.
10:36 Bad Tölz.
Bei 21:35 wird Schaftlach erreicht. Die Einfahrt in ein besetztes Gleis bzw. ein Gleis, in das eine Fahrstraße für einen anderen Zug gestellt ist, erfolgt mit Vmax = 20 km/h. Vor dem Zusammenkuppeln muss das auffahrende Fahrzeug in Deutschland nach der Eisenbahn Bau- und Betriebsordnung (EBO) noch einmal halten. Diese Vorschrift gibt es beispielsweise in der Schweiz nicht, sodass das Kuppeln der Züge in Zweilütschinen (aus Grindelwald bzw. Lauterbrunnen) deutlich schneller erfolgt, als das in Schaftlach oder Holzkirchen der Fall ist.
Bei 30:43 steht der Zug am Einfahrtssignal Holzkirchen. Das Hauptsignal oben zeigt Hp2 Langsamfahrt mit der 6 und somit Vmax = 60 km/h. Das Vorsignal darunter zeigt mit zwei orangenen diagonal angeordneten Lichtern Vr0 (= Halt erwarten) die Stellung des nächsten Hauptsignals an, das Hp0 (= Halt) zeigt. In Österreich und in der Schweiz sind beim Vorsignal die beiden orangenen Lichter horizontal angeordnet; in Deutschland diagonal.
30:54 Links steht die Kilometertafel 37,4 und rechts mündet die Strecke von Schliersee ein.
31:12 Ab jetzt ist die Strecke elektrifiziert, da Holzkirchen der Endpunkt des Münchner S-Bahn-Systems ist.
31:21 Die 9 für Vmax = 90 km/h gilt für uns nicht, da das Signal uns Vmax = 60 km/h angezeigt hat. Den Grund sehen wir sogleich.
31:28 Wir fahren durch die Weiche im gebogenen Strang. Da keine Überhöhung in der Weiche eingebaut werden kann und die maximal zulässige unausgeglichene Seitenbeschleunigung 0,85 m/s² nicht übersteigen darf, ist hier bei 60 km/h Schluss.
31:51 Links sehen wir die S-Bahn München. Üblicherweise wird mit dem ET 423 gefahren. Der Triebfahrzeugführer wartet die Wendezeit ab. Üblicherweise wird bis Holzkirchen mit der S-Bahn alle 20 Minuten gefahren.
Die S-Bahn kann in diesem Fall vorausfahren, da sie zum einen nur bis Deisenhofen auf demselben Gleis fährt wie die BRB und zum anderen ebenfalls mit 140 km/h fährt und die beiden Zwischenhalte Otterfing und Sauerlach nur ca. 3,5 Minuten Fahrzeit kosten, was länger ist als der Kuppelvorgang in Holzkirchen. Der Youtuber hat ein paar Minuten - genauso wie in Schaftlach - aus dem Video rausgeschnitten.
33:56 Die drei schwarzen Diagonalbalken zeigen an, dass nach 300 m das nächste Vorsignal kommt. Jeder Balken steht für 100 m. Neben der Kilometertafel 35,6 steht die 14, sodass der Triebfahrzeugführer jetzt auf 140 km/h aufdrehen kann. Wir wollen ab Kilometer 35,0 dann 160 km/h fahren; ob man zwischen 35,6 und 35,0 auch schon 160 km/h fahren kann, muss noch geprüft werden. Wenn der Radius zwischen km 35,6 und km 35,0 mehr als 1200 m beträgt, dann sind 160 km/h ohne Probleme möglich, da die Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB) für 160 km/h zugelassen ist. Erhebliche Sprungkosten hat man erst dann, wenn man statt 160 km/h mit 200 km/h fahren will. Dazu gibt es auf Youtube auch ein gutes Video, dass zeigt, das kein Stein auf dem anderen bleibt, wenn man statt 160 km/h mit 200 km/h fahren will: https://www.youtube.com/watch?v=cI5n6vGx70A
34:14 Da ist das Vorsignal in der Stellung Vr1, also Fahrt Frei erwarten. Der Triebfahrzeugführer kann jetzt also auf 140 km/h aufdrehen. In Österreich und in der Schweiz sind die beiden grünen Lampen am Vorsignal - ebenso wie in Deutschland diagonal angeordnet. Lediglich die beiden orangenen Lampen befinden sind in Österreich und der Schweiz im Gegensatz zu Deutschland in horizontaler Position.
35:06 Die drei Balken in der Horizontaltafel zeigen an, dass nach 1000 m der nächste Haltepunkt kommt; die beiden schwarzen Balken in der Vertikaltafel zeigen an, dass nach 200 m das nächste Vorsignal erscheint.
35:28 Uns kommt eine S-Bahn entgegen, die gerade in Otterfing gehalten hat. Wir fahren bis Siemenswerke (km 7,9) ohne Halt durch.
41:41 Normalerweise darf hier 140 km/h gefahren werden. Wegen eines Defekts am Bahnübergang wurde eine vorübergehende Langsamfahrstelle mit Vmax = 120 km/h eingerichtet, die zwischen den beiden Tafel A = Anfang und E = Ende gilt.
43:27 Deisenhofen. Die S-Bahn zweigt nach rechts ab und fährt weiter über Unterhaching nach München.
43:39 Eine S-Bahn von München fährt in Deisenhofen ein. Rechts die Kilometertafel 13,0 gibt die Kilometer bis München Ostbahnhof an. Für uns gilt die Kilometertafel 18,2, die bei 43:44 zu sehen ist. Kilometerzählung bis München Hbf.
44:09 Der Zick Zack der Fahrleitung in Deutschland beträgt üblicherweise +- 400 mm. In der Schweiz beträgt der Zick Zack der Fahrleitung nur +- 200 mm, weswegen die Schweiz auch schmalere Stromabnehmer aufweist. Üblicherweise sind die Stromabnehmer in Deutschland und Österreich 1950 mm breit, in der Schweiz nur 1450 mm. Grund ist, dass die Schweiz so viele Tunnels hat, weswegen man beim Tunnelquerschnitt einsparen wollte. Nachteil ist dann allerdings, dass die Abstand der Masten geringer sein muss und man keine Kompatibilität zu Deutschland und Österreich hat.
Momentan gibt es auf EU-Ebene ein heftiges Ringen, um EU-weit eine einheitliche Wippenbreite von 1600 mm einzuführen. Es gibt aber zahlreiche Gegenstimmen. Die Schweiz möchte nicht ihre ganzen Tunnelprofile aufweiten. Allerdings sind die großen Basistunnels der Schweiz schon für die größere Wippenbreite von 1600 mm vorbereitet. Theoretisch könnte sogar ein Zug mit 1950 mm Wippenbreite durch den Gotthard Basistunnel fahren, wenngleich es dafür vom BAV Bern keine Bewilligung gibt.
48:23 Die Großhesseloher Brücke. Durch die Großhesseloher Brücke läuft die südliche Stadtgrenze der Landeshauptstadt München.
49:16 Links und Rechts fädelt die S-Bahn von Wolfratshausen ein.
49:37 München-Solln
49:49 Das Hauptsignal zeigt Fahrt frei, der Vorsignalwiederholer - erkennbar am kleinen weißen Lämpchen - zeigt Halt erwarten. Grund ist, dass die S-Bahn voraus fährt. Wir werden jetzt bis Donnersbergerbrücke hinter der S-Bahn hinterher zuckeln.
50:43 Es bringt jetzt nichts die 120 km/h ausfahren zu wollen, da man dann am übernächsten Hauptsignal wieder warten müsste, ehe die S-Bahn, die öfters hält, den Blockabschnitt geräumt hat. Also lässt der Triebfahrzeugführer einfach den Zug mit etwa 60 km/h dahinbummeln.
51:25 München-Siemenswerke. Von hier würde - sofern es eine politische Mehrheit im Stadtrat, für die wir kämpfen, gibt - die Standseilbahn starten. Sie würde von Siemenswerke über Hellabrunn bis Wettersteinplatz führen und wäre 3512 m lang. Der Harlachinger Berg ist für die Straßenbahn mit 13 % zu steil. Es wäre zwar technisch möglich eine Straßenbahn mit Zahnradantrieb zu entwickeln, aber das wäre sehr unwirtschaftlich. Eine 3S-Bahn haben wir geprüft; aber da die 3S-Bahn im Innenhof des Gebäudes an der Grünwalder Straße 14 eine 100 m hohe Fachwerkstütze benötigen würde, um die Kabinen über die Oberleitung der Straßenbahn am Wettersteinplatz zu heben und dann die Station der 3S-Bahn auch noch die ganzen Grünanlage am Wettersteinplatz in Anspruch nehmen würde, haben wir das nicht weiterverfolgt. Nach unserer Auffassung ist das Ideale eine Standseilbahn, die am Wettersteinplatz unter der Straßenbahn und zugleich über der U-Bahn halten würde. Da die U-Bahn eine Maximalsteigung von nur 4% haben darf, kann die U-Bahn vom tiefer gelegenen Bahnhof Candidplatz nicht so schnell der Steigung der Isarhangkante folgen, weswegen der U-Bahnhof Wettersteinplatz so tief liegt. Das macht sich die Standseilbahn, die im Gegensatz zur U-Bahn sehr wohl der Isarhangkante folgen könnte zunutze, weswegen sie am Wettersteinplatz über der U-Bahn angeordnet werden würde. Die Steigung der Standseilbahn betrüge 15 %.
52:38 Wieder dasselbe Spiel: Hp1Vr0. Der nächste Blockabschnitt ist frei, der übernächste Blockabschnitt durch die S-Bahn blockiert.
55:54 Der Zug hat in München-Harras gehalten. Die 11 zeigt die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h an, aber die 9 zeigt an, dass in Kürze die Höchstgeschwindigkeit auf 90 km/h abzusenken ist, also 90 km/h erwarten. Das schwarze H zeigt die Haltetafel für die längsten zulässigen Züge an, die in München-Harras halten. Über drei verschiedene Treppenanlagen kann man zur U-Bahn umsteigen. Der Harras gehört zum Stadtteil München-Sendling. Der berühmte Jodelkönig Franzl Lang (1930 - 2015), der weltweit bekannt war und dessen Jodellieder auf Youtube sagenhafte Zugriffszahlen haben https://www.youtube.com/watch?v=67rc96joOz8 kam aus München-Sendling und lebte die meiste Zeit seines Lebens in der Nähe des Harras.
56:08 Die S-Bahn nach Wolfratshausen fährt ein. Noch 5,0 km bis München Hbf.
57:28 Der Zug überquert den Südring.
58:17 Ab hier beginnt das höherwertige Signalsystem LZB (Linienzugbeeinflussung). Im Gegensatz zur PZB (Punktförmige Zugbeeinflussung) überwacht die LZB die Züge kontinierlich und ermöglicht kürzere Blockabschnitte. Die LZB erkennt man am Linienleiter, also dem Kabel in der Gleismitte. Wenn man in Deutschland schneller als 160 km/h fahren will, dann ist entweder die LZB oder ETCS erforderlich. Auf der S-Bahn-Stammstrecke hat man natürlich nicht die LZB eingebaut, um 200 km/h fahren zu können, sondern um eine dichtere Zugfolge zu ermöglichen. Gemäß Planfeststellungsbeschluss liegt die kürzest mögliche Zugfolge auf der S-Bahn-Stammstrecke infrastrukturtechnisch bei 96 Sekunden. Im Streit um das Thema Zweite Stammstrecke geht es insbesondere darum, ob 33 Züge pro Stunde und Richtung betriebsstabil über die Erste Stammstrecke fahren können, sofern die Außenäste ausgebaut sind.
58:57 Links die Ferngleise von Regensburg, Ingolstadt, Augsburg, Buchloe, Herrsching und Tutzing, die wir gleich unterqueren werden. Im Hintergrund links das Gebäude der ehemaligen Bundesbahndirektion München. Ein paar hundert Meter neben der Bundesbahndirektion München bin ich aufgewachsen und habe meine Kindheit verbracht. Mehrere tausend Mal bin ich an der Donnersbergerbrücke in die S-Bahn ein- oder ausgestiegen. Heute lebe ich in Moosach, sodass ich nun meistens in Moosach ein- und aussteige.
59:18 Die vor uns fahrende S-Bahn muss an der Donnersbergerbrücke warten, da sie sich in die Stammstrecke einfädeln muss. Deshalb blockiert sie unser Gleis an der Donnersbergerbrücke, sodass wir warten müssen.
59:59 Links eine S-Bahn der Ersten Stammstrecke, die ebenfalls von der S7 blockiert wurde, da die S7 vor ihr nun in die Erste Stammstrecke einfädelt. Wir sind davon jetzt aber nicht mehr betroffen, da wir an der Donnersbergerbrücke nicht in die Erste Stammstrecke einfädeln.
1:00:18 Links neben uns die Erste Stammstrecke der S-Bahn München. Die S7, die uns seit Solln hingebremst hat, hält jetzt gerade an der Hackerbrücke.
1:00:31 Vor uns der Arnulfsteg, eine Fußgänger- und Radwegbrücke, die 38 Gleise überquert. Ein Journalist hat sich mal verzählt und 37 Gleise angegeben, weswegen jetzt alle von 37 überquerten Gleisen reden. Es sind aber 38. Brücken, die 38 Gleise überqueren, sollten weltweit eine ziemliche Rarität sein.
1:00:40 Die S7 vor uns ist an der Weiche nach links in die Erste Stammstrecke eingefahren. Wir hingegen biegen nach rechts ab und fahren in den Münchner Hauptbahnhof. Rechts kommt aus dem Posttunnel der ETR 610 Astoro der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Er wird für die nächste Fahrt nach Zürich HB bereitgestellt. Die Abfahrt des Zuges in dem Video ist 16.52 Uhr mit der Ankunft in Zürich HB um 20.27 Uhr. Wer will, kann dann sogar noch nach Zermatt weiterfahren und wäre dann um 23.48 Uhr dort.
1:01:40 Links hat Google seinen Hauptsitz von Deutschland.
1:02:21 Die Hackerbrücke, die nach der Brauerei Hacker benannt ist.
1:02:37 Links der Zentrale Omnimusbahnhof (ZOB) mit einem Einkaufszentrum und dahinter der Tunnelmund der Ersten Stammstrecke der S-Bahn München.
1:03:09 Wir erreichen München Hbf auf Gleis 36. Direkt vor uns das 40 m hohe Gebäude des ehemaligen Hotels Deutscher Kaiser. Wenn man sich vorstellt, das Gebäude umzuklappen auf eine Tiefenlage von -41,04 m, dann weiß man, was für ein Wahnsinn es ist hier einen zweiten S-Bahntunnel (Zweite Stammstrecke) zu bauen. Seit 22 Jahren wird in München heftig über das Projekt gestritten.
1:04:00 Hier soll auf dem Gelände des Hauptbahnhofes ein 70 m hohes Bürogebäude neu gebaut werden. Die Deutsche Bahn will mit den Mieteinnahmen einen kompletten Neubau des Münchner Hauptbahnhofs finanzieren. Der Bahnhofsplatz soll autofrei werden und die Straßenbahnhaltestelle von 3 auf 4 Gleise erweitert werden.

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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von kaldini »

im Zillertal soll es nächstes Jahr mit der Verlegung der Strecke zur Zillertal Arena Talstation starten: https://www.tt.com/artikel/30868109/gro ... n-im-fokus
auch werden neue Vorstände gesucht.
Und zwischen Ried und Kaltenbach ist die Trasse früher als geplant verlegt worden, dadurch umfährt man nun den Campingplatz und spart sich einen unbeschrankten Bahnübergang - dadurch kann dort mit 70 statt 35 km/h gefahren werden.
Wann der Bahnhofsumbau in Mayrhofen stattfindet, ist noch nicht klar.
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von ThomasK »

Am Montag, 06.11.2023 wird in Österreich im Nationalrat offiziell der Rahmenplan Österreichs für den Ausbau der Eisenbahn vorgestellt. Im Rahmenplan geht es um die kurz- und mittelfristigen Maßnahmen, die in den nächsten 5 Jahren realisiert werden und die finanziell abgesichert sind. Am Montag wird also der Rahmenplan 2024 - 2029 für Österreich vorgestellt.

Die Maßnahmen sind nach den einzelnen Bundesländern aufgeschlüsselt. Aus der Tabelle kann man die einzelnen Finanzierungsraten entnehmen, die nach Jahren sortiert sind (bis 2021, 2022, 2023, 2024, 2025, 2026, 2027, 2028, 2029, 2030 ff.). Angegeben sind die Beträge in Millionen €. Aus der Höhe der Beträge kann man den Umfang der einzelnen Maßnahmen ableiten.

Wer also wissen will, was zur Skiweltmeisterschaft 2025 Saalbach Hinterglemm eisenbahntechnisch ausgebaut wird, schaut also unter dem Bundesland Salzburg nach.

