Todesdrama bei Extremberglauf
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
@Mario: klar, man muss nicht allem zustimmen, was der Messner sagt, aber in den Bergen kennt er sich sehr gut aus und das muss man ihm auch lassen. Für ihn ist es einfach unmöglich, dass sich so viele unerfahrene Menschen im Hochalpinen Gelände herumtreiben und da bin ich auch seiner Meinung.
Manche von den Teilnehmern kannten sich einfach nicht im Gebirge aus und dachten wohl sie könnten diesen Berglauf wie jeden normalen Stadtmarathon laufen. Da hat es wohl teilweise auch an der Erfahrung mit dem Gebige gemangelt.
Manche von den Teilnehmern kannten sich einfach nicht im Gebirge aus und dachten wohl sie könnten diesen Berglauf wie jeden normalen Stadtmarathon laufen. Da hat es wohl teilweise auch an der Erfahrung mit dem Gebige gemangelt.
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kaldini
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
Also meiner Meinung nach ticken Leute, die in extrem lebendsfeindliche Regionen vordringen, nur um mal auf dem Gipfel eines Berges zu stehen, auch nicht richtig (und ich glaube es gibt mehr Tote jedse Jahr beim Bergsteigen als beim Berglaufen). Deshalb sollte sich der Herr M. mal ganz ruhig verhalten (Stichwort: Glashaus sitzen).
Also nach meinen Joggingversuchen meist zum Winterende ist es schon ein großer Unterschied, normal zu joggen oder bergan zu laufen. Da wechselt man nicht einfach so hin und her. Das ist eine andere Belastung. Deshalb glaub ich schon, dass viele sich mit dem Berg auseinandersetzen, bevor sie loslaufen.
Und dass man einen Berglauf nicht in Bergsteigermontur incl. Winterausrüstung macht, sollte jedem, der schon mal zu warm gekleidet gelaufen ist, klar sein. Nur was ich nicht verstehe, warum man nicht bei solchem Wetter entsprechende Schutzkleidung mitnimmt. Wenn ich mitm Rad unterwegs bin hab ich auch wind- und wasserdichte Klamotten dabei, für den Fall der Fälle. und wenn man nix merh spürt weil es zu kalt ist dann sollte man manns genug sein und abbrechen! Spätestens am Sonnalpin. Die meisten Probleme, so wie ichs verstanden hab, gabs ja dann im letzten Stück gen Gipfel. Auch hätte der Veranstalter es am besten am Sonnalpin abbrechen sollen.
Also nach meinen Joggingversuchen meist zum Winterende ist es schon ein großer Unterschied, normal zu joggen oder bergan zu laufen. Da wechselt man nicht einfach so hin und her. Das ist eine andere Belastung. Deshalb glaub ich schon, dass viele sich mit dem Berg auseinandersetzen, bevor sie loslaufen.
Und dass man einen Berglauf nicht in Bergsteigermontur incl. Winterausrüstung macht, sollte jedem, der schon mal zu warm gekleidet gelaufen ist, klar sein. Nur was ich nicht verstehe, warum man nicht bei solchem Wetter entsprechende Schutzkleidung mitnimmt. Wenn ich mitm Rad unterwegs bin hab ich auch wind- und wasserdichte Klamotten dabei, für den Fall der Fälle. und wenn man nix merh spürt weil es zu kalt ist dann sollte man manns genug sein und abbrechen! Spätestens am Sonnalpin. Die meisten Probleme, so wie ichs verstanden hab, gabs ja dann im letzten Stück gen Gipfel. Auch hätte der Veranstalter es am besten am Sonnalpin abbrechen sollen.
- Mad Banana
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
Meines Erachtens ist in erster Linie an die Eigenverantwortung der Teilnehmer zu appelieren. Wenn ich keine Schmerzen mehr spüre weil aufgrund der Kälte mein Nervensystem versagt sollte ich anhalten oder umkehren. Da muss man schon ziemlich blöde sein, um sich noch auf den Gipfel zu kämpfen.
Ich kenn die Diskussion vom letztjährigen Gigathlon, als an Tag 2 und 3 eine Kaltfront für Dauerregen, Sturm und Schneefall oberhalb von 1600m sorgte. Der Veranstalter hatte bereits im Vorfeld Ersatzstrecken ausgearbeitet - diese waren jedoch stellenweise auch schneebedeckt. Ich erinnere mich an die Etappe von Chur nach Seedorf: 132km über den Oberalppass. Oben -2° und leichter Schneefall... Nun, wenn man die richtige Ausrüstung dabei hat ist die Strecke auch bei diesen Temperaturen machbar. Wer keine langen Handschuhe dabei hat, der friert sich einfach die Finger ab.
