Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

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thun
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von thun »

Na, das ist ja Marketing par Excellence. Wir schauen uns ein Phänomen an und zeichnen hinterher eine Vierfeldertafel... :lach:

Im Ansatz ist die Untersuchung sicher nicht schlecht, zielt aber nur auf die Massendestinationen ab und lässt Nischenkandidaten völlig unter den Tisch fallen. Wieder Beispiel Krippenstein: Im Gesamtmarkt völlig unbekannt, jedoch für seine Zielgruppe ein Hot Spot mit hoher Bekanntheit und Begehrlichkeit.

Da greift die Dimension "Bekanntheit" gemessen über den Gesamtmarkt zu kurz, schließlich landen dort die traditionellen Ziele (Garmisch, Oberstdorf, Kitz) ganz oben, was aber nicht zwingend für eine erfolgreiche Positionierung ist. Unter der Dimension "Begehrlichkeit" (wie auch immer die erhoben wird) ist das Problem ähnlich gelagert.
Auch der Fokus auf den deutschsprachigen Raum deckt nicht annähernd die Realität ab: In manchen Orten wimmelt es von Holländern und co, und in Bormio dürften deutschsprachige Gäste fast völlig untergehen, trotzdem ist das Gebiet sicherlich nicht unerfolgreich - wird in dieser Kategorisierung aber in die Loosergruppe gesteckt. Verbier sei der Studie nach unbekannt, angeblich brummen dort aber die Geschäfte durch internationale Kundschaft. Und bei den deutschsprachigen Freeridern hat wohl auch schon jeder von dem Ort gehört. Auch Sulden gilt der Studie nach als "Verlierer", in der Praxis stellt sich das aber sicherlich auch etwas anders dar.

Das mir der Markenbekanntheit ist allerdings auch kleines Marketing-Einmaleins.

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wupperskier
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von wupperskier »

Jetzt läuft sogar schon auf ARD schon ein Werbespot über "snowspace Flachau". Das war bestimmt nicht ganz billig und ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob die Zielgruppe vom ARD auf die Strategie aus Flachau anspringt.

Lg
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eco
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von eco »

Was?
Also die Werbung auf Ö3 kenne ich .. hab mich auch erschrocken, als ich die zum ersten mal gehört habe :)
Wie sah die Werbung denn aus?
Ein Glück, dass man die jetzt gesendet hat - die 1,5 Mio. die der Gottschalk holt langen wohl nicht :D.
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wupperskier
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von wupperskier »

Ich hab nur das Ende gesehen, aber es sah garnicht schlecht aus. Zu sehen waren leere Pisten, Super Verhältnisse und es sah eher so aus, als wenn man Wert auf Natur legen würde. Von einem Industrieskigebiet war nichts zu sehen, aber wie gesagt: ich hab nicht den kompletten Werbespot gesehen.
Ganz zum Schluss erschien der Slogan: Snowspace Flachau
Tannberg
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von Tannberg »

@VR1985:

"Auf keinen Fall! Alle müssen sie ordentlich Werbung machen, denn sonst bekommt der, der keine Werbung macht vom großen Mainstreamkuchen garnichts ab. Jeder der mit etwas werben kann, der wird einige Touristen anziehen können. Wer besonders gute Werbung macht und Interessantes zu bieten hat, der darf sich glücklich schätzen, besonders viele Touristen abzugreifen.

Mich persönlich berührt Werbung nicht, ja ich nehme sie eigentlich nichtmal wahr"


Can't you see how stupid it is what you are saying?

Dieser Diskussionsstil ist in unserem Forum definitiv unerwünscht und hat mit einer sachlichen Diskussion über das Thema nichts zu tun - entweder man liefert Argumente, oder lässt es bleiben. Sollte wider Erwarten derartige Verfehlungen im Ton abermals vorkommen, werden wir die Konsequenzen ziehen.

MFG Mod. Dachstein
Zuletzt geändert von Dachstein am 02.02.2012 - 13:54, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Modhinweis
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von Tannberg »

@ fettiz:
Auch ganz intelligent:

"Ein Skigebiet ist also immer auch eine Marke. Sonst würde dort keiner hinfahren."


