Modernisierung der Luftseilbahn Lauterbrunnen-Grütschalp
Die Luftseilbahn Lauterbrunnen-Grütschalp ist 2006 in Betrieb genommen worden. Um nach 20 Betriebsjahren eine neue Betriebsbewilligung zu erhalten, muss die Luftseilbahn erneuert werden. Im Fokus steht dabei der sichere und störungsfreie Betrieb für die nächsten 20 Jahre. Die Erneuerung bietet aber auch Gelegenheit, Optimierungen vorzunehmen. Die neue Luftseilbahn in Leichtbauweise wird 135 Personen statt nur 100 Personen transportieren können. Dadurch wird die Förderkapazität der Luftseilbahn an die Kapazität der in den letzten Jahren erneuerten Adhäsionsbahn Grütschalp-Mürren angepasst. Die Kabine erhält auch denselben Anstrich wie die Adhäsionsbahn und wird, anders als bisher, unbegleitet fahren. Nebst der Kabine werden auch das Gehänge und das Laufwerk ersetzt.
Während der Bauphase vom 13. April bis und mit 10. Juli 2026 wird der Betrieb eingestellt sein. Für die Anreise nach Mürren steht die Verbindung über Stechelberg zur Verfügung.
Hmmm, das wundert mich nicht, dass sie auf dieser Linie die Förderleistung erhöhen müssen. Man hätte aber von Anfang an als Ersatz für die SSB besser eine normale (zweispurige) Pendelbahn gebaut. Mit der aktuellen Lösung muss die Bahn in der Stunde viermal hoch und viermal runter fahren, sprich acht Fahrten absolvieren. Mit einer normalen PB könnte man das wohl gut auf vier Fahrten reduzieren. Der Energieverbrauch wäre damit automatisch geringer...
Mit einer normalen PB könnte man das wohl gut auf vier Fahrten reduzieren.
Schlussendlich muss es mit den Anschlüssen auf die Züge der BOB und BLM aufgehen. Somit fraglich ob man mit einer klassischen PB Fahrten einsparen kann?
Die verlinkte Projektbeschreibung zum Umbau der Windenbahn bei Seilbahnen.net löst bei mir einige Fragen aus. Ich bezweifle sehr, dass eine zusätzliche Zuladung von 35 Personen (entspricht bei 80 kg je Person 2.800 kg) alleine duch Leichtbau ereicht werden kann. Das Gesamtgewicht des aktuellen Fahrzeugs beträgt beladen 26 Tonnen (Wanderlast). Abzüglich Nutzlast 100 Personen (8 Tonnen) und Unterbodenlast 6 Tonnen beträgt das Eigengewicht also 12 Tonnen.
Die Eigengewichte der einzelnen Komponenten könnten sich wie folgt aufteilen:
Kabine ca. 3,5 Tonnen
Lastbarelle ca. 2 Tonnen
Gehänge ca. 2,5 Tonnen
Laufwerk ca. 4 Tonnen
Leichter als 3 Tonnen wird man die Kabinen nach heutigen Richtlinien nicht konstruieren können, zumal sie 35 Prozent mehr Platz bieten sollen. Bei den derzeitigen 0,22 m2 je Person ist die Stehplatzfläche heute weitgehend ausgenutzt. Bleibt eine Einsparung von Gewicht durch ein fangbremsenloses Laufwerk (vielleicht kann man da 2 Tonnen sparen), Fangbremsen in Aluminiumkonstruktion (spart vielleicht eine Tonne) oder die Reduktion der Unterbodenlast bei Personenbeförderung. Auf derVisualisierung der Kabine ist keine Lastbarelle dargestellt. Kann man diese abhängen, um 135 Personen befördern zu können oder verzichtet man dann auf Unterbodenlasten? Kann ich mit kaum vorstellen.
Eine Windenbahn ohne Fangbremse zu betreiben, halte ich für sehr gewagt, auch wenn die Bahnneigung relativ konstant ist und die Seildurchhänge aufgrund der vier Stützen auf einer schrägen Länge von 1433 m gering sind. Der Einbau eines Gegenseils würde zu einem völlig neu konzipierten Antrieb führen, davon ist auch keine Rede. Als die Bahn vor 20 Jahren gebaut wurde, waren die Jungfraubahnen sehr transparent mit Informationen und hatten damals sogar Planunterlagen veröffentlicht. Ich bin gespannt auf weitere Details zum aktuell geplanten Umbau.