Dort findet man unter (Salzburg) Maishofen-Saalbach - Leogang Skiweltmeisterschaft 2025 folgendes:

Attraktivierung Maishofen und Leogang, Planungen:

2023 0,4 Millionen €
2024 0,2 Millionen €

Attraktivierung Maishofen und Leogang, Bau:

2023: 3,5 Millionen €
2024: 8,7 Millionen €
2025: 5,5 Millionen €

Saalbach-Hinterglemm selbst hat leider keinen Bahnhof. Der Bau einer Eisenbahn von Maishofen nach Saalbach-Hinterglemm wäre ziemlich aufwendig.

In Tirol sind die Bahnhofserweiterungen und Umbauten in Kufstein, Innsbruck und Imst-Pitztal zu erwähnen. Aus den Daten entnimmt man, dass der Bahnhofsumbau Imst-Pitztal vier Jahre dauert und zwischen 2027 und 2030 realisiert wird. Allerdings reicht der Betrag von 90,3 Millionen € nicht aus, um die Strecke Ötztal - Imst-Pitztal vollständig zweigleisig auszubauen. Zu erwarten ist, dass erst einmal um Imst-Pitztal herum eine Doppelspurinsel realisiert wird und der vollständige zweigleisige Ausbau der Strecke zwischen Landeck und Innsbruck Hbf erst im ÖBB Zielnetz 2040+ enthalten sein wird.

Hier der Link (Sperrfrist bis Montag, 06.11.2023):

https://www.parlament.gv.at/dokument/XX ... 590937.pdf
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von ThomasK »

In einer keinen Anfrage der CDU/CSU-Bundestagsfraktion musste die Bundesregierung zu den notwendigen Komplettsperrungen von 40 Strecken im Kernnetz Stellung nehmen.
In den letzten Jahren ist bedauerlicherweise die Eisenbahn auf Verschleiß gefahren, d.h. man hat die Infrastruktur nicht im notwendigen Maße saniert. Jetzt kommt das dicke Ende, d.h. der Sanierungsstau ist so gewaltig, dass Komplettsperrungen notwendig sind, um die ganzen Gleisfehler, Oberleitungsschäden usw. aufzuarbeiten. Im Zuge der Totalsperrungen werden auch die in den letzten Jahren entfernten Überholungsgleise und Überleitstellen wieder eingebaut.

Die insbesondere unter den Regierungen Schröder und Merkel gemachten Fehler müssen nun aufgearbeitet werden.

Im folgenden Dokument werden die notwendigen Streckensperrungen in den Jahren 2024 - 2030 aufgelistet:

https://dserver.bundestag.de/btd/20/092/2009251.pdf

2024 III + IV: Frankfurt - Mannheim (Riedbahn)
2025 I + II: Emmerich - Oberhausen
2025 III + IV: Hamburg - Berlin
2026 I + II: Köln - Hagen, Nürnberg-Reichswald - Regensburg
2026 III + IV: Obertraubling - Passau, Troisdorf - Koblenz - Wiesbaden
2027 I + II: Frankfurt - Heidelberg, München-Ost - Rosenheim, Berlin - Lehrte
2027 III + IV: Bremen - Bremerhaven, Rosenheim - Salzburg, Köln - Dortmund - Hamm, Hamburg - Lübeck
2028 I + II: Hamburg-Harburg - Bremen, Hürth/Kalscheuren - Koblenz - Mainz, Würzburg - Nürnberg, Hagen - Hamm
2028 III + IV: Uelzen- Stendal - Magdeburg, Nordstemmen - Göttingen, Bebra - Fulda
2029 I + II: Lehrte - Groß-Gleidingen, Hamburg - Hannover
2029 III + IV: Köln - Aachen Grenze D/B, Bremen - Rotenburg (Wümme) - Wunstorf, Forbach - Ludwigshafen, Stuttgart - Ulm, Erfurt - Bebra
2030 I + II: Weddel - Magdeburg, Bremen - Osnabrück - Münster, Kassel - Gießen - Friedberg, Würzburg - Treuchtlingen
2030 III + IV: Münster - Recklinghausen, Wunstorf - Minden, Ulm - Augsburg, Mannheim - Karlsruhe

Kritisiert wird von mir vor allem, dass die notwendigen Umleitungsstrecken nicht elektrifiziert werden (Antwort auf die Fragen 5 und 6).
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von flamesoldier »

Stuttgart - Ulm meint sicherlich die alte Strecke über Geislingen an der Steige und nicht die Neubaustrecke oder?
45 Skitage in der Saison 17/18:
14x Saalbach, 9x Hintertuxer Gletscher, 5x Kitzsteinhorn, 3x Zillertalarena, 3x Warth/Schröcken, 3x Mellau-Damüls (davon 1x inkl. Faschina), 1x Kitzbühel, 1x Wildkogel Arena, 1x Silvretta Montafon, 1x Schmittenhöhe, 1x Diedamskopf, 1x Sonnenkopf, 1x Fellhorn-Kanzelwand, 1x Ski Arlberg

50 Skitage in der Saison 18/19:
11x Saalbach, 10x Hintertuxer Gletscher, 7x Serfaus-Fiss-Ladis, 5x Sörenberg, 3.5x Axamer Lizum, 2x Mellau/Damüls, 2x Savognin, 2x Ischgl-Samnaun, 2x Warth-Schröcken, 2x Obergurgl/Hochgurgl, 2x Diedamskopf, 1x Sölden, 0.5x Muttereralm

51 Skitage in der Saison 19/20:
14.5x Saalbach, 4x Kals/Matrei, 3x Hochgurgl, 3x Hochzeiger, 3x Kühtai, 2.5x Kappl, 2x Hintertux, 2x Sölden, 2x Glungezer, 2x Savognin, 2x Diedamskopf, 1x Galtür, 1x Ischgl, 1x Rifflsee, 1x Schlick2000, 1x Hochoetz, 1x Malbun, 1x Kitzsteinhorn/Maiskogel, 1x St. Jakob i.D., 1x Sillian Hochpustertal, 1x Wildkogel, 0.5x Schmittenhöhe, 0.5x See
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von ThomasK »

flamesoldier hat geschrieben: 18.11.2023 - 17:45 Stuttgart - Ulm meint sicherlich die alte Strecke über Geislingen an der Steige und nicht die Neubaustrecke oder?
Ja, das ist richtig. Da am 14. Dezember 2025 die Neubaustrecke Stuttgart - Merklingen - Ulm vollständig in Betrieb gehen wird, kann man den Ersatzverkehr effizienter organisieren. Es wird für die Regionalbahnen und die Regionalexpresse, die die alte Strecke, die 1850 eingleisig und 1862 zweigleisig in Betrieb genommen wurde, einen umfangreichen Ersatzverkehr geben. Es sollen nicht nur Busse die entlang der alten Strecke fahren und alle Halte bedienen, eingesetzt werden, sondern auch Expressbusse, die zwischen Stuttgart und Ulm nur in Plochingen, Göppingen und Geislingen halten, geben und darüber hinaus Ergänzungsbusse, die vom neuen Regionalbahnhof Merklingen an der Neubaustrecke aus die Bahnhöfe der alten Strecke anbinden.

Die schnellen Regionalexpresse sollen zwischen Stuttgart und Ulm über die Neubaustrecke alle 30 Minuten fahren, alle in Merklingen halten und alle mit 200 km/h fahren.

https://www.baden-wuerttemberg.de/de/se ... uers-land/

Das genaue Ersatzkonzept wird dann etwa 12 Monate vor der Totalsperrung der alten Strecke vorgestellt werden.

Die Elektrifizierung der Strecke Stuttgart - Ulm, stammt, soweit sie nicht im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde oder im Zuge von anderen Maßnahmen umgebaut wurde, teilweise aus dem Jahr 1933. Es wird höchste Zeit, sie zu erneuern.

https://www.youtube.com/watch?v=-NBmq698Sxg

________________


Bei der Totalsperrung der Strecke Frankfurt - Mannheim (Riedbahn) werden nächstes Jahr 150 Busse und Gelenkbusse die Regionalbahnen und Regionalexpresse ersetzen. Am 14. Juli 2024 ist der letzte Tag der Europameisterschaft 2024 in Deutschland. Die Streckensperrung beginnt dann einen Tag später am Montag, 15.07.2024 und endet am Samstag, 14.12.2024.

Für vorbereitende Maßnahmen wird die Riedbahn auch zwischen dem 01.01.2024 und dem 21.01.2024 gesperrt werden.

