Quelle: Skiliftgesellschaft Sölden-Hochsölden Gesellschaft mbH, Schneeanlage Sölden Nord-West, bestehend aus den Beschneiungsanlagen Schneeanlage Rotkogel und Schneeanlage Grünwald, Überprüfungen, nachträgliche Bewilligungen bezüglich der Schneeanlage Rotkogel laut Einreichprojektes 2005 und Kollaudierungsoperat 2018 sowie aktualisierte Wasserwirtschaft und Anlagenanpassungen gemäß 1. Projektergänzung 2018 und angepasste Wasserwirtschaft 2026PROJEKTBESCHREIBUNG:
Die SKILIFTGESELLSCHAFT SÖLDEN-HOCHSÖLDEN GesmbH, Sölden, im folgenden Text als SGSHS abgekürzt, betreibt im nord-westlichen Teil von Sölden ein umfangreiches Schigebiet mit den Bereichen Einzeiger, Schwarzkogel, Seekogel, Rotkogel, Giggijoch, Haimbachjoch, Hochsölden und Grünwald im Höhenbereich von 2 960 m Mh bis zur Talsohle Sölden - Rainstadl auf 1 345 m Mh.
Dieses Schigebiet mit dem Sammelbegriff „Giggijoch“ ist ein Teil des großen Schigebietes im Bereich Sölden, das von mehreren Gesellschaften betrieben wird.
In den Jahren 2006 bis 2021 errichtete SGSHS die Schneeanlage Rotkogel für den mittleren und oberen Teil des Schigebietes Giggijoch vom Bergrestaurant Giggijoch bzw. Bergstation der Giggijochbahn auf 2 280 m Mh nach Süd-Westen bis zur Bergstation der 4 KSB Einzeiger auf 2 770 m Mh mit insgesamt 6 Ausbaustufen Rotkogel 1 bis 6 sowie mit den vorgezogen errichteten Ausbaustufen 8 bis 10 mit einer gesamten Schneifläche von ca. 90,3 ha.
Dabei ist auch eine fallweise Wasserabgabe an die bestehende Schneeanlage Grünwald - Hochsölden für die Beschneiung der obersten Ausbaustufe Grünwald 4 / 1996 im Bereich Hochsölden vorgesehen.
Da im hochgelegenen Bereich des Schigebietes keine Fließgewässer mit ausreichend hohen Winterabflüssen für eine Direktentnahme zur Verfügung stehen, benötigte diese Schneeanlage Rotkogel einen Speicherteich mit entsprechend großem Nutzinhalt, der zumindest eine vollständige Grundbeschneiung ohne Nachspeisung abdecken kann.
Der Speicherteich Rotkogel mit einem Nutzinhalt von 149 300 m³ wurde in den Jahren 2006 und 2007 auf 2 617 m Mh in einer Geländemulde ca. 300 m süd-westlich der Rotkogel Hütte westlich / bergseits der Seekogel-Abfahrt errichtet.
Vom Speicherteich Panorama wird für die Schneeanlage Rotkogel der SGSHS, entsprechend dem Einreichprojekt 2005, Bescheid 2006 und Errichtung 2006 bis 2021, ca. 75 000 m³/a Schneiwasser
abgegeben.
Die Menge von 75 000 m³/a ergab sich dabei aus der Summe von 20 000 m³/a aus der Bewilligung Tiefenbachgletscher 2009 für die Verstärkung im Schneibetrieb bei den bestehenden Schneiflächen
Rotkogel und einer Vorsorge von 55 000 m³/a für eine eventuelle spätere Erweiterung der Schneeanlage Rotkogel.
Diese Abgabe war im ursprünglichen Einreichprojekt Rotkogel 2005 noch nicht enthalten, sie wurde erst durch den zwischenzeitlich erkennbaren größeren Wasserbedarf für die bestehenden 58,5 ha
Schneiflächen Rotkogel und für weitere 30 ha Schneifläche notwendig. Diese Mehrung von 55 000 m³/a wurde bereits mit Einreichprojekt 2013 und der 1. Projektergänzung 2026 Süd-West der Schneeanlage Tiefenbachgletscher beantragt.
Mit Verfügbarkeit von Wasser aus dem Speicherteich Panorama für einen Teil der Wasserbedarfsdeckung der Schneeanlage Rotkogel kann die als Provisorium bewilligte Entnahme von Wasser aus der Ötztaler Ache in der Talsohle Rainstadl mit dem hohen Pumpaufwand über die Schneeanlage Grünwald – Hochsölden der SGSHS bis zur Schneeanlage Rotkogel wesentlich vermindert werden.
Gemäß Einreichprojekt Rotkogel 2005 besteht die Möglichkeit, Wasser aus der Schneeanlage Rotkogel über die 2006 errichtete Pumpstation Giggijoch bei der Bergstation der Giggijochbahn an die
Schneeanlage Grünwald – Hochsölden der SGSHS im unteren Teil des Skigebietes Giggijoch - Hochsölden abzugeben, um die Schneifläche Grünwald 4 mit ca. 10 ha alternativ von oben nach unten zu
versorgen.
Diese Alternativ-Versorgung zu Grünwald – Hochsölden hat jedoch keinen direkten Einfluss auf die Wasserabgabe von Speicherteich Panorama an die Schneeanlage Rotkogel, da sie aus Austauschvorgängen als wasserwirtschaftlicher Durchlaufposten bedeckt wird.
Mit der Bevorratung und dem technisch aufwendigen aber im Betrieb sehr effizienten Verbundsystem kann die Unternehmensgruppe der Bergbahnen Sölden die Absicherung der Skipisten sowohl zu Saisonbeginn als auch während der Saison wesentlich besser erzielen als im bisherigen Stand mit den zum Teil bereits über 2 Jahrzehnte alten und damit auch abgenutzten Anlagen wesentlich kleinerer Leistung.
In den letzten Jahren zeigte sich jedoch, dass die im Planungsstand 2008 / 2009 angesetzte Vorsorge für die späteren zusätzlichen Wassermengen der Gesamtanlage von 150 000 m³/a mit Deckung aus dem Speicherteich Panorama gem. Einreichprojekt 2008 / 2009 zu niedrig waren.
Nach heutiger Einschätzung ist diese Vorsorge auf max. 263 000 m³/a anzuheben. Dies wurde im Einreichprojekt Tiefenbachgletscher 2013 beantragt und detailliert begründet.
Damit erhöhte sich der gesamte Wasserumsatz des großen Speicherteiches Panorama einschließlich des vorgelagerten kleinen Speicherteiches Tiefenbachferner von 420 000 m³/a auf max. 533 000 m³/a. Von Bedeutung ist hier auch eine Beschneiung des Gletscherrandes am Tiefenbachferner und am Rettenbachferner mit Nährung des Gletscherrandes, um den dortigen starken Gletscherrückgang zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen. Hier ist neben der Absicherung des Gletscherskilaufes auch eine deutliche Verbesserung in glaziologischer Sicht zu erzielen.
Die Abgabe von Wasser aus dem Speicherteich Panorama an die benachbarten Schneeanlagen wird als Zuführsystem Süd bezeichnet.
Dazu wurde 2011 in der Pumpstation Tiefenbachferner III eine Durchleitungsstrecke installiert, die in die Zuführleitung Süd vom Tiefenbachgletscher durch den Tiefenbach Tunnel bis zum Rettenbachgletscher und von dort via Reduzierstation Rettenbachtal über die Feldleitung / Transportleitung Rettenbachgletscher 3 bis in den Bereich Stabele zur Verteilerstation Stabele mit dortiger Verteilung zu den Schneeanlagen Gaislachkogel, Silberne Piste und als Not-Verbindung zu Rotkogel / Gampe speist.
Die Verbindung des Speicherteiches Panorama zur Schneeanlage Rotkogel erfolgt seit 2011 über das Zuführsystem Süd bis Pumpstation Rettenbachgletscher und von dort mit Einbindung in die
Zuführleitungen Rotkogel 2 und 4 bis zur Pumpstation Rotkogel.
Weitere Dokumente:
Bewilligungsbescheid des Landeshauptmannes und der Tiroler Landesregierung vom 14.08.2006
Ansuchen um wasser- und naturschutzrechtliche Überprüfung
Projektergänzung mit Anlagen
Flutwellenabschätzung Dammbruch Ost - max. Wassertiefe im Teilbereich 1
Flutwellenabschätzung Dammbruch Ost - max. Wassertiefe im Teilbereich 2
Flutwellenabschätzung Dammbruch Ost - max. Fließgeschwindigkeit im Teilbereich 1
Flutwellenabschätzung Dammbruch Ost - max. Fließgeschwindigkeit im Teilbereich 1
Flutwellenabschätzung Dammbruch Ost - Produkt Wassertiefe x max. Fließgeschwindigkeit im Teilbereich 1
Flutwellenabschätzung Dammbruch Ost - Produkt Wassertiefe x max. Fließgeschwindigkeit im Teilbereich 2
Flutwellenabschätzung Dammbruch Ost - Überflutungsflächen mit Gefährdungspotential im Teilbereich 1
Flutwellenabschätzung Dammbruch Ost - Überflutungsflächen mit Gefährdungspotential im Teilbereich 2