Die Verantwortung liegt einzig und allein bei den Teilnehmern. Schliesslich nimmt man freiwillig teil und wer seine eigene Gesundheit für eine gute Zeit beim Berglauf aufs Spiel setzt kann kaum jemand anderen dafür verantwortlich machen.
Die Teilnehmer solcher Veranstaltungen (oder ist's evtl. die Gesellschaft...) werden leider immer leichtsinniger. Früher hatte man keine Trekking-Sandalen sondern Leder-Bergstiefel und Wollsocken. Und noch früherer kleideten sich die Jäger und Sammler im Winter mit Fellen eines prähistorischen Rüsseltiers ein. Auch wenn's heute so Felle nicht mehr gibt hat man doch die Möglichkeit, sich in atmungsaktive Haut einzuwickeln. Die Produkte der Firma "Prähistorisches Rüsseltier" kann ich in diesem Fall nur wärmstens (hups
) empfehlen...
Ich kenn die Diskussion vom letztjährigen Gigathlon, als an Tag 2 und 3 eine Kaltfront für Dauerregen, Sturm und Schneefall oberhalb von 1600m sorgte. Der Veranstalter hatte bereits im Vorfeld Ersatzstrecken ausgearbeitet - diese waren jedoch stellenweise auch schneebedeckt. Ich erinnere mich an die Etappe von Chur nach Seedorf: 132km über den Oberalppass. Oben -2° und leichter Schneefall... Nun, wenn man die richtige Ausrüstung dabei hat ist die Strecke auch bei diesen Temperaturen machbar. Wer keine langen Handschuhe dabei hat, der friert sich einfach die Finger ab.
Die Verantwortung liegt einzig und allein bei den Teilnehmern. Schliesslich nimmt man freiwillig teil und wer seine eigene Gesundheit für eine gute Zeit beim Berglauf aufs Spiel setzt kann kaum jemand anderen dafür verantwortlich machen.
Die Teilnehmer solcher Veranstaltungen (oder ist's evtl. die Gesellschaft...) werden leider immer leichtsinniger. Früher hatte man keine Trekking-Sandalen sondern Leder-Bergstiefel und Wollsocken. Und noch früherer kleideten sich die Jäger und Sammler im Winter mit Fellen eines prähistorischen Rüsseltiers ein. Auch wenn's heute so Felle nicht mehr gibt hat man doch die Möglichkeit, sich in atmungsaktive Haut einzuwickeln. Die Produkte der Firma "Prähistorisches Rüsseltier" kann ich in diesem Fall nur wärmstens (hups
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
@kaldini: Man muss nicht gleich mit Bergsteigerausrüstung und dicken Winterjacken auf einen Berg laufen um nicht zu erfrieren. Es reicht aus wenn man, wie Mad Banana schon geschrieben hat, eine atmungsaktive Sportjacke trägt, die wenigstens den Menschen vor dem Erfrieren schützt (oder wie in diesem Fall vom Kollabieren).
Mir fehlen da einfach die Worte, wenn man die Teilnehmer vom Berglauf sieht, die eine kurze Hose mit T-Shirt tragen, wenn es Temerathuren um den Gefrierpunkt hat und Schnee fällt. So eine Bekleidung reicht vielleicht aus, um im Winter mal schnell den Müll rauszubringen, aber nicht um einen mehrstündigen Berglauf zu absolvieren.
@Bergtouren: das liegt im Auge des Betrachters. Wenn man selber noch nie eine Tour gemacht hat oder einfach schlechte Erfahrungen damit gemacht hat, sollte man so nicht über solche Bergtouren reden --is eine wahnsinns Aussicht auf so nem Berg!--
Mir fehlen da einfach die Worte, wenn man die Teilnehmer vom Berglauf sieht, die eine kurze Hose mit T-Shirt tragen, wenn es Temerathuren um den Gefrierpunkt hat und Schnee fällt. So eine Bekleidung reicht vielleicht aus, um im Winter mal schnell den Müll rauszubringen, aber nicht um einen mehrstündigen Berglauf zu absolvieren.
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
So einfach ist das eben nicht:Meines Erachtens ist in erster Linie an die Eigenverantwortung der Teilnehmer zu appelieren. Wenn ich keine Schmerzen mehr spüre weil aufgrund der Kälte mein Nervensystem versagt sollte ich anhalten oder umkehren. Da muss man schon ziemlich blöde sein, um sich noch auf den Gipfel zu kämpfen.
Heute war gerade ein Artikel zu diesem Thema in der Zeitung "Der Bund"
http://194.209.226.170/pdfdata/bund/200 ... 1807-3.pdf
https://www.skichablais.net, seit 20 Jahren über Bergbahnen der Region Chablais und Umgebung.
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
Ich hab den Artikel jetzt nicht gelesen.
Aber es geht ja bereits los, die Staatsanwaltschaft prüft, ob dem Veranstalter fahrlässige Tötung anzulasten sein kann.