Soviel Quatsch...fast unerträglich
Zuletzt geändert von Tannberg am 01.02.2012 - 19:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von eco »

Das war dann vermutlich die Ski Amadè Werbung...
Aber immerhin traut man sich in Deutschland Werbung zu machen.
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wupperskier
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von wupperskier »

Das kann schon sein :/
Und ich hab ja auch nur einen kleinen Teil des Spots gesehen.
Aber am Ende stand da jedenfalls: Snowspace Flachau.
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thun
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von thun »

Tannberg hat geschrieben:@ fettiz:
Auch ganz intelligent:

"Ein Skigebiet ist also immer auch eine Marke. Sonst würde dort keiner hinfahren."


Soviel Quatsch...fast unerträglich
Jetzt mal langsam mit den Pferden! Das ist nicht gerade der Diskussionsstil, der hier gepflegt wird. 8O
Zumindest eine Begründung, warum das Deiner Ansicht nach so sei wäre wohl nicht zu viel verlangt, oder?

(Fettiz' Schlußfolgerung klammert vielleicht ein paar Schritte dazwischen aus, im Prinzip hat er aber recht.)

fettiz
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von fettiz »

thun hat geschrieben:Na, das ist ja Marketing par Excellence. Wir schauen uns ein Phänomen an und zeichnen hinterher eine Vierfeldertafel... :lach:

Im Ansatz ist die Untersuchung sicher nicht schlecht, zielt aber nur auf die Massendestinationen ab und lässt Nischenkandidaten völlig unter den Tisch fallen. Wieder Beispiel Krippenstein: Im Gesamtmarkt völlig unbekannt, jedoch für seine Zielgruppe ein Hot Spot mit hoher Bekanntheit und Begehrlichkeit.

Da greift die Dimension "Bekanntheit" gemessen über den Gesamtmarkt zu kurz, schließlich landen dort die traditionellen Ziele (Garmisch, Oberstdorf, Kitz) ganz oben, was aber nicht zwingend für eine erfolgreiche Positionierung ist. Unter der Dimension "Begehrlichkeit" (wie auch immer die erhoben wird) ist das Problem ähnlich gelagert.
Auch der Fokus auf den deutschsprachigen Raum deckt nicht annähernd die Realität ab: In manchen Orten wimmelt es von Holländern und co, und in Bormio dürften deutschsprachige Gäste fast völlig untergehen, trotzdem ist das Gebiet sicherlich nicht unerfolgreich - wird in dieser Kategorisierung aber in die Loosergruppe gesteckt. Verbier sei der Studie nach unbekannt, angeblich brummen dort aber die Geschäfte durch internationale Kundschaft. Und bei den deutschsprachigen Freeridern hat wohl auch schon jeder von dem Ort gehört. Auch Sulden gilt der Studie nach als "Verlierer", in der Praxis stellt sich das aber sicherlich auch etwas anders dar.

Das mir der Markenbekanntheit ist allerdings auch kleines Marketing-Einmaleins.
Für die Istsituation gibt die Studie sicher ein gutes Abbild.
Das hier in die Untergruppen und Teilergebnisse geschaut werden muss ist auch klar. Und dass die Istsituation immer nur für die befragte Zielgruppe gilt, welche möglichst repräsenatativ sein sollte, auch.
Das Portfolio ist ja nur die Quintessenz. Das manche Gebiete als Verlierer gelten und trotzdem derzeit durchaus erfolgreich sind kann am Besetzen einer Nische liegen. Da muss dann die Nische halt für sich selbst analysiert werden. Aber wie das mit Nischen oft so ist - ist es manchmal schwierig aus so einer Nischer heraus neue Nutzer zu aquirieren. Wenn dann die Nische wegbrechen sollte, weil möglicherweise freeride mal out sein sollte, dann steckt so ein Gebiet klar auf der Verliererseite - weil es für andere Nutzerschichten unattraktiv ist.

Gerade das Holländerwimmeln hat ja gerade oft mit der Positionierung und Branding zu tun.
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von fettiz »

Tannberg hat geschrieben:@ fettiz:
Auch ganz intelligent:

"Ein Skigebiet ist also immer auch eine Marke. Sonst würde dort keiner hinfahren."


Soviel Quatsch...fast unerträglich
Danke für so einen qualifizierten Kommentar. Nicht ernst zu nehmen.

Es ist nur Deine Meinung - ohne jeglichen Hintergrund und v.a. Hintergrundwissen. Was andere hier im Forum durchaus haben.

