Brenzlige Situationen mit Pistenraupe

Fachforum für Pistenraupen und Pistenfahrzeuge: Technische Diskussionen zu PistenBully, Prinoth, Loipengeräten und Eigenbauten.
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gerrit
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Brenzlige Situationen mit Pistenraupe

Beitrag von gerrit »

Ist zwar schon länger her, aber das Erlebnis hat mich damals irgendwie beeindruckt, deshalb möchte ich es hier mal zur Sprache bringen.
Vor mehreren Jahren waren wir im November am Kitzsteinhorn, Schneeverhältnisse waren mäßig, aber man konnte schon bis zum Alpincenter fahren.
Größere Probleme gab es im untersten Bereich des Schmiedinger-Gletscherlifts, da der Schlußhang bis zum Ende des Gletschers (und damit zur etwas heraufgesetzen Talstation des Lifts) fast aus reinem Eis bestand.
Wir warteten gerade an der Talstation, als sich Folgendes abspielte:
Die Einstiegstelle des Lifts befand sich direkt am Gletscherrand in eher steilem Gelände, die Anstellspur war nach oben mit Bändern, nach unten mit einer etwa hüfthohen Holzwand abgegrenzt.
Der Lift wurde abgeschaltet und ein Pistengerät schob mit viel Schwung einen Schneehaufen von links (von unten aus gesehen) des Liftes hinüber auf den Eishang. Dieser Hang war ziemlich steil und - wie schon erwähnt - irrsinnig eisig, sodaß das Pistengerät bald nach dem Einfahren quer zur Fahrrichtung nach unten in Richtung der beim Lift angestellten Skifahrer zu rutschen begann. Wir sind ziemlich erschrocken, weil wir gedacht haben, der Fahrer hat die Kontrolle verloren und kracht jetzt in die wartenden Skifahrer, ich hab überlegt, ob es Sinn macht, zu versuchen, über den Holzzaun zu springen, aber dann haben wir gesehen, daß das nach unten rutschende Pistengerät in der Rutschphase eine 180° Drehung machte, - weiter seitlich talwärts rutschend - schätzungsweise 50 Meter unterhalb des Ausgangspunktes wieder griffigen Schnee unter die Raupen bekam und die Skilifttrasse wieder querte. Dieses Manöver wurde dann noch 4 bis 5 mal wiederholt, um so etwas Schnee auf den Eishang zu bringen. Der Fahrer hatte also mit dem Abrutschen gerechnet und das Manöver so geplant, wie es dann auch abgelaufen ist. Von der Fahrzeugbeherrschung her war es (zumindestens bei den Folgemanövern) sehr interessant zu beobachten, ich frage mich aber, was passiert wäre, wenn das Ding genau in der Rutschphase einen technischen Defekt gehabt hätte......
Gibts von den Pistenraupenspezialisten dazu einen Kommentar?
Hat jemand Ähnliches erlebt?
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Stefan
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Beitrag von Stefan »

ja, wir haben mal am notschrei (schwarzwald) beobachtet, wie ein pisten bully ebenfalls seitlich ins rutschen gekommen ist beim versuch, den parkplatz zu queren. der fahrer hatte mehr pech - gestoppt hat ihn erst ein geparktes auto... ist öfter mal ein problem, dass die dinger seitlich ins rutschen kommen, das hängt mit den querstegen zusammen. aber alpi, claus und jürgen wissen mehr dazu...
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Seilbahnjunkie
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Beitrag von Seilbahnjunkie »

Wär mal ne interessante Diskusion: Wie verhindert man das seitliche rutschen von Pistenraupen.
Claus
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Beitrag von Claus »

Seilbahnjunkie hat geschrieben:Wär mal ne interessante Diskusion: Wie verhindert man das seitliche Rutschen von Pistenraupen.
Damit haben sich schon mehrere Leute beschäftigt. In den Ketten sind Querstabilisaturen eingebaut (T-förmige Krallen, die an den Kettenstegen angeschraubt sind). Stahlketten oder Ketten mit Stahlkanten sind auch weniger empfindlich, weil sich die schärfere Kante weiter in den Schnee drücken kann. Bei reinem Eis bringt es natürlich nicht viel. Die Hartmetallbolzen alleine halten die Maschine nicht.

