Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

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Richie
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von Richie »

Super ausführlicher Bericht! Vielen Dank! nach Obersaxen muss ich glaube ich bald mal noch!

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intermezzo
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von intermezzo »

Harzwinter:
Was Schneilanzen angeht, so habe ich mich an ihren Anblick ehrlich gesagt schon gewöhnt.
Tja, die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden... Also, ich kann mich mit diesen hässlichen Düsenstäben mit ihrer orangen Ummantelung nicht anfreunden. Klar - gewisse Seilbahnen oder Hochspannungsmasten sind auch keine besondere Zier - aber eine möglichst unverschandelte Landschaft ist mir dann schon lieber. Obwohl mir natuerlich bewusst ist, dass es heutzutage ohne künstliche Beschneiung betriebswirtschaftlich für die Seilbahnen fast nicht mehr geht.

Wenn ich aber an Obersaxen denke, hatten die in den letzten Jahren punkto Schnee nur wenig Probleme - ganz im Gegensatz zur Suedseite im Val Lumnezia, denn dort wars letzte Saison ganz bitter.
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Harzwinter
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Re: Obersaxen / Waltensburg / Vals 21.-28. Februar 2009

Beitrag von Harzwinter »

Zum Thema ein Auszug aus dem Artikel "Obersaxen-Mundaun: In der Tiefkühltruhe gibt es keine Erderwärmung" von Gerhard Fitzthum aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 21.02.2008:
... Zwar wurde die obere Sektion des uralten Sessellifts [Edit: in Vella] schon 1997 ersetzt, im unteren Teil zog man aber erst vor zwei Jahren nach - nachdem die Bergbahnen Obersaxen den konkursgefährdeten Konkurrenten aus dem Val Lumnezia aufgekauft und saniert hatten.

Der unaufhaltsame Abstieg der Liftgesellschaft im Val Lumnezia hatte verschiedene Gründe. Hauptursache war aber, dass der Schnee immer unzuverlässiger fiel. Zudem strahlt die Sonne fast im Neunzig-Grad-Winkel in Vellas Südhänge ein. Mittags ist in der Höhenlage von 1200 bis 1500 Metern schon alles sulzig, in manchen Jahren blieben die Pisten den ganzen Winter über grün. In der vergangenen Saison [Edit: gemeint ist 2006/2007] war die Talabfahrt gerade einmal an dreizehn Tagen möglich. So war die Übernahme nur eine Frage der Zeit, und es war klar, dass die Obersaxener die Bedingungen diktierten. Noch heute können sich viele Menschen im Val Lumnezia nicht damit abfinden, vom solventeren Nachbarn geschluckt worden zu sein. Man traut dem einstigen Gegner alles zu, nur nicht eine faire Verteilung der Investitionen auf beide Seiten.

Ob die erfolgsverwöhnte Gesellschaft aus Obersaxen auch finanzkräftig genug ist, um den Folgen des Klimawandels zu trotzen, wird sich erst noch zeigen müssen. Bislang ist jedenfalls kaum etwas getan worden, um der neuen Herausforderung entgegenzutreten. Zwar sollen jetzt Beschneiungsanlagen und Speicherseen für zwölf Millionen Franken gebaut werden, im Moment wartet man aber erst einmal auf die Konzessionen; das kantonale Fischereiamt prüft noch die Schäden für die Bäche, denen das Wasser dann entzogen wird. Im Obersaxener Gebiet gibt es derzeit zwei beschneibare Pisten und ein Dutzend Schneekanonen, in Vella stehen sogar nur zwei Beschneiungsanlagen verloren im Gelände.

Im Val Lumnezia sind nicht alle von den Aufrüstungsplänen begeistert, denn die Gemeinden des Tals müssen sich mit einer halben Million Franken an den Investitionen beteiligen. Damit beginnt eine Subventionsspirale, deren Ende nicht abzusehen ist. Unklar ist außerdem, ob die Beschneiungsanlage in warmen Wintern überhaupt ausreichend sein wird und zum Beispiel die Abfahrt ins Tal garantieren kann. Josef Brunner, der Präsident der Bergbahnen Obersaxen, sieht das anders. Die Nächte seien noch immer kalt genug, um eine solide Kunstschneedecke zu erzeugen. Und wer dem Gast keine Schneesicherheit garantiere, könne heute gleich zumachen. Mit Blick auf die düsteren Klimaprognosen gibt er sich gelassen: "Wenn man in Obersaxen nicht mehr Ski fahren kann, werden die meisten Skigebiete der Region schon ganz andere Probleme haben."
Der komplette Artikel ist für EUR 3,00 über das Onlinearchiv der FAZ erhältlich.
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