Sag mal: wo fährst Du am liebsten hin? Und nenne mir drei Gründe warum Du dorthin fährst und warum nicht in das vergleichbare Skigebiet xy? Die Antwort darauf ist letztlich die Marke.
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3303
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von 3303 »

Wieso sollte man aufgrund einer "Marke" das Skigebiet wählen?
Z interessiert mich beispielsweise wegen der Landschaft und den vielen unpräparierten Routen/Pisten. Gleiches gilt für Chamonix. Ob da jetzt das Marketing eine Marke draus macht oder nicht, beeinflusst meine Entscheidung nicht.
Marken entstehen zunächst aus besonderen Voraussetzungen bzw. Privilegien oder besonderen Angeboten, die Regionen haben, pflegen, nutzen, ausbauen und erhalten, wie das Matterhorn, die St. Moritzer Sonne (322 Sonnentage), das Ischgler Partyleben etc.. Das sind dann Marken im eigentlichen Sinne. Man vermarktet ein "Produkt" mit seinen bestimmten Qualitäten.
Dann gibt es noch die Vermarktung von quasi nichts. Beispiel: Ein industrieskigebiet wirbt mit unberührter Bergwelt und Tiefschneefahren. Ein austauschbares Gebiet ohne Besonderheiten gibt sich irgendwelche Namen, die nichts aussagen etc..
Erstere Marken können bei mir ein Interesse für das Gebiet auslösen. Aber nur dann, wenn mir das "Produkt" sowieso zusagt. Dies würde dann auch ohne die Marke geschehen, da ich recht intensiv herumsuche, bevor ich entscheide.
Letztere Marken wirken auf mich abstoßend und ich meide das Gebiet eher.
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Fab
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von Fab »

Na ja - man sollte den subtilen Einfluss von gut gemachtem Marketing/Werbing auch nicht unterschätzen. Das kann schon lange wirken bevor eine "Kaufentscheidung" überhaupt ansteht.
Wenn einen wie in Z o. Moritz beispielweise via Werbung/Marketing Begriffe eingeträufelt werden wie "Champagner Klima, Nobelort, Sonnen- u. Schneeparadies, fantastische Bergwelt usw. usw."und dann noch regelmäßig schöne Bilder u. Fernsehberichte lanciert werden (Promitreffs in Moritz, Bergrettung Air Zermatt), dann verfestigt sich unterbewusst eine positive Vorstellung von einem Ort.
Dann ist die "Marke" überzeugend.

Wenn dann irgenwann eine Auswahl für ein Urlaubsziel ansteht, sind die Orte von denen man schon eine positive Vorstellung hat klar im Vorteil

Wenn man "Shuttleberg" vermarktet, heisst das für mich "Sie kommen schnell auf den Berg - mehr haben wir nicht zu bieten"
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von Foto-Irrer »

Manchmal können auch einfachere Mittel, wo nicht offensiv etwas beworben wird, dazu dienen, einen Namen in der Bekanntheit zu steigern. Die Kooperation zwischen Hochgurgl und RTL gibt es bestimmt schon seit über 2 Jahren, dass Sommer wie Winter Webcam-Aufnahmen beim Wetter nach den Nachrichten gezeigt werden (ich schätze mal so an 3 Tagen die Woche, manchmal ist es auch Garmisch). Hochgurgl ist ja allgemein relativ früh mit Schnee dran. Das wirkt bestimmt positiv, wenn die im Sommer schon Schnee im TV zeigen können.
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von Mt. Cervino »

Fab hat geschrieben:Na ja - man sollte den subtilen Einfluss von gut gemachtem Marketing/Werbing auch nicht unterschätzen. Das kann schon lange wirken bevor eine "Kaufentscheidung" überhaupt ansteht.
Wenn einen wie in Z o. Moritz beispielweise via Werbung/Marketing Begriffe eingeträufelt werden wie "Champagner Klima, Nobelort, Sonnen- u. Schneeparadies, fantastische Bergwelt usw. usw."und dann noch regelmäßig schöne Bilder u. Fernsehberichte lanciert werden (Promitreffs in Moritz, Bergrettung Air Zermatt), dann verfestigt sich unterbewusst eine positive Vorstellung von einem Ort.
Dann ist die "Marke" überzeugend.