Seitenstabilitätsprobleme können im ganz normalen Betrieb (also ohne Skifahrer, die man auf die Haube nehmen könnte) auch erhebliche Probleme bereiten. Wer - aus welchem Grund auch immer - quer zum Hang in tieferem Schnee fahren muß kann da schnell erhebliche Probleme haben. Die Maschine beginnt talwärts zu rutschen, der Fahrer lenkt zum Berg. Maschine rutscht noch stärker, Fahrer schlägt mehr ein und gibt Gas. Maschine stellt sich genau zum Hang und gräbt sich ein. Wer an dieser Stelle nicht langsam talwärts aus der Situation rausfahren kann (weil da z.B. eine Baumgruppe steht) kann zum Funk greifen und einen Kollegen mit der langen Kette holen.

Ich hab schon einige Situationen dieser Art beobachtet und selbst erlebt (Alpi kann da sicher noch mehr Geschichten erzählen). Einmal bei der Talfahrt nach der Präparation eines Windenhangs als Beifahrer. Der Fahrer hat mich vorgewarnt - nach einer kleinen Kuppe lag etwas weicherer Schnee (es war Frühling) und wir waren ohne Seil talwärts unterwegs. Nach der Kuppe gab es einen kurzen Ruck und wir flogen geradeaus weiter. Einzige Lösung: Vollgas geben und mit kleinen Lenkbewegungen die Fallinie einhalten. Dann nimmt man so wenig Schnee wie möglich mit. Ein unerfahrener Fahrer würde in Gedanken ans Autofahren Gas wegnehmen, die Ketten werden langsamer und der Rutschvorgang wird unkontrolliert. Nach etwa 20m war die Schlittenfahrt zu Ende.
Und im vergangenen Winter war ich selbst in einem nagelneuen 300 bergwärts unterwegs und bin an der recht hoch mit Schnee belegten Piste die letzte Spur am rechten Rand gefahren. Ich hatte bergauf die Seitenschwimmstellung der Fräse eingeschaltet und bin etwas zu nah an eine Baumgruppe gekommen, unter der weniger Schnee lag. Die Fräse läuft da sofort hinein und man merkt, wie der Arsch der Maschine nach rechts will. Lösung: Gas konstant lassen, ein bisschen Fahrpoti zurück, Fräsenpoti aufdrehen und die automatische Mittenzentrierung der Fräse einschalten. Mit etwas Gegenlenken läuft die Maschine wieder geradeaus. Kommentar vom neben mir sitzenden Meister: "Bei de nägschte Bäum' bleibsch a bissle mehr weg da. Sonsch ziehtsch uns raa."
Als Skifahrer sieht die Stelle tagsüber total harmlos aus.

Ui - was sehe ich da: Das war mein 555er Beitrag hier. Ich erwarte tosenden Applaus und mach jetzt die 5l-Flasche Henkell auf. Naja - muß vielleicht auch nicht sein... :freude:
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GMD
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Beitrag von GMD »

Claus hat geschrieben:Ui - was sehe ich da: Das war mein 555er Beitrag hier. Ich erwarte tosenden Applaus und mach jetzt die 5l-Flasche Henkell auf. Naja - muß vielleicht auch nicht sein... :freude:
Klatsch, klatsch!
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Claus
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Beitrag von Claus »

Vielen Dank, vielen Dank ... dankeschön ... ich danke Ihnen ...

Oder?
So verhält man sich doch bei tosendem Beifall :roll:
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GMD
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Beitrag von GMD »

Man gibt dann eine Zugabe!
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Claus
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Beitrag von Claus »

Stimmt - da hast Du Recht. Wär ich fast nicht draufgekommen. Bitteschön:
Bild
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GMD
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Beitrag von GMD »

Schönes Bild, aber was ist daran brenzlig?
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Claus
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Beitrag von Claus »

GMD hat geschrieben:Schönes Bild, aber was ist daran brenzlig?
Nichts - es passt nur thematisch einigermaßen zu Pistenraupen. Das ist die zweite der beiden Neumaschinen am Oberjoch. Die Aufnahme habe ich vor Präparierbeginn zwei Tage vorher gemacht.
War ja auch nur eine Zugabe ...
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Alpi
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Beitrag von Alpi »

^^
und man sieht die Alu Greifer die das Abrutschen verhindern sollen!

Wie Claus schon geschrieben hat ist das seitliche Abrutschen eigendlich das Gefährlichste, daher vermeidet man wenn möglich das queren.
Sehr tückisch sind auch Wegkanten die man bei Neuschnee nicht sieht und dann seitlich abrutscht. Wenn dann noch alle Laufräder in den Führungsbügeln der Kette sind hat man Glück.

