Gorbach: Bevorzugung der Silvretta Nova?

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
Antworten
Benutzeravatar
lanschi
Mount Everest (8850m)
Beiträge: 9691
Registriert: 04.02.2004 - 19:45
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Großraum Salzburg
Hat sich bedankt: 92 Mal
Danksagung erhalten: 300 Mal

Gorbach: Bevorzugung der Silvretta Nova?

Beitrag von lanschi »

von ORF.at
Rauch ortet rechtswidrige Praxis
Johannes Rauch (Grüne) ortet bezüglich Gorbach (BZÖ) eine rechtswidrige Genehmigungspraxis. Alle in Gorbachs Amtszeit von der Silvretta-Nova-Bergbahnen eingereichten 90 Projekte seien genehmigt worden.

Naturschutzanwaltschaft: Negativer Bescheid
20 dieser Projekte hätten einen negativen Bescheid der Naturschutzanwaltschaft erhalten, so Grünen-Klubobmann Johannes Rauch. Vizekanzer Hubert Gorbach weist die Vorwürfe zurück, er sei nie letzte Genehmigungsinstanz in Vorarlberg gewesen.

"Zuständige Referent war jeweils Gorbach"
Das ist für Rauch eine Schutzbehauptung. "Wer in allen Rechenschaftberichten des Landes nachliest, war der zuständige Seilbahnreferent jeweils Hubert Gorbach, das ist schriftlich nachzulesen", so Rauch.

Es habe kein einziges Projekt gegeben, das nicht über den Schreibtisch von Gorbach gegangen sei, so Rauch, da es ohne Seilbahnrechtliche Genehmigung die Projekte nicht gebe. "Gorbach kann sich nicht aus der Verantwortung stehlen", betont Rauch.

Gorbach: Vorwürfe unhaltbar
Als unhaltbar bezeichnet Gorbach die Vorwürfe. Er sei nie die Genehmigungsinstanz in Vorarlberg gewesen, sondern lediglich für technische Sachfragen. Diese Bewilligungen fallen in die politische Zuständigkeit des Verkehrslandesrates.

Vorwürfe nicht gerechtfertigt
Für Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP) gehen die Vorwürfe der Grünen ebenfalls ins Leere. Ihm seien keinerlei Fakten bekannt, die einen möglichen Vorwurf des Amtsmissbrauchs rechtfertigen würden.
Gorbach: Keine Vorteile aus Freundschaft
Vizekanzler Hubert Gorbach (BZÖ) zeigt kein Verständnis für die politische Aufregung über seinen möglichen Wechsel in die Privatwirtschaft. Seine Freundschaft mit Unternehmer Walter Klaus bringe keine Vorteile. Klaus meint, es gebe nichts Fixes.

Vorwürfe zurückgewiesen
Am Mittwoch wies Gorbach entschieden zurück, dass die Silvretta-Nova-Bergbahnen AG, zu der er wechseln könnte, einen Vorteil aus seiner "freundschaftlichen Beziehung" zum Chef Walter Klaus haben könnte.


Würde politische Entscheidung übertragen
Gorbach sagte, er betrachte es als selbstverständlich, dass er die politische Entscheidung übertragen würde, falls er durch seine politische Funktion zu Aktivitäten in diesem Zusammenhang gezwungen wäre.

Mündliches Übereinkommen
Was sein Ausscheiden aus der Politik betreffe, wolle er bis Ende 2006 bleiben, so Gorbach. Ein fixer Zeitpunkt für einen Wechsel sei nicht vereinbart, es gebe lediglich ein mündliches Übereinkommen mit Klaus für die Zukunft.

Er habe ein Recht, in die private Wirtschaft zurückzukehren, so Gorbach.

Klaus: Nichts Fixes
Klaus sagte gegenüber dem ORF Vorarlberg, es gebe nichts Fixes. Er suche nicht nach einem Vorstand für die Silvretta-Nova-Gruppe, sondern vielmehr einen Manager, der seine international verteilten Güter in einer noch zu gründenden Holding verwalten soll.

Olli
Vogelsberg (520m)
Beiträge: 592
Registriert: 04.01.2003 - 16:04
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Hörbranz Vorarlberg
Hat sich bedankt: 6 Mal
Danksagung erhalten: 20 Mal

Beitrag von Olli »


Vizekanzler Gorbach klagt Vorarlberger Grüne
Vizekanzler Hubert Gorbach (BZÖ) wird noch diese Woche die Vorarlberger Grünen klagen. Hintergrund sind die Vorwürfe der Grünen, Gorbach habe in seiner Zeit als Landesrat die Silvretta-Nova-Bahnen begünstigt.
Donnerstag, 16.06.05

Die Klagen von Gorbach lauten auf üble Nachrede bzw. Unterlassung und Schadenersatz.