Wenn dann irgenwann eine Auswahl für ein Urlaubsziel ansteht, sind die Orte von denen man schon eine positive Vorstellung hat klar im Vorteil
Vollkommen richtig deine Aussage.
Alle Leute die behaupten Werbung oder Marketing haben keinen Einfluss auf ihre Entscheidungen irren sich gewaltig. In der Regel hat Werbung/Marketing nur recht selten eine kurzfristige Wirkung hinsichtlich Nachfrage. Kurzfristige Aktionen sind vor allem Preis gesteuert (z. B. eine Kiste Cola kostet diese Woche nur EUR 5,99 statt 8,99 oder die Laax Aktion mit 50%(?) Preisnachlass auf Unterkünfte etc.).
In der Regel wirkt Marketing und Werbung eher langfristig. Z.B.: Ich will mir einen Mittelklassekombi kaufen und denke an potenzielle Autos die in Frage kämen. Jetzt verarbeitet mein Gehirn alle Informationen die ich in den letzten Jahren zu diesem Thema mal bekommen habe. Fernsehspots, Autozeitschriften mit Werbung und Tests, Autorennen, Plakate, Internet Werbung, Pannenstatistiken (die man aufgrund der Beeinflussungsmaßnahmen der Hersteller auch als Marketing ansehen kann), Meinungen von Dritten die ebenfalls durch Marketing beeinflusst wurden etc.
Nur allein zu Wissen, dass es ein Produkt gibt, ist oft schon auf Marketing zurückzuführen. Die Aussage, dass man nicht durch Werbung/Marketing beeinflusst wird zählt also nicht (es sei denn man wohnt auf einer einsamen Alm und hat keinen Kontakt zur Außenwelt und keinen Zugang zu irgendwelchen Medien).
Oft ist aber auch Marketing/Werbung aber auch verantwortlich dafür, dass man sich bewusst gegen ein bestimmtes Produkt oder Dienstleistung entscheidet. Z. B. entscheidet sich jemand bewusst gegen Krombacher Bier weil ihm die penetrante Werbung beim Formel 1 Rennen oder Fußball nervt. Hätte er das Bier ansonsten evtl. zum Kauf in Betracht gezogen, hat auch hier die Werbung (wenn auch negativ) ihre Wirkung entfaltet.
Last Destinations: Alpe Mondovi (I) / Lurisia (I) / Quattre Vallées-Verbier (CH) / Abetone (I) / Pragelato (I) / Via Lattea-Sestriere (I) / Zermatt-Cervinia-Valtournanche (CH/I) / Pila (I) / Venet (AT) / Hochzeiger (AT) / Hochoetz (AT) / Kühtai (AT) / Pitztaler Gletscher-Rifflsee (AT) / Valtournanche-Cervinia-Zermatt (I/CH) / Obertoggenburg (CH) / St. Moritz (CH) / Arlberg-Lech-Zürs (AT) / Skiwelt (AT) / Cervinia-Zermatt (I/CH) / Serfaus-Fiss-Ladis (AT) / Kleinwalsertal-Ifen-Fellhorn-Söllereck (AT/DE) / Pila (I) / Valtournanche-Cervinia-Zermatt (I/CH) / Bardonecchia (I) / Via Lattea-Sauze D`Oulx-Sestriere (I) / Serre Chevalier (F) / Kleinwalsertal-Ifen (AT) / Tignes-Val d`Isere (F) / Kaunertal (AT) / Gstaad (CH) / Kleinwalsertal-Ifen-Fellhorn (AT/DE) / Isola 2000 (F) / Valberg (F) / Rosiere-Thuile (I/F) / Valtournanche-Cervinia-Zermatt (I/CH) / Portes du Soleil (CH/F) / Vars-Risoul (F) / Serre Chevalier (F) / Carezza (I) / Catinaccio-Vigo di Fassa (I) / Latemar-Obereggen (I)
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von VR1985 »

Tannberg hat geschrieben:@VR1985:

"Auf keinen Fall! Alle müssen sie ordentlich Werbung machen, denn sonst bekommt der, der keine Werbung macht vom großen Mainstreamkuchen garnichts ab. Jeder der mit etwas werben kann, der wird einige Touristen anziehen können. Wer besonders gute Werbung macht und Interessantes zu bieten hat, der darf sich glücklich schätzen, besonders viele Touristen abzugreifen.

Mich persönlich berührt Werbung nicht, ja ich nehme sie eigentlich nichtmal wahr"

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Du hast natürlich Recht. Ich habe nunmal eine Schwäche für Übertreibungen. Tut mir leid, dass du dafür gerüffelt worden bist.
Mt. Cervino hat geschrieben:Nur allein zu Wissen, dass es ein Produkt gibt, ist oft schon auf Marketing zurückzuführen. Die Aussage, dass man nicht durch Werbung/Marketing beeinflusst wird zählt also nicht (es sei denn man wohnt auf einer einsamen Alm und hat keinen Kontakt zur Außenwelt und keinen Zugang zu irgendwelchen Medien).
Oft ist aber auch Marketing/Werbung aber auch verantwortlich dafür, dass man sich bewusst gegen ein bestimmtes Produkt oder Dienstleistung entscheidet. Z. B. entscheidet sich jemand bewusst gegen Krombacher Bier weil ihm die penetrante Werbung beim Formel 1 Rennen oder Fußball nervt. Hätte er das Bier ansonsten evtl. zum Kauf in Betracht gezogen, hat auch hier die Werbung (wenn auch negativ) ihre Wirkung entfaltet.
Stimmt. Die besten Beispiele dafür sind eher Produkte des alltäglichen Lebens. Nehmen wir eine gewisse Nußcreme oder ein spezielles Papiertaschentuch. Hier hat sich ja mittlerweile der Markenname bereits als Synonym für das eigentliche Produkt etabliert.
Werbung mit negativem Effekt hat man sicherlich auch, wenn die Werbung auf fragwürdigen oder polarisierenden Werbeträgern platziert wird. Dazu fallen mir z.B. Teamsponsoren im Radsport ein. Wäre es vorher bekannt gewesen, dass dieser Sport derartig durch Doping zerstört ist, hätte sicherlich kaum eine renomierte Firma ihren Ruf durch ein Sponsoring und Werbung in diesem Bereich aufs Spiel gesetzt.

Zurück zur Vermarktung von Skigebieten.

Mich würde ja mal interessieren, aus welchen Gründen ihr euch entscheidet, gewissen Gebieten einen Besuch abzustatten. Bei mir sehen die Beweggründe wie folgt aus:

- Pistenkilometer (für Wochenurlaube)
- allgemeine Schneesicherheit (es sei denn Spontantripp)
- Image (die Aussage der Marke Skigebiet?!)
- Vorliegende, harte Informationen (früher hauptsächlich Skiatlanten, heute z.B. dieses Forum)
- Unbekannte Gebiete werden bei sonst ähnlichen Vorraussetzungen bevorzugt

Dabei vertraue ich also eher auf die Aussagen Dritter als auf direkte Werbung. Ich bin aber eben auch eher einer, der sich recht ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzt, wie die Meisten hier. Bei meiner Aufstellung habe ich ja das jeweilige Image als Entscheidungsgrund angegeben. Image und Werbung muss man meiner Meinung nach stark unterscheiden. Man kann als Skigebiet versuchen, ein gewisses Image aufzubauen. Ob man das erreicht entscheiden aber andere. Werbung zu machen ist dabei erstmal einfach aber sicher der bessere Weg um Besucher abzugreifen, die sich eher weniger tiefgreifend informieren.
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von 911er »

Die Skigebietsauswahl hängt immer davon ab mit wem ich in den Urlaub fahre (Fahre grundsätzlich nur ganze Wochen, denn die Anreise ist zu lang.)

Mit der Familie im Dezember/Januar ist es immer die gleiche Unterkunft in Skiamade. Da wir auch Nichtskifahrer dabei haben ist es ein mittleres Skigebiet das für jeden etwas bietet,
nämlich Kleinarl bzw. Filzmoos (wunderbar leer in den Ferien). Von dort aus werden öfters Tagesausflüge gemacht 4 Berge, Hochkönig, Großarl.

Bin ich nur mit Kollegen zum Skifahren unterwegs (meist im März), dann dürfen es auch mal die Industriesgroßskigebiete im Zillertal, Ischgl, Arlberg, Dolomiti Superski oder Frankreich sein.
Dann liegt das Augenmerk auf Skifahren und möglichst viel Abwechslung. Der Skitag dauert dann auch von 8h30 bis 16h, egal wie das Wetter ist.
Zur Ferienzeit könnte ich mir das nicht vorstellen, da wär mir einfach zu viel los. Da bevorzugen wir Kleinskigebiete wie Filzmoos oder Radstadt/Altenmarkt.