Da die Bahn wieder wie zu Zeiten der Deutschen Bundesbahn zuverlässig und pünktlich fahren soll, bleibt jetzt nichts anderes übrig als Tabula rasa zu machen und die ganzen Versäumnisse der Instandhaltung in einem Crashkurs aufzuarbeiten.
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von Oberpfoiz42 »

Ja immer schön die derzeitige Chaotenregierung schönreden, die versucht wirklich alles in Schutt und Asche zu legen was in 16 Jahren unter Frau Dr. Merkel aufgebaut wurde.
Das ist ja die Standardausrede der Grünenwähler für die derzeitige Schieflage dass der "Innovationsstau" unter Dr. Merkel aufgearbeitet werden muss.
Egal ob Gasdeals mit Russland oder Fehlentscheidungen bei der Eisenbahn, der wirkliche Murks wurde unter Schöders rot-grüner Regierung gemacht und nicht unter Merkel.
BTW hast du es ja tatsächlich mal geschafft dein Pufferküsserhalbwissen in einem Post unter einer A4-Seite zu halten, herzliche Gratulation hierzu.
22/23: San Bernardino-Confin (LSAP-Skitour), Splügen, Heinzenberg, Rinerhorn, Pischa, Avers (Skitour), Warth/SkiArlberg, Loser-Altaussee, Tauplitz, Dachstein-Krippenstein, Dachsteinüberquerung, Bad Gastein, Snow Space Salzburg ... und trotz schlechter Schneelage >5o Mal Langlauf und Skitour im Oberpfälzer Wald, Steinwald, Fichtelgebirge
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von Teddy75 »

Oberpfoiz42 hat geschrieben: 19.11.2023 - 08:21 Ja immer schön die derzeitige Chaotenregierung schönreden, die versucht wirklich alles in Schutt und Asche zu legen was in 16 Jahren unter Frau Dr. Merkel aufgebaut wurde.
Das ist ja die Standardausrede der Grünenwähler für die derzeitige Schieflage dass der "Innovationsstau" unter Dr. Merkel aufgearbeitet werden muss.
Egal ob Gasdeals mit Russland oder Fehlentscheidungen bei der Eisenbahn, der wirkliche Murks wurde unter Schöders rot-grüner Regierung gemacht und nicht unter Merkel.

Frau Merkel hat in 16 Regierungsjahren aber auch keinerlei Versuche unternommen, den "Murks" der Vorgängerregierung zu beheben. Eigentlich hat sie, zumindest was größere Projekte angeht, 16 Jahre lang das Regieren verweigert. Und das kann man aus ihrer Sicht ja sogar verstehen. Das letzte wirklich große langfristige Projekt, welches es in in Deutschland gab, hat Gerhard Schröder seinen Job gekostet. Und mit der Erfahrung im Hinterkopf konnte man von folgenden Regierungen ja nun wirklich nicht verlangen, etwas gutes für das Land anzustoßen, wenn dadurch evtl. der eigene Job gefährdet wird, weil die Erträge der Reformen erst nach vielen Jahren spürbar werden. Gilt für die CDU eigentlich immer, wobei sich auch die SPD in den 12 Jahren GroKo (wahrscheinlich auch im Wissen um die Folgen der Agenda 2010 für die eigene Partei) wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hat.
Und jetzt versuchen drei Parteien (richtigerweise) die Sache anzupacken, sind aber so verschieden, dass sie sich mehr streiten als zu machen. :roll:
"Papa, ich fahre besser als Du. Ich kann schon ohne Stöcker fahren, Du brauchst immer noch welche"
Daria, geliebte Tochter, damals (2022) 4 Jahre alt, nach ihrem ersten Skikurs 8-O :love:
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von ThomasK »

Oberpfoiz42 hat geschrieben: 19.11.2023 - 08:21 Ja immer schön die derzeitige Chaotenregierung schönreden, die versucht wirklich alles in Schutt und Asche zu legen was in 16 Jahren unter Frau Dr. Merkel aufgebaut wurde.
Das ist ja die Standardausrede der Grünenwähler für die derzeitige Schieflage dass der "Innovationsstau" unter Dr. Merkel aufgearbeitet werden muss.
Egal ob Gasdeals mit Russland oder Fehlentscheidungen bei der Eisenbahn, der wirkliche Murks wurde unter Schöders rot-grüner Regierung gemacht und nicht unter Merkel.
BTW hast du es ja tatsächlich mal geschafft dein Pufferküsserhalbwissen in einem Post unter einer A4-Seite zu halten, herzliche Gratulation hierzu.

Du solltest dir zunächst einmal angewöhnen, sachlich zu diskutieren.
Dein Diskussionsstiel weist etliche Mängel auf.

Im einzelnen:

1. Man bezieht sich auf die Sache. Ich habe ganz klar die Verkehrspolitik genannt und den Vergleich zur Vorgängerregierung IN DER VERKEHRSPOLITIK gezogen. Während die Merkelregierung sich im Mautdesaster verhedderte und sich einen Skandal nach dem anderen erlaubte (gefälschte Wirtschaftlichkeitsberechnungen zu Stuttgart 21 und zur Zweiten Stammstrecke beispielsweise) werden jetzt die Versäumnisse zwar nicht vollständig, aber zumindest einmal teilweise angepackt. Dass die Ampelregierung in völlig anderen Politikbereichen total überfordert ist, ist in diesem Thread weder das Thema noch habe ich in meinem Posting irgendetwas dazu geschrieben.

2. Wenn du meine Ausführungen als Halbwissen kritisierst, dann führe gefälligst Beispiele an, wo ich mich geirrt habe. Ansonsten muss ich davon ausgehen, dass du nur mit Unterstellungen arbeitest, sodass ich dich künftig ignorieren muss.

3. Apropos Oberpfalz. Jetzt endlich geht es mit der Elektrifizierung Hof - Regensburg vorwärts. Auch dieses Thema hat die Merkelregierung sträflich vernachlässigt. Die Ampel hat das Beschleunigungsgesetz auf den Weg gebracht, sodass wir hoffen können, dass wir noch in diesem Jahrzehnt endlich zwischen Hof und Regensburg elektrisch fahren. Da auf dieser Strecke Fernverkehr und Güterverkehr abgewickelt wird, ist die Elektrifizierung eine Bundesaufgabe, die zu 100 % vom Bund finanziert und in Auftrag gegeben werden muss.

Für diejenigen, die sich in der Oberpfalz nicht auskennen: Die Strecke Hof - Regensburg ist eine wichtige Hauptbahn in der Nord-Südachse, die vollständig zweigleisig ist. Diese Strecke gehört zum TEN-Korridor Skandinavien - Mittelmeer. Es ist ein totales Unding, dass so eine wichtige Strecke immer noch nicht elektrifiziert ist. Läge die Oberpfalz in der Schweiz, dann wäre die Strecke spätestens 1960 elektrifiziert worden.

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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von gfm49 »

ThomasK hat geschrieben: 19.11.2023 - 14:33...und sich einen Skandal nach dem anderen erlaubte (gefälschte Wirtschaftlichkeitsberechnungen zu Stuttgart 21 und zur Zweiten Stammstrecke beispielsweise)
Seit wann stellt die Bundesregierung Wirtschaftlichkeitsberechnungen für Bahnstrecken auf?
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von Oberpfoiz42 »

3. Apropos Oberpfalz. Jetzt endlich geht es mit der Elektrifizierung Hof - Regensburg vorwärts. Auch dieses Thema hat die Merkelregierung sträflich vernachlässigt. Die Ampel hat das Beschleunigungsgesetz auf den Weg gebracht, sodass wir hoffen können, dass wir noch in diesem Jahrzehnt endlich zwischen Hof und Regensburg elektrisch fahren. Da auf dieser Strecke Fernverkehr und Güterverkehr abgewickelt wird, ist die Elektrifizierung eine Bundesaufgabe, die zu 100 % vom Bund finanziert und in Auftrag gegeben werden muss.

Für diejenigen, die sich in der Oberpfalz nicht auskennen: Die Strecke Hof - Regensburg ist eine wichtige Hauptbahn in der Nord-Südachse, die vollständig zweigleisig ist. Diese Strecke gehört zum TEN-Korridor Skandinavien - Mittelmeer. Es ist ein totales Unding, dass so eine wichtige Strecke immer noch nicht elektrifiziert ist. Läge die Oberpfalz in der Schweiz, dann wäre die Strecke spätestens 1960 elektrifiziert worden.
In dem Punkt stimme ich dir sogar zu. Wäre halt schön, wenn auf ihr auch mal durchgängige Züge fahren würden :roll: der Alex (Hofer Achse) ist ja seit Einführung D-Ticket nur an gefühlt 1/3 der Verkehrstage unterwegs gewesen.