Laut dem Bericht soll wohl geprüft werden, ob dieser Wettersturz wirklich so vorausgesagt war, wenn ja, könnte auf den Veranstalter also etwas zukommen.
http://www.focus.de/panorama/diverses/e ... 17925.html
Nach wie vor geht das mit meinem Rechstverständnis nicht einher, wenn der Veranstalter für schuldig befunden werden sollte.
Im Endeffekt kann er nur 2 Sachen machen:
1. Was er tat - die Sache laufen lassen und keinen Teilnehmer maßregeln.
Vorher jeden alles bis zum Tode untershreiben lassen, was ja geschah!
2. Absagen, abbrechen oder einzelnen Läufern, die nach Auffassung irgend eines Verantwortlichen, der das dann zu beurteilen hätte "unangemessen gekleidet oder unvorbereitet" sind, den Start verweigern.
Ersteres führte bereits letzes Jahr zur Forderung von Regressansprüchen.
Letzteres hätte genauso dazu geführt; besonders wenn dann Streitigkeiten über die Maßhaltigkeit einer der erwähnten Entscheidungen aufgekommen wären, und sie wären es.
Insofern hätte, setzt sich die "amerikanisierte" Rechtsauffasung (Stichwort: Hund in Mikrowelle geplatzt -> Hersteller ist Schuld) durch, der Veranstalter nur "die Wahl zwischen Pest und Cholera". Na dann Gute Nacht!
Ich bin nach wie vor der Auffassung, dass ein solches Event auch bei solchem Wetter problemlos durchgeführt werden könnte, wenn sich jeder Teilnehmer vernünftig vorbereiten und kleiden würde.
Alle anderen Wege ohne eine Eigenverantwortung der Teilnehmer führen IMHO entweder in die Sackgasse, weil in solchen Wettersituationen keine juristisch einwandfreie Lösung mehr möglich ist oder ließen solche Events gar nicht mehr zu; da die Natur nicht planbar ist.
Aber es geht ja bereits los, die Staatsanwaltschaft prüft, ob dem Veranstalter fahrlässige Tötung anzulasten sein kann.
Laut dem Bericht soll wohl geprüft werden, ob dieser Wettersturz wirklich so vorausgesagt war, wenn ja, könnte auf den Veranstalter also etwas zukommen.
http://www.focus.de/panorama/diverses/e ... 17925.html
Nach wie vor geht das mit meinem Rechstverständnis nicht einher, wenn der Veranstalter für schuldig befunden werden sollte.
Im Endeffekt kann er nur 2 Sachen machen:
1. Was er tat - die Sache laufen lassen und keinen Teilnehmer maßregeln.
Vorher jeden alles bis zum Tode untershreiben lassen, was ja geschah!
2. Absagen, abbrechen oder einzelnen Läufern, die nach Auffassung irgend eines Verantwortlichen, der das dann zu beurteilen hätte "unangemessen gekleidet oder unvorbereitet" sind, den Start verweigern.
Ersteres führte bereits letzes Jahr zur Forderung von Regressansprüchen.
Letzteres hätte genauso dazu geführt; besonders wenn dann Streitigkeiten über die Maßhaltigkeit einer der erwähnten Entscheidungen aufgekommen wären, und sie wären es.
Insofern hätte, setzt sich die "amerikanisierte" Rechtsauffasung (Stichwort: Hund in Mikrowelle geplatzt -> Hersteller ist Schuld) durch, der Veranstalter nur "die Wahl zwischen Pest und Cholera". Na dann Gute Nacht!
Ich bin nach wie vor der Auffassung, dass ein solches Event auch bei solchem Wetter problemlos durchgeführt werden könnte, wenn sich jeder Teilnehmer vernünftig vorbereiten und kleiden würde.
Alle anderen Wege ohne eine Eigenverantwortung der Teilnehmer führen IMHO entweder in die Sackgasse, weil in solchen Wettersituationen keine juristisch einwandfreie Lösung mehr möglich ist oder ließen solche Events gar nicht mehr zu; da die Natur nicht planbar ist.
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
Das mit der Kritik an der Bekleidung kann man so nicht stehen lassen.
Es war ein Berglauf und keine Bergtour. Es gibt in Europa mehrere Läufe wo bis in die gleiche Höhe hochführen und da trägt nun wirklich fast keiner lange Kleidung.
Der eine will seine Veranstaltung, aus was für Gründen auch immer, ums verrecken durchziehen und der andere will sich nicht blamieren und aufgeben obwohl ihm sein Hirn eigentlich schon längst gesagt hat das man da unter solchen Bedingungen niemals hochkommt.
Falscher Ehrgeiz auf beiden Seiten.