Da Kleinarl mit dem Shuttleberg hier ja auch heiß diskutiert wird auch mal meine Sichtweise dazu.

Mir ist es ehrlich gesagt schnuppe wie die Lifte bzw. Bahnen heißen. Ich kenne auch noch die alten Bezeichnungen (bzw. auch die alten Schlepper DSB's etc.).
Der Funpark und die Ausrichtung auf Freestyle stört mich nicht. Finde ich sogar gut, denn dann können die Freestyler im abgesperrten Bereich ihre Kunststücke machen und müssen es nicht auf der Piste tun.
Es gibt genug alternativen und man kann auch nach Zauchensee wechseln.

Es ist aber grundsätzlich schön, wenn man mit der Familie unterwegs ist, das die Ski nicht abgeschnallt werden müssen (alles KSB's) und das es viele Lifte mit Haube gibt. Das ist schon Komfort, den man nicht mehr missen möchte. Die gab's zu meiner Jugendzeit noch nicht und es war oft ein Kampf bis ich mit dem Schlepper oben war...
Andereseits lernte man so auch Skifahren. :mrgreen:

Wichtig sind auch die Hütten beim Familienurlaub und da gibt es in Kleinarl und auch Zauchensee noch genügend Auswahl und auch mit Bedienung, die ein hervorragendes Preisleistungsverhältnis bieten (absoluter Tipp Bergasthof Pröll).
Saison 2024/25:
Südtirol 6 Tage im Jan.
Zillertal 15 Tage in KW 12 und 13
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von 3303 »

Fab hat geschrieben:Na ja - man sollte den subtilen Einfluss von gut gemachtem Marketing/Werbing auch nicht unterschätzen. Das kann schon lange wirken bevor eine "Kaufentscheidung" überhaupt ansteht...
Ich unterschätze das nicht.

Allerdings sind dennoch manche Entscheidungen, wofür man sein Geld ausgibt, nicht davon beeinflusst.
Wenn sich beispielsweise meine hauptsächlichen Skitage weg vom Corvatsch hin zu Diavolezza/Lagalb verschoben haben, dann hat mich dabei einfach keinerlei Marketing beeinflusst, sondern es hat etwas mit der Entwicklung der Gebiete zu tun.

Manch einer interessiert sich vielleicht für Kunst und sucht lange ein ganz bestimmtes Bild. Die Kaufentscheidung wird quasi in einem Moment gefällt, zu dem das Gemälde gar nicht zum Verkauf steht. Dann kauft er es zwar irgendwann aufgrund von Informationen, die ihm aufzeigen, wo er es von wem erwerben kann. Das würde ich aber nicht als vom Marketing beeinflusste Kaufentscheidung bezeichnen.

Oder der Erwerb eines Baugrundstückes. Jemand sucht in guter Lage ein Grundstück und tritt dann aktiv an den Eigentümer heran, um es zu kaufen. Auch keine Marketingentscheidung.

Ferner unternehmen manche Leute Militärstraßentouren in den (Süd-)Alpen und übernachten ungeplant spontan in Gasthöfen, die ihnen gefallen. Meines Erachtens nicht von Marketing beeinflusst.

Marketing beherrscht mit seiner Manipulation des Kunden weitestgehend den Konsumgütermarkt. Aber nicht alle Entscheidungen.
Außerdem gibt es noch den Connaisseur http://www.alpinforum.com/forum/viewtop ... 37&t=34101
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eco
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von eco »

Interessanter Artikel, passt auch hier ins Topic
-> http://www.salzburg24.at/neue-watchgrou ... ng/3159308
"Neue “Watchgroup” in Salzburg wehrt sich gegen Sexismus in Werbung"
peteristda
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von peteristda »

Ich denke Werbung/Marketing für Skigebiete ist nutzlos und eine verbratene Ressource.

Wenn ich mal für mich und meine Bekannten sprechen darf, so hat man seine favorisierten Skigebiete und sollte es mal ein anderes Skigebiet sein, nutzen wir lieber den Weg der Mundpropaganda. Diese Mundpropaganda hat Ihren Ursprung aber nicht aus der Werbung sondern aus eigenen Erfahrungen anderer Leute (Freunde/Familie/Arbeitskollegen).
Wenn ich mal meine Heimatstadt Hamburg betrachte, so fahren m.M.n. 90% aller Hamburger immer in dasselbe Skigebiet (same procedure as every year).

