Der Mercedes unter den Seilbahn-Herstellern

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Jay
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Der Mercedes unter den Seilbahn-Herstellern

Beitrag von Jay »

++ 07.04.2005, Allgäuer Zeitung ++
Der Mercedes unter den Seilbahn-Herstellern
Doppelmayr hat weltweit 13500 Anlagen aufgebaut
Wolfurt/Kempten (pem). - Der eigene Anspruch ist hoch. "Wir gelten als der Mercedes der Seilbahnbranche", sagt Ekkehard Assmann, Marketingleiter der vorarlberger Firma Doppelmayr. Bei einem Besuch des Marketingclubs Allgäu am Firmensitz in Wolfurt erklärte Assmann warum das so ist. 2100 Mitarbeiter, 13500 aufgebaute Anlagen weltweit, 464 Millionen Euro Jahresumsatz - nicht von ungefähr bezeichnet sich Doppelmayr als Marktführer.

90 Prozent des Umsatzes macht das 1892 gegründete Unternehmen mit neuen Anlagen. In der Regel ersetzt der Spezialist aus Vorarlberg in die Jahre gekommene Seilbahnen komplett. Neuerschließungen dagegen sind die Ausnahme. Doppelmayr-Anlagen sind weltweit im Einsatz. Sie bringen Skifahrer und Wanderer auf die Gipfel der Alpen, transportieren Touristen zwischen Top-Hotels in Las Vegas und befördern Schüttgut, beispielsweise Kies oder Müll.
"Seilbahnen sind nicht nur gut für Wintersport", beschreibt Assmann das Profil von Doppelmayr, das 2002 mit dem schweizer Unternehmen Garaventa verschmolz. Die Gruppe wartet regelmäßig mit technischen Neuerungen auf - wichtige Möglichkeit, um sich vom Wettbewerb abzusetzen. So präsentierte Doppelmayr beispielsweise im vergangenen Jahr den ersten Sessellift mit Sitzheizung.
"Geht nicht gibt's nicht", beschreibt Assmann den Anspruch von Doppelmayr. Trotzdem hat der Konzern keine Forschungs- und Entwicklungsabteilung. "Über 90 Prozent der Innovationen enstehen auf Wunsch eines Partners", sagt Assmann. Dazu gehört beispielsweise auch VW. Für das Werk von Volkswagen in Bratislava hat Doppelmayr eine Seilbahn konstruiert, die Autos über das Werksgelände transportiert.
Kein Marketing-Programm

Kunden bezeichnet Doppelmayr als "Partner". Ein entsprechender Umgang wird gepflegt. Früher wurden Kunden schon mal privat im Hause Doppelmayr verköstigt. Heute gibt es dafür drei Gästehäuser mit 30 Zimmern, zwei Restaurants mit eigenem Koch und ohne Sperrstunde. "Es wirkt, weil es keinMarketingprogramm ist, sondern von Herzen kommt", sagt Ekkehard Assmann.

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Downhill
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Beitrag von Downhill »

Das mit dem Mercedes wuerd ich mal lieber leise sagen, die (also die Stuttgarter) sind grad auf bestem Wege, ihren Ruf etwas zu ruinieren :lol: Ich sag nur Qualitätsmängel, Gewinneinbruch, zurückgehende Verkaufszahlen und die milliardenteure Sanierung bei smart...
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Jay
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Beitrag von Jay »

Downhill hat geschrieben:Das mit dem Mercedes wuerd ich mal lieber leise sagen, die (also die Stuttgarter) sind grad auf bestem Wege, ihren Ruf etwas zu ruinieren :lol: Ich sag nur Qualitätsmängel, Gewinneinbruch, zurückgehende Verkaufszahlen und die milliardenteure Sanierung bei smart...
Genau das fiel mir beim Posten auch auf, so ein toller Vergleich ist das nämlich (leider) nicht mehr.
Jakob
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Turm
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Beitrag von Turm »

Der Maserati unter den Seilbahnherstellern würde sich aber auch blöd anhören.

