Klosters-Parsenn, 9.3.2009 - Ein Rest von Klasse ?

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Fizzy
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Re: Klosters-Parsenn, 9.3.2009 - Ein Rest von Klasse ?

Beitrag von Fizzy »

Fab hat geschrieben:Im Gegensatz zum (meist) städtischen Alltagsleben möchten halt viele, wenn man in den Bergen Urlaub macht, einen gemütlichen, möglichst naturnahen Kontrast. Geht mir auch so.
Da ist dann so eine massive, aufdringliche Werbung, die ATV lustigerweise als "Schleichwerbung" bezeichnet hat, wirklich störend.

Oft wünsche ich mir z. B., nicht immer mit Musik berieselt zu werden. Bin in den Bergen und nicht im Kaufhaus. Manchmal gefällts mir ja auch. Sollte auf dem Schild stehen.
"Restaurantterrasse ohne Musikbelästigung" :D
Wenn du wirklich Abstand zum städtischen Alltagsleben haben willst, würde ich aber nicht auf die Skipiste gehen, sondern eher Skitouren machen. Dort hast du deine Ruhe und bist wirklich in der Natur und nicht in einer verbauten Landschaft.

Leider wird aufdringliche Werbung auch in anderen Gebieten immer mehr auftreten, da es anscheinend doch einen rechten Zustupf in die Kasse ist. Das ist natürlich sehr schade, doch wer möchte schon mehr Geld für die Tageskarte zahlen oder ein vermindertes Angebot in Kauf nehmen. Das wären zumindest Argumente, die man von den Bergbahnbetreibern hören würde wegen der vermehrt auftretenden Werbung.

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Fab
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Re: Klosters-Parsenn, 9.3.2009 - Ein Rest von Klasse ?

Beitrag von Fab »

An touristischen Brennpunkten wie Gotschna, Trockener Steg, Idalp etc. stört mich gar nix, denn dort kann man eh nix mehr kaputtmachen.
Aber Brachialwerbung im Gelände, wie bei der Schwendi, ist m. E. fehl am Platze und einfach störend.
Und Naturerlebnis u. Skifahren geht durchaus zusammen.
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Re: Klosters-Parsenn, 9.3.2009 - Ein Rest von Klasse ?

Beitrag von T-Bone98 »

Also das Argument, dass Autos auf der Piste nichts zu suchen haben und eher stören, kann ich ja noch nachvollziehen. Allerdings habe ich noch nirgends ein oder mehrere Autos mitten auf der Piste stehen sehen. Bei dem Foto mit der Station des Jochexpress muss man das Auto ja schon fast suchen, um es überhaupt vor dem Haufen Stahl der Station erkennen zu können.

Aber hier wird sich ja teilweise darüber aufgeregt, dass die Mitarbeiter der Bergbahnen Overalls mit Werbung auf dem Rücken tragen. Und ob die Bahnen und Gondeln nun rot, blau, grün oder eben mit Werbung beklebt sind, ist doch völlig wurscht. Die fahren da so oder so und "verschandeln" die natürliche Bergwelt. Aber sie sind nun mal notwendig um diese Art kommerziellen Skisport zu betreiben. Wer das nicht will und komplett ablehnt, müsste eigentlich auf selbstgeschnitzten Latten Skitouren in völlig abgelegenen Gegenden machen.
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Re: Klosters-Parsenn, 9.3.2009 - Ein Rest von Klasse ?

Beitrag von 3303 »

T-Bone98 hat geschrieben:...ob die Bahnen und Gondeln nun rot, blau, grün oder eben mit Werbung beklebt sind, ist doch völlig wurscht. Die fahren da so oder so und "verschandeln" die natürliche Bergwelt. Aber sie sind nun mal notwendig um diese Art kommerziellen Skisport zu betreiben. Wer das nicht will und komplett ablehnt, müsste eigentlich auf selbstgeschnitzten Latten Skitouren in völlig abgelegenen Gegenden machen.
Solche "Schwarz - Weiß" Auffassungen sind mE (besonders hier) nicht der Realität entsprechend, da es von fast nicht erkennbar bis total urbanisiert alles im Skigebietsbereich gibt und das alles auch funktioniert bzw. funktionieren kann.
Es kommt vielmehr darauf an, wie sich ein Gebiet definieren will.
Und da haben eben Viele eine persönliche Grenze, was noch gefällt und was man als störend empfindet.
Manche stören sich an "ästhetischen Unfällen" eben nicht und manche Andere dagegen schon.
Dabei ist eine Bahn keinesfalls zwangsläuftg als "verschandelnd" anzusehen. Vielmehr kommt es auf die Art, wie es gemacht ist an. Dabei ist von Verschandelung bis Ästhetisch und sogar irgendwann denkmalgeschützt alles möglich. Selbstverständlich auch im Neubaubereich.
Ein oft geäußerter Kritikpunkt am Parsenn scheint mir genau der zu sein, dass es dort zunehmend von ästhetisch in Richtung verschandelnd kippt. Den Photos (alt v/s neu) nach, kann ich das auch nachvollziehen.
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k2k
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Re: Klosters-Parsenn, 9.3.2009 - Ein Rest von Klasse ?