Diejenigen (vor allem junge Leute), die dann doch öfter das Skigebiet wechseln, fragen wie schon gesagt lieber den besten Kumpel oder die beste Freundin.
Welcher Anteil an Ski/Snowboardfahrern am großen Kuchen bleibt also noch übrig? 2%? 3%? Und diese 2-3% sollen also die Kosten einer Imagekampagne wieder einspielen? Naja, die Marketingabteilungen in Unternehmen müssen halt was zu tun haben….

Wenn ich für ein neues KFZ werbe, sehe ich das ein, auf Werbung an sich habe ich mich aber noch nie verlassen und baue schon lange keinen Urlaub darauf auf. Wäre ja noch schöner, wenn jeder seinen Sommerurlaub ebenfalls nach demselben Schema bucht:

Ibiza ist die Partyhochburg der Reichen und Schönen, Mallorca der Ballermann Europas. Gibt es auf den Inseln denn wirklich nur diese beiden Extreme? Nein, man kann auch für Kleingeld nach Ibiza und man kann auch auf Mallorca einen erholsamen Urlaub machen. Seit einigen Jahren versuchen die Mallorquiner, das Partyimage ad acta zu legen. OHNE ERFOLG.
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von thun »

@ 3303: Soweit ich weiß hat hier keiner eine absolute Beeinflussung der Entscheidung durch Marketingaktivitäten postuliert. Es wäre auch naiv, sowas zu glauben. Du wirst aber sicher zustimmen, dass ein Einfluss auf gewisse Entscheidungen gegeben ist.
Du vergleichst da auch Äpfel mit Birnen: Natürlich ist es schwer, einen Einfluss von Werbung beim Kauf eines Kunstwerkes festzustellen, da es in deinem Beispiel auch keine Werbung im engeren Sinne gibt. Allerdings dürfte auch in der Branche Werbung z. B. über bedeutende Ausstellungen oder Hypes in den entsprechenden Magazinen die Kaufentscheidung (und damit wiederum die Wertentwicklung) vieler Sammler beeinflussen.
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von 3303 »

thun hat geschrieben:@ 3303: Soweit ich weiß hat hier keiner eine absolute Beeinflussung der Entscheidung durch Marketingaktivitäten postuliert....
Mir ging es hauptsächlich darum, solche doch sehr pauschal klingenden Aussagen zu relativieren:
Mt. Cervino hat geschrieben: Alle Leute die behaupten Werbung oder Marketing haben keinen Einfluss auf ihre Entscheidungen irren sich gewaltig.
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Südwand
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von Südwand »

peteristda hat geschrieben:Wenn ich mal für mich und meine Bekannten sprechen darf, so hat man seine favorisierten Skigebiete und sollte es mal ein anderes Skigebiet sein, nutzen wir lieber den Weg der Mundpropaganda. Diese Mundpropaganda hat Ihren Ursprung aber nicht aus der Werbung sondern aus eigenen Erfahrungen anderer Leute (Freunde/Familie/Arbeitskollegen).
Wenn ich mal meine Heimatstadt Hamburg betrachte, so fahren m.M.n. 90% aller Hamburger immer in dasselbe Skigebiet (same procedure as every year).

Diejenigen (vor allem junge Leute), die dann doch öfter das Skigebiet wechseln, fragen wie schon gesagt lieber den besten Kumpel oder die beste Freundin.
Welcher Anteil an Ski/Snowboardfahrern am großen Kuchen bleibt also noch übrig? 2%? 3%? Und diese 2-3% sollen also die Kosten einer Imagekampagne wieder einspielen? Naja, die Marketingabteilungen in Unternehmen müssen halt was zu tun haben….
Das sagt man so leicht. Aber was glaubst Du, woher die Anderen das haben? Auch wenn Deine Bekannten auf Werbung immun wären (was ich stark bezweifle), haben zumindest deren Bekannte auf Marketing welcher Art auch immer angesprungen ;)
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von VR1985 »

Südwand hat geschrieben: Das sagt man so leicht. Aber was glaubst Du, woher die Anderen das haben? Auch wenn Deine Bekannten auf Werbung immun wären (was ich stark bezweifle), haben zumindest deren Bekannte auf Marketing welcher Art auch immer angesprungen ;)
Irgendwann muss sich ja mal jemand entschieden haben, irgendwo Skifahren zu gehen, ohne, dass ihm jemand einen Tipp geben konnte, wo es besonders schön ist.

