Mitarbeiter in Stromkreislauf der Eisgratbahn geraten

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ATV
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Re: Mitarbeiter in Stromkreislauf der Eisgratbahn geraten

Beitrag von ATV »

:lach: Bitte ich habs Dir doch vorgerechnet. Wenn ein Mensch eine Spannung von 230V gegen Erde Überbrückt fliesst ein Strom von ca 250mA. Die Sicherung löst aber erst bei 16A aus also 64mal grösserer Strom. Der Mensch ansich ist kein besonders guter elektrischer Leiter.
-> meine Fotos könnt ihr weiterhin auf meiner Webseite --> www.stahlseil.ch ansehen.

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Drahtseil
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Re: Mitarbeiter in Stromkreislauf der Eisgratbahn geraten

Beitrag von Drahtseil »

Wieß leider nicht mehr als ich schon gesagt habe, außer der tatsache, das er Schuhe mit dicken Gummisohlen anhatte. Die haben ihm eventuell das leben gerettet. ist jetzt auch egal. Hauptsach er hat überlebt.

Also wieder "BACK TO TOPIC"!!!

weiß man den schon etwas genaueres über den Tod des Arbeiters???
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ThomasZ
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Re: Mitarbeiter in Stromkreislauf der Eisgratbahn geraten

Beitrag von ThomasZ »

weil weder das eine noch das andere so einfach zu sagen ist. Es ist nicht alleine der eigene Körperwiderstand entscheidend. Weitere Faktoren sind wie isoliert hat man gestanden. Alles Faktoren die den Stromfluss begrenzen von wo nach wo ist er geströmt, Einwirkdauer, etc. Es gibt viele Faktoren

Die Konkretisierung auf 230V 16A bringt es auch nicht weiter. Es wurde eine Leitung berührt, die bei 230V auf 16A abgesichert ist, was aber lange nicht bedeutet, dass dort immer 16A fließen.
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Re: Mitarbeiter in Stromkreislauf der Eisgratbahn geraten

Beitrag von valdebagnes »

Ich bin Elektriker.
Und ich kenne Einen dem das ständig passiert. Ich selbst habe glaube ich 4 mal bisher eine gewischt bekommen.
Und? Jedes mal den Unfall im Verbandsbuch dokumentiert, danach unmittelbar einen Durchgangsarzt aufgesucht (aber natürlich nicht selbst gefahren) der danach ein EKG gemacht hat um zu entscheiden, ob eine Einweisung in Krankenhaus wegen Gefahr auf Herzkammerflimmern notwendig ist, was er wahrscheinlich im Hinblick seiner eigenen Haftung immer veranlasst?

Derweil liegt die Baustelle so wie sie ist und sollte doch eigentlich an dem Tag noch fertig werden, aber SIcherheit geht ja schlieslich vor.

(und wenn du jetzt 4mal mit Ja antwortest, was ich nicht glaube, immer noch beim gleichen Arbeitgeber?)


das meinte ich mit
Unterhalte dich mal mir einem Elektromonteur, der in dem Geschäft arbeitet. Hier stehen leider oft die penible Einhaltung der Sicherheitsvorschriften im krassen Gegensatz zu den knappen Zeiten, die man dafür bezahlt bekommt
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GMD
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Re: Mitarbeiter in Stromkreislauf der Eisgratbahn geraten

Beitrag von GMD »

Je mehr Volt, desto gefährlicher ist einer der am weitesten verbreiteten Irrtümer auf dieser Welt und kaum auszurotten. Nicht die Spannung, sondern die Stärke macht den Strom gefährlich! Jeder von uns hat doch schon mal nach dem überstreifen eines Wollpullovers einen Schlag gekriegt. Bei dieser statischen (Ent-)Ladung entstehen bis zu 3000 Volt! Damit fahren beispielsweise die Eisenbahnen in Italien und Spanien. Das heisst nun aber nicht, dass man dort ohne Gefahr an der Fahrleitung herumfingern kann!
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Re: Mitarbeiter in Stromkreislauf der Eisgratbahn geraten

