www.tirol.comKommunkiation der Seilbahnen bei Zwischenfällen kritisiert
Wintersportler, die stundenlang in Gondeln festsaßen oder miterlebten, wie ein besetzter Liftsessel abstürzte: Szenarien, die sich nicht irgendwo ereigneten, sondern in den Tourismushochburgen Sölden und Axams.
Kaum passiert, prasselte schon heftige Kritik auf die Seilbahner. Nicht, weil solche Vorfälle völlig auszuschließen sind, sondern wegen deren Krisenkommunikation. Betroffene Wintersportler fühlten sich unzureichend informiert. Medien gegenüber versuchten Seilbahnverantwortliche, Informationen zu den Vorfällen hinauszuzögern, zu verharmlosen, oder es war kein Ansprechpartner erreichbar.
Dieser Kritik am Informationsfluss zwischen Seilbahnern, Betroffenen, Öffentlichkeit und Medien haben sich bei einer Podiumsdiskussion im Lantech der Seilbahnchef von St. Anton, Hannes Steinlechner, Söldens Bürgermeister Ernst Schöpf, Bundesheer-Psychologe Bernhard Penz sowie Kommunikationstrainer Siegfried Walch gestellt.
Walch sagte: "Die Vorfälle dieses Winters haben gezeigt, dass zum Vorfall oder Unfall auch noch eine Kommunikationskrise entsteht." Die Feststellung, dass Seilbahnen zu den sichersten Verkehrsmitteln gehören, würde bei Betroffenen, die einen Vorfall subjektiv erleben, im Krisenfall nicht ankommen. Verschweigen des Ausmaßes, der Folgen und eine Verharmlosung würde nur das Gegenteil dessen bewirken, was sich die Seilbahnen von den Fahrgästen erwarten: Vertrauen.
"Wir haben uns alle so bemüht, und dann werden wir dafür noch geprügelt", lautet ein häufiger Vorwurf an die Journalisten. "Wären die Medien nicht gewesen, hätte niemand etwas bemerkt, und es hätte keine unangenehme Diskussion in der Öffentlichkeit gegeben", lautet die Aussage krisengeschüttelter Seilbahner.
Bernhard Penz, Psychologe beim Österreichischen Bundesheer, rief in Erinnerung: "Das Vertrauen in die Seilbahnen ist sehr hoch. Dieses kann nur erhalten werden, wenn Seilbahner sich mit den Bedürfnissen der Menschen, die sich auf Grund eines technischen Versagens in Not befinden, auseinandersetzen."
Fahrgäste stundenlang ohne Informationen sitzen zu lassen, diene nicht deren Wunsch nach Sicherheit. Konsequenz war die Forderung an Seilbahnhersteller, technische Lösungen für eine witterungsunabhängige Information der Fahrgäste von Sessel- und Gondelliften zu entwickeln.
Söldens Bürgermeister Schöpf meinte, die Seilbahner hätten aus den Vorfällen und medialem Interesse gelernt: "Es gilt Betroffenen Sicherheit zu geben und die Medien aktiv zu informieren." Auch Steinlechner von den Arlberger Bergbahnen sprach sich für offene Information aus. Das könne Gerüchten vorbauen und Spekulationen unterbinden.
Kommunkiation der Seilbahnen bei Zwischenfällen kritisiert
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Re: Kommunkiation der Seilbahnen bei Zwischenfällen kritisie
Naja, also das ist ja ne tolle Aussage. Lasst uns alle Medien und Journalisten abschaffen und alle Probleme sind aus der Welt, da ja keiner mehr darüber berichtet.Jens hat geschrieben: "Wären die Medien nicht gewesen, hätte niemand etwas bemerkt, und es hätte keine unangenehme Diskussion in der Öffentlichkeit gegeben", lautet die Aussage krisengeschüttelter Seilbahner.
Natürlich wird Medienberichterstattung, besonders in diversen Fernsehsendern, oft übertrieben und auch diese Menschen machen manchmal Fehler. Aber damit muß man leben - der kritische Konsument/Leser/Zuschauer ist ja immer noch in der Lage, sich seine Meinung aus mehreren Quellen selber zu bilden.
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Wege entstehen, indem man sie geht.
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