Wie ich bei meinen Berichten aus Flachau und Flachauwinkl/Kleinarl gemerkt habe, scheint das Thema, ein Skigebiet als Marke zu vermarkten ja auf teilweise großen Widerstand hier im Forum aber auch auf teilweise Zustimmung zu stoßen. Um solche Diskussionen aus den Schneeberichte-Topic rauszuhalten dieses Topic. Ich persönlich finde diese unterschiedlichen Positionen und unterschiedlichen Interpretationen von Marketingkonzepten ziemlich interessant.
Hier mal ein paar Diskussionsanregungen:
-Was haltet ihr generell von solchen Marketingstrategien?
-Welches Marketing bevorzugt ihr?
-Seit ihr eher der traditionelle Skifahrer oder eher der Industrieskifahrer? - Warum?
-Welche 'besonderen' Marketings kennt ihr?
-Beeinflusst das Marketing eines Skigebietes eure Entscheidung, ein Skigebiet zu besuchen? ...und so weiter...
Jeder der ein Produkt anbietet, in diesem Fall ein skigebiet, würde sich natürlich gerne als "Marke" etablieren.
Dazu brauchts m. E. einen ansprechenden Markenkern. Ein Alleinstellungsmerkmal würde das Glück vollkommen machen.
Der Arlberg steht meiner Meinung nach für ein Tiefschneeeldorado und Laax dürfte mittlerweile auch als Treffpunkt für Freeskier und Snowboarder bekannt sein!
Fab hat geschrieben: Ein Alleinstellungsmerkmal würde das Glück vollkommen machen.
Z.B so eines wie es in deinem Avatar zusehen ist und man ist aller (Marketing-) Sorgen ledig.
Wer über kein solches verfügt muss dann eben über die Marketingmaschine eines suggerieren.
Ob dies dann der vor Ort anzutreffenden Realität standhält wird letztlich der Gast entscheiden.
3 Vallees: le plus grand domain skiable du monde
Portes du Soleil: Die sagen es nicht so direkt, beanspruchen aber eigentlich die gleiche Aussage für sich
Zermatt: Matterhorn, höchster Lift der Alpen
Verbier/St. Bernard/Chamonix/La Grave: klassisch Free- und Extremeski-Gebiete
bei mir zieht nicht:
Ischgl/Sölden/Saalbach/St. Anton: DJ Ötzi Apres Ski
Laax: Snowboarderparadis
St. Moritz, Kitzbühel: Schickie Mickie
Also ich gehöre hier im Forum wohl eindeutig zu den bekennenden Industriepistenfahrern und habe auch gerade eine traumhafte industrieskigebietswoche in den Dolomiten hinter mir. Ich mag perfekt präparierte und optimal eingeschneite Pisten ohne Steine, Eis und unnötige Ziehwege und ja, ich mag auch moderne, schnelle Liftanlagen, die mich zügig zu diesen Pisten bringen. Gemütliche Hütten, deren Speisekarten eher an einen Urlaub am Mittelmeer erinnern als an Dosen-Feinkost von Aldi find ich auch toll. Ich fahre Ski um zu genießen: Die Natur, die Geschwindigkeit, die Herausforderung einer steilen Piste, die Herausforderung einer langen Skigebietstour, gutes Essen auf den Hütten und abends ein nettes Hotel.
Ich habe mit DolomitiSuperski meine Region gefunden, fahre aber auch jedes Jahr in andere Destinationen um Neues kennenzulernen, das Gesamtkonzept ist für mich aber in den Dolomiten unübertroffen. Für mich hat es DolomitiSuperski geschafft, sich als Marke zu etablieren: Skifahren in einer einzigartigen Landschaft und mit einer hervorragenden Qualität unabhängig davon wieviel Schnee natürlich gefallen ist.
Wenn ich keinen Trubel will und keine Technik, dann nehme ich Mine Tourenski und gehe auf Tour, das finde ich auch toll, dann brauche ich aber auch keine klapprigen Lifte.
Zuletzt geändert von frank123 am 01.02.2012 - 23:21, insgesamt 1-mal geändert.
3 Vallees: le plus grand domain skiable du monde
Portes du Soleil: Die sagen es nicht so direkt, beanspruchen aber eigentlich die gleiche Aussage für sich
Zermatt: Matterhorn, höchster Lift der Alpen
Verbier/St. Bernard/Chamonix/La Grave: klassisch Free- und Extremeski-Gebiete
bei mir zieht nicht:
Ischgl/Sölden/Saalbach/St. Anton: DJ Ötzi Apres Ski
Laax: Snowboarderparadis
St. Moritz, Kitzbühel: Schickie Mickie
Da St. Moritz möglicherweise der bekannteste Alpenort ist, können die marketingmäßig nicht so viel falsch gemacht haben.