Es war ein Berglauf und keine Bergtour. Es gibt in Europa mehrere Läufe wo bis in die gleiche Höhe hochführen und da trägt nun wirklich fast keiner lange Kleidung.
Der eine will seine Veranstaltung, aus was für Gründen auch immer, ums verrecken durchziehen und der andere will sich nicht blamieren und aufgeben obwohl ihm sein Hirn eigentlich schon längst gesagt hat das man da unter solchen Bedingungen niemals hochkommt.
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
So ungefähr hatte ich eigentlich auch spontan gedacht, aber könnte man das nicht vielleicht auch aus folgender Sicht sehen:3303 hat geschrieben:Insofern hätte, setzt sich die "amerikanisierte" Rechtsauffasung (Stichwort: Hund in Mikrowelle geplatzt -> Hersteller ist Schuld) durch, der Veranstalter nur "die Wahl inwischen Pest und Cholera". Na dann Gute Nacht!
Der Veranstalter plant ein solches Event ja nicht, weil er großen Spaß daran hat und weil er den Teilnehmern was Gutes tun möchte. Nein, er tut dies, weil er damit Geld verdienen möchte. Er hat sich (ich muss jetzt einfach mal spekulieren, weil ich das nicht recherchiert habe) höchstwahrscheinlich um Sponsoren bemüht und den Teilnehmern eine Gebühr abgenommen. Vielleicht war es sogar ein Arengement mit den Zugspitzebahnen und die Teilnehmer werden mit der Zugspitzbahn ins Tal gebracht.
Jetzt rückt der Start näher, die Wetteraussichten sind nicht so klasse und der Veranstalter denkt darüber nach, ober er die Veranstaltung sausen lassen sollte. Er hat vor Augen, dass er sich mit den Sponsoren streiten wird und die Teilnehmer werden vielleicht ihre Gebühr zurückverlangen. Aber die Zugspitzbahnen haben doch schon ihr Geld für den Rücktransport der Teilnehmer bekommen. Keine einfache Situation also.
Der Veranstalter entschließt sich also, dass Ding so laufen zu lassen so nach dem Motto "wird schon alles gut gehen."
Mein Fazit: Selbstverständlich hätte jeder einzelne Teilnehmer seine Entscheidung treffen können und hat es ja auch getan. Trotzdem sehe ich den Veranstalter in der Pflicht. Das geht jedem Sportverein so, wenn er z. B. ein Sportfest austrägt. Zieht ein Gewitter auf, müssen die Verantwortlichen entscheiden, ob das Fest abgesagt wird oder nicht. Das war in Garmisch aus meiner Sicht nicht anders. Und wenn der Veranstalter weiß, das über 2000m Höhe Schnee fällt, dann hätte er absagen müssen oder die Konsequenzen tragen. Und das wird er nun wohl tun müssen.
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
Egal ob Bergtour oder Berglauf, wer sich im Sommer schon mal im Hochgebirge aufgehalten hat, der weiss, dass es oberhalb von 2000 m auch im Sommer sogar bei schönem Wetter empfindlich kalt sein kann, von einem Wetterumsturz ganz zu schweigen. Sich lediglich mit einem T-Shirt in diese Höhen zu begeben ist grob fahrlässig. Möglicherweise fehlte auch die nötige Fitness, die meisten sind ja heil ans Ziel gekommen.
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
Der Artikel untermauert doch eigentlich nur die (vielleicht etwas zynische) These, dass jeder Teilnehmer erwachsen ist und in eigener Verantwortung handelt. Wenn ich entgegen ärztlicher Empfehlung beim Jungfraumarathon weiterrenne obwohl meine Organe kollabieren kann ich doch nicht die Ärzte dafür verantwortlich machen! Ich fahre ja auch nicht ohne Helm und Licht mit dem Rennrad den Sustenpass runter und mache anschliessend den Kanton Bern dafür verantwortlich wenn ich mir an der Tunnelwand eine Matschbirne eingefangen habe...So einfach ist das eben nicht:
Heute war gerade ein Artikel zu diesem Thema in der Zeitung "Der Bund"
Das Beispiel der Läuferin in besagtem Artikel ist recht typisch. Wir starten morgens bei 12°C auf rund 1000m und haben nicht ganz 2000Hm vor uns. Nun wissen wir aus der Primarschule, dass die Temperatur pro 100Hm um 0.5 - 1°C sinkt. Bestenfalls haben wir auf der Zugspitze also 2°C... Dennoch laufen wir mit kurzen Hosen, T-Shirt und gänzlich ungeeigneten Schuhen den Berg hoch und wundern uns oben, warum wir nun plötzlich frieren.
Ich gehe sogar noch weiter: wenn der Veranstalter nicht daran denkt das Rennen aufgrund widriger Wettervorhersagen zu annulieren oder zu verkürzen, wäre es dann nicht die Pflicht der Teilnehmer, da was zu machen? Wahrscheinlich wird man es als Einzelner mit einem Protest nicht erreichen, dass das Rennen abgesagt wird... aber wer aus Angst vor schlechtem Wetter nicht startet, der schützt wenigstens seine Gesundheit!