So nebenbei: es steht dir durchaus zu mir mangelnde Diskussionskompetenz zu unterstellen. Es wär aber halt auch mal schön, wenn ihr Städter, die ihr uns die aktuelle Bundesregierung gewählt habt, "Andersgläubige" (und ich leugne nicht den menschgemachten Klimawandel sondern kritisiere nur den blinden Aktionismus, mit dem im Moment meiner Meinung nach teilweise sogar kontraproduktive Maßnahmen durchgesetzt werden sollen) nicht ständig so mit dem Unterton "alles dumme Bauern" von oben herab zu behandeln. Damit treibt ihr die Leute nämlich tatsächlich nur der AfD und Wagenknecht-Partei in die Arme.

Zitat kenntlich gemacht.
Zuletzt geändert von Kerker am 19.11.2023 - 21:07, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat kenntlich gemacht
22/23: San Bernardino-Confin (LSAP-Skitour), Splügen, Heinzenberg, Rinerhorn, Pischa, Avers (Skitour), Warth/SkiArlberg, Loser-Altaussee, Tauplitz, Dachstein-Krippenstein, Dachsteinüberquerung, Bad Gastein, Snow Space Salzburg ... und trotz schlechter Schneelage >5o Mal Langlauf und Skitour im Oberpfälzer Wald, Steinwald, Fichtelgebirge
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von Wooly »

Oberpfoiz42 hat geschrieben: 19.11.2023 - 16:48 So nebenbei: es steht dir durchaus zu mir mangelnde Diskussionskompetenz zu unterstellen. Es wär aber halt auch mal schön, wenn ihr Städter, die ihr uns die aktuelle Bundesregierung gewählt habt, "Andersgläubige" (und ich leugne nicht den menschgemachten Klimawandel sondern kritisiere nur den blinden Aktionismus, mit dem im Moment meiner Meinung nach teilweise sogar kontraproduktive Maßnahmen durchgesetzt werden sollen) nicht ständig so mit dem Unterton "alles dumme Bauern" von oben herab zu behandeln.
Sagen wir es doch mal in deinem bevorzugten Diskussionsstil:

Wenn ihr verschnarchten Dorfeier so dämlich seid, euch irgendwelchen glücksversprechenden Hobbynazis und egomanischen Ex-Linkenvorsitzenden mit Talkshow Vergangenheit an den Hals zu werfen, nur weil es einfach nicht sein kann dass die Partei, die schon euer Ur-Opa immer gewählt hat es verkehrspolitisch komplett versoßt hat, und die Jetzige, die Ihr nun mal nicht gewählt habt, und auch schon immer doof fandet, es tatsächlich besser macht und endlich mal die Probleme, gerade was die Bahn betrifft, angeht, dann braucht ihr euch nicht wundern, dass die "Städter" euer Gejammer nicht ernst nehmen ...

besser so ? Du bist auf jeden Fall wirklich der erste, der die Anstrengungen, die Bahn und den ÖNPV endlich wieder nach vorne zu bringen, als "blanker Aktionismus" bezeichnet ... noch mal drüber nachdenken, ob es vielleicht ein BISSCHEN differenzierter geht ???
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von Wooly »

gfm49 hat geschrieben: 19.11.2023 - 14:49 Seit wann stellt die Bundesregierung Wirtschaftlichkeitsberechnungen für Bahnstrecken auf?
Eigentlich bei Großprojekten immer, weil der Staat ja der größte Anteilseigner bei der Bahn ist.

https://dserver.bundestag.de/btd/17/040/1704008.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Kosten_un ... uttgart_21
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Schon im ersten Satz der Vorbemerkung steht das Gegenteil. Und auch im zweiten Absatz der Antwort steht es nochmal.
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von Wooly »

Seilbahnjunkie hat geschrieben: 20.11.2023 - 00:14 Schon im ersten Satz der Vorbemerkung steht das Gegenteil. Und auch im zweiten Absatz der Antwort steht es nochmal.
Da steht, was die Antragsteller der Anfrage, die Grünen Abgeordneten Herman, Hofreiter & Wilms, festgestellt haben. Im zweiten Absatz steht, das die Bahn der Hauptbauträger ist, das ändert aber nichts daran das die Bundesregierung, Hauptaktionär der Bahn, hier ganz klar mit in der Pflicht war und ist. Und auch gaz klar mitentschieden hat.

Stuttgart 21 ist ein gutes Beispiel, wie man ich erstens die Kosten schönrechnen kann, um das Projekt auf den Weg zu bekommen, und wie dann hinterer irgendwann alle kalte Füße bekommen, weil es so massiv teurer wird.

Wobei ja immer noch die Frage ist, on ein besserer und schönerer Bahnhof, der auch bessre in die Stadt integriert ist, trotzdem sein Geld wert ist. Die Frage wird nur die Zukunft entscheiden.

In der Planung waren auf jeden Fall viele Player am Start, die Bahn die ein echtes Prestigeobjekt bauen wollte, die Bundesregierung die Druck gemacht hat das Projekt durchzuziehen und die Landesregierung BW die schlußendlich die Finanzierung geplant hat, auch wenn sich BW heute verzweifelt wehrt, hier noch mal massiv zuzuschießen. Aber am Ende kann niemand mehr zurück ... schön wird der Bahnhof bestimmt, ob er so funktioniert wie vorgesehen ist zumindest zweifelhaft ... und das zum Schluss trotzdem alle irgendwie bezahlen ist auch klar.
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Da steht zwei mal Wirtschaftlichkeitsberechnung der DB.
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von gfm49 »

Wooly hat geschrieben: 20.11.2023 - 01:13Da steht, was die Antragsteller der Anfrage, die Grünen Abgeordneten Herman, Hofreiter & Wilms, festgestellt haben.
Seilbahnjunkie hat geschrieben: 20.11.2023 - 15:57Da steht zwei mal Wirtschaftlichkeitsberechnung der DB.
Ihr redet von zwei verschiedenen Vorbemerkungen. Seilbahnjunkie nimmt Bezug auf die Vorbemerkung der Antwort (und nicht der Fragesteller).

Weiter unten steht übrigens, daß die Wirtschaftlichkeitsberechnung der DB-AG von einer WP-Gesellschaft überprüft wurde. Der Bund hat nie eine erstellt. Die Vertreter des Bundes im AR haben sie dann wohl abgesegnet - wobei jedes AR-Mitglied nicht irgendwelchen Aktionären verpflichtet ist sondern ausschließlich dem Unternehmen (klingt theoretisch, ist aber haftungsrechtlich von großer Relevanz).

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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von Wooly »

Seilbahnjunkie hat geschrieben: 20.11.2023 - 15:57 Da steht zwei mal Wirtschaftlichkeitsberechnung der DB.
Es gab eine Menge Wirtschaftlichkeitsberechnungen für Stuttgart 21. Die die der eigentliche Knackpunkt war war die von 2001, die die Bundesregierung in Auftrag gegeben hatte, und die dann unter Verschluß gehalten wurde, weil hier zum ersten Mal benannt wurde, dass die wirklichen Kosten um einiges höher lagen wie berechnet, und das die Zahlen aus politischen Motiven geschönt worden waren. Ausserdem warfen die beauftragten Wirtschaftsprüfer der Bahn Missmanagement vor.

2007 gab es die nächste große Kostenrechnung, die ebenfalls vom Bund geprüft und kritisiert wurde. Aber trotzdem stieg niemand aus dem Projekt aus, weiter Kostenschätzungen der Bahn 2009-2011 wurden wieder von Bund und BW geprüft, wie Ergebnisse der internen Kostenschätzung aber wieder nicht öffentlich gemacht, weil Bund & Land der Meinung waren die Zahlen seien nicht "vermittelbar" ....

sagen wir es also so ... es gab viele "offizielle" Kostenschätzungen von Seiten der Bahn, und viele "inoffizielle" von Seiten von Bund & Land BW.

Und nicht zu vergessen, die Bahn IST immer noch zum größeren Teil fest in der Hand des Bundes ... die offiziellen und politisch geschönten Wirtschaftlichkeitsberechnungen waren immer auch ein Kind der Politik im Bund und im Land.
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von ThomasK »

gfm49 hat geschrieben: 19.11.2023 - 14:49
ThomasK hat geschrieben: 19.11.2023 - 14:33...und sich einen Skandal nach dem anderen erlaubte (gefälschte Wirtschaftlichkeitsberechnungen zu Stuttgart 21 und zur Zweiten Stammstrecke beispielsweise)
Seit wann stellt die Bundesregierung Wirtschaftlichkeitsberechnungen für Bahnstrecken auf?

