
Nach einem gutem Jahr nun die restlichen Bilder...

Am 03.07.2022 war ich wieder allein unterwegs, nachdem ich am Vortag mit ein paar österreichischen Formuskollegen das Alpl-LSAP-Gebiet und auch noch die aufgelassene Lammeralm besucht hatte. Irgendwie fühlte ich mich an jenem Sonntag wie am Tag nach einer megageilen Party, denn das LSAP-Treffen hatte für mehrere Stunden gute Gespräche und zahlreiche Liftmotive gesorgt. Aber im Unterschied zu den Sonntagen nach guten Partys schmerzte nun der Kopf nicht und ich stand freiwillig früh morgens in meiner urigen Pension am Alplpass auf. Gerne wäre ich noch ein paar Tage in dieser abgelegenen Einöde geblieben, doch das ging sich leider nicht aus.
Das erste Ziel befand sich gleich eine Stadt weiter auf meinem Heimweg westwärts. Auf meiner Wanderkarte waren oberhalb von Kindberg noch zwei Schlepplifte eingezeichnet. Vorheriges Recherchieren im Internet ergab leider, dass das Kleingebiet nicht mehr existierte:
https://www.kleinezeitung.at/steiermark ... ufgelassen
https://www.im-muerztal.at/aktiv/skifah ... -muerztal/
Auf Googleearth hatte ich von einem Schlepper noch eine Waldschneise entdeckt – der Lift führte unterhalb des Gasthauses Pölzl vom Straßenrand hinauf und hatte seine Bergstation nahe des Parkplatzes oben. Der andere verlief in einer Senke weiter westlich des Gasthofs.

Hier die Waldschneise – kaum hatte ich die DSLR gezogen, kam ein Auto nach dem anderen mit neugierigen Insassen, doch sobald die Luft rein war, konnte ich ein paar Bilder aufnehmen. Den ursprünglichen Plan einer Trassenwanderung gab ich ob des starken Bewuchses auf. Außerdem hatte ich noch ein wenig schwere Beine vom Vortag.

Hier kam der Lift herauf – Fundamente oder Ähnliches gab es nicht mehr zu sehen. Am Gasthof war ordentlich was los und ich wurde am Parkplatz gleich vom Wirt (?) angesprochen und befürchtete schon Ärger, doch alles blieb gut. Ich befand mich ja schließlich nicht in Tirol

Zoom zum Liftlerhäusl an der ehem. Talstation des anderen Lifts. Blick vom Parkplatz neben dem Pölzlgasthaus. Das war der Lift, der auch auf den verlinken Internetseiten zu sehen ist und offenbar erst vor Kurzen abgetragen wurde. Ich fand keinen direkten Weg da hinunter und wollte außerdem Zeit für die anderen Ziele meiner langen Reise zurück nach München einsparen. Darum unterließ ich den Gang über Umwege dort hinunter und lief lieber noch zum ehem. Bergstationsbereich.

Schwenk nach rechts - der Lift verlief quer von links nach rechts hinauf – offenbar an der Geländekante.

Nochmals nach links geschwenkt und die TS markiert...

Unterwegs im Pölzl-LSAP-Gebiet

Blick von der Straße zum Bergstationsbereich hinauf. Von diesem Abschnitt stammen auch offenbar die Aufnahmen auf den oben verlinkten Internetseiten.
Es gab keine Fundamente zu sehen und ich fand keinen Zugang zum Bergstationsbereich bzw. war auch irgendwie nicht motiviert, mich durchs Gehölz zu schlagen (nicht so wie neulich neben der Tauernautobahn auf gemeinsamer Pirsch mit Zottel...).

Zoom auf einem Berg westlich von Kindberg – irgendwie LSAP-verdächtig...

Auf dem Rückweg hielt ich nochmals an, um von der Bergstraße zum Berg gegenüber zu zoomen – also dem Hang direkt südlich von Kindberg. Dort sind in meiner Karte noch zwei Schlepper eingezeichnet (unten eine Sektion und oben eine). Aber dort war nichts mehr mit dem Tele zu erhaschen. Bei Googlemaps kann man noch gut eine Schneise unterhalb des Gasthauses Ochnerbauer erkennen. Oberhalb auf der Wiese müsste der zweite Lift verlaufen sein.
Ich hab im Netz leider nichts finden können, aber das muss nichts heißen. Vielleicht treibt Ansichtskartenexperte Zottel ja noch alte Liftaufnahmen auf...
https://www.google.de/maps/place/Gastha ... ?entry=ttu


Vergebliches Gezoome...

