







„Unter ferner liefen“ hatte ich das LSAP-Gebiet Alpl bislang abgeheftet – für einen Tagesausflug von München zu weit entfernt (und das, obwohl ich einst schon Tagesausflüge nach Verditz oder Obergurgl unternommen habe) und für mehrtägige Trips ist leider kaum noch Zeit verfügbar.
Ich wusste außerdem gar nicht, dass dort noch alle Anlagen vor sich hin dümpeln und eine perfekte Location für einen LSAP-Trip abgeben – ein Schlaraffenland für viele Liftfotos und einer Rauchgarantie für die Speicherkarte.
Drauf gebracht hatte mich Forumskollege becks7. Zusammen mit ein paar anderen Liftinteressenten hatte er bereits 2016 und 2019 das Gebiet besucht und dem 3-Jahres-Rythmus folgend sollte 2022 eine erneute Tour stattfinden.
Einen aus der besagten Gruppe – Forumskolleen grexi – kannte ich sogar bereits, da wir uns 2013 mal zufällig am supersteilen Standardlift in Pfronten über den Weg gelaufen sind. Aber eigentlich mehr gefahren, denn es war Winter und jener krasse Schlepper lief damals endlich wieder...
(Hinweis: Die Bilder aus Pfronten anno 2013 muss ich irgendwann mal noch neu verlinken.)
So nahm ich die Einladung von becks7 gerne an und merkte mir den 2. Juli 2022 unter großer Hoffnung auf gutes Wetter vor.
Hier noch der 2016er-Bericht von Grexi:
viewtopic.php?f=52&t=55913
In 2020 war auch jemand aus dem Forum im LSAP-Gebiet Alpl:
viewtopic.php?f=52&t=63884
Winteraufnahmen zu Lebzeiten der Alpl-Lifte hier:
viewtopic.php?f=46&t=47086&p=4908928&hi ... l#p4908928
viewtopic.php?f=46&t=42708
viewtopic.php?f=46&t=38045
viewtopic.php?f=46&t=34699
Das Wetter an jenem Samstag sollte schließlich bestens werden und am darauffolgenden Sonntag gleich noch mal. So konnte ich am Rückreisetag noch weitere Ziele aufsuchen. Die weite Anreise von München zum Alpl begann schon am Freitag Mittag - gleich nach Beendigung eines Online-Seminars machte ich zuhause die Biege.
Leider war in irgendwelchen nördlichen Bundesländern wohl Ferienbeginn, denn die GESAMTE A 8 von München bis Salzburg zog es sich überaus zäh dahin. Dafür war dann auf der Tauernautobahn und der Ennstalbundesstraße weniger los. Eigentlich wollte ich zunächst eine andere Route wählen und noch der alten Hössbahn einen Besuch abstatten. Doch dort hatte es jedoch für Nachmittag Gewitter vorausgesagt, sodass ich den Abstecher nach Hinterstoder auf die Heimfahrt am Sonntag verlegte. Dafür wollte ich an jenem grauen, windigen Freitagnachmittag noch die DSB in Mautern („Wilder Berg“) fahren.

Jedoch überfiel mich während der Fahrt durchs Ennstal die übliche Freitagnachmittagsmüdigkeit und so steuerte ich vor Liezen einen Parkplatz an, um dort recht schnell einzuschlafen. Bis Mautern wäre es eh noch ein ganzes Stück gewesen und außerdem zog ein schweres Gewitter auf. Bei der Weiterfahrt musste ich dann recht bald wieder rechts ran, weil dermaßen viel Wasser vom Himmel fiel, dass man trotz der Scheibenwischer nichts mehr sah.

Nach Liezen hörte der Regen auf und kurz kam sogar die Sonne durch. Später gab es wieder dunkelgrauen Wolkenhimmel und jederzeit rechnete ich mit einem weiteren Wolkenbruch. Es waren nur wenige andere Fahrzeuge unterwegs - vielleicht fürchteten sie auch ein zweites Kärnten und blieben lieber zuhause.
In Wald am Schoberpass besuchte ich noch die Sonnberglifte.
Es herrschte dabei eine gespenstische Stimmung – die alte Bundesstraße (hier die Umgehung von Wald) lag völlig leer vor mir und bei der Ortsdurchfahrt war kein einziger Mensch zu sehen. Kein Auto fuhr herum und es wirkte alles so, als hätten sich die Leute wegen dem düsteren Wetter lieber in ihren Betten verkrochen. Passend dazu lief Obscured By Clouds von Pink Floyd. Dennoch beschlich mich wie immer das Gefühl, als Ortsfremder aus irgendwelchen Häusern heraus beobachtet zu werden.
Ich wollte ursprünglich zur Talstation des unteren Sonnberglifts laufen, doch gleich an der Grundstückszufahrt befindet sich ein Verbotsschild, so dass ich es beim Zoomen beließ.