Beitrag von k2k »

snowotz hat geschrieben:Also mich haben die Autos auf oder neben den Skipisten auch gestört. Genau so wie mich Namen der Bundesligastadien stören (Allianz-Arena, AOL-Arena, Gottlieb Daimler Stadion...)
Aber Namen wie Neckarstadion oder Olympiastadion bringen halt kein Geld. Ohne Werbung geht wohl bald gar nicht´s mehr.
Warscheinlich haben wir auch bald eine Bandenwerbung als Pistenbegrenzung
Ohne vom Thema ablenken zu wollen will ich hier kurz Einspruch erheben bei dem Namen Gottlieb-Daimler-Stadion. Denn der bezog sich wenigstens noch auf eine Persönlichkeit und damit nur indirekt auf die gleichnamige Firma. Heute heißt die Schüssel bekanntlich offiziell Mercedes-Benz-Arena, und das lässt sich schon eher kritisieren ;-)

Bei dem Foto mit der Station des Jochexpress muss man das Auto ja schon fast suchen, um es überhaupt vor dem Haufen Stahl der Station erkennen zu können.
Du hast aber auch das Foto von vor der Conterser Schwendi gesehen, oder? Das hier:

Bild

Ich weiß nicht wie es da heute ist, aber früher war das eine gemütliche, alte Hütte mit eher traditionellem Speiseangebot (wo Klein-k2k stets Theater machte, weil es dort seine geliebten Pommes nicht gab). Wenn ich aber dieses Bild sehe, muss ich annehmen, dass man von der Terrasse aus heute einen Anblick hat wie im Autohaus, und das würde mich persönlich auch stören. Gerade in einem Skigebiet wie der Parsenn, die ja als einer der Klassiker des alpinen Pistenskilaufs gilt, würde ich auch erwarten, dass man auf das Ambiente besonders achtet statt derart penetrant alles mit Werbung vollzupflastern. Andere schaffen es ja auch ohne derartige Aktionen.
Dabei stört mich noch nicht mal die Werbung an sich, sondern deren Art. Für mich ist es ein Unterschied, ob über dem Perron der Pendelbahn ein Werbeplakat für "Piz Buin"-Sonnencreme hängt, an der Pistenbegrenzung ein paar unauffällige Toko-Fähnchen flattern, oder aber mit einer derartigen Penetranz für Artikel geworben wird, die mit dem Umfeld rein gar nichts zu tun haben.
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Re: Klosters-Parsenn, 9.3.2009 - Ein Rest von Klasse ?

Beitrag von Fab »

Genau! die Conterser Schwendi hab ich gemeint.

@k2k
Für mich spielt der VfB im Neckar u. der BVB im Westfaöenstadion usw.
Die Reporter plappern jede Namensänderung devot nach. Man könnte meinen, die würden auch von Signal-Iduna z. b. bezahlt.
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Re: Klosters-Parsenn, 9.3.2009 - Ein Rest von Klasse ?

Beitrag von k2k »

Fab hat geschrieben:@k2k
Für mich spielt der VfB im Neckar u. der BVB im Westfaöenstadion usw.
Die Reporter plappern jede Namensänderung devot nach. Man könnte meinen, die würden auch von Signal-Iduna z. b. bezahlt.
Ohne es zu wissen, gehe ich persönlich davon aus, dass die Reporter mit dem Akkreditierungsantrag entsprechende Bedingungen anerkennen müssen. Anders kann ich mir das nicht erklären.
Im Original, d.h. bei der Eröffnung, hieß das Stuttgarter Stadion übrigens Adolf-Hitler-Kampfbahn.
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Re: Klosters-Parsenn, 9.3.2009 - Ein Rest von Klasse ?

Beitrag von intermezzo »

@k2k:
Ohne es zu wissen, gehe ich persönlich davon aus, dass die Reporter mit dem Akkreditierungsantrag entsprechende Bedingungen anerkennen müssen. Anders kann ich mir das nicht erklären.
Ich war selber während vieler Jahre als Rundfunk-Reporter (auch Sport) tätig. Ich kann in dieser Hinsicht nur für die Schweiz sprechen; angestellt beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk (privates Radio hat da wohl eine andere Handhabe): Als Reporter muss man bei der Akkreditierung sicher NICHT die Bedingung akzeptieren, den neuen Namen eines Stadions (insbesondere wenn noch ein Firmenname mit dabei ist) zwingend über den Aether zu bringen. Man hat die freie Wahl. Ich habe - sofern ein Firmenname mit im Spiel war - immer die alten Stadionnamen verwendet.

Schliesslich gibt es ja noch so etwas wie einen Rest von Pressefreiheit...
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