In Kindberg schickte mich mein blödes Schweißnavi wieder irgendwohin... hier bin ich direkt gegenüber des Bereichs, wo der „Waldschneisenlift“ hochging. Von dieser war aber vor Ort nichts auszumachen.

Hier müsste wo die Talstation gestanden haben...

Blick nach oben – alles zugewachsen...
Ich kurvte dann noch die enge Bergstraße hinauf, um den Karren irgendwo abzustellen, um noch die Schneise zu erkunden. Doch irgendwie kamen ständig Anwohner entgegen oder hingen mir am Heck... dann verfuhr ich mich und war schließlich so genervt, dass ich es sein ließ. Also wieder runter und rauf auf die Autobahn, die Kindberg direkt überquert. Ab nach Aflenz - dort wollte ich schon seit vielen Jahren endlich mal mit der alten DSB fahren...

Endlich angekommen nach einer mir ewig vorkommenden Kurverei durch ein enges Tal und etwas trashig wirkende Ortschaften.
Die DSB Aflenzer Bürgeralm wurde 1976 von Girak errichtet, ist 1,8 km lang, teilweise sehr steil und hat 2016 leider neue Sessel bekommen. Doch Hauptsache noch gefahren! Vor 1976 gab es hier einen ESL.




Den Liftler interessierte das Geknipse nicht, es herrschte kaum Andrang, ich hatte dazu noch einen Schattenparklatz gefunden und die Laune war 1A...

Fundament vom ESL


Hier sieht man die urspr. Stützenfarbe noch...


Im Steilhang...

Zoom zur Schwabenbergarna in Thurnau, wo sie ja nun einen Gipfelkurvenlift als Neuerschließung errichtet haben. Ich hoffe so sehr, dass das kommenden Winter klappt...

Im Mittelteil der DSB-Trasse, wo es flacher wird, ehe man später wieder steil durch den Bergwald hinauf schwebt.

Ein altes Fundament dient nun als Wegbefestigung.


Nach dem zweiten Steilhang geht es über eine Art von Schlucht und man hat eine Notbrücke errichtet, wie es sie auch beim oberen ESL in Kufstein gibt.


Auf dem Weg zur Bergstation geht es wieder nach unten.




Vor Ort fiel mir ein, dass die DSB Aflenz wohl vorm Verlauf (und auch vom Hersteller her) ähnlich der DSB Scheibenberg in Hollenstein an der Ybbs sein müsste. Die Vergleichsbahn stand aber nur von 1979 bis ca. 1981 und wurde 1988 in Bad Kleinkirchheim in zwei Sektionen wieder aufgestellt. Die Sonnwiesenbahnen dürfte es heute noch geben, nur eben mit neuen Sesseln zwischenzeitlich.
Aber auch die Hollensteiner Bahn startete irgendwo im Waldnirwana, ging steil hinauf und überquerte oben die Bergkuppel, um wieder ein Stück talwärts zu verlaufen.

Auch die Hollensteiner Bahn hatte ihren Antrieb oben lt. den alten Fotos...

Schirak

Zoom zum Paradieslift von Nemetz, der mir von den Forumskollegen am Vortag sehr empfohlen wurde. Doch ich lief nicht zu ihm, weil ich noch nach Hinterstoder wollte und eh einplane, im Winter wieder nach Aflenz zurückzukehren.

Bis vor wenigen Jahren führte noch eine 3SB als zweite Sektion dort hinauf – nun hat man als Ersatz zwei Schlepper errichtet. Ungewöhnlich, aber ich finde das toll – hoffentlich bleibt der Skibetrieb in Aflenz noch eine Weile erhalten. Die werden ja nicht auch alle nach Kaltenbach fahren wollen.

Noch zwei Schlepper (Gretlhöhelift und Eisentallift – hoffentlich richtig recherchiert auf die Schnelle)

TS vom Gretlhöhelift


Seitenblicke...

Blick zurück zur DSB Bergstation.

Einen kleinen Rundgang unternahm ich trotz der weiten, restlichen Strecke...

Hier der Kreuzlift – ein Tellerlift links des Gretlhöhelifts.

Zu letzterem lief ich weiter...


Der Eisentallift – kurz und steil... hier ganz unscheinbar noch die Bergstation.



Hier beschloss ich definitiv eine winterliche Wiederkehr...

Aber auch im Sommer war es dort oben sehr angenehm – irgendwie alles entspannt, kein Massentourismus etc.


Die Talstation der Dreiersesselbahn stand hier...

Blick auf die Trasse – nun geht es weiter links mit zwei Schleppern steil hinauf.