Kommt die Raupe in der Falllinie ins Rutschen ist die Lösung einfach: Vollgas!
Denn dann wird der Schnee unter der Kette nach hinten geschleudert und die Stege bekommen wieder Grip. Im Notfall kann man immer noch das Schild absenken und man kommt sicher zum stehen.

Sehr knifflig wirds wenn man lenken muß dies aber nícht soll.
Normal ändert die Pistenraupe ihre Richtung indem eine Kette langsamer wird. Ist nun der Schnee sehr weich und der Hang sehr steil kann die Raupe abrutschen sobald man zu lenken versucht.
Nun hat man die Möglichkeit mit der Fräse zu lenken. Einfach etwas nach rechts oder links stellen und die Raupe schlägt die gewünschte Richtung ein!
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gerrit
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Beitrag von gerrit »

Unabhängig von der physikalischen Tatsache, daß eine Pistenraupe auf Eis nunmal seitlich abrutscht würde mich interessieren, was Ihr von dem ja offensichtlich so geplanten Manöver direkt über einer wartenden Personengruppe haltet?
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Downhill
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Beitrag von Downhill »

gerrit hat geschrieben:Unabhängig von der physikalischen Tatsache, daß eine Pistenraupe auf Eis nunmal seitlich abrutscht würde mich interessieren, was Ihr von dem ja offensichtlich so geplanten Manöver direkt über einer wartenden Personengruppe haltet?
Finde ich ehrlich gesagt grob fahrlässig. Was ist, wenn doch was passiert? Perfekte Pistenpräparation ist klasse, aber bitte nicht zu Lasten der Sicherheit. Solche Aktionen kann man auch nach Liftschluß bringen.
Dove vai senza sci?
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Beitrag von Claus »

Ich bin gotteidank noch nie in die Situation gekommen, mit der Fräse lenken zu müssen. Ich habe die Fräse immer zum Überlappen der Spuren gelenkt, also die "Notbremse" nie ziehen müssen.

Wie ich die Aktion finde? Gewagt...
Der Fahrer hat das offenbar schon öfter gemacht und sich nichts dabei gedacht. Aber allein an die Skifahrer, die wie Du den Gedanken hatten über die Bretterwand zu springen hätte man denken müssen. Die Unfallgefahr durch die Fluchtaktion ist auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Aber wie Ihr seht, ist es äußerst selten, daß eine Maschine völlig außer Kontrolle gerät. Spätestens durch Einstechen des Schildes bringt man die Maschine zum Stehen. Damit kann ein völlig unabwendbares Rutschen kaum zustandekommen. Aber es gibt ja bekanntlich nichts, was es nichts gibt - allein aus dieser Überlegung heraus werden für die Gäste gefährliche Aktionen im Betrieb vermieden.
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mic
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Beitrag von mic »

...so wie es geschildert wurde hört es sich sehr gefährlich an. Die sollten dort doch eingentlich gerlernt haben. :?
.............da sieht man mal wieder was ein Iso- Zertifikat wert ist. :wink:
Die Gletscherbahnen Kaprun sind Österreichs erstes Bergbahnunternehmen mit dem ISO 9001-Zertifikat für alle Unternehmensbereiche. Das weltweit anerkannte ISO-Zertifikat steht für laufende Kontrolle und Bestätigung der hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards am Kitzsteinhorn
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Re: Brenzlige Situationen mit Pistenraupe

Beitrag von Alpi »

@Claus: Das Lenken mit der Fräse mach ich immer beim Schleppliftspur präparieren und auch bergauf funktioniert das super!

@mic:
gerrit hat geschrieben:.
Vor mehreren Jahren.......?
Grundsätzlich find ich das schon sehr leichtsinnig!
Bei eine Drehung um 180 ° und darunter wartenden Personen würd ich nicht von einer geplanten Aktion sprechen. Allgemein ist es so das eine Pistenraupe die Leute anzieht wie ein Magnet und daher ist es besser während des Betriebs in der dunklen Garage zu bleiben!
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PB_300_Polar
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Beitrag von PB_300_Polar »

Alpi hat geschrieben:Allgemein ist es so das eine Pistenraupe die Leute anzieht wie ein Magnet und daher ist es besser während des Betriebs in der dunklen Garage zu bleiben!
Vor allem, wenn man eine von Paninfarina durchgestylte Raupe fährt. Gell?
@ all: Ich finde das eine schweinerei. Was wäre passiert, wenn der Man die Raupenicht im Griff gehabt hätte, der hätte das Skigebiet in verruf gebracht. Solche Leuten sollte man die Raupen entziehen und den geben, die damit arbeiten können und vernünftig sind.
Am Besten ist immer noch, dass man solche Aktionen auf geschlossenen Hängen und/oder nach btreiebsschluss macht.