Auch Klage gegen Glawischnig?
Auch die grüne Nationalratsabgeordnete Eva Glawischnig sprach damals von rechtswidriger Genehmigungspraxis.

Mit einer Klage gegen Glawischnig wartet Gorbach noch zu. Sie habe ihm schon mündlich mitgeteilt, dass sie auf Grund von Fehlinformationen einen Fehler gemacht habe. In diesem Fall warte er noch auf eine öfftentlich Entschuldigung. Bleibe diese aus, werde auch hier geklagt.
Benutzeravatar
F. Feser
Administrator
Beiträge: 10807
Registriert: 27.03.2002 - 21:04
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Renningen (DE) / Silbertal (AT)
Hat sich bedankt: 772 Mal
Danksagung erhalten: 1642 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von F. Feser »

eine interessante pressemitteilung auf trend.at...
gute hintergründe und vor allem der letzte satz ist für mich mehr als interessant :)
Gorbachs neuer Arbeitgeber
Der Montafoner Liftkaiser Walter Klaus möchte sein Tourismusimperium weiter ausbauen – mit Hubert Gorbach an seiner Seite. Der Umstieg für den Vizekanzler und Infrastrukturminister wird jedoch alles andere als einfach.

Gorbach kann kommen, so viel ist fix, und zwar lieber heute als morgen. Die Familien sind befreundet, die Frauen kommen gut miteinander aus. Die Chemie zwischen den Führungskräften stimmt, man kann gut miteinander. Walter Klaus liebt den Rummel um seine Person zwar nicht sehr, ist andererseits aber auch kein Drückeberger. Ins Licht der Öffentlichkeit geraten, steht er selbstverständlich Rede und Antwort: „Das bin ich meinen Leuten in der Firma schuldig.“

Walter Klaus ist Unternehmer, und ein erfolgreicher noch dazu. Er ist der Liftkaiser vom Montafon, dem zweiten großen Vorarlberger Skigebiet neben dem internationalen Lech. Und er wird, aus heutiger Sicht, bald einen prominenten Partner an seiner Seite haben: den Vizekanzler der Republik, Infrastrukturminister und derzeitigen geschäftsführenden BZÖ-Obmann Hubert Gorbach. „Wir haben uns geeinigt“, sagt Klaus. Dass der Eintritt von Gorbach bis jetzt noch nicht erfolgte, hat einen staatstragenden Grund: „Ich will ja die Regierung nicht stürzen.“ Dass Gorbach schon heuer im Sommer wechseln könnte, wird von Klaus dementiert, ist aber im Bereich des Möglichen (siehe Seite 20).

Denn: Klaus braucht Gorbach. Der 71-Jährige ist gesundheitlich nicht mehr ganz auf der Höhe; Klaus hat Parkinson und steht nun vor der harten Aufgabe, die Firma auf seinen Rückzug vorzubereiten. Das Modell der Neuorganisation existiert, sagt er, derzeit nur in den Grundzügen. Fix ist: „Das Unternehmen muss um neue Führungskräfte erweitert werden.“ Die leitenden Mitarbeiter, jene, „die können und wollen“, will er einbinden, auch seinen Sohn, aber nicht in führender Position. Nur Gorbach traut er zu, sein Lebenswerk in seinem Sinne weiterzubetreiben. In einigen Gesprächen, so erzählt Klaus, bat er seinen Freund um Empfehlungen für geeignete Nachfolgekandidaten. Er fragte so lange, bis Gorbach sich selbst als Bewerber ins Spiel brachte.

Reich durch Straßenbau. Die Lebensgeschichte von Klaus, geboren 1934 im oberbayrischen Friedberg bei Augsburg, ist imposant. Als Sohn eines Baumeisters musste er vorerst einmal in die Maurerlehre, machte die Gesellenprüfung, dann die Fachhochschule, dann das Diplom. Seine ersten D-Mark verdiente er sich in einem Architekturbüro in Düsseldorf. Zurück in den elterlichen Betrieb ging er nur, weil die Mutter ihn anflehte, den Vater nicht im Stich zu lassen. Das war anno 1957. Der Anfang war hart, die Karriere steil: 1964 stieg er als geschäftsführender Gesellschafter in das marode Straßenbauunternehmen Kranzfelder GmbH ein. 1968, als andere die Revolution übten, übernahm er kurzerhand den elterlichen Betrieb. Er kaufte jedes Jahr ein weiteres mittelständisches Unternehmen dazu, zuletzt hatte seine Baugruppe 1000 Beschäftigte und machte in den Neunzigern eine Milliarde D-Mark Umsatz. 1995 übergab er die Firmengruppe zur Gänze an seinen Sohn.