@ Eco: Du hast mich anscheinend nicht ganz verstanden. Ich bin nicht gegen "Skigebiet als Marke", sondern finde die Umsetzung in Kleinarl ("am Shuttleberg" ) für fragwürdig. Die Diskussion halte ich aber auch für interessant, und sie ist in einem eigenen Thema gut aufgehoben.
Natürlich müssen sich Skigebiete vermarkten, wie jedes andere Unternehmen auch. Dass das mit dem Bau von KSBs und dem Planieren von Pisten, sprich der tendentiellen Homogenisierung des Angebots schwieriger geworden ist, ist für mich auch irgendwie logisch.
Die Krux ist: Um erfolgreich vermarktet werden zu können muss das Gebiet einen glaubwürdigen und einzigartigen Markenkern besitzen, und da gibt es sehr wenige Beispiele, die das erfolgreich umsetzen (Ischgl, Serfaus, Laax; das Tannheimer Tal und La Grave, um auch Gebiete fernab des Massenbetriebes zu nennen). Diese Regionen setzen auch langfristig auf so eine Ausrichtung (klar, es kostet ja auch viel mehr, ein einmal etabliertes Image nachhaltig zu ändern, als das ganze Gebiet umzubauen), um sich so auch langfristig Umsätze zu sichern. Das machen noch zu wenige Regionen wirklich konsequent, stattdessen wird lieber mit der "längsten/schnellsten/kapazitätsstärksten Achtersesselbahn ohne Hauben aber dafür mit Heizung in Niederösterreich" oder ähnlichem geworben, und ich bin mir sicher, dass das keine Zukunft hat, denn es interessiert die Kunden nicht bzw. schafft keinen wirklichen nachhaltigen Mehrwert (das Werbeversprechen, nicht unbedingt die Bahn als solche). Andere Gebiete versuchen, für alle was zu bieten, und überzeugen damit auch nicht wirklich (die Planai ist ein Beispiel, in dem ich kürzlich war: Uns hat sich der Sinn von solchen "Innovationen" wie der Klangpiste nicht erschlossen, und eine Freundin war vom groß beworbenen Snowpark maßlos enttäuscht, dazu noch Nachtslalom undundund).
Kurz und gut: Es gibt erstaunlich wenige Beispiele, die dieses Marketing konsequent umsetzten, diese decken jedoch ein klar definiertes Marktsegment ab (Serfaus ist das Topziel für Familien, St. Moritz für Gspickte, Alagna für Freerider abseits des Mainstreams, Leute, die Winteridylle wollen sind im Tannheimer Tal gut aufgehoben, etc.) und schienen auch erfolgreicher als andere zu sein. Da ist noch viel ungenutztes Potenzial vorhanden.
Nur kann man es halt auch übertreiben, und dann stellt sich mir als potenziellem Kunden die Frage, ob ich mir das geben muss. Das ist aber bei anderen Produkten sehr ähnlich.
Im konkreten Beispiel Kleinarl ist das Konzept, sich für Freestyler zu positionieren ja nicht schlecht. Allerdings stellt sich mir die Frage, was ich davon halten soll, wenn dafür gleich ganze Berge umbenannt werden. Im Übrigen spricht so ein Vermarktungskonzept ja nicht nur potenzielle Gäste an, sondern alle Stakeholder. Ich kann mir nicht vorstellen, dass auch nur 5% der Kleinarler davon begeistert sind, dass ihr Hausberg nun unter so einem dämlichen denglischen Namen, den sich irgendwelche Sesselfurzer im Bergbahnbüro ausgedacht haben müssen, weil das "sicherlich locker ist und bei der Zielgruppe gut ankommt", bekannt gemacht wird. Und dann stellt sich die Frage, ob das nicht den Markenkern bzw. dessen Wahrnehmnung negativ stört. Zumindest bei mir ist das der Fall, denn ich empfinde das Marketingkonzept in diesem Fall als völlig übertrieben.
Das Unternehmen, also auch Bergbahnen, ein Marketingkonzept benötigen, dürfte für die meisten unstrittig sein. Wenn man mitten in den Alpen auf englische Fantasienamen wie Shuttleberg oder Snowspace setzt, dann kommt das bei mir eher lächerlich an und bei mir geht der Schuss eindeutig nach hinten los. Das Ganze wirkt dann auch, und zwar in der Richtung, dass ich dort wegbleibe.
thun hat geschrieben:Ich kann mir nicht vorstellen, dass auch nur 5% der Kleinarler davon begeistert sind, dass ihr Hausberg nun unter so einem dämlichen denglischen Namen, den sich irgendwelche Sesselfurzer im Bergbahnbüro ausgedacht haben müssen, weil das "sicherlich locker ist und bei der Zielgruppe gut ankommt", bekannt gemacht wird. Und dann stellt sich die Frage, ob das nicht den Markenkern bzw. dessen Wahrnehmnung negativ stört. Zumindest bei mir ist das der Fall, denn ich empfinde das Marketingkonzept in diesem Fall als völlig übertrieben.