Mercedes ist halt nach wie vor ein Begriff für einen Massentauglichen Luxusartikel so ähnlich wie die Barbour-Jacke, der Islay Single Malt oder die von Jungfrauen oberschenkel-innenseite-gerollte Kubanische Zigarre.
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Beitrag von Dresdner »

Doppelmayr hat weltweit 13500 Anlagen aufgebaut
Also bei allem Respekt, das ist ja auch kein Kunststück, wo man fast alle ernst zu nehmenden Konkurrrenten aufgekauft hat.
Andererseits kann man DM nur beglückwünschen, sie sind nun mal die Cleversten in der Seilbahnbranche und auch beim Streit um Geschäftsanteile bei der Seilbahnherstellung gilt halt: "fressen oder gefressen werden".
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Beitrag von maartenv84 »

Pendolino hat geschrieben:
Doppelmayr hat weltweit 13500 Anlagen aufgebaut
Also bei allem Respekt, das ist ja auch kein Kunststück, wo man fast alle ernst zu nehmenden Konkurrrenten aufgekauft hat. "fressen oder gefressen werden".
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Aber der Lexus der Seilbahnen, oder Rolex der Seilbahnen wäre auch ne möglichkeit :twisted:
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Beitrag von Turm »

Was mir gerade noch zu dem Thema einfällt. Finanziert Doppelmayr die Anlagen auch? Wäre doch ne flotte neue Geschäftsidee, dass die Skigebiete in einer Art Leasing-Abkommen einen Pistertransport-Exclusivvertrag mit dem Hersteller abschließen und dann im Gegenzug immer die Neusten Lifte/Komponenten bekommen, und keine weiteren laufenden Kosten haben.

Naja ist nur so eine Gedankenspinnerei von mir ...
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mic
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Beitrag von mic »

Art Leasing-Abkommen
...ist das bei dem 6er auf der Zugspitze nicht so?
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Turm
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Beitrag von Turm »

mic hat geschrieben:
Art Leasing-Abkommen
...ist das bei dem 6er auf der Zugspitze nicht so?

erzähl mir mehr .. hab ich da was nicht mitbekommen
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mic
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Beitrag von mic »

...erst mal suchen...
Nee, es war anders: "Die Gemeindewerke kaufen die Anlage und vermieten sie dann auf 15 Jahre an die Zugspitzbahn."
Ohne Unterschrift kein Sessellift

Hersteller-Firma wartet auf endgültigen Abschluss des Kaufvertrages
VON TANJA BRINKMANN Garmisch-Partenkirchen - Die Skisaison auf Deutschlands höchstem Berg soll am 1. November beginnen. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten Pistenchef Marcellus Spiegel und seine Kollegen auf Hochtouren: "Die Raupenfahrer haben Schnee in die Trasse und auf die Abfahrten der Plattlifte geschoben, das hat gut geklappt." Einziges Manko: Noch gibt es auf dem Platt viel zu wenig von der weißen Pracht. Zwischen 30 und 60 Zentimeter lägen bisher am Gletscher, jetzt seien noch zehn dazu gekommen, berichtet der Mitarbeiter der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB).
Allein am Schnee droht die Inbetriebnahme des neuen Sechser-Sesselliftes, die den Sonnenkar-Schlepper ersetzt, aber nicht zu scheitern. Die TÜV-Abnahme sei gelaufen, es gebe lediglich einige Kleinigkeiten nachzubessern, sagt Spiegel. "Jetzt könnte eigentlich der Probelauf starten." Ihm sei jedoch zu Ohren gekommen, dass die Hersteller-Firma diesen Schritt untersagen will, weil der Kaufvertrag mit den Gemeindewerken bisher nicht unterzeichnet sei. Werkedirektor Hubert Nessler war am Freitag zu keiner Stellungnahme mehr zu erreichen. Er sei den ganzen Tag außer Haus, hieß es aus seinem Vorzimmer.

