Die Witterung der letzten Tage liess meine Vorfreude natürlich beträchtlich anschwellen, umso mehr als ich von Innsbruck aus die frisch angeschneiten Berge erspähen konnte. Tatsächlich gab es am Mittwoch morgen in Innsbruck (ich verliess die Wohnung einer Freundin um ca. 6h15) regennasse Strassen und in ersten Wolkenfenstern liess sich erkennen, dass die Schneefallgrenze nachts weit unterhalb der Waldgrenze gelegen war.
Um 6h48 gings also los mit einem "Bummelzug" nach Imst-Pitztal. Leider war dieser Bummelzug (mit Halt in jedem Bahnhof und davon gibts zwischen Innsbruck und Imst unzählige) die einzige Möglichkeit um einigermassen skigerecht früh ins Pitztal zu kommen. Nach Umstieg auf den Bus im Imst erreichte ich schliesslich um 9h11 die Talstation der Pitztaler Gletscherbahn, mit der es um 9h30 rauf ging (aufgrund des mangelnden Andrangs verkehrt die Bahn nur noch halbstündig). Bereits der Parkplatz signalisierte die geringe Frequenz: ein Bus einer holländischen Jugendgruppe sowie einige wenige Autos.
Hier nun der Bericht im üblichen Telegrammstil:
Wetter: sonnig, leicht bewölkt, Temperaturen deutlich unter Null Grad, in der Sonne natürlich deutlich angenehmer (ich bin mit meiner üblichen Winterskikleidung gefahren, trotzdem wurde mir nie richtig "heiss").
Schnee: offiziell 180cm und ca. 5cm Neuschnee. Auf alle Fälle jedoch für die Jahreszeit sehr wenig, v.a. am Gletschertor bei der Talstion des DSB Gletschersee konnte man die Geringmächtigkeit der Schneeauflage am Gletscher gut erkennen.
Offene Anlagen: Alle
Geöffnete Pisten: Im Prinzip alle. Allerdings waren Schweizer Weg und "Buckelpiste" nicht präpariert.
Wartezeiten Keine. Ohne der holländischen Jugendgruppe hätte das Gebiet sehr "leer" gewirkt. Liftbügel und Pisten waren streckenweise menschenleer.
Pistenzustand Optimal. V.a. am Vormittag waren die Pisten durch den Neuschnee der letzten Tage in einem Zustand, wie ich es selbst im Hochwinter kaum noch erlebt habe. Nachmittags wurden einige Pistenteile (v.a. die südostseitigen) durch die Sonneneinstrahlung etwas pappig.
Off-piste: V.a. vormittags traumhafter (bis knietiefer) Pulverschnee. Die sonnenexponierten Hänge waren ab etwa mittags dann durch durchfeuchteten Lockerschnee gekennzeichnet, was das Befahren etwas kraftraubend (und sturzförndernd
Gefallen: Traumhafte Landschaft (herrliche Aussicht v.a. vom Hinteren Brunnenkogel), keine Wartezeiten, leere Pisten, Tiefschneehänge (aufgrund der wenigen Leute blieb den ganzen Tag über mehr als genug unverspurter Schnee über !), Pitz-Panorama-Bahn, Qualität der Pistenpräparierung.
Nicht gefallen: Zubringersystem ist halt mühsam, v.a. für Öffentliche-Verkehrs-Abhängige (30min Intervallsystem). Namensgebung der Pisten (Macho, Macho; Witwenmaker
Resume Optimaler Skitag in einem überaus lohnenden und attraktiven Skigebiet.
Anschliessend noch ein paar Fotos (leider war der Akku wieder mal bald leer - den frischen Reserveakku hatte ich in Innsbruck vergessen
Blick auf die oberen, flachen Hänge der Skipiste "Macho, Macho" neben dem SL Mittelbergjoch I. Im Hintergrund, ca. in Bildmitte die Braunschweiger Hütte, 2758m.
Der SL Mittelbergjoch II und die Bergstation der Pitz-Panoramabahn. So leer blieb es hier den ganzen Tag über. Der Schweizer Weg war nicht präpariert und wurde auch kaum befahren (maximal 10 Leute den ganzen Tag). Ich machte leider den Fehler und fuhr ihn erst um ca. 12h30. Da war hier der Schnee durch die Sonneneinstrahlung nicht mehr ganz so pulvrig. War aber dennoch traumhaft: Von der "Einstiegsrinne" bis zum Flachstück vor der Talstation des SL Mittelbergjochs I - also ca. 500 Hm - immer im Tiefschnee, da die "Buckelpiste" auch nicht präpariert war. Generell war neben den präparierten Pisten endlos viel Platz.
Am frühen Vormittag im Tiefschnee zwischen der Piste "Macho, Macho" und dem SL Mittelbergjoch I. Der Neuschnee war so fein, dass man selbst hier im Flachen herrlich schwingen konnte.
Apropos Tiefschnee: Als ich am späten Vormittag auf den Hinteren Brunnkogel fuhr war der Steilhang zwischen der Piste 9 (Pitz Panorama) und 9b (Witwenmaker) noch nahezu unberührt (erst 3-4 Spuren). Ein traumhaftes Tiefschneeerlebnis im knietiefen Pulverschnee und das Mitte Mai !
Noch etwas zu den Ausbauplänen: Persönlich könnte ich auf eine Anbindung an Sölden mehr als verzichten ! Der ursprünglich angestrebte Ausbau mit Seilbahn auf den Linken Fernerkogel und Bau einer offiziellen Talabfahrt über den Mittelbergferner nach Mittelberg/Talstation Pitzexpress würde vollkommen reichen um das Gebiet - zusammen mit dem Winterskigebiet Rifflsee - zu einem überaus attraktiven Ziel auch für einen längeren Aufenthalt zu machen.