Die Umgehungsstraße von Wald am Schoberpass in östlicher Richtung.

Hier noch ein Zoom auf den unteren Lift vom Auto aus – das Bild ist dann schon später bei der Weiterfahrt entstanden, als ich vor der Auffahrt auf die Umgehungsstraße noch mal kurz rechts ran lenkte.

Zoom zur Talstation – Betreten ist aber AUSDRÜCKLICH verboten. Na hoffentlich darf ich da mal im Winter Ski fahren. 2021/22 wurde das Kleingebiet lt. Internetpräsenz leider vorübergehend stillgelegt. Wäre schade wg. der drei Oldtimerschlepper.
Aber vor der Weiterfahrt war ich noch am Berg oben – sicherheitshalber mit dem Auto, da man nie genau abschätzen konnte, wann der Regen einsetzt.

Als ich die schmale Bergstrasse einschlug, um die anderen beiden Lifte oben am Berg zu erkunden – am Vorabend hatte ich das schon per GoogleMaps getan – fuhr wenigstens ein Einheimischer voraus und ich hängte mich einfach an den fremden SUV hinten dran, der dann aber irgendwo zu einem Gehöft abbog.
Hier sieht man die Kreuzung des vom Tal heraufführenden Schlepplifts mit Bergstraße. Leider durfte man nirgendwo parken, denn ÜBERALL prangten auch hier unfreundliche Verbotsschilder, als ob jeden Tag Massen an Liftbesuchern kämen. Ich spürte hier umso mehr, dass mich sicherlich ein Anwohner kritisch beobachtete und so wagte ich nur einen Blitzhalt am Straßenrand, ehe ich weiterfuhr. Die mit mir selbst abgeschlossene Wette, gleich dumm angeraunzt zu werden, verlor ich allerdings

Trasse nach unten – von der Straße aus geknipst

Wetterstimmung am Schoberpass

Oben gab es wenigstens keine Verbotsschilder und so parkierte ich beim Trafohäusl, um den angrenzenden linken, oberen Schlepper (weiter rechts gibt es noch einen) zu inspizieren.

Lift oben links mit Trasse

Zoom Trasse

Stütze mit interessantem Nummernschild

Der Antrieb...

Auch hier war niemand zu sehen und keiner kam daher, weswegen man da den Lift fotografiere usw., etc.

Die Bergstation des Lifts vom Tal herauf.

Die Talstation des rechten Lifts oben. Leider eingezäunt und es begann dann auch noch, leicht zu regnen.

Die Trasse.
Jedenfalls ein lifttechnisch sehr interessantes Kleingebiet – ich hoffe, dass der Winterbetrieb mal wieder stattfindet und ich es dann hier her schaffe.

Ich fuhr weiter durch den grauen Freitagabend – die Regen- bzw. Gewitterfront kam von Westen her und so war alles erst einmal noch trocken, wenn auch die Wolken immer dunkler wurden und der Gegend eine düstere Stimmung verliehen. In Krieglach suchte ich spontan noch nach einem Gasthaus zum Dinieren und fuhr, flankiert von Gewitterwolken, in den Ort hinein.

Doch leider hatte eine Speisewirtschaft geschlossen und sonst fand sich nichts dergleichen. Der Ort wirkte – vermutlich aber auch wegen dem anstehenden Gewitter – wie ausgestorben. Nur wenige Menschen waren zu sehen. Passend zur düsteren Lage lief Shine On You Crazy Diamond, während ich langsam durch die kleine Stadt rollte und beim anschließenden Wenden von einem Bier trinkenden Unterhemdenträger von einem Balkon ohne Geländer aus beobachtet wurde.

So beschloss ich, die Alplstrasse hinauf zu fahren, wo ich mir unweit des LSAP-Gebiets in einem netten Gasthof ein Zimmer gebucht hatte. Ich hatte mir wenigstens noch vorsorglich eine Brotzeit eingepackt, denn in meiner Unterkunft oben sollte es nur bis 18 Uhr warme Küche geben, was längst überschritten war. Rechts neben der Passstrasse hätte es im Tal unten noch einen Lift zum Anschauen gegeben – zumindest lt. Kompass-Wanderkarte – aber es war mittlerweile derart düster draußen, dass ich das auf den nächsten oder übernächsten Tag verschob.
Hier oben war nun wieder alles ausgestorben und nicht einmal Autos kamen einem entgegen. Der freundliche Wirt war dann der erste Mensch, den ich am Alpl zu Gesicht bekam.

Der Gasthof lag traumhaft abgeschieden – außen herum nur bewaldete Berge und Kuhglockengeläut. In Gedanken buchte ich mir hier einen dreiwöchigen Urlaub fernab der Großstadt...

Das Zimmer – das Bild ist aber vom Sonntag, als die Sonne schien.

Ich hatte es gerade noch rechtzeitig geschafft, denn kurz nachdem ich das erste Giesinger geöffnet hatte, entlud sich draußen das Gewitter. Noch lange krachte es draußen bis in die Nacht hinein...

Die anderen Liftfreunde stammen zwar nicht direkt aus der Gegend, konnten aber locker für einen Tag von zuhause aus anreisen, sodass wir uns erst am späten Vormittag treffen sollten. Da aber draußen die Sonne schien, verließ ich gleich nach dem sehr guten Frühstück die Pension und fuhr gen Süden.
In meiner guten, alten Kompass-Karte sind dort noch etliche Lifte verzeichnet. Am liebsten wäre ich alle angefahren, doch dazu fehlte die Zeit. Also nahm ich mir die beiden nächsten vor. Strallegg wäre zwar auch noch in der Nähe gewesen, doch das hatte ich eh schon für einen Skibesuch auf der Liste. Lieber zwei Einzellifte...
Der erste Schlepper liegt nahe Falkenstein, einem Ortsteil von Fischbach. Leider gestaltete sich die Anreise sehr umständlich, denn ich musste endlos über schmale Forstwege fahren und hätte besser den längeren Weg genommen (wie dann auf der Rückfahrt). Aber allein schon die Gegend faszinierte mich – Bilderbuchdörfer und eine Landschaft wie im Schwarzwald, nur ohne Touristenhorden und dergleichen. Kein Mensch, keine entgegenkommenden Autos, keine Mountainbikehorden, nichts. Als ich dann noch rote Stützen aus der Ferne erblickte, kannte die Freude keine Grenzen

Wenigstens liegt die Talstation völlig einsam in Nirwana – weiter oben befindet sich zwar eine kleine Ferienhütte, aber Bäume verdeckten die Sicht und es schien sich niemand dort aufzuhalten.

Hier die Talstation mit der Lifttrasse. So einen Lift bin ich noch nie gefahren – Marke Eigenbau? So vielleicht wie jener am Samerberg beim Ortsteil Schöffau?


Altes Gerät – leider wohl der Beweis, dass dieser Lift nicht mehr zu laufen scheint.


Besser nicht darunterlegen

Alte Pistenwalze... danach lief ich die Wiese nach oben.

Hier eine Schneise, als ob es dort eine zweite Sektion gegeben hätte. Auch beim Eigenbaulift am Samerberg gibt es eine solche rätselhafte Schneise. Vielleicht wurde da auch nur mal so ausgeholzt und man hat den zweiten Lift dann doch nie gebaut.

Was für eine Stütze


Rollenzoom

Die Trasse von oben – 2.000 Fotos später


Die Bergstation im Wald.

Zoom nach Strallegg – hoffentlich schaffe ich es mal noch dort im Winter hin.
Danach machte ich auf dem Rückweg zum Treffpunkt am Alpl noch in Ratten halt. Westlich des Orts war da noch ein kurzer Schlepper auf einem Berg eingezeichnet. Wieder hieß es, auf schmaler Strasse nach oben zu kurven – immer in der Hoffnung, dass kein LKW, Traktor oder Kamikaze-Einheimischer entgegen kommt. Aber auch hier waren trotz des nun sonnigen Wetters kaum Menschen unterwegs.

Auch dieser Lift scheint sehr interessant zu sein.

Leider kam man vom Gasthofparkplatz hier schlecht rüber. Ich versuchte dann noch, die Talstation zu erwischen, doch irgendwie fand sich keine passende Abzweigung. Einmal musste ich mitten über den Hof eines Bauernhauses fahren, wo aber niemand draußen war. Danach ging es nicht mehr weiter, also wieder umdrehen in 20 Zügen
Gespannt auf dieses LSAP-Treffen steuerte ich die Passstrasse dorthin hinauf...
(Fortsetzung folgt)





























































































































