Man muss zwei Fälle unterscheiden:

Projekte für den Güterverkehr und Fernverkehr, für die der Bund selbst zuständig ist.
Projekte des Nahverkehrs, für die die Länder oder die Kommunen zuständig sind.

Um zu überprüfen, ob ein Projekt volkswirtschaftlich sinnvoll ist, gibt es die Standardisierte Bewertung.

Die Standardisierte Bewertung vergleicht nun den Saldo Mit-Fall (Maßnahme wird realisiert) minus Ohne-Fall (Maßnahme wird nicht realisiert) und dividiert die Nutzendifferenz durch den Investitionsaufwand für die entsprechende Maßnahme. Nur dann, wenn der Nutzen-Kosten-Indikator größer gleich 1,00 ist, darf das Projekt vom Bund bezuschusst werden (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) bzw. realisiert werden.

(Nutzendifferenz Mitfall - Nutzendifferenz Ohnefall) / Investitionsaufwand für die Maßnahme >= 1,00

Bei Projekten des Nahverkehrs kommt das GVFG zur Anwendung. Bei Projekten des Bundes selbst das Bundesschienenwegeausbaugesetz.

Nun zeigt es sich aber, dass, wenn ein Projekt politisch gewollt ist, es aber volkswirtschaftlich unrentabel ist, an der Standardisierten Bewertung "gedreht" wird.

Das geschieht dadurch, indem man, wenn ein nicht sinnvolles Projekt durchgeboxt werden soll, man auf der Nutzenseite den Nutzen durch übertrieben optimistische Fahrgastprognosen und übertrieben optimistische Reisezeitgewinne zu hoch ausweist und man auf der Kostenseite die Kosten zu niedrig. Wenn auch das nicht ausreicht, dann wird die Investitionssumme viel zu knapp kalkuliert.

Umgekehrt, wenn ein sinnvolles Projekt politisch nicht gewollt ist, dann wird der Nutzen zu gering kalkuliert, die Kosten zu hoch und die Investitionssumme nach oben gedrückt.

Melden Kommunen und Länder GVFG-Projekte beim Bund an, dann MUSS der Bund die Wirtschaftlichkeitsberechnung dieser Projekte überprüfen.

Beispielsweise war und ist Stuttgart 21 KEIN Eisenbahninfrastrukturprojekt, sondern ein Immobilienspekulationsprojekt, das gründlich in die Hose gegangen ist.

Bei der Volksabstimmung in Baden-Württemberg wurde seinerzeit kommuniziert, dass mit Risikopuffer und mit Nominalisierung das Projekt auf gar keinen Fall teurer als 4,5 G€ werden wird. Fachleuten war klar, dass dieses Projekt auf etwa 8 - 10 G€ kommen wird.

Abgesehen davon, dass man haarsträubende Planungsfehler gemacht hat - beispielsweise wurde in der Berechnung der Pfaffensteigtunnel "vergessen" - wurde im Betrieb auch von völlig unrealistischen Annahmen ausgegangen.

Von der Gleistopologie entspricht Stuttgart Hbf Aschaffenburg Hbf. Nun vergleiche man einmal das Verkehrsaufkommen beider Bahnhöfe!

Von den Zugbewegungen her entspricht Stuttgart 21 Hannover Hbf. Hannover Hbf hat 12 Gleise (Stuttgart 21 hat 8 Gleise). Hannover Hbf wird nun aber von 12 auf 14 Gleise ausgebaut, weil die Zugsimulationen ergeben haben, dass der 12-gleisige Bahnhof Hannover Hbf keinen betriebsstabilen Betrieb garantieren kann.

Auch wurden bei der Planung von Stuttgart 21 zahlreiche Vorschriften verletzt. Beispielsweise dürfen Bahnsteige, damit z.B. Kinderwagen oder Rollstühle nicht ins Gleis rollen, wenn die Bremse nicht angelegt ist, höchstens 2,5 Promille geneigt sein. Bei Stuttgart 21 liegt die Bahnsteigneigung bei bis zu 15 Promille. Hier hat man sich eine Sonderregelung zurechtgezimmert.

Willkommen in der Bananenrepublik Deutschland!

Wie herausgefunden worden ist, hat hinter den Kulissen Angela Merkel die Aufsichtsratsmitglieder bei der Deutschen Bahn ganz massiv unter Druck gesetzt, wenn sie nicht für Stuttgart 21 stimmen und ihnen Schadensersatzklagen angedroht!

______


Auch bei der Zweiten Stammstrecke wurde gelogen und betrogen, was das Zeug hält. Abgesehen von zahlreichen notwendigen Umplanungen wurden auch hier haarsträubende Planungsfehler gemacht.

Beispielsweise wurden in der Standardisierten Bewertung Fahrzeitgewinne zugrunde gelegt, die auf einer Fahrgeschwindigkeit im Tunnel von 120 km/h beruhen. Die Beförderungszeit Abfahrt Ostbahnhof bis Abfahrt Hauptbahnhof mit einem Zwischenhalt am Marienplatz/Marienhof wurde mit vier Minuten angesetzt. Dummerweise beträgt der Radius aber teilweise nur 337 m und jedem Eisenbahningenieur ist klar, dass man bei 337 m Radius nur maximal mit 90 km/h fahren kann, wenn man die Ermessensgrenzwerte ausreizt.

Des Weiteren wurden viel zu wenige Fahrtreppen eingeplant, es fehlen weitere Aufgänge und die Linienführung ist suboptimal.

Ich will jetzt nicht die ganzen Planungsfehler ausführen, denn dann müsste ich mehrere hundert Seiten schreiben, aber ein paar Anmerkungen gibt´s hier doch. Über meine E-Mail-Verteiler habe ich etliche Attachments verschickt, auf denen ich die Planungsfehler erläutert habe.

Gucken wir uns die Linienführung an (Grün = Erste Stammstrecke aus dem Jahr 1972, Rot = Zweite Stammstrecke aus dem Jahr 2037).

https://www.2.stammstrecke-muenchen.de/start.html

Abgesehen davon, dass der Ausbau des Südrings mit den Bahnhöfen Laim, Hirschgarten, Heimeranplatz, Poccistraße, Kolumbusplatz, Ostbahnhof und Leuchtenbergring eine bei weitem bessere Netzwirkung erzielt hätte, hätte er zu einem Bruchteil der Kosten erstellt werden können, doch wurde er in der Untersuchung so teuer wie nur irgend möglich gerechnet. Dabei waren die beauftragten Ingenieurbüros durchaus einfallsreich, um dem Wunsch ihres Auftraggebers (Freistaat Bayern) entsprechend den Südring so teuer wie irgend möglich zu rechnen.

Die völlig absurde Linienführung zwischen Marienhof/Marienplatz kommt dadurch zustande, dass man die Planung etliche male ändern musste und man die verschiedenen Planungsvarianten zusammenflickte, nur damit man die Rechtssicherheit der alten Planung übernehmen konnte.

Beispielsweise wollte man ursprünglich vom Marienhof/Marienplatz direkt zum Leuchtenbergring fahren weswegen man Kurs auf die Maximiliansstraße nahm. Später kam dann der Ostbahnhof dazu. Dann wollte man zuerst an der Nordseite des Ostbahnhofs andocken und nachdem es sich zeigte, dass das nicht funktioniert, musste man auf die Südseite ausweichen.

Um so wenig wie möglich an der bestehenden Rechtssicherheit der bisher geplanten Planfeststellungsabschnitte zu ändern flickte man die Planungsänderungen mit den alten Planungen zusammen.

Wie sieht die Situation nun aus? Vom Marienhof/Marienplatz aus fährt die S-Bahn zunächst Richtung Maximiliansstraße. Doch halt, wir wollen ja zuerst zum Ostbahnhof und erst dann zum Leuchtenbergring, also müssen wir radikal eine Rechtskurve einschlagen! In der Panik wird nun eiligst eine Rechtskurve gefahren, doch man ist über das Ziel hinausgeschossen! Wenn jetzt nicht dringend gehandelt wird, dann geht es ja nach Giesing. Also muss in der Panik jetzt doch wieder eine Linkskurve eingeschlagen werden.

Mit einer sehr engen Linkskurve, die etwa einen Bogen von 110 Grad mit einem Radius von nur 337 m beschriebt, kommt man mit Mühe und Not jetzt doch noch zum Ostbahnhof.

So fährt ein Autofahrer, der 2 Promille Alkohol im Blut hat!

Falls Interesse besteht, kann ich das eine oder andere noch dazu schreiben.
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von phifue »

ThomasK hat geschrieben: 21.11.2023 - 00:51
gfm49 hat geschrieben: 19.11.2023 - 14:49
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Seit wann stellt die Bundesregierung Wirtschaftlichkeitsberechnungen für Bahnstrecken auf?