Für die Verzögerung beim Vertragsabschluss zeigt BZB-Vorstand Rolf Vonau wenig Verständnis: "Es gibt Probleme mit der Reihung der Anhänge", schildert er einen der Gründe. Bereits im Frühjahr habe sein Haus das Werk nach den Standards des Verbandes Deutscher Seilbahnen ausgehandelt, Preis und Gewährleistungsfristen - "wir haben mehr, als ,Doppelmayr` normalerweise gibt" - stünden seither fest. Die Gemeindewerke kaufen die Anlage und vermieten sie dann auf 15 Jahre an die Zugspitzbahn (wir berichteten), in deren Besitz der Sessellift letztendlich übergeht. Komme der Abschluss nicht zustande, "würde ,Doppelmayr` ein Steuerungsmodul mitnehmen", ist sich Vonau sicher. Diesen drastischen Schritt kann er durchaus verstehen: Die österreichische Firma "hat solange stillgehalten und den Lift sogar auf eigenes Risiko gebaut." Jetzt müsse eben auch Garmisch-Partenkirchen seine Hausaufgaben machen.

Dabei sieht Bürgermeister Thomas Schmid, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Bergbahn-Unternehmens ist, keine Probleme: "Ich habe keine Ursache, daran zu zweifeln, dass er läuft", betont er. "Der Jurist der Werke hat zwei bis drei Klauseln moniert, jetzt gehen die Stellungnahmen hin und her." Nessler versuche eben, aus jedem Vertrag das Beste für die Gemeinde herauszuholen, und kämpfe um jeden Euro, bescheinigt er seinem Direktor. Kommende Woche setzen sich die Juristen der beiden Parteien zusammen. "Wir haben schließlich auch ein Interesse daran, dass das Ding, sobald genügend Schnee liegt, auch läuft."

Zu den momentanen Verhandlungen will Günter Treu, Vertriebsleiter bei "Doppelmayr", keinen Kommentar abgeben. Mit der Anlage "sind wir voll im Plan, alles läuft perfekt." Diese Aussage kann Rolf Vonau nur bestätigen, schon deshalb versteht er das Vorgehen der Gemeindewerke nicht. Um den Sessellift zum Saisonstart zu eröffnen, sind noch circa 60 Stunden Probebetrieb erforderlich. "In dieser Zeit dürfen keine Personen befördert werden", erklärt der Vorstand. Soll das Ziel, die Anlage Anfang November in Betrieb zu nehmen, allerdings erreicht werden, muss die Zugspitzbahn nicht nur auf mehr Schnee, sondern auch auf Nesslers Unterschrift hoffen.

mm
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Jens
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Beitrag von Jens »

mic hat geschrieben:
Art Leasing-Abkommen
...ist das bei dem 6er auf der Zugspitze nicht so?
Die 6-KSB wurde von den Gemeindewerken finanziert und wird von diesen für 15 Jahre an die BZB vermietet. Nach den 15 Jahren geht die Bahn in den Besitz der BZB über.
Die Details finden sich im entsprechenden Topic unter News in den Skigebieten:
http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?t=1652 - Seite 2
Tiefschnee muss gewalzt sein
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Beitrag von trincerone »

Die Gemeindewerke kaufen die Anlage und vermieten sie dann auf 15 Jahre an die Zugspitzbahn."
Na, wenn das nicht der Urtyp eines Leasingvertrages ist! (Auch wenn DM hier keine Rolle spielt).

Mercedes steht doch für einen guten Namen, der in der Vergangenheit mit äußert robusten und haltbaren Fahrzeugen punktete, sich dann auf seinem Namen ausruhte und heute das Paradebeispiel für die deutsche Wirtschaftsmisere im Technikbereich ist, weil kaum einer mehr technische Pseudoinnovationen auf den Markt brachte, und bei kaum einer Marke die Diskrepanz zwischen Luxusanspruch und tatsächlicher Verarbeitung so groß ist. Habe ja schon einige neue Benze gefahren - allein die Spaltmaße waren ein Witz. Von der billigen Innenausstattung ganz zu schweigen. Wen man sich anschließend in einen neuen 5er von BMW setzt, kann man mal sehen wie es richtig geht! (Zugegebenermaßen beckleckert sich mein geliebter Audi was die Verarbeitung angeht auch nicht gerade mit Ruhm - die ruhen sich gerade gut auf ihrem Namen aus!).

Ich finde den Vergleich DM Mercedes aber trotzdem gar nicht falsch - nicht zuletzt aus wirtschaftspolitischen und massentauglichkeits Gesichtspunkten. Aber eigentlich müsste es heißen:

Doppelmayr - die Mielegeschirrspülmaschine unter den Seilbahnen!

Technisch einwandfrei und ziemlich langweilig halt! :)
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