Mitten hinein gebaut... aber so trägt das hoffentlich dazu bei, dieses schöne Skigebiet mit einer DSB aus den 70ern als Zubringerbahn zu erhalten.



??




!!!

In Hinterstoder angekommen. In dieser Gegend sind auf einer alten Skiatlaskarte noch total viele Dorflifte und Kleingebiete eingezeichnet – aber lt. Googleearth anscheinend nix mehr da. Zwei Schlepper waren auf Luftaufnahmen noch zu sehen, doch beim Vorbeifahren nur grüne Wiesen. Ich bleib faulerweise im Auto und fuhr zur alten Hössbahn, um diese kurz vor ihrem mittlerweile erfolgten Abriss bzw. Stilllegung noch zu fahren.

Hier war es nicht so urig wie in Aflenz und ich fand nur noch einen Parkplatz in der prallen Sonne. Aber wenigstens noch die alte Hössbahn erwischt – hier her wollte ich schon seit Jahren mal zum Skifahren herkommen und es hat irgendwie nie geklappt.

Diese wuchtigen Stationen werden zwischenzeitlich immer rarer...

Alleine in der Bahn – früher ging es hier zunächst mit einer DSB hinauf, die anscheinend später durch eine parallele Anlage gedoppelt wurde. Eine DSB wurde schließlich in der Mitte gekappt und den oberen Abschnitt hatte man noch ein paar Jahre lang weiter betrieben. Zwischenzeitlich fährt hier keiner mehr hoch, denn die neue Hössbahn ist in Betrieb gegangen, deren Trasse weiter links verläuft.

Bevor es weiter durch den Wald geht, fliegt man über Bergwiesen, an einem Bauernhof und einer Scheune vorbei... irgendwie ein interessanter Abschnitt...





Die Bahn ist bzw. war recht lang – 2.522 m ohne Mittelstation. Deswegen auch die gekappte DSB als Rückbringer auf der rechten Seite... Foto des noch stehenden Talstationsgebäudes folgt. Offenbar benötigte man die Rückbringerdienste dann irgendwann (Beschneiung?) doch nicht mehr.

Auch die Bergstation ist wuchtig geraten.


Nebenan (links von unten aus betrachtet) baute man im Juli 2022 schon an der Bergstation der neuen Bahn...

Blick ins Skigebiet, wo etliche kürzere Übungslifte stehen...

In der Bildmitte sieht man die leere Schneise einer früheren DSB, meine ich. Ganz links sieht man unten in der Ecke das Liftlerhäusl eines Schlepper, der dort wohl am Waldrand hinaufging.
(Becks7 müsste sich da auskennen... war das die Hössbahn II – Girak anno 1960, die 1999 von der KSB ersetzt wurde???)


DER Grund auch für einen Winterbesuch- der steile Swoboda rechts – der Hösslift. Den linken hat man, glaube ich, einst gekürzt.





Anstatt zu laufen, einfach mal faul mit dem Telezoom eingefangen...

Noch um die Bergstation der alten Hössbahn geschlichen.

Hier die Bergstation der DSB rechts der alten Hössbahn. Jene Girak „Hössbahn 1b“ mit Baujahr 1972 ging, wenn ich es richtig auf dem Schirm habe, einst direkt vom Tal bis hier herauf und wurde 1986 zum Rückbringer umfunktioniert und in der Mitte etwa gekappt.
Der untere Teil wurde abgebaut und der obere weiter als Huttererbödenbahn betrieben. Die parallele DSB „Hössbahn 1a“ links wich dann 1985 wohl der jetzigen alten EUB-Hössbahn.

Blick auf die Trasse links neben der EUB



Diese alten Sessel könnten von der alten Hössbahn II (Girak 1960) stammen bzw. auch von der Hössbahn 1a, die sicherlich mindestens genauso alt war.

Nun ging es wieder ins Tal...ich musste noch eine weite Strecke zurück fahren...


Blick auf die Trasse der alten DSB Hössbahn 1b


LSAP gegenüber?

Hier die Talstation der 1986 gekappten Hössbahn 1b

Wieder im interessantesten Abschnitt...


Unten erwartete mich ein überhitztes Auto und die Fahrt nach München – vor allem nach Wels zog es sich endlos durchs Flachland hin bis endlich mal die B 12 und später die A 94 erreicht war. Aber ein lifttechnisch wahnsinnig interessanter Zweitagesstrip lag hinter mir und dazu hatte ich noch ein paar sehr nette Forumskollegen kennen gelernt.