Ausgedacht hat sich den Namen wahrscheinlich eher eine ganz tolle Marketingagentur, ansonsten bin ich mit Dir absolut einer Meinung!
Wow - wahnsinn wie viele Meinungen hier schon zusammen gekommen sind !
@thun: Mich hat es einfach allgemein interessiert, wie die User hier im Forum zu diesem Thema stehen
Zu Kleinarl: Das ist jetzt ca. 14 Jahre (wenn nicht sogar noch länger) so, dass der Berg Shuttleberg Flachauwinkl-Kleinarl heißt. Ich glaube 14 Jahre sind ein Zeitraum wo man nicht mehr von 'nun' sprechen kann und wo sich die Leute im Ortdran gewöhnt haben, zu mal man sicher auch gesehen hat, dass die Kleinarler Bergbahnen auch ein bisschen erfolgreich geworden sind (liegt sicher nicht nur am Marketingkonzept- hat aber bestimmt auch dazu beigetragen )
Lothar hat geschrieben:Ausgedacht hat sich den Namen wahrscheinlich eher eine ganz tolle Marketingagentur, ansonsten bin ich mit Dir absolut einer Meinung!
- Ausgedacht hat sich das die Werbeagentur 'PinkInk' - ist in Flachau ansässig
In Z beispielsweise ist man mit dem Matterhorn als Markenikone bestens bedient. Dazu kann man noch gut mit "höchster u. längster" werben.
Das hat den Marketingleuten nicht gereicht. Die Bergnamen wurden noch mit "Paradise" versehen.
"Rothorn Paradise", "Gornergrat Paradise", "Schwarzsee Paradise" und natürlich Matterhorn Glacier Paradise" - einfach lächerlich.
Ich hab immer gespöttelt " Im Paradies ist es warm"
Diese Saison wurden das "Paradise" wieder gestrichen. Lediglich das Kleinmatterhorn darf sich immer noch "Matterhorn Glacier Paradise" schimpfen.
Meistens einfallslos u. albern diese Marketingheinis. Wahrscheinlich arbeitlos geworden und "jetzt mach ich halt mal Marketing"
Fab hat geschrieben:Meistens einfallslos u. albern diese Marketingheinis. Wahrscheinlich arbeitlos geworden und "jetzt mach ich halt mal Marketing"
Exakt meine Meinung.
Das beste "Marketing" ist neben dem Landschaftspotential immer noch ein gutes Angebot und Gastfreundschaft.
Und das kommt von den Anbietern und vom Volk vor Ort, nicht von den Agenturen.
thun hat geschrieben:
Die Krux ist: Um erfolgreich vermarktet werden zu können muss das Gebiet einen glaubwürdigen und einzigartigen Markenkern besitzen, und da gibt es sehr wenige Beispiele, die das erfolgreich umsetzen (Ischgl, Serfaus, Laax; das Tannheimer Tal und La Grave, um auch Gebiete fernab des Massenbetriebes zu nennen). Diese Regionen setzen auch langfristig auf so eine Ausrichtung (klar, es kostet ja auch viel mehr, ein einmal etabliertes Image nachhaltig zu ändern, als das ganze Gebiet umzubauen), um sich so auch langfristig Umsätze zu sichern. Das machen noch zu wenige Regionen wirklich konsequent, stattdessen wird lieber mit der "längsten/schnellsten/kapazitätsstärksten Achtersesselbahn ohne Hauben aber dafür mit Heizung in Niederösterreich" oder ähnlichem geworben, und ich bin mir sicher, dass das keine Zukunft hat, denn es interessiert die Kunden nicht bzw. schafft keinen wirklichen nachhaltigen Mehrwert (das Werbeversprechen, nicht unbedingt die Bahn als solche).
Hier ist die Kurx aber, ob man sich solche Investitionen wie SFL auch wo anders leisten kann - und das muss leider klar verneint werden. Die Niederösterreicher werden alleine aus Kostengründen nie das machen können, was die Serfauser und Fisser auf die Beine stellen. Das ist finanziell nicht drinnen. Dennoch gibt es in Ostösterreich ein Beispiel, was gutes und stimmiges Marketing mit einem für die Region einzigartigen Markenkern besitzt - die Freeridearena Krippenstein. Nur der Berg ist halt ideal für sowas, das Land Oberösterreich hat es erkannt und den Berg in dieser Hinsicht beworben.