Beitrag von Drahtseil »

GMD hat geschrieben:...damit fahren beispielsweise die Eisenbahnen in Italien und Spanien. Das heisst nun aber nicht, dass man dort ohne Gefahr an der Fahrleitung herumfingern kann!...
Und wenn man das macht, dann mit Sicherheit nur einmal. :twisted: Da braucht man dann auch keinen Arzt mehr!
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Re: Mitarbeiter in Stromkreislauf der Eisgratbahn geraten

Beitrag von Dachstein »

Drahtseil hat geschrieben:Und wenn man das macht, dann mit Sicherheit nur einmal. :twisted: Da braucht man dann auch keinen Arzt mehr!
Falsch. Es gibt durchaus Leute, die überleben 15kv und 15 2/3 Hz; in die Fahrleitung zu gelangen bedeutet nicht immer ein Todesurteil. Jedoch sind die Verunglückte meist schwerst verletzt (Verbrennungen), die eine intensivmedizinische Versorgung unumgänglich machen.

Übrigens: selbst ein Toter braucht einen Arzt - für den Totenschein.

MFG Dachstein
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Re: Mitarbeiter in Stromkreislauf der Eisgratbahn geraten

Beitrag von Drahtseil »

Dachstein hat geschrieben:...es gibt durchaus Leute, die überleben 15kv und 15 2/3 Hz; in die Fahrleitung zu gelangen bedeutet nicht immer ein Todesurteil...
Ich nehm an, das so etwas sehr selten ist. Strom ist eben gefährlicher, als die meisten denken. Wersich also nicht zu 105% sicher ist, was er macht, sollte lieber einen Fachmann ranlassen.
Zuletzt geändert von Drahtseil am 22.09.2011 - 22:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mitarbeiter in Stromkreislauf der Eisgratbahn geraten

Beitrag von Seilbahnjunkie »

GMD hat geschrieben:Je mehr Volt, desto gefährlicher ist einer der am weitesten verbreiteten Irrtümer auf dieser Welt und kaum auszurotten. Nicht die Spannung, sondern die Stärke macht den Strom gefährlich! Jeder von uns hat doch schon mal nach dem überstreifen eines Wollpullovers einen Schlag gekriegt. Bei dieser statischen (Ent-)Ladung entstehen bis zu 3000 Volt! Damit fahren beispielsweise die Eisenbahnen in Italien und Spanien. Das heisst nun aber nicht, dass man dort ohne Gefahr an der Fahrleitung herumfingern kann!
Kommt auf die Definition von gefährlich an. Je höher die Spannung desto größer ist die Gefahr eines Übersprungs und das trägt ja auch zur Gefährlichkeit bei.

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Re: Mitarbeiter in Stromkreislauf der Eisgratbahn geraten

Beitrag von Dachstein »

Drahtseil hat geschrieben: Ich nehm an, das so etwas sehr selten ist. Strom ist eben gefährlicher, als die meisten denken. Wersich also nicht zu 105% sicher ist, was er macht, sollte lieber einen Fachmann ranlassen.
So selten ist es nicht, dass jemand einen solchen Stromschlag an sich überlebt, nur stirbt dieser Person dann meist an den Begleitumständen. Genickbruch durch wegschleudern vom Wagendach, aspirieren von Erbrochenem (anschließend Erstickungstod), uvm. ist möglich. Die die es überleben haben meist das Glück, dass sie einem gut ausgebildeten Ersthelfer in die Arme fallen oder haben anderweitig verdammt viel Glück.

MFG Dachstein
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Re: Mitarbeiter in Stromkreislauf der Eisgratbahn geraten

Beitrag von baeckerbursch »

Je mehr Volt, desto gefährlicher ist einer der am weitesten verbreiteten Irrtümer auf dieser Welt und kaum auszurotten.
Hmmmmmmmm.