In Österreich engagierte sich der Straßenbauer aus Sentimentalität. 1952 war er das erste Mal ins Montafon gekommen, um eine Freundin zu besuchen. Seit damals kam Klaus Jahr für Jahr zurück in die Berge. 1967 erwarb er in Gaschurn „die ersten eigenen Quadratmeter“ und begann darauf sein Haus zu bauen, das Haus, in dem er immer noch lebt.

1969 wurde er gefragt, ob er nicht beim Liftbau helfen könnte. Klaus konnte, vorerst mit rund 100.000 Mark. Ein Jahr darauf, 1970, bat der Bürgermeister den Dauergast um eine weitere kleine Gefälligkeit: die Übernahme der Anteilsmehrheit an der Liftgesellschaft.

Rasanter Aufstieg zum Liftzar. Den einmal eingeschlagenen Weg des Montafonentwicklers sollte er nie mehr verlassen. Mit deutscher Gründlichkeit beendete er die österreichische Schlampigkeit. Er unterband die weit verbreitete Abgabe von Freikarten und den damit florierenden Schwarzhandel. Er bekam alles, was er wollte. Gleich ein Jahr nach der Macht-übernahme in Gaschurn stieg er beim Hauptkonkurrenten im Nachbarort St. Gallenkirch ein. 1972 fusionierte er die beiden Gesellschaften, baute Stein auf Stein, Lift um Lift, Piste um Piste. 1980 gründete der zum österreichischen Staatsbürger avancierte Touristiker die Silvretta Nova Bergbahnen GmbH und die Silvretta Gastronomie GmbH. Die Geschäfte führte ihm der alteingesessene Vollprofi Kurt Betschnau.

Vorarlberg wurde ihm bald zu eng. 1984 erwarb er das Skigebiet Sulden am Ortler. Mit seinem Einstieg am Diedamskopf im Bregenzer Wald im Jahr 1989 wurde er schließlich zum Vorarlberger Liftzaren. Er baute auch dort alles neu. Auf seine Lokale, von der Berghütte bis zur Erlebnisgastronomie, vom voluminösen Liftrestaurant bis zum feinen Bregenzer Speiselokal, ist er besonders stolz. Mit Essen und Trinken erzielt er ein Viertel des Gesamtumsatzes, kein Wunder, denn in seinen Skirevieren duldet er keine Mitbewerber.

Klaus hat dem Tal viel gebracht, in der Saison hunderte Arbeitsplätze. Manchem freilich wurde er zu groß, zu dominant. Es gibt, sagt einer, der lange in seinem Haus arbeitete, „schon Skepsis ihm gegenüber“. Seine engsten Mitarbeiter müssen 24 Stunden am Tag für ihn erreichbar sein. Er gilt als „nicht einfach“, als strenger Patriarch, auch als nachtragend. Im Fachverband der Seilbahnwirtschaft ist er nicht präsent, ein Standeskollege, der Ötztaler Liftunternehmer Jakob Falkner, kennt ihn bestenfalls vom „Grüß-Gott-Sagen“.

Ein Checker war Klaus jedenfalls immer. Bis vor zwei Jahren produzierte er mit einem Jugendfreund im fünf Hektar großen Weingut im steirischen Kitzeck biologischen Wein. Die 15.000 bis 25.000 Liter pro Jahr wurden an die eigene Gastronomie geliefert, auch der jetzige Pächter liefert an die Klaus’schen Betriebe.

Zur Belohnung kaufte er sich ein Fischerhaus auf einer Insel in der Lagune von Venedig, seiner Lieblingsstadt.

Naive Offenheit. In Hamburg erwarb er vor zwölf Jahren, quasi zur Alterssicherung, eine Wohnhausanlage mit 600 Mietwohnungen. Auf die Jagd geht er gern. Für notleidende Bergbauern richtete er eine eigene Stiftung ein, damit macht man sich Freunde. Dass die Medien plötzlich negativ über seine jahrzehntelange Aufbauarbeit berichten, kann er nicht fassen. Vorwürfe des Vorarlberger Grünen-Chefs Johannes Rauch, seinen zu guten Draht zu Gorbach betreffend, erregen ihn noch immer über alle Maßen. Dass die Belegschaft seiner Silvretta Nova sehr irritiert war, nicht zuletzt über den bevorstehenden Gorbach-Einstieg, hat ihn sehr beschäftigt. „Ich habe gedacht, es ist im Interesse des Unternehmens, möglichst früh für Klarheit zu sorgen, aber das war naiv.“

Lange Jahre war des Vizekanzlers zukünftiger Brotgeber eine unangetastete Größe, plötzlich aber wird im Ländle, auf diversen Internetseiten, über den „Macher“ hergezogen und über die wenigen Flops, die Klaus baute, gewitzelt. Etwa über die hölzerne „Arche Nova“, ein richtiges Schiff, das er in seinem Bludenzer Gastro-Betrieb anstatt der Bar einbauen ließ.

Schmerzlich verlief für ihn ein Groß-Investment im fernen Osten: 1991 erwarb er das vom Verfall bedrohte Sanatorium Purkersdorf des berühmten Architekten Josef Hoffmann. Klaus wollte sich als Retter des bedrohten Jugendstil-Bauwerks ein Denkmal setzen. Er ließ die Außenfassade renovieren, die Sanierung des Inneren sollte durch eine Wohnverbauung im umgebenden Park finanziert werden. Einen Teil des Grundstücks verkaufte er an einen Geschäftsfreund, der aber gleich darauf in Konkurs ging. „Nicht geschickt“ sei das gewesen, sagt der Bürgermeister Karl Schlögl. Klaus präsentierte „nicht umsetzbare“ Projekte, galt bald als „Spekulant“. Er selbst fühlte sich hingegen in der Entwicklung der Immobilie „von den Behörden behindert“.

Des Herumhandelns mit Denkmalschützern müde, verkaufte er, enttäuscht und mit einigem Verlust, das Objekt in zwei Tranchen 1999 und 2001 an die Buwog, die daraus ein Altersheim machte.

Auftrag an Gorbach. Walter Klaus sitzt auf der Terrasse seines Gaschurner Hauses, tätschelt den irischen Wolfshund Mike und schaut in die Zukunft. „Ich bin nicht mehr der Optimist, der ich noch vor zehn Jahren war“, sagt er, und: „Es ist nicht mehr viel drinnen. Auf die Branche kommen nette Probleme zu.“

Der Umsatz im letzten Winter ging zurück. Vielleicht, so mutmaßt ein Mitbewerber, weil er „die letzten drei, vier Jahre kaum mehr was investiert hat“. Und der Sommer ist so wie überall anders ein Verlustgeschäft. „Da ist der Durchbruch“, sagt Klaus, „noch nicht geschafft.“

Um den zu erreichen, möchte er die ÖBB-Bodenseeschiffe als „ideale Ergänzung“ kaufen; er könnte Touristen vormittags am See spazieren fahren und abends mit der Gondel ins Bergrestaurant hoch über Bludenz einschweben lassen. Doch nix is fix – und ein Konkurrent ebenfalls ernsthaft interessiert (siehe Kasten).

Trotz Krankheit setzt Klaus sich weitere engagierte Ziele. Unlängst hat er sämtliche Lifte in Trafoi am Stilfser Joch gekauft. „Die Südtiroler haben noch einen Biss, da kann man noch was machen.“

Abschließende Bergfahrt mit der Gondelbahn zur „Nova Stoba“. In der Ferne glänzen die Liftstützen der Vallisera- und Garfrescha-Bahnen. Von der Terrasse sieht man ins Novatal, bis zum Talschluss. „Ich habe deponiert, dass ich die Erweiterung in höhere Lagen für sinnvoll und unbedingt nötig erachte“, sagt Klaus und zeigt auf den steilen Hang, der „ein ideales neues Skigebiet“ wäre. Er will weitermachen, aber irgendwie klingt der Satz schon nach einem Arbeitsauftrag für Gorbach: „Hier müssten wir noch ein paar hundert Meter hinauf.“
:ja: Jetzt Neu - Werbefrei: Alpinforum PRO - ohne lästige Werbebanner - Ausprobieren für 3 € im Monat oder 33 € im Jahr! Mehr Infos hier - KLICK MICH :ja:
Antworten

Zurück zu „Medienberichte“