Allgemein möchte ich anmerken, dass ich das Gefühl habe, ständig leichtsinnigere Leute in den Bergen zu treffen. Dies beginnt im Winter bei Skifahrern, die sich das beste Material kaufen, aber nicht die nötige Physis mitbringen, um das Material zu beherrschen. Das geht im Sommer weiter, wenn fahrtechnisch überforderte Biker ohne Helm die Trails runterrasen und auf 900Hm aufgrund falscher Bremstechnik einen Satz Bremsbeläge durchlassen. Und schliesslich endet die Geschichte im Herbst, wenn unterkühlte Touristen von der Rega geborgen werden müssen, weil sie vergessen haben, dass es im Herbst auf 2000m empfindlich kalte Nächte geben kann.
Der Neger ist am Schluss dann derjenige, der den Biker darauf hinweist, dass bei "Kopf gegen Stein" meistens der Stein gewinnt. Zumindest darf man sich auf einige Schimpfworte gefasst machen - ich rede aus Erfahrung...
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
@MadBanana
Ich gebe Dir völlig Recht, wenn Du nur den Faktor "Menschenverstand" betrachtest. Aber bringe doch mal den Faktor "Geld" oder "Aufwand" mit in das Gedankenspiel. Kann man eigentlich noch ermitteln, was die Teilnehmer für das Spektakel an Startgeld gezahlt haben. Hier liegt m. E. der Hase im Pfeffer.
Ich gebe Dir völlig Recht, wenn Du nur den Faktor "Menschenverstand" betrachtest. Aber bringe doch mal den Faktor "Geld" oder "Aufwand" mit in das Gedankenspiel. Kann man eigentlich noch ermitteln, was die Teilnehmer für das Spektakel an Startgeld gezahlt haben. Hier liegt m. E. der Hase im Pfeffer.
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
Ich denke Theo und Oli haben das Problem erkannt.
Bei einerm Berglauf geht man nun mal nicht mit schweren Wanderschuhen, dicker Kleidung, Eispickel, Steigeisen etc. an den Start. Mit einer solchen Ausrüstung hätte man eh schon eine zwei am Rücken und einen Podestplatz könnte man erst vergessen.
Da müsste schon das Reglement geändert werden, so dass für alle Läufer die Pflicht besteht irgend einen Rucksack mit warmer Kleidung mitzuschleppen. Dies müsste natürlich vor dem Start und während des Laufs auch überprüft werden, ob da nicht irgend ein Läufer schummelt.
Zur Verantwortung:
Klar kann ich selber entscheiden dass ich bei diesem Wetter auf den Lauf verzichten. Aber in diesem Fall möchte ich auch wieder das Startgeld zurück haben. Wenn schon der Veranstalter unfähig ist, die Verantwortung zu übernehmen dann bin ich auch nicht bereit etwas zu bezahlen. Hingegen wenn der Veranstalter die Strecke kurzfristig ändert bzw. den Lauf komplett absagt, mich aus dem Rennen nimmt, weil ich erschöpft bin, dann ist dies zwar ärgerlich, aber gemäss den AGB hat der Veranstalter trotzdem Anspruch auf das Startgeld. Immerhin hat er da für die Sicherheit der Läufer gesorgt.
Von dem her finde ich es schon richtig, dass sich da die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat. Vor allem gemäss dem Zeitungsartikel, hat eine Läuferin an einem Anschlagbrett einen Hinweis gesehen dass bei schlechtem Wetter das Ziel nach unten verschoben werden kann. Und als sie dann diesen Punkt erreicht hat, war sie sehr erstaunt dass da nicht schon fertig war und man doch bis auf die Zugspitze rauf musste.
Ich denke dieser Punkt muss schon noch genauer untersucht werden, weshalb da der Veranstalter nicht reagiert hat.
Ich bin auch kein Freund, von den amerikanischen Verhältnisse. Darum finde ich es auch total daneben, wenn ich Morgens um Vier auf einer unwichtigen Nebenstrasse ausrutsche und mir das Bein breche, dass ich da den Staat verklage. Da ist es ja eigentlich logisch dass der Strassendienst noch nicht überall mit dem Salzstreuer durchgekommen ist.
Hingegen wenn ich auf dem Bahnsteig ausrutsche sieht die Sache schon ein bisschen anders aus.
Ich musste zuerst auch über die gelben Tafeln lachen, die die Reinigungstruppe aufstellt wenn der Boden nass ist. Zuerst dachte ich da auch "Amerika lässt grüssen; Man sieht doch, wenn der Boden nass ist..." Andererseits bin ich auch schon ausgerutscht und ich hätte es niemals erwartet dass man da ausrutschen kann. Denn da hat man es nun mal nicht gesehen dass der Boden nass ist. Von dem her machen die gelben Tafeln eben schon Sinn.
