Sprengungen sichern Skivergnügen

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Jay
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Sprengungen sichern Skivergnügen

Beitrag von Jay »

Aus der Tiroler Tageszeitung:
Sprengungen sichern Skivergnügen

Die Mitglieder der Kitzbüheler Lawinenkommission verrichten eine gefährliche Arbeit.


Franz Lintner blickt sorgenvoll aus dem Fenster. "Heute werden wir sicher fünf Sprengungen brauchen." Gemeinsam mit seinem Kollegen von der Bergbahn Kitzbühel, Otto Smollinger, und dem Kitzbüheler Bergrettungschef Alexander Semonsky bereitet Linter in der Werkstatt der Bichlalm-Bergstation Sprengsätze aus Lawinit vor. Alle drei sind Mitglieder der Kitzbüheler Lawinenkommission.

Durch die starken Schneefälle der letzten Tage sind die Männer besonders gefordert. "Um die Sicherheit auf den Pisten zu garantieren, müssen wir die Unmengen an Neuschnee aus den exponierten Hanglagen sprengen", erklärt Lintner. Erst dann können die Pisten für den Skilauf freigegeben werden.

Im Kitzbüheler Skigebiet stellt die Lawinenkommission mehrere Einsatzgruppen. Jeweils drei Mann kümmern sich um die Bereiche Pengelstein und Ehrenbachhöhe am Hahnenkamm sowie um den Gaisberg in Kirchberg.

Neben der Bichlalm gibt es auch noch am Horn und in Jochberg/Wagstätt eine Gruppe. Neben Bergbahn-Mitarbeitern ist eine weitere Person, die von den jeweiligen Gemeinden gestellt wird, mit von der Partie.

"Wir haben zwanzig bestens ausgebildete Mitarbeiter, die diese wichtige Arbeit verrichten", erklärt Bergbahn-Vorstand Georg Hechenberger im Gespräch mit der TT. Alle Männer haben sich für diesen Dienst freiwillig gemeldet. Mehr Lohn gibt es dafür nicht. Bezahlt wird den Männer die für die Tätigkeit nötigen Kurskosten sowie die spezielle Ausrüstung wie Verschütteten-Suchgerät und Airbag-Rucksack.

Das Team auf der Bichl-alm hat es diesmal besonders schwer. Die Sicht auf dem Gipfel des Hochetzkogels beträgt nur wenige Meter. Durch hüfthohen Schnee kämpfen sich die Männer vor. Auf einer mitgebrachten Stange wird der erste Sprengsatz angebracht. Während sich Smollinger und Semonsky in Sicherheit bringen, macht Lintner den Sprengsatz mittels Zeitzünder scharf.

Er folgt der Spur seiner Kollegen und nach wenigen Augenblicken ertönt ein ohrenbetäubender Knall.
Die Männer stapfen zurück. Deutlich ist eine Anrisskante im Hang sowie ein Schneebrett erkennbar. "Das hat gepasst", ist Lintner zufrieden. Noch vier Sprengungen und das Skigebiet konnte wieder freigegeben werden.

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