tafaas hat geschrieben:
Ich weiss was Du meinst, die Flachdächer und kubischen Formen wirken auf den ersten Blick wenig alpin, respektive erwartet ein Gast heutzutage halt eine gewisse "Heidi-Chalet Romantik" in den Bergen.
Doch mit Plattenbauten hat der Davoser Baustil gänzlich wenig am Hut (wenn schon umgekehrt), sondern ist einfach eine konsequente Umsetzung, einer auf die Gästebedürfnisse (früher Kur- heute Feriengäste) und den klimatischen Bedingungen perfekt zugeschnittene Architektur. Eine alpine, touristische Form des neuen Bauens quasi.
-kubische Formen: mehr Nutzfläche, weniger Wärmeverlust, hygienischer (kommt aus Sanatoriumszeit)
-Flachdächer: mehr Raumvolumen, weniger Wärmeverlust, keine Dachlawinen und Eiszapfenbildung, mehr Licht in den Räumen
-integrierte, durchgängige Terrassen: windgeschützt, einfach lässig zum chillen
-grosse, südseitige Fenster: mehr Licht in den Räumen, bessere Aussicht
Die ästhetischen Vorlieben sind halt immer subjektiv, mir persönlich gefällt der schlichte Davoser Heimatstil halt wesentlich besser als irgendwelche aufgeblähten Monster-Chalets.
Und über irgendwelche „Flickwerk-Retortendörfer“, wie eben Crans-Montana oder Laax Murschetg wollen wir gar nicht erst anfangen.
Davos, was definitiv keine Stadt ist, sah schon vor hundert Jahren so aus und zwecks Ortsbildschutzes sind Flachdächer bei Neubauten in der Kernzone sogar Pflicht (in Klosters ist’s genau andersrum). Die einzigartige Architekturgeschichte von Davos liesse sich vielleicht sogar touristisch nutzen, aber in dieser Hinsicht erwarte ich keine grossen Sprünge von den Landwassertalern.
PS: Das war nun ordentlich OT, wollte deinen Bericht dadurch in keinsterweise schmäleren oder so.
Vielleicht könnte man über das Thema Alpine-Architektur gar einen eigenen Thread eröffnen.