3303 hat geschrieben:Das beste "Marketing" ist neben dem Landschaftspotential immer noch ein gutes Angebot und Gastfreundschaft.
Und das kommt von den Anbietern und vom Volk vor Ort, nicht von den Agenturen.
Man muss halt schon die vorzüge, falls vorhanden, den Kunden näher bringen. Da sind Z u. Moritz auch nicht der Maßstab, da beide halt ein Supergesamtpaket anbieten.
Schwierig am Markt durchzudringen ist es für Gebiete mittlerer Größe ohne Besonderheiten wie z. B. Nauders, Savognin etc.). Um Erfolg zu haben braucht es dann schon Pfiffigkeit.
Dachstein hat geschrieben:Hier ist die Kurx aber, ob man sich solche Investitionen wie SFL auch wo anders leisten kann - und das muss leider klar verneint werden. Die Niederösterreicher werden alleine aus Kostengründen nie das machen können, was die Serfauser und Fisser auf die Beine stellen. Das ist finanziell nicht drinnen. Dennoch gibt es in Ostösterreich ein Beispiel, was gutes und stimmiges Marketing mit einem für die Region einzigartigen Markenkern besitzt - die Freeridearena Krippenstein. Nur der Berg ist halt ideal für sowas, das Land Oberösterreich hat es erkannt und den Berg in dieser Hinsicht beworben.
Klar ist es für große, potente Bergbahnen einfacher, solche Infrastrukturinvestitionen zu stemmen. Unbedingt nötig für eine erfolgreiche und sinnvolle Positionierung als Marke sind sie aber nicht (das ist ja auch in fast allen anderen Branchen so, dass es auch massenhaft erfolgreiche KMUs gibt). Ein Beispiel hast Du mit dem Krippenstein gegeben. Ich würde auch das Tannheimer Tal dazuzählen, wo es vier kleinere Skiberge ohne Liftverbindung, etc. gibt, man sich aber konsequent in Richtung "Winteridylle" orientiert hat und als Hauptpfund ein (zumindest wochentags) ruhiges, unverschandeltes Hochtal mit einem breiten Angebot von Winterwandern über Ski bis zu Schlittschuhlaufen bietet. Jungholz (noch kleiner) hat sich zumindest in seinem Einzugsgebiet als Ziel für Familien mit kleinen Kindern positioniert und lebt gut davon. Eine gute Marke braucht also nicht unbedingt ein Skigebiet der Kategorie 200 Pistenkilometer+ samt dem Investitionspotential, sondern ein gutes Konzept. Fab hat aber recht, dass es natürlich für die Regionen, die nichts wirklich besonderes bieten können, besonders schwierig ist, sich eine Lücke zu suchen. Insofern könnte man u. U. auch den ein oder anderen Zusammenschluss der letzten Jahre bzw. den Drang der Bergbahnen, ihr Heil in der Größe zu suchen recht kritisch sehen.
Wichtig erscheint mir auch, dass das Konzept nicht nur von den Liftbetreibern allein entwickelt werden darf (vielleicht mit der Ausnahme absoluter Tagesziele), sondern durch ein entsprechendes Angebot bei der sonstigen Infrastruktur unterfüttert sein muss. Seraus würde ohne die ganzen Hotels mit breitem Angebot für die Kinder nicht funktionieren, Ischgl als Marke ohne das entsprechende gastronomische Angebot im Ort auch nicht. Es müssen in einer Region also alle an einem Strang ziehen, um erfolgreich zu sein.
Eine überaus interessante Auseinandersetzung mit dem Thema Skigebietsmarketing. Leider habe ich gerade kaum Zeit, aber etwas dazu muss/will ich loswerden:
Viele Menschen (teils auch im Marketing) können/wollen Markendesign und Markenidentität nicht unterscheiden. Wenn diese beiden Punkte keine oder eine zu geringe Schnittmenge haben, ist das Marketing letztlich für den Ar....!
Markendesign allg. ist die Werbung für das Produkt (Wie soll mein Produkt wahrgenommen werden), Markenidentität dagegen ist die konkrete Wahrnehmung des Kunden in Abgrenzung zu anderen Produkten bzw. hier Skigebieten.