Man muss zwei Fälle unterscheiden:

Projekte für den Güterverkehr und Fernverkehr, für die der Bund selbst zuständig ist.
Projekte des Nahverkehrs, für die die Länder oder die Kommunen zuständig sind.

Um zu überprüfen, ob ein Projekt volkswirtschaftlich sinnvoll ist, gibt es die Standardisierte Bewertung.

Die Standardisierte Bewertung vergleicht nun den Saldo Mit-Fall (Maßnahme wird realisiert) minus Ohne-Fall (Maßnahme wird nicht realisiert) und dividiert die Nutzendifferenz durch den Investitionsaufwand für die entsprechende Maßnahme. Nur dann, wenn der Nutzen-Kosten-Indikator größer gleich 1,00 ist, darf das Projekt vom Bund bezuschusst werden (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) bzw. realisiert werden.

(Nutzendifferenz Mitfall - Nutzendifferenz Ohnefall) / Investitionsaufwand für die Maßnahme >= 1,00

Bei Projekten des Nahverkehrs kommt das GVFG zur Anwendung. Bei Projekten des Bundes selbst das Bundesschienenwegeausbaugesetz.

Nun zeigt es sich aber, dass, wenn ein Projekt politisch gewollt ist, es aber volkswirtschaftlich unrentabel ist, an der Standardisierten Bewertung "gedreht" wird.

Das geschieht dadurch, indem man, wenn ein nicht sinnvolles Projekt durchgeboxt werden soll, man auf der Nutzenseite den Nutzen durch übertrieben optimistische Fahrgastprognosen und übertrieben optimistische Reisezeitgewinne zu hoch ausweist und man auf der Kostenseite die Kosten zu niedrig. Wenn auch das nicht ausreicht, dann wird die Investitionssumme viel zu knapp kalkuliert.

Umgekehrt, wenn ein sinnvolles Projekt politisch nicht gewollt ist, dann wird der Nutzen zu gering kalkuliert, die Kosten zu hoch und die Investitionssumme nach oben gedrückt.

Melden Kommunen und Länder GVFG-Projekte beim Bund an, dann MUSS der Bund die Wirtschaftlichkeitsberechnung dieser Projekte überprüfen.

Beispielsweise war und ist Stuttgart 21 KEIN Eisenbahninfrastrukturprojekt, sondern ein Immobilienspekulationsprojekt, das gründlich in die Hose gegangen ist.

Bei der Volksabstimmung in Baden-Württemberg wurde seinerzeit kommuniziert, dass mit Risikopuffer und mit Nominalisierung das Projekt auf gar keinen Fall teurer als 4,5 G€ werden wird. Fachleuten war klar, dass dieses Projekt auf etwa 8 - 10 G€ kommen wird.

Abgesehen davon, dass man haarsträubende Planungsfehler gemacht hat - beispielsweise wurde in der Berechnung der Pfaffensteigtunnel "vergessen" - wurde im Betrieb auch von völlig unrealistischen Annahmen ausgegangen.

Von der Gleistopologie entspricht Stuttgart Hbf Aschaffenburg Hbf. Nun vergleiche man einmal das Verkehrsaufkommen beider Bahnhöfe!

Von den Zugbewegungen her entspricht Stuttgart 21 Hannover Hbf. Hannover Hbf hat 12 Gleise (Stuttgart 21 hat 8 Gleise). Hannover Hbf wird nun aber von 12 auf 14 Gleise ausgebaut, weil die Zugsimulationen ergeben haben, dass der 12-gleisige Bahnhof Hannover Hbf keinen betriebsstabilen Betrieb garantieren kann.

Auch wurden bei der Planung von Stuttgart 21 zahlreiche Vorschriften verletzt. Beispielsweise dürfen Bahnsteige, damit z.B. Kinderwagen oder Rollstühle nicht ins Gleis rollen, wenn die Bremse nicht angelegt ist, höchstens 2,5 Promille geneigt sein. Bei Stuttgart 21 liegt die Bahnsteigneigung bei bis zu 15 Promille. Hier hat man sich eine Sonderregelung zurechtgezimmert.

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Wie herausgefunden worden ist, hat hinter den Kulissen Angela Merkel die Aufsichtsratsmitglieder bei der Deutschen Bahn ganz massiv unter Druck gesetzt, wenn sie nicht für Stuttgart 21 stimmen und ihnen Schadensersatzklagen angedroht!

______


Auch bei der Zweiten Stammstrecke wurde gelogen und betrogen, was das Zeug hält. Abgesehen von zahlreichen notwendigen Umplanungen wurden auch hier haarsträubende Planungsfehler gemacht.

Beispielsweise wurden in der Standardisierten Bewertung Fahrzeitgewinne zugrunde gelegt, die auf einer Fahrgeschwindigkeit im Tunnel von 120 km/h beruhen. Die Beförderungszeit Abfahrt Ostbahnhof bis Abfahrt Hauptbahnhof mit einem Zwischenhalt am Marienplatz/Marienhof wurde mit vier Minuten angesetzt. Dummerweise beträgt der Radius aber teilweise nur 337 m und jedem Eisenbahningenieur ist klar, dass man bei 337 m Radius nur maximal mit 90 km/h fahren kann, wenn man die Ermessensgrenzwerte ausreizt.

Des Weiteren wurden viel zu wenige Fahrtreppen eingeplant, es fehlen weitere Aufgänge und die Linienführung ist suboptimal.

Ich will jetzt nicht die ganzen Planungsfehler ausführen, denn dann müsste ich mehrere hundert Seiten schreiben, aber ein paar Anmerkungen gibt´s hier doch. Über meine E-Mail-Verteiler habe ich etliche Attachments verschickt, auf denen ich die Planungsfehler erläutert habe.

Gucken wir uns die Linienführung an (Grün = Erste Stammstrecke aus dem Jahr 1972, Rot = Zweite Stammstrecke aus dem Jahr 2037).

https://www.2.stammstrecke-muenchen.de/start.html

Abgesehen davon, dass der Ausbau des Südrings mit den Bahnhöfen Laim, Hirschgarten, Heimeranplatz, Poccistraße, Kolumbusplatz, Ostbahnhof und Leuchtenbergring eine bei weitem bessere Netzwirkung erzielt hätte, hätte er zu einem Bruchteil der Kosten erstellt werden können, doch wurde er in der Untersuchung so teuer wie nur irgend möglich gerechnet. Dabei waren die beauftragten Ingenieurbüros durchaus einfallsreich, um dem Wunsch ihres Auftraggebers (Freistaat Bayern) entsprechend den Südring so teuer wie irgend möglich zu rechnen.

Die völlig absurde Linienführung zwischen Marienhof/Marienplatz kommt dadurch zustande, dass man die Planung etliche male ändern musste und man die verschiedenen Planungsvarianten zusammenflickte, nur damit man die Rechtssicherheit der alten Planung übernehmen konnte.

Beispielsweise wollte man ursprünglich vom Marienhof/Marienplatz direkt zum Leuchtenbergring fahren weswegen man Kurs auf die Maximiliansstraße nahm. Später kam dann der Ostbahnhof dazu. Dann wollte man zuerst an der Nordseite des Ostbahnhofs andocken und nachdem es sich zeigte, dass das nicht funktioniert, musste man auf die Südseite ausweichen.

Um so wenig wie möglich an der bestehenden Rechtssicherheit der bisher geplanten Planfeststellungsabschnitte zu ändern flickte man die Planungsänderungen mit den alten Planungen zusammen.

Wie sieht die Situation nun aus? Vom Marienhof/Marienplatz aus fährt die S-Bahn zunächst Richtung Maximiliansstraße. Doch halt, wir wollen ja zuerst zum Ostbahnhof und erst dann zum Leuchtenbergring, also müssen wir radikal eine Rechtskurve einschlagen! In der Panik wird nun eiligst eine Rechtskurve gefahren, doch man ist über das Ziel hinausgeschossen! Wenn jetzt nicht dringend gehandelt wird, dann geht es ja nach Giesing. Also muss in der Panik jetzt doch wieder eine Linkskurve eingeschlagen werden.

Mit einer sehr engen Linkskurve, die etwa einen Bogen von 110 Grad mit einem Radius von nur 337 m beschriebt, kommt man mit Mühe und Not jetzt doch noch zum Ostbahnhof.

So fährt ein Autofahrer, der 2 Promille Alkohol im Blut hat!

