Servus SFL.SFL hat geschrieben: 15.12.2025 - 09:22 Diese Analyse ist ziemlicher Käse. Es gibt genug Sportarten, in denen deutscher Nachwuchs nach mehreren Jahren schwacher Ergebnisse schon längst wieder Anschluss an die Weltspitze geschafft hat. Man denke hier z.B. an Schwimmen (im Freistilbereich ist Deutschland sowohl bei Damen und Herren absolute Weltspitze), an die Handballerinnen im gestrigen Finale der WM oder um wieder zurück zum Wintersport zu kommen an die nordischen Kombinierer, die seit Jahren immer an der Spitze sind.
Zurück zum Ski Alpin: in den letzten 20 Jahren gab es nie einen starken Unterbau beim DSV a la Österreich, Schweiz, Italien, Norwegen...es waren stets einzelne Athlethinnen und Athletinnen, die für die medial wirksamen Resultate gesorgt haben. Einzige Ausnahme war die Speed-Gruppe um Dreßen, Sander, Baumann und Ferstl, die alle vier Topergebnisse einfahren konnte. Dass es mit denen so schnell bergab ging, hat ja auch viel mit Verletzungen und gesundheitlichen Problemen und ganz sicher nicht mit Ambitionslosigkeit zu tun.
Klar wäre es schön, wenn man in jedem Rennen 3 bis 4 in die Top30 bringt und auch im Europacup ständig Potential nachkommt, aber so eine Situation gab es auch in den vergangenen Jahren nicht. Dennoch habe ich die Hoffnung, dass sich im Schatten einer Aicher in den kommenden Jahren bei den Frauen wieder einiges entwickelt und auch die Speed-Herren um Rösle, Brandi und Vogt an die Leistungen aus dem Juniorenbereich anknüpfen können.
Im alpinen Bereich ist es auf jeden Fall richtig, dass wir immer nur phasenweise erfolgreich waren. Mal bei den Mädels, dann wieder eine teit lang bei den Burschen.
In Bezug auf viele andere Sportarten teile ich Deine Ansicht aber nicht. Der Medaillenspiegel bei Olympia, besonders im Sommer, spricht da schon eine gewisse Sprache.
Selbstverständlich sind nicht die Spitzensportler selber (egal wie erfolgreich oder nicht sie am Ende auf Top-Level sind. Auch ein 18. im WC ist ja ein super Sportler) ambitionslos. Die geben sicher alle alles für ihren Sport. Das meine ich auch nicht.
Aber in der Breite der Gesellschaft hat m. E. die Leistungsbereitschaft, der Bock auf Wettkampf und auch die Lust an Teilhabe in Vereinen stark nachgelassen. Damit fehlt in vielen Sportarten der Unterbau, der aus einem breiten Feld die ambitioniertesten und! gleichzeitig! talentiertesten raufbringt. Und das sind dann am Ende ja die "Sieger" und "Topstars".