Gegen Werbung ist man nicht Immun. Auch ich kaufe stets Coca Cola, wenn ich ein koffein- und zuckerhaltiges Kaltgetränk möchte und ich kaufe auch Nutella, wenn ich ne Nußcreme benötige. Ich definiere darüber meinen Lifestyle ;) . Aber dann ist auch Schluss. Gegen absolute Marktdominanz und Gewohnheit ist man eben machtlos, aber es braucht mir niemand erzählen, dass ich besser in seinem Skigebiet skifahren gehe. Harte Fakten, die Meinung freier Dritter und schließlich das eigene Gefühl zählen da für mich doch mehr und das nicht nur in diesem Bereich.
Aber als Kind war ich da auch schon relativ abgeklärt und hing meinen Eltern nicht ständig mit Wünschen in den Ohren, die ich im Wochenend-Vormittagsprogramm privater Sender aufgeschnappen konnte. Ich bezweifle allerdings doch irgendwie, dass mein Verhalten repräsentativ für das Verhalten des Durchschnitssdeutschen ist.
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Re: Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Beitrag von Pistencruiser »

Marketing funktioniert nahezu nach dem immer gleichen Grundschema. Das Produkt welches beworben wird ist in dieser Hinsicht erst einmal zweitrangig
Dieses Schema drückt sich in der sog. A.I.D.A - Formel aus:

Attention
Interest
Desire
Action

Übertragen auf die Vermarktung einer Wintersportdestination lässt sich das in stark abstrahierter Form in etwa wie folgt darstellen:

Attention (Aufmerksamkeit)
wird erzeugt durch: klassische Werbung (Print, Radio, TV), Bannerwerbung, Sponsoringaktivitäten, Durchdringung der benutzten Onlinemedien durch Platzierung
der entsprechenden Banner, etc., etc.,.....
Hier geht es in erster Linie um Penetration/Durchdringung des Werbeempfängers. Ziel ist es, den Produktnamen/Image (=Wintersportdestination) beim Empfänger zu verankern.
Dies geschieht zumeist unbewusst. (Funktioniert im Übrigen auch bei marktkritischen Zeitgenossen, die von sich behaupten gegen derartige Einflüsse "imun" zu sein :wink: )

Interest (Näheres Interesse am Produkt => Beschaffung weiterführender Informationen)
Der wohl wichtigste Baustein der Formel: Ist der Werbeempfänger erst einmal "weichgekocht" und kommt dann evtl. auch noch die vielbeschriebene Mundpropaganda
zufällig hinzu, beginnt der Empfänger sich näher mit der beworbenen Materie zu beschäftigen und tiefergehende Informationen einzuholen.
In diesem Fall: Reiseportale, Online-Interessengemeinschaften (Foren, AF), HP der jeweiligen Destination usw., usw....
Hier passiert dann der entscheidende Schritt:
Führt diese tiefergehende Informationssammlung (z.B. Pistenkm, Erreichbarkeit, Preisgefüge,Komfort, Familienfreundlichkeit, Landschaft, komplementäre Infrastruktur, etc,...) zu einer Schnittmenge mit den persönlichen Wünschen, Vorlieben, Zielvorstellungen des Konsumenten, führt das Diesen zwangsläufig zum nächsten Step

Desire ( = "Haben-wollen-Effekt")
Ist die o.g. Schnittmenge mit den Wunschvorstellungen des Konsumenten groß genug, wird das Produkt in die engere Konsumauswahl einbezogen.
Die Kaufentscheidung ist so gut wie fix.

Action
=> bedeutet nicht anderes als die abschließende Kaufhandlung bzw. das Tätigwerden des Werbeempfängers im Sinne des Werbungtreibenden (= Kauf/Buchung)

Dies ist eine sehr vereinfachte Darstellung und lässt sich in all seinen Feinheiten und Nuancen nahezu unendlich weiter runterbrechen.
Dieses Grundgerüst des Marketing funktioniert produktunabhängig - ganz gleich ob VW-Golf oder Wintersportdestination.
Sehr gut funktioniert hat es dann, wenn es der Konsument nicht einmal bemerkt hat! :wink:
Die einen kennen mich — die anderen können mich...!
Konrad Adenauer

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