Bei einerm Berglauf geht man nun mal nicht mit schweren Wanderschuhen, dicker Kleidung, Eispickel, Steigeisen etc. an den Start. Mit einer solchen Ausrüstung hätte man eh schon eine zwei am Rücken und einen Podestplatz könnte man erst vergessen.
Da müsste schon das Reglement geändert werden, so dass für alle Läufer die Pflicht besteht irgend einen Rucksack mit warmer Kleidung mitzuschleppen. Dies müsste natürlich vor dem Start und während des Laufs auch überprüft werden, ob da nicht irgend ein Läufer schummelt.
Zur Verantwortung:
Klar kann ich selber entscheiden dass ich bei diesem Wetter auf den Lauf verzichten. Aber in diesem Fall möchte ich auch wieder das Startgeld zurück haben. Wenn schon der Veranstalter unfähig ist, die Verantwortung zu übernehmen dann bin ich auch nicht bereit etwas zu bezahlen. Hingegen wenn der Veranstalter die Strecke kurzfristig ändert bzw. den Lauf komplett absagt, mich aus dem Rennen nimmt, weil ich erschöpft bin, dann ist dies zwar ärgerlich, aber gemäss den AGB hat der Veranstalter trotzdem Anspruch auf das Startgeld. Immerhin hat er da für die Sicherheit der Läufer gesorgt.
Von dem her finde ich es schon richtig, dass sich da die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat. Vor allem gemäss dem Zeitungsartikel, hat eine Läuferin an einem Anschlagbrett einen Hinweis gesehen dass bei schlechtem Wetter das Ziel nach unten verschoben werden kann. Und als sie dann diesen Punkt erreicht hat, war sie sehr erstaunt dass da nicht schon fertig war und man doch bis auf die Zugspitze rauf musste.
Ich denke dieser Punkt muss schon noch genauer untersucht werden, weshalb da der Veranstalter nicht reagiert hat.
Ich bin auch kein Freund, von den amerikanischen Verhältnisse. Darum finde ich es auch total daneben, wenn ich Morgens um Vier auf einer unwichtigen Nebenstrasse ausrutsche und mir das Bein breche, dass ich da den Staat verklage. Da ist es ja eigentlich logisch dass der Strassendienst noch nicht überall mit dem Salzstreuer durchgekommen ist.
Hingegen wenn ich auf dem Bahnsteig ausrutsche sieht die Sache schon ein bisschen anders aus.
Ich musste zuerst auch über die gelben Tafeln lachen, die die Reinigungstruppe aufstellt wenn der Boden nass ist. Zuerst dachte ich da auch "Amerika lässt grüssen; Man sieht doch, wenn der Boden nass ist..." Andererseits bin ich auch schon ausgerutscht und ich hätte es niemals erwartet dass man da ausrutschen kann. Denn da hat man es nun mal nicht gesehen dass der Boden nass ist. Von dem her machen die gelben Tafeln eben schon Sinn.
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
Das ist natürlich Schwachsinn, wenn man erst auf einer Anschlagtafel schreibt, dass das Ziel im Falle eines Wetterumschwunges nach unten verschoben werden kann und dann nicht gemacht wird. Es ist eine Mischung von Eigenverantwortung der Teilnehmer und der Verantwortung des Veranstalters. Der Teilnehmer sollte darauf achten, dass er ordnungsgemäß gekleidet ist und der Veranstalter sollte darauf achten, dass er dem nachkommt, was er auf Flugblättern oder ähnlichem "versprochen" hat. So wird auch bei Skirennen das Rennen eventuell unterbrochen, wenn der Veranstalter merkt, dass das Wetter zu schlecht wird. Eine Verkürzung des Laufes wäre sinnvoll gewesen, denn so hätte man immer noch einen Sieger und jeder hätte dran teilgenommen.
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
danach ist man immer schlauer. Genauso wie auch RM danach unheimlich schlau daherreden kann. Aber hat er sich nicht auch einem Wettkampf in den Bergen gestellt? Ist der nicht auch alle 14 8er hoch - und wollte der erste sein, bzw. die höchsten Berge aller Kontinente? Was ist gefährlicher - 8er zu besteigen, oder an einem Berglauf teilnehmen? Wieviele Opfer gibt es jährlich beim Skitourengehen und wieviele beim Berglauf?schmittenfahrer hat geschrieben:Das ist natürlich Schwachsinn, wenn man erst auf einer Anschlagtafel schreibt, dass das Ziel im Falle eines Wetterumschwunges nach unten verschoben werden kann und dann nicht gemacht wird. Es ist eine Mischung von Eigenverantwortung der Teilnehmer und der Verantwortung des Veranstalters. Der Teilnehmer sollte darauf achten, dass er ordnungsgemäß gekleidet ist und der Veranstalter sollte darauf achten, dass er dem nachkommt, was er auf Flugblättern oder ähnlichem "versprochen" hat. So wird auch bei Skirennen das Rennen eventuell unterbrochen, wenn der Veranstalter merkt, dass das Wetter zu schlecht wird. Eine Verkürzung des Laufes wäre sinnvoll gewesen, denn so hätte man immer noch einen Sieger und jeder hätte dran teilgenommen.
Versteht mich nicht falsch - jeder Tote bei einem Sportevent ist einer zuviel, unnötig und dass ist ein Sport nicht wert. Trotzdem hat der Berglauf seine Existenzberechtigung.
Aber RM und auch der Alpenverein sind nun mal absolute Romantiker und Populisten. Die Berge sind für den ungestörten Naturgenuss etc. da. Was ja doch etwas weltfremd ist. Mit der Ansicht müsste man doch auch alle Kletterwettbewerbe, Indoor-Kletteranlagen, Wettkämpfe im Skitourengehen etc. ablehnen. Aber genau die werden von den gleichen Leuten doch auch gepusht.
Berglauf ist eine kleine Sparte im jährlichen Volkslaufkalender. Aber doch mit wachsenden Teilnehmerzahlen. Und die Berge sind halt nicht seit kürzerem sondern eher schon länger auch durch Wettkämpfe, Events, Skigebiete etc. geprägt. Was es hier gegeben hat war eine Verkettung individueller Fehler. Zu viele Läufer haben die Wetterlage falsch eingeschätzt. Ein Blick in den Wetterbericht hätte hier Wunder gewirkt (oder wer läuft im Winter kurz?!?). Der Veranstalter hat ja richtigerweise auf die Wetterlage hingewiesen, hätte aber wohl abbrechen müssen. Hätte er auch abbrechen müssen, wenn alle in langer Hose und Windweste hochgelaufen wären, wenn alle auf die Warnungen gehört hätten? Haben alle von der Warnung gehört? Vielleicht sollte an jeder Hütte sowas wie ein Sicherheitscheck ablaufen: eine Unterschrift auf eine Liste, dass man sich noch gut fühlt. In dem Fall hätten die Leute mit Problemen die Unterschrift nicht mehr machen können - und wären gestoppt worden.
Ich bin ja auch so einer, der gerne mal an solchen Veranstaltungen teilnimmt. Und bei derartigen Bedingungen hätte ich wahrscheinlich eine lange Hose angezogen (und beim Start soweit hochgerollt wie es geht) und eine Windweste bzw. ein langärmliges Läuferhemd umgebunden. Auch ohne Wetterbericht hatte ich am betreffenden Tag das Gefühl, dass auf feratel ja Neuschnee zu sehen wäre...
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
Es ist schon ein Unterschied, ob man jetzt als RM einen 8000er immer wieder besteigen muss, oder ob man an einem Berglauf teilnimmt. Wenn man einen 8000er besteigt, muss man kein Startgeld bezahlen und es steht auch kein Veranstalter dahinter, was beim Berglauf umgekehrt ist. Wenn ein RM eine "kleine
" Macke hat und irgendwann dafür draufgeht, ist das seine Sache. Beim Berglauf ist jedoch der Veranstalter für die Strecke verantwortlich. Wie gesagt, jeder hat hier ein bischen geschlampert, der Teilnehmer genauso wie der Veranstalter. aber nachher ist man wie du schon meintest immer schlauer...
Natürlich können solche Bergläufe weiter ausgeführt werden. Jetzt sollten ja (hoffentlich) beide Seiten etwas gelernt haben.
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
Da irrst du gewaltig. Die Genehmigung für die Besteigung eines der 14 Achttausender kostet mittlerweile 10.000,-- $ pro Person.schmittenfahrer hat geschrieben:Wenn man einen 8000er besteigt, muss man kein Startgeld bezahlen
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
Naja, es ist aber immer noch ein Unterschied. Wofür soll das Geld denn sein? Sind das gebüren dafür, dass man überwacht wird oder sind das einfach nur Reinhold Messner gebüren
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
Die Regierungen der Nepali u. Pakistani haben irgendwann gemerkt, daß die Bergsteiger dies zuhause vermarkten (Bücher, TV, Film) und wollen einen Anteil davon.
Die "Regulations" in Pakistan z.B. sind sehr ausführlich.
Dazu kommen noch die "Profiteure" vor Ort. Ohne engagierte Sherpa, Balti, Nagar o. Hunzukutz geht gar nichts.