Weslhalb kann ich dann bei einen 12 V Akku problemlos berühren, oder sogar ein 12v Halogen Schienensystem, ohne irgend etwas zu spüren? (Schutzkleinspannung)


Irgend einen Zusammenhang zwischen Volt & Ampere scheint es dann bei gesundheitlichen Folgen wohl doch zu geben.
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ATV
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Re: Mitarbeiter in Stromkreislauf der Eisgratbahn geraten

Beitrag von ATV »

baeckerbursch hat geschrieben:Irgend einen Zusammenhang zwischen Volt & Ampere scheint es dann bei gesundheitlichen Folgen wohl doch zu geben.
Ja das nennt sich ohmsches Gesetz. Warum es Dir bei 12V nichts mach habe ich oben doch vorgerechnet.
I= U/R dein Winderstand ist im dümmsten Fall ca 1000Ω also man rechne: 12V/1000Ω=0.012A ja nach dem Kitzelt das ein bisschen. Das Problem bei 230V und 50Hz sind aber die 50Hz die Dummerweise genau die Frequenz deines Blutdruckservos stört = Herzkammerflimmern bis zum Herzstillstand. Der Strom verursacht Verbrennungen. Ob Du jetzt auf einen Eisenbahnwaggen kletterst und dabei 15000V/1000Ω=15A abbekommst oder an der Steckdose kleben bleibst hat in der Regel andere Todesfolgen. Ersteres gibt Verbrennungen, letzteres Herzstillstand. Gleichstrom hat übrigens nur Verbrennungen zur Folge, allerdings schon bei geringerer Spannung und schlimmere innere Verbrennungen.
Hier durchlesen und bilden:
http://de.wikipedia.org/wiki/Stromschlag
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baeckerbursch
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Re: Mitarbeiter in Stromkreislauf der Eisgratbahn geraten

Beitrag von baeckerbursch »

Mir ging es vor allem darum:
Je mehr Volt, desto gefährlicher ist einer der am weitesten verbreiteten Irrtümer auf dieser Welt und kaum auszurotten.

Und das ist ja dann anscheinend merh oder minder Käse.
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ATV
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Re: Mitarbeiter in Stromkreislauf der Eisgratbahn geraten

Beitrag von ATV »

Es kommen noch erhebliche andere Faktoren dazu. Zum Beispiel Einwirkungszeit, Frequenz, Stromart, Körperwiderstand, Luftwiderstand, Erdung, usw. Vergleichs mit Wasser.
Du hast einen Wasserhahn. Der Druck des Wassers ist die Spannung in Volt, Die Menge an Wasser ist der Strom in Ampere, die verengung des Wasserhahn ist der Widerstand in Ohm. Wenn Du jetzt deinen Kopf unter den Wasserhahn hältst und du öffnest ihn so dass das Wasser über deinen Mund uns Nasen läuft, dann wirst du irgendwann ersticken, egal wie gross der Druck ist, die Menge des Wassers das Dir über das Gesicht fliesst sorgt dafür, dass du erstickst.
Ist jetzt abder der Druck des wassers so gross, dass es Dich durchbohrt, wirst du daran sterben egal ob das nur ein dünner Strahl ist noch nicht. :wink:
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Re: Mitarbeiter in Stromkreislauf der Eisgratbahn geraten

Beitrag von Ram-Brand »

Danke ATV. Jetzt versteht es jeder Klempner. ;-)


Wie ATV schon sagte, hängt das von mehreren Faktoren ab.
Fließt der Strom z.B. nur über zwei Finger, der gleichen Hand hat man mehr Überlebenschancen als wenn der Strom direkt über das Herz fließt.

Für alle die mehr Wissen wollen einfach mal Informieren. Im Internet gibt es dazu ja viele Seiten.
z.B.:
http://www.elektrofachkraft.de/fachwiss ... s-ergeben/
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