Frank35 hat geschrieben:Hersteller die auf Grund der Klemme und Konstruktion keine Möglichkeit gefunden haben eine Fehlkupplung zu verhindern, arbeiten mit zusätzlichen Einrichtungen um eine Fehlgekuppelte Klemme wieder an das Seil zu Klemmen.
Wenn ich es aber richtig weiß, hat der Hersteller auch geometrische Blenden an seinen Bahnen. Dieses System ist, wie Seilbahner oben schon geschrieben hat dazu da, dass in Italien die Ausfahrtsschiene entfallen kann und dass im Falle des Falles, das die Bahn dann sofort steht und nicht wie beim Mitbewerber das FBM mitten auf der Strecke steht.
Ich würde sagen - lieber ein System, das mir die Klemme im Falle des Falles sicher an das Seil bringt, als dass der Sessel auf einmal vom Seil fällt.
Hier noch ein paar Ausführungen zur Klemmkraftprüfung (franz.: pesage de pinces), siehe Abb. oben:
Bei der Druchfahrt unter der roten Kuppelschiene wird die Kuppelrolle nach unten gedrückt. In der Kuppelschiene, etwa in der mitte des Bildes wo sich das silberne T-förmige Teil befindet, ist eine Aussparung vorhanden. Dort wird der Unterteil der Schiene durch die Anpresskraft der Kuppelrolle leicht nach oben gedrückt. Der Weg dieser elastischen Verformung ist etwa proportional zur Anpresskraft und wird berührungslos mittels einem induktiven Wegmesssensor mit Analogausgang gemessen. Zwecks Redundanz können auch zwei Sensoren eingebaut sein, infolge gegenseitiger Funktionsbeeinträchtigung müssen die Sensoren entweder synchronisationsfähig sein oder es wird beim Ausfall des einen Sensors einfach auf den anderen (cold stand-by) Sensor umgeschaltet.
Die Auswertung des Analogausgangssignals erfolgt steuerungsseitig, dabei sind die Gesamtreaktionszeiten zu beachten.
Bild von Seilbahnfreak_23 (siehe weiter oben):
Vollständigkeitshalber: Abgebildet ist eine Messrolle zur Seilgeschwindigkeitserfassung. Diese Rolle muss stets mit einer minimalen Anpresskraft gegen das Seil gedrückt werden (z.B. mittels Federvorspannung). Das orange Polrad (obwohl aus gewöhlichem Stahlblech) bewegt sich hinter den zwei induktiven Näherungsschalter (links auf der blauen Halterung angebracht, mit den Kabelabgängen). Die phasenverschobene Erfassung der Polradzacken erlaubt sowohl eine redundante Impulsauswertung wie eine nicht-redundante Fahrtrichtungserkennung. Die Seilgeschwindigkeit ist proportional zur Frequenz der erfassten Impulse aund kann sehr genau ausgewertet werden, zudem ist sie, im Gegensatz zu Analogtachos,.absolut temperatur- und langzeitstabil.
Selbstverständlich sind zusätzliche Geschwindigkeitserfassungen vorhanden, da die Bahngeschwindigkeit sicherheitsorientiert (gem. SIL 3).erfasst werden muss, insbes. da leider gem. CEN für neue Bahnen keine mechanische Zentrifugalübergeschwindigkeitsauslösung der Sicherheitsbremse mehr vorgeschrieben wird.