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fettiz
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
und für 65 T$ schleppt Dich Mountain Madness z.B. auf den Everest hoch. Diese Firma hat ja vor 12 Jahren bereits traurige Berühmtheit erlangt - bei einem Sturm, bei dem es die meisten Toten am Everest an einem Tag gegeben hat. Fast wie auf der Zugspitze hat irgendwann ein heftiger Sturm eingesetzt. Durch viele individuelle Fehler kam es zur Katastrophe. "In eisigen Höhen" von Krakauer ist ja ein Bergklassiker, welche die Katastrophe beschreibt.Fab hat geschrieben:Da irrst du gewaltig. Die Genehmigung für die Besteigung eines der 14 Achttausender kostet mittlerweile 10.000,-- $ pro Person.schmittenfahrer hat geschrieben:Wenn man einen 8000er besteigt, muss man kein Startgeld bezahlen
Aber das hat nur indirekt mit RM zu tun - der lehnt ja die kommerziellen Anbieter auch ab. Trotzdem ist er am Wettrennen um die 8er nicht unbeteiligt gewesen.
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
Es ist wie überall auf der Welt: einer macht etwas vor, die anderen machen es nach...
Auch wenn sie vielleicht nicht so viel Erfahrung mit sich bringen wie ein anderer. Und so kommt es leicht zu Unfällen.
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
Strafbefehl gegen den Veranstalter, Vorwurf der fahrlässigen Tötung: http://tirol.orf.at/stories/322054/
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
Jetzt hat die Staatsanwaltschaft München II Strafbefehl gestellt.
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Quelle: http://www.ad-hoc-news.de/Zeitung-Straf ... k/19854841Zeitung: Strafbefehl gegen Veranstalter des Zugspitzlaufs gestellt
Garmisch/München (ddp-bay) Die Staatsanwaltschaft München II hat beim Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen Antrag auf Strafbefehl gegen den Veranstalter des Zugspitzlaufes vom Juli gestellt.
Garmisch/München (ddp-bay). Die Staatsanwaltschaft München II hat beim Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen Antrag auf Strafbefehl gegen den Veranstalter des Zugspitzlaufes vom Juli gestellt. Wie die «Schwäbische Zeitung» (Freitagausgabe) vorab berichtete, lautet der Vorwurf auf fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft sei bei ihren Ermittlungen und nach umfangreichen Zeugenvernehmungen zu der Überzeugung gelangt, dass der Zugspitzlauf unter den gegebenen Bedingungen hätte nicht gestartet werden dürfen oder rechtzeitig abgebrochen werden müssen.
Während des Extrem-Berglaufs auf Deutschlands höchsten Berg waren Mitte Juli bei widrigsten Wetterverhältnissen zwei Sportler ums Leben gekommen. Die rund 600 Teilnehmer waren zum Teil in kurzen Hosen und T-Shirts auf die rund 16 Kilometer lange Strecke über 2100 Höhenmeter gegangen. Im Laufe des Tages kam es bei böigem Wind zu Schneeregen und Neuschnee bis zu zehn Zentimetern. Die Temperaturen fielen teils auf minus zwei Grad Celsius. Ein 41-Jähriger aus Witten (Ennepe-Ruhr-Kreis) und ein 45-Jähriger aus Ellwangen in Baden-Württemberg starben kurz vor dem Ziel an Unterkühlung. Sechs Sportler wurden in Krankenhäuser gebracht.
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http://www.bergbahngeschichte.de - Seilbahngeschichte & Seilbahntechnik
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
Naja, Antrag auf Strafbefehl heisst ja noch nicht, dass der Strafbefehl auch erhoben wird. Das wird das Gericht entscheiden, dann eventuell Revision usw.
Danke Schweiz und Bulgarien !
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Re: Todesdrama bei Extremberglauf
Süddeutsche Zeitung: Veranstalter des Zugspitzlaufes verurteilt
Der Veranstalter des Zugspitz-Berglaufs ist zu einer Geldstrafe von 13.500 Euro verurteilt worden.
Das Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen sprach ihn wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen sowie der fahrlässigen Körperverletzung in neun Fällen für schuldig, wie ein Gerichtssprecher auf ddp-Anfrage sagte.
Falls binnen zwei Wochen kein Einspruch eingelegt werden sollte, werde das Urteil rechtskräftig.
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Der Veranstalter des Zugspitz-Berglaufs ist zu einer Geldstrafe von 13.500 Euro verurteilt worden.
Das Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen sprach ihn wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen sowie der fahrlässigen Körperverletzung in neun Fällen für schuldig, wie ein Gerichtssprecher auf ddp-Anfrage sagte.
Falls binnen zwei Wochen kein Einspruch eingelegt werden sollte, werde das Urteil rechtskräftig.
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Zuletzt geändert von da_Woifi am 14.07.2009 - 13:34, insgesamt 1-mal geändert.