Mit Musik in eine gelbe Zukunft, Felseneggseilbahn

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Jay
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Mit Musik in eine gelbe Zukunft, Felseneggseilbahn

Beitrag von Jay »

Mit Musik in eine gelbe Zukunft

Sihltal: Die Seilbahn feiert zusammen mit Radio Zürichsee die jetzt finanziell gesicherte Zukunft in frischer Farbe

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Jetzt leuchten die Gondeln der Luftseilbahn zur Felsenegg in gelb und blau – ein Grund zum Feiern. Rolf Haecky

Die Luftseilbahn Adliswil LAF wurde 50 Jahre alt; nun ist nach bangen Zeiten auch das Ende der finanziel-len Sorgen der Bahn da. Grund ge-nug also, um zu feiern. Und auch um die Geschichte der Bahn kurz Revue passieren zu lassen.

«Ja, die Luftseilbahn ist definitiv über den Berg», bestätigt Thomas Heiniger, Adliswiler Stadtpräsident, der an vorderster Front mitkämpfte, um die über drei Millionen zusammenzukratzen, die dem Unternehmen fehlten, damit die Anlage betriebstüchtig weiterbestehen kann. Das bedeutet: Wenn in rund zwei Jahren die Betriebskonzession ausläuft, beginnen die Renovationsarbeiten.

Ein kleines Zahlenspiel

1048 Meter lang ist die Strecke der Seilbahn und führt von 497 auf 804 Meter über Meer. 349 Promille beträgt das Gefälle der gestrafften Seile, sechs Meter pro Sekunde legen die beiden Gondeln auf ihrer Fahrt zurück, über eine Million kostete der Bau, der sieben Monate dauerte, das ein paar Zahlen für alle, die Freude haben an technischen Details.
Eine Touristenbahn, die wesentlich mehr Passagiere ins Tal hinunter als auf den Berggrat hinauf befördere, sei etwas Seltsames. Diesen Gedanken stellt der frühere Mitarbeiter des Unternehmens, Hans Waldburger, im «Jahrheft der Vereinigung Pro Sihltal» des Jahres 2004 fest. Und tatsächlich: Viel Seltsames, aber auch Spannendes findet sich in der bunten Geschichte des 50-jährigen Bestehens der Luftseilbahn Adliswil–Felsenegg – kurz LAF genannt.

Ein bisschen ungeheuer

Wann die Luftseilbahn von Adliswil aus zum allerersten Mal hinauf zur Felsenegg schwebte, das weiss niemand mehr genau. Denn als die ersten Fahrgäste am 30. Dezember 1954 in die Kabine stiegen, war die Bahn schon mehrfach hinauf und hinunter gegondelt – beladen mit Sandsäcken, denn noch mochte niemand diesem technischen Wunderwerk so richtig trauen. Ängste, die damals Presseberichte zu zerstreuen suchten: «Was heute schon zu sehen ist, macht den Eindruck äusserster Solidität», steht da etwa, und weiter ist zu lesen: «Die Reissprobe dieses Stahlkabels ist mit 150 Tonnen berechnet, und da die mit 24 Personen vollbesetzten Kabinen höchstens 30 Tonnen wiegen, können die Fahrgäste sich der fast fünffachen Sicherheit ruhig anvertrauen.»

Kämpfen um die Zukunft

Inzwischen ist ein halbes Jahrhundert vergangen, und die Luftseilbahn hat über neun Millionen Fahrgäste befördert.
Das ist bestimmt eine Erfolgsgeschichte. Doch durch die nötig gewordenen hohen Investitionen in die Sicherheit der Luftseilbahn und durch den defizitären Betrieb drohte ihr in den vergangenen Jahren das Aus: Rund 3,5 Millionen Franken fehlten, um alle Auflagen des Bundesamtes für Verkehr erfüllen zu können. Im vergangