Eine Designstudie gibtes unter dem folgenden Link:Erster Spatenstich zum Dritten
Multiversa AG möchte erneut mit Bau des Sportzentrums beginnen
HERMANN M. SCHRÖDER
WÜNSDORF Wird in Wünsdorf nun doch ein milliardenschweres Sport- und Gesundheitszentrum gebaut? Nach dem aus finanziellen Gründen bereits zweimal verschobenen ersten Spatenstich 2002 und 2003 möchte die SGW Multiversa AG nun einen dritten Anlauf zu dem Großprojekt unternehmen.
"Wir wollen noch im Februar mit den Arbeiten beginnen", kündigte Vorstandsvorsitzender Werner Baumgart am Mittwochabend in der jüngsten Bauausschusssitzung an. "Die Finanzierung ist jetzt grundsätzlich geklärt und auf den Weg gebracht", sagte der Projektentwickler. Fördermittel seien nicht eingeplant, bei dem Kapital handele es sich ausschließlich um privates Geld.
Rund 1,6 Milliarden Euro sollen Baumgart zufolge in die insgesamt 42 Einzelvorhaben fließen. Zu ihnen gehören ein Höhentrainingszentrum, die Ski-Indoor-Anlage "Schnee-Welten", ein Schwimm- und Erlebnisbad, Schulungs-, Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie zahlreiche Hotels. Außerdem sollen gesundheitliche Rehabilitationszentren, eine Schießanlage sowie ein Reiterhof mit Tierklinik entstehen (MAZ berichtete).
Rund 5000 neue Arbeitsplätze werden laut Baumgart geschaffen. Bei den Geldgebern handele es sich um eine ausländische Investorengruppe aus Übersee, deren Namen noch nicht bekannt gegeben werden dürfen. Erst nach Abschluss des Kaufvertrages über das Grundstück mit der Entwicklungsgesellschaft Wünsdorf-Zehrensdorf (EWZ) würde sich der Investor der Öffentlichkeit präsentieren. "Termin der Unterzeichnung ist noch im Februar dieses Jahres", erklärte der Multiversa-Chef. Die Papiere lägen bereits fertig unterschriftsreif vor.
EWZ-Geschäftsführerin Birgit Flügge bestätigte das gestern auf Anfrage. "Die Verträge sind bis ins letzte Detail ausgehandelt", sagte die Managerin. "Ich hoffe, dass es jetzt klappt." Rund 113 Hektar ehemaliges Militärgelände östlich der B 96 und südlich der Gutstedtstraße möchte die EWZ an die Multiversa AG verkaufen. Das Areal sei von Munition und weitestgehend von Altlasten geräumt, sagte Birgit Flügge.
Mittelpunkt des geplanten Sport-, Gesundheits- und Wissenschaftsparkes Wünsdorf soll das Höhentrainingszentrum am Glashüttenring sein. Allein in dieses Vorhaben sollen rund 110 Millionen Euro fließen. Avisierter Fertigstellungstermin ist spätestens 2009, wie Multiversa-Vorstand Hans-Günther Dörr sagte. Dann solle der gesamte Park realisiert sein. "Das ist mit den Investoren so vereinbart."
Denkmalgeschützte Bauten wie das Haus der Offiziere - dort soll ein Luxus-Hotel Einzug halten - müssen erhalten bleiben. Andere Gebäude werden abgerissen. Dazu zählen marode Kasernen und die alte Poliklinik.
Wünsdorfs Ortsbürgermeisterin Sabine Brumm (CDU-Fraktion) sprach sich für eine Unterstützung der Projektes aus und sagte, für Wünsdorf und die ganze Region sei das Vorhaben von großem Vorteil.
Das sieht auch Zossens Vize-Bürgermeister Hartwig Ahlgrimm so. "Wenn das so aufgehen sollte, wäre es ein großer Gewinn für uns." Leider gebe es jedoch auch berechtigte Zweifel an der Umsetzung. "Die Entwickler haben immer noch keine seriöse Finanzierung offen gelegt und noch keine Grundstücke erworben", sagte Ahlgrimm gestern auf Anfrage. In der Verwaltung sei man sich jedoch einig, dass man der Multiversa jede bürokratische Hürde aus dem Weg räumen wolle.
Wie die Landesregierung zu dem Sportzentrum steht, ist noch unklar. Im Potsdamer Wirtschaftsministerium war gestern keine Stellungnahme zu bekommen.
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/ ... 929/61939/