Alpi könntest du mit mal erklären, wie man mit der Fräse lenkt bzw. das was du darunter verstehst. Ich weiß nur, dass man die Fräse anheben kann (absenken auch) und versch. Fräsarten (schwimmstellung,...) wählen kann, aber wie du da lenken kannst ist für mich fragwürdig.
Der Schnee kommt.....

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Ram-Brand
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Beitrag von Ram-Brand »

Und was macht man wenn man so eine Situation doch machen muß?

Genau, man sperrt ab.

Nütz leider nur nix wenn die doofen Leute dort trotz winkendem Bediensteten durchfahren.

:(
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Jürgen P.
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Beitrag von Jürgen P. »

Hallo


Auch wenn ich nicht über eigene Erfahrungen verfüge, möchte ich auch zu diesem Thema meine Meinung abgeben (zumal mich Stefan schon namentlich erwähnt hat).


>schob mit viel Schwung einen Schneehaufen...
>...daß das nach unten rutschende Pistengerät in der Rutschphase eine 180° Drehung machte

Ohne den Schneehaufen zu verlieren??? Klingt interessant, hätte ich gerne gesehen.


>ich frage mich aber, was passiert wäre, wenn das Ding genau in der Rutschphase einen technischen Defekt gehabt hätte......

Vielleicht hätte es dann nur für 30, 60 oder 95° gereicht?


>ist öfter mal ein problem, dass die dinger seitlich ins rutschen kommen, das hängt mit den querstegen zusammen....
>...Wie verhindert man das seitliche rutschen von Pistenraupen.

Die an den Kettenstegen montierten Seitenstabilisatoren sollen ein seitliches Rutschen verhindern. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen. Auf dem Bild von Claus sieht man die Aluvariante an einer Kässbohrer Kombikette (Alusteg mit Stahlverstärkung). Bei Stahlketten sind seitlich kleine Stahlplatten angeschweißt. Bei der Gamskette (auch eine Kombination aus Alusteg mit Stahlleiste) sind die Stabilisatoren aus Stahl auf die Stahlleiste geschweißt. Es gibt nicht nur verschiedene Formen, sondern auch unterschiedlich viele Stabilisatoren pro Kette. Und das ist noch nicht alles. Darüber hinaus finden sich weitere Elemente, die auch gerne mit den Seitenführungen eine Einheit bilden: Eiskratzer (ein hartes, gezacktes Blech, dass über den Steg ragt) und Spikes (Eisdornen, harte Stahldornen). Diese Elemente sollen das Rutschen auf Eis verhindern.
Die Kettenwahl (und Ausrüstung) bei Pistenraupen kann man unter verschiedenen Gesichtspunkten vornehmen - es ist immer nur ein Kompromiss. Hatt man sich bei der Kette "verwachst", kann man z.B. auf Eis ins Rutschen geraten. Der Verschleiß der Kette beeinflußt sicherlich auch die Traktion. Nur anders als bei der Formel 1 kann man nicht mal eben auf Regenreifen wechseln. Vielleicht wird man in einem großen Skigebiet verschiedene Raupen mit verschiedenen Ketten ausrüsten, um auch extreme Verhältnisse abzudecken. Andererseits greift man auch gerne auf bewärtes oder preiswertes oder langlebiges zurück, oder man wird Opfer eines guten Verkäufers...

Darüber hinaus hat man auch physikalische Grenzen. Ist es zu steil, oder hat der Untergrund keinen guten Verbund (man steht z.B. grade auf einer Lavine) gerät die Pistenraupe in's rutschen.


>...würde mich interessieren, was Ihr von dem ja offensichtlich so geplanten Manöver direkt über einer wartenden Personengruppe haltet?

Ein Pistenraupenfahrer darf durch seinem Verhalten niemanden in Gefahr bringen. Das ist so, wie beim Autofahren. Rein Rechtlich dürfte es praktisch keine Verkehrstoten geben - die Realität sieht anders aus. Pistenraupenfahrer sind Menschen - nicht alle gehören zur Elite. Aber ich denke, dass die allermeisten Pistenraupenfahrer das notwendige Verantwortungsgefühl haben. Du bist der nicht repräsentativen Minderheit begegnet, die den Rest in Verruf bringt (TP).
Hättest Du Deine Beobachtungen an geeigneter Stelle gemeldet, so hätte man dem Treiben sicherlich ein rasches Ende (mit anschließender Kopfwäsche) beschert. Dein Anliegen trägst Du also zu spät und an falscher Stelle vor. Zeig mehr Zivilkuhrage. Bevor der Cowboy eine Kerbe in's Armaturenbrett schnitzt.


Beste Grüße

Jürgen Pellengahr
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Seitenstabilisator an Gamskette
Seitenstabilisator an Gamskette
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gerrit
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Beitrag von gerrit »

Der Schneehaufen wurde sozusagen zu Beginn der Rutschphase auf dem Eis verteilt, dann hat die Raupe rutschend die 180°-Drehung gemacht und ist wieder nach links weg gefahren..
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Beitrag von Yeti01 »

Es gibt immer 2 Seiten.

Wie ich die Situation nach Deiner Schilderung beurteile, war ja noch genug Platz zwischen Dir und der Raupe, also hielt sich von daher die Gefahr in Grenzen.

Was natürlich bei einem technischen Defekt passiert wäre, ...

Ich kenn ja das Kitz, bin ja fast dort oben aufgewaxen, und vor allem kenn ich die meisten Raupenfahrer dort oben.
Ich denke, die sind sich durchaus ihrer Verantwortung bewußt, zumal ja auch dort schon Unfälle mit Raupen passiert sind!!
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trincerone
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Beitrag von trincerone »

Ist ja etwas OT, aber ich sag nur Haubitzen-Weitrutschen, wenn der Antreteplatz im Winter vereist ist. Ca. 1000 PS, 55t (o.k. leer etwas weniger), schaut schon lustig aus. Sollte halt keiner Mitkriegen... ;)
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Re: Brenzlige Situationen mit Pistenraupe

Beitrag von Claus »

Alpi hat geschrieben:@Claus: Das Lenken mit der Fräse mach ich immer beim Schleppliftspur präparieren und auch bergauf funktioniert das super!
OK - Schleppspur ist noch etwas anderes. Allerdings wird da oft auch nicht mit der Fräse gelenkt, sondern bei gerader Fahrt die Fräse etwas ausgestellt, um Randwälle zu vermeiden. Bei einseitig etwas ansteigenden Schleppspuren (Bsp: rechts Wald, links Piste) ist die neue Kässbohrer-Fräse mit Oberrahmen überfordert. Da muß man ausstellen, wenn die Möglichkeit nicht besteht mit Schnee Schieben eine ebene Spur zu machen.

Für "PB 300 Polar":
Mit der Fräse lenken geht so: Die Fräse läuft nicht immer exakt gerade hinter der Maschine her. Es gibt auch eine Seitenschwimmstellung. Die Fräse verhält sich dann wie ein Anhänger beim Auto und knickt beim lenken seitlich zum Fahrzeug weg. Hat man nun Probleme zu lenken (besondere Schneebeschaffenheiten oder was auch immer) kann man dieses seitliche Knicken auch erzwingen. Dazu wird die Seitenschwimmstellung abgestellt und die Fräse per Hand nach links oder rechts geknickt. Die Fräse fährt hydraulisch in die gewünschte Richtung und bleibt da. Da die Fräse im Vorwärtslauf schiebt, kann man damit von hinten in den Fahrzeugrahmen seitlich Kräfte ausüben und damit eine Kurvenfahrt erzwingen, obwohl die Ketten gleich schnell laufen. Damit sind zwar keine "Panzerwenden" möglich, doch die Sache ist oft sehr hilfreich.
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PB_300_Polar
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Beitrag von PB_300_Polar »

Danke Claufs für die Nachhilfestunde ;-) .
Der Schnee kommt.....
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Beitrag von Elcemsn »

Ich kenn mich da jetzt zwar nich so gut aus, da ich noch nich so lang Ski fahre,aber mir ist auf einer klassenfahrt in die Berge (Kössen)folgendes passiert:meine gruppe wollte,da noch etwas unerfaren,mit der gondel abfahren als eine raupe (ein leises modell,fabrikat unbekannt),direkt vor der "Einfahrt" von der liftsation langgefahren ist (und mich fast niedergemäht hätte). und daher wollte ich mal wissen ,ob das falsch von dem fahrer war oder ob der da auch nix hätte mache können.
Schonmal danke im vorraus. :dankeschoen:

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