Falls Interesse besteht, kann ich das eine oder andere noch dazu schreiben.
Ich finde das beste ist ja das es sich jetzt noch finanziell lohnen würde, wenn man alle bisherigen Bauleistungen wieder zuschütten würde.

Ich finde der Nordring der S-Bahn wäre auch eine super Sache, BMW würde einen kompletten Halt selber bezahlen und zudem würde man so massivst die U2 entlasten.
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von ThomasK »

phifue hat geschrieben: 21.11.2023 - 10:03 Ich finde das beste ist ja das es sich jetzt noch finanziell lohnen würde, wenn man alle bisherigen Bauleistungen wieder zuschütten würde.
Völlig richtig, zumal man die bereits in Laim erbrachte Bauleistung zum großen Teil für den Bau des Südrings verwenden kann.

Da allerdings die Überwerfungsbauwerke in Laim teilweise errichtet sind, ist es erforderlich, wenn man die nicht mehr abreißen will, die Funktionalität der Stammstrecke zu drehen.

Auf die bereits errichtete Stabbogenbrücke bei Streckenkilometer 3,3 - 3,4, die für die Zweite Stammstrecke errichtet wurde, wird die Erste Stammstrecke gelegt. Das ermöglicht zudem die Anbindung der Ersten Stammstrecke an den Posttunnel, der unter der Donnersbergerbrücke verläuft, sodass man im Störfall mit Hilfe des Posttunnels oben durch den Bahnhof Donnersbergerbrücke zu fahren, in die Haupthalle des Münchner Hauptbahnhofs fahren kann, sodass dann nicht nur - wie heute - die Gleise 24 - 36 erreichbar sind, sondern zusätzlich auch noch die Gleise 13 - 23, also insgesamt 13 - 36, was die Dispositionsmöglichkeiten erheblich erweitert.

Dort wo am Ostkopf des Bahnhofs Laim aktuell die erste Stammstrecke verläuft, käme dann die Ausschleifung für den Südring hin.

Der Haltepunkt Hirschgarten würde dann von der Ersten Stammstrecke auf den Südring verlegt werden.

Dieses Vorgehen würde bedeuten, dass man lediglich einen hohen dreistelligen Millionenbetrag abschreiben müsste; das wäre aber im Vergleich zu den 14 Milliarden €, die die Zweite Stammstrecke vermutlich 2037 gekostet haben dürfte, das bei weitem geringere Übel.

14 Milliarden € muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen; da München 1,5 Millionen Einwohner hat, würde umgerechnet jeder Münchner mit fast 10000 € gezwungen werden, diesen Unfug zu finanzieren.

2001 war bei der Zweiten Stammstrecke von knapp 1,1 Milliarden DM und einer Eröffnung 2010 die Rede. 2037 bedeutet also mittlerweile schon eine Verspätung von 27 Jahren, was den Berliner Flughafen in negativer Hinsicht um ein Vielfaches überholt.

Die Politik hat bereits 2001 - entgegen den eindringlichen Warnungen der unabhängigen Fachleute - die Komplexität so eines Vorhabens ganz gewaltig unterschätzt.

https://www.br.de/nachrichten/bayern/ue ... ig,TnGlTuC

Aber wie heißt es so schön: Wenn es dem Esel zu gut geht, dann geht er aufs Eis.

Auf Youtube gibt´s ein schönes Video, das ich auch kommentiert habe: https://www.youtube.com/watch?v=tTRlzFCEuUg
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von GIFWilli59 »

https://www.tagesschau.de/inland/berlin ... n-100.html

Auch noch ein fragwürdiges Projekt in Form einer Magnetschwebebahn in Berlin. 5 km sollen nur 80 Mio € kosten, die Umsetzung viel schneller und billiger als bei der U-Bahn sein.

Fahrerloser Betrieb und Gütertransport ist natürlich positiv, aber die Kosten scheinen mir sehr niedrig angesetzt zu sein.
Ferner seltsam, dass man eine unterirdische (U-Bahn) mit einer oberirdischen (Magnetschwebebahn) Trasse vergleicht und feststellt, dass die oberirdische Trasse günstiger ist. Das wäre sie bei einer normalen Eisenbahn nämlich auch. Und man wäre vollständig kompatibel mit allen Werkstätten. Umfassende Schulungen für das Personal wären auch verzichtbar.
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von Wooly »

GIFWilli59 hat geschrieben: 21.11.2023 - 15:11 ... Magnetschwebebahn in Berlin ....
Bei so lustigen CDU-Prestigeideeträumchen kommt mir immer dieses schöne Abschlußprojekt eines meiner Studenten in den Sinn ... :mrgreen:
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von Seilbahnjunkie »

ThomasK hat geschrieben: 21.11.2023 - 00:51 Abgesehen davon, dass man haarsträubende Planungsfehler gemacht hat - beispielsweise wurde in der Berechnung der Pfaffensteigtunnel "vergessen" - wurde im Betrieb auch von völlig unrealistischen Annahmen ausgegangen.
Wann wurde der Pfaffensteigtunnel "vergessen"? Der war am Anfang nicht Teil der Planungen, aber das heißt nicht, das er vergessen wurde.
ThomasK hat geschrieben: 21.11.2023 - 00:51
Von der Gleistopologie entspricht Stuttgart Hbf Aschaffenburg Hbf. Nun vergleiche man einmal das Verkehrsaufkommen beider Bahnhöfe!
Schmeiß nicht mit Fachbegriffen um dich die du nicht verstehst. Die Gleistopologie von S21 hat aber auch sowas von gar nichts mit der in Aschaffenburg zu tun. Nur weil beide zufällig 8 Bahnsteiggleise haben, ist das nicht der gleiche Bahnhof. Wo sind die Überwerfungsbauwerke in Aschaffenburg, wo ist der kreuzungsfrei angebundene Abstellbahnhof, nicht mal die 8 Durchgangsgleise mit Bahnsteig findest du dort und in eine Richtung ist Aschaffenburg sogar nur mit einer eingleisigen Strecke angebunden.
ThomasK hat geschrieben: 21.11.2023 - 00:51
Von den Zugbewegungen her entspricht Stuttgart 21 Hannover Hbf. Hannover Hbf hat 12 Gleise (Stuttgart 21 hat 8 Gleise). Hannover Hbf wird nun aber von 12 auf 14 Gleise ausgebaut, weil die Zugsimulationen ergeben haben, dass der 12-gleisige Bahnhof Hannover Hbf keinen betriebsstabilen Betrieb garantieren kann.
Da hast du dich schon mal um 2 Gleise verrechnet, Stuttgart hat künftig nämlich 10 Bahnsteiggleise und nicht 8. Dazu kommt, dass Stuttgart eben nicht mit der Bedeutung von Hannover vergleichbar ist. In Stuttgart gibt es genau ein Hauptfernverkehrsachse, die von Mannheim Richtung Ulm, alles andere sind nur untergeordnete Achsen mit B-Fernverkehr. In Hannover kreuzen sich aber die wichtigen Hauptachsen Berlin - Ruhrgebiet und Süddeutschland - Hamburg. Untergeordnete FV Linien kommen auch noch oben drauf. Dort wird auch regelmäßig Fernverkehr geflügelt, was es in Stuttgart ebenfalls nicht gibt. Also auch hier mal wieder ein klassischer Äpfel und Birnen Vergleich.

Auf den Stuss zu München einzugehen habe ich jetzt keine Lust. Der zweite Stamm ist Mist so wie er gebaut und vor allem genutzt wird, aber da bin ich mir mit Fachleuten aus München einig, das Problem ist nicht der Tunnel selbst.
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Re: Verkehrspolitik und Verkehrsplanung

Beitrag von phifue »

Seilbahnjunkie hat geschrieben: 23.11.2023 - 09:22 Da hast du dich schon mal um 2 Gleise verrechnet, Stuttgart hat künftig nämlich 10 Bahnsteiggleise und nicht 8. Dazu kommt, dass Stuttgart eben nicht mit der Bedeutung von Hannover vergleichbar ist. In Stuttgart gibt es genau ein Hauptfernverkehrsachse, die von Mannheim Richtung Ulm, alles andere sind nur untergeordnete Achsen mit B-Fernverkehr. In Hannover kreuzen sich aber die wichtigen Hauptachsen Berlin - Ruhrgebiet und Süddeutschland - Hamburg. Untergeordnete FV Linien kommen auch noch oben drauf. Dort wird auch regelmäßig Fernverkehr geflügelt, was es in Stuttgart ebenfalls nicht gibt. Also auch hier mal wieder ein klassischer Äpfel und Birnen Vergleich.
Du zählst den Stammstreckentunnel mit oder?

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