Die Markenidentität passt zum Markendesign imho perkfekt bspw. in/weil:
Zermatt/ ds´Horu
La Garve/ die Freeridedestination überhaupt
3 V/ weltbekannt dank seiner unendlichen Größe
Ischgl/ Prost
Dies sind nur 4 Beispiele, wer aber diese Namen hört, braucht schlicht keine weiteren Erklärungen bzw. "aufklärende Werbung".
Je auswechselbarer das Produkt bzw. das Skigebiet ist, umso schwerer ist es für die Marketingstrategen, sich mit glaubhaften und vor allem dann vor Ort erlebbaren Vorzügen von anderen Skigebieten abzugrenzen. Als Negativbeispiel hatte ich ja in der Vergangenheit oft das Zillertal angeführt. Aus Sicht des feriengebundenen Touristen passen Markenanspruch (Design) und Wirklichkeit (Identität) nicht wirklich zusammen. Geworben wird z. Bsp. im Hochzillertal mit
1. Top Skigebiet *****
2. Größe des Skigebiets *****
3. Top Pistenangebot – Variationen bei den Abfahrten *****
4. Top Lifte & Bahnen *****
5. Top Schneesicherheit *****
6. Top Pistenpräparierung *****
7. Top Anfahrt, Parkmöglichkeiten *****
8. Top Orientierung (Pistenplan, Infotafeln, Ausschilderung) *****
9. Top Sauberkeit und Hygiene *****
10. Umweltfreundlicher Skibetrieb ****
11. Freundlichkeit des Personals ****
12. Top Bergrestaurants, Hütten, Gastronomie *****
13. Top Après-Ski ****
14. Top Unterkunftsangebot direkt an Pisten und Liften *****
15. Top für Familien und Kinder *****
16. Top für Anfänger *****
17. Top für Könner und Freerider *****
18. Top Snowpark *****
Vor Ort gibt´s dann aber in den Hauptferienzeiten völlig überfüllte Pisten, viele der 18 teils sehr subjektiven „Vorteile“ (1,5,6,7,9,10,11,12,14,15) sind damit objektiv durchgefallen bzw. nicht eingetreten. Egal ob man nun auf „Industrieski total“ steht oder lieber im hochalpinen freien Gelände mit all seinen Gefahren unter zwingender Nutzung seiner Sinne und seinem Sachverstand fährt und bspw. große Geländekanten auch mal mit dem Seil überbrückt, wenn die vom Marketing befeuerten Erwartungshaltungen nicht erfüllt werden, hat man genau das Gegenteil erreicht, die Gäste bleiben nachhaltig weg.
terestric hat geschrieben:
Vor Ort gibt´s dann aber in den Hauptferienzeiten völlig überfüllte Pisten, viele der 18 teils sehr subjektiven „Vorteile“ (1,5,6,7,9,10,11,12,14,15) sind damit objektiv durchgefallen bzw. nicht eingetreten. Egal ob man nun auf „Industrieski total“ steht oder lieber im hochalpinen freien Gelände mit all seinen Gefahren unter zwingender Nutzung seiner Sinne und seinem Sachverstand fährt und bspw. große Geländekanten auch mal mit dem Seil überbrückt, wenn die vom Marketing befeuerten Erwartungshaltungen nicht erfüllt werden, hat man genau das Gegenteil erreicht, die Gäste bleiben nachhaltig weg.
Möglich. Das Zillertal wird sich aber auch nicht für den eingeschlagenen Weg entschieden haben, weil sie "kein Bock auf gutes Marketing" hatten, sondern schlichtweg, weil sie es sich erlauben können. Egal wie viele Gäste nachhaltig weg bleiben, da kommen genug neue nach. Das Zillertal hat eine ideale Lage, massig Bettenkapazitäten für jeden Preisbeutel und ist infrastrukturell bestens auf Touristen ausgerichtet. Da ist es völlig wumpe, ob bzw. dass man in der Werbung maßlos übertreibt.
Insofern möchte ich auch 3303s Aussage anzweifeln:
Das beste "Marketing" ist neben dem Landschaftspotential immer noch ein gutes Angebot und Gastfreundschaft.
Und das kommt von den Anbietern und vom Volk vor Ort, nicht von den Agenturen.
Damit lassen sich Auszeichnungen gewinnen und sicher auch Gäste binden, aber "bestes" im Sinne von "finanziell effektivstes" Marketing muss m.E. (leider) nach wie vor vor allem gut "verkaufen" können. Und da kann man auch gerne mal die Pistenkilometer "auswürfeln" (wir wissen alle, wer gemeint ist) - die Gäste kommen in Scharen.
Nun wird dieses Thema hier ja von einer relativ kleinen und speziellen Randgruppe diskutiert.
Ich für meinen Teil entscheide nicht aufgrund von effektivem Marketing, wo es hingehen soll. Ich habe bereits für die nächsten paar Jahre meine Vorstellungen, wo es für mich hingehen soll. Ob ich dieses Programm auch schaffen werde, liegt dann eher an individuellen Fragen der Durchfürbarkeit.
Die meisten von uns wissen doch am Besten, welche Skigebiete interessant sind. Man ist ja versiert. Hier liest man einen detailierten Schneebericht voller hochauflösender, semiprofessioneller Bilder, man schaut sich ein Skipanorama an, man kennt Gebiete auch durch Berichterstattung im Fernsehen bei Sportevents, man kennt persönlich einige Leute, die im Winter selber viel in den Bergen herumkommen und Mund zu Mund Propaganda betreiben und zu guter letzt sind einem doch viele Namen geläufig und man verbindet etwas damit: Zermatt, 3 Vallees, Verbier, Ischgl, Arlberg, Dolomiten und und und.
Dann gibts bei uns noch die unterschiedlichen Typen.
Der Eine hat Zermatt für sich entdeckt, weiss, dass es dort bestens für ihn funktioniert und möchte garnicht mehr großartig andere Gebiete kennenlernen. Der Andere möchte gerne alle Großskigebiete oder Apres Ski Gebiete oder what ever abklappern, die es gibt.
Aber diese Marketingkonzepte richten sich doch an die Gelegenheitswinterurlauber. Die wissen aber auch nicht, dass der Ort am Matterhorn Zermatt heißt. Diese Gruppe stellt allerdings mit Sicherheit die Hauptzielgruppe vieler Gebiete dar, weil es einfach die größte Gruppe ist. Die gehen dann ins Reisebüro und sagen, dass sie Skiurlaub machen wollen, wegen dem berühmten Apres Ski bis 2 Uhr Morgens. Dann bekommen sie Ischgl. Oder sie sagen, dass sie mit der Großfamilie Urlaub machen wollen. Dann bekommen sie wahrscheinlich SFL empfohlen.
Bei der Frage Skigebiet als Marke sind daher denke ich eher wir gefragt, weil dieser Mainstreamurlauber bald schon wieder vergessen haben wird, wo er denn da genau Skilaufen war. Dafür interessiert er sich dann wahrscheinlich nicht genug für das Thema. Er ist aber auf gutes Marketing angewiesen, um kompakte Informationen für seine Skiwoche zu bekommen.
axisofjustice hat geschrieben:
Möglich. Das Zillertal wird sich aber auch nicht für den eingeschlagenen Weg entschieden haben, weil sie "kein Bock auf gutes Marketing" hatten, sondern schlichtweg, weil sie es sich erlauben können. Egal wie viele Gäste nachhaltig weg bleiben, da kommen genug neue nach. Das Zillertal hat eine ideale Lage, massig Bettenkapazitäten für jeden Preisbeutel und ist infrastrukturell bestens auf Touristen ausgerichtet. Da ist es völlig wumpe, ob bzw. dass man in der Werbung maßlos übertreibt.
VR1985 hat geschrieben:Aber diese Marketingkonzepte richten sich doch an die Gelegenheitswinterurlauber. Die wissen aber auch nicht, dass der Ort am Matterhorn Zermatt heißt. Diese Gruppe stellt allerdings mit Sicherheit die Hauptzielgruppe vieler Gebiete dar, weil es einfach die größte Gruppe ist. Die gehen dann ins Reisebüro und sagen, dass sie Skiurlaub machen wollen, wegen dem berühmten Apres Ski bis 2 Uhr Morgens. Dann bekommen sie Ischgl. Oder sie sagen, dass sie mit der Großfamilie Urlaub machen wollen. Dann bekommen sie wahrscheinlich SFL empfohlen.
Bei der Frage Skigebiet als Marke sind daher denke ich eher wir gefragt, weil dieser Mainstreamurlauber bald schon wieder vergessen haben wird, wo er denn da genau Skilaufen war. Dafür interessiert er sich dann wahrscheinlich nicht genug für das Thema. Er ist aber auf gutes Marketing angewiesen, um kompakte Informationen für seine Skiwoche zu bekommen.
100 % Zustimmung
Ich will das ZT ganz bestimmt nicht pauschal verteufeln, es steht hier nur beispielhaft für viele andere Gebiete und Ihre typische Wochentouristklientel.
Z. B. auch unterhalb des höchsten Berges des bevölkerungsreichsten Landes Mitteleuropas... *hust*
VR1985 hat geschrieben:Aber diese Marketingkonzepte richten sich doch an die Gelegenheitswinterurlauber. Die wissen aber auch nicht, dass der Ort am Matterhorn Zermatt heißt. Diese Gruppe stellt allerdings mit Sicherheit die Hauptzielgruppe vieler Gebiete dar, weil es einfach die größte Gruppe ist. Die gehen dann ins Reisebüro und sagen, dass sie Skiurlaub machen wollen, wegen dem berühmten Apres Ski bis 2 Uhr Morgens. Dann bekommen sie Ischgl. Oder sie sagen, dass sie mit der Großfamilie Urlaub machen wollen. Dann bekommen sie wahrscheinlich SFL empfohlen.
Das ziehe ich stark in Zweifel, dass Werbung aus diesen Gründen generell sinnlos sei, und zwar aus folgenden Gründen:
- Die meisten Winterurlauber sind "Wiederholungstäter", da den Rest schon allein die Kosten für Ausrüstung, Urlaub, etc. abschrecken. Die fahren für weniger Geld lieber auch im Winter in die Sonne.
- Die meisten Winterurlauber werden kaum pauschal buchen, sondern privat, mit entsprechenden Informationskosten.
- Die Zielauswahl ist im Winter wesentlich wichtiger zu bewerten als beim Sommer-Pauschaltourismus, denn Strand und Buffet sind eh ziemlich austauschbar. Skigebiete wesentlich weniger.
- Deine Ansicht würde, zu Ende gedacht, auch bedeuten, dass sich praktisch sämtliche Reiseveranstalter und Urlaubsländer für Sommerurlaub ihre aufwändigen Werbekampagnen sparen können, weil es ja auch wurscht ist, wo genau man jetzt am Strand liegt. Dem ist aber offensichtlich nicht so, schließlich will man danach ja was im Büro zu erzählen haben. Sommer wie Winters. Die Leute beschäftigen sich schon recht intensiv damit, wo sie die schönsten Wochen des Jahres verbringen wollen.
Werbung von Skigebieten zielt im Idealfall auch nicht nur pauschal auf "Gelegenheitsurlauber" ab, sondern auf die eigene Zielgruppe, und zwar möglichst ohne Streuungsverluste um Kosten zu minimieren. Und La Grave und Co. haben sicherlich nicht den von Dir beschriebenen Typus als Zielgruppe, betreiben aber trotzdem Werbung.
thun hat geschrieben:
- Die Zielauswahl ist im Winter wesentlich wichtiger zu bewerten als beim Sommer-Pauschaltourismus, denn Strand und Buffet sind eh ziemlich austauschbar. Skigebiete wesentlich weniger.
Das sehe ich anders. Skigebiete sind für die Meisten auch austauschbar. Nur weil wir hier im Forum hin und her überlegen, wo wir unseren nächsten Skiurlaub verbringen, heißt das noch nicht, das die Mehrheit das so macht. Ich stelle im Bekanntenkreis immer wieder fest, dass es den meisten Leuten ziemlich egal ist, wo es hingeht. Hauptsache Schnee, Quartier zu dem Preis, den sie sich vorstellen und (leider) meistens mindestens 50 +x Pisten-km. Im Grunde genauso wie Sonne, Strand, Hotel...
Die Entscheidung, wohin es gehen soll, fällt meist aufgrund von Berichten in der regionalen Tageszeitung, des regionalen Radiosenders oder aufgrund von Erzählungen der Nachbarn/Kollegen/Verwandten und wird fast immer von einer Person, die das Ganze organisiert, gefällt. Der Rest fährt einfach mit und weiß oft ein bis zwei Jahre später nicht mehr, wo er eigtl. im Skiurlaub war. Da kommen dann immer die Äußerungen wie "auf irgend einem Gletscher" oder "irgendwo hinter Salzburg"...
Und nochmal zur Austauschbarkeit: Meine Bekannten und Verwandten bringen leider auch ständig den Spruch "naja, irgendwie schauen alle Skigebiete ja doch gleich aus", wenn wir ihnen Fotos zeigen, auch bei grundverschiedenen Gebieten wie z. B. Maseben vs. Hochkönig oder Sextner Dolomiten vs. Fieberbrunn...
Deswegen denke ich, dass es für die Skigebiete am wichtigsten ist, gute Pressearbeit zu machen und schön viele Berichte am Anfang der Saison in den Medien zu bekommen. Irgendwelche besonderen Marketingkonzepte dienen nur dazu, überhaupt einen Bericht zu bekommen, z. B. aufgrund von neuen Bahnen, neuen Aktionen im Skigebiet etc.
thun hat geschrieben:Deine Ansicht würde, zu Ende gedacht, auch bedeuten, dass sich praktisch sämtliche Reiseveranstalter und Urlaubsländer für Sommerurlaub ihre aufwändigen Werbekampagnen sparen können, weil es ja auch wurscht ist, wo genau man jetzt am Strand liegt. Dem ist aber offensichtlich nicht so, schließlich will man danach ja was im Büro zu erzählen haben. Sommer wie Winters. Die Leute beschäftigen sich schon recht intensiv damit, wo sie die schönsten Wochen des Jahres verbringen wollen.
Auf keinen Fall! Alle müssen sie ordentlich Werbung machen, denn sonst bekommt der, der keine Werbung macht vom großen Mainstreamkuchen garnichts ab. Jeder der mit etwas werben kann, der wird einige Touristen anziehen können. Wer besonders gute Werbung macht und Interessantes zu bieten hat, der darf sich glücklich schätzen, besonders viele Touristen abzugreifen.
Mich persönlich berührt Werbung nicht, ja ich nehme sie eigentlich nichtmal wahr. Normalerweise komme ich auf meine Reiseziele durch eigene Recherche. Dabei ist es natürlich trotzdem wichtig, dass potentielle Ziele eine halbwegs vernünftige Internetpräsenz haben, was man natürlich auch wieder irgendwie als Werbung bezeichnen würde.
Skihase hat geschrieben:Das sehe ich anders. Skigebiete sind für die Meisten auch austauschbar. Nur weil wir hier im Forum hin und her überlegen, wo wir unseren nächsten Skiurlaub verbringen, heißt das noch nicht, das die Mehrheit das so macht. Ich stelle im Bekanntenkreis immer wieder fest, dass es den meisten Leuten ziemlich egal ist, wo es hingeht. Hauptsache Schnee, Quartier zu dem Preis, den sie sich vorstellen und (leider) meistens mindestens 50 +x Pisten-km. Im Grunde genauso wie Sonne, Strand, Hotel...
Die Entscheidung, wohin es gehen soll, fällt meist aufgrund von Berichten in der regionalen Tageszeitung, des regionalen Radiosenders oder aufgrund von Erzählungen der Nachbarn/Kollegen/Verwandten und wird fast immer von einer Person, die das Ganze organisiert, gefällt. Der Rest fährt einfach mit und weiß oft ein bis zwei Jahre später nicht mehr, wo er eigtl. im Skiurlaub war. Da kommen dann immer die Äußerungen wie "auf irgend einem Gletscher" oder "irgendwo hinter Salzburg"...
Ich habe es selber wieder vor 2 Wochen erlebt. Ich war mit einigen regelmäßig und gut skifahrenden Leuten unterwegs, die allerdings wenig Interesse an unserem speziellen Reiseziel hatten. Hauptsache war, dass wir ein Rundum-Sorglos-Packet hatten und dass genügend Pistenkilometer vorhanden waren sowie Schnee natürlich. Ich hab dann eine Woche lang für die den Fremdenführer in den 3 Vallees gemacht, obwohl ich selber erst zum ersten Mal dort war.
"Sag mal, hier waren wir doch die Tage schonmal, oder?"
"Nein, hier waren wir noch nicht!"
Ich bin dann der EInzige, der sich für soetwas nebensächliches wie einen Pistenplan interessiert. Der Rest fährt erst mit und in den Bergen angekommen dann hinterher.
Brand:Trust in Zusammenarbeit mit dem Marketingunternehmen Mountain-Management Consulting die Studie "TOP 40 der begehrtesten Wintersport Destinationsmarken der Alpen 2010"
Bergbahnen sind letztlich Wirtschaftsunternehmen. Und wie sollte ein Wirtschaftsunternehmen, welches sich an Konsumenten wendet ohne Marketing auskommen?
So hat jeder Ort seine Positionierung. Sei es bewußt gesteuert, wie z.B. von St. Moritz, Lech, Saalbach oder auch der Planai. Selbst Orte wie Oberstaufen, Hindelang etc. positionieren sich ganz bewußt. Oder eben eher unbewußt - man könnte sagen, dass alte Geraffel, Wartezeiten an Liften und örtliche Streitereien wie z.B. in Lenggries sorgt ja auch für ein Bild. Sprich der Ort wird irgendwie wahrgenommen. Und der Markenkern irgendwie vom Kunden gefüllt - aber eben nicht gesteuert.
Dementsprechend gibt es immer auch ein Soll- vs. dem Istzustand der Marke, was natürlich von Bergbahnseite aus möglichst kongruent sein sollte.
Ein Skigebiet ist also immer auch eine Marke. Sonst würde dort keiner hinfahren. Und wer es nicht schafft genügend Begehrlichkeit mit der Marke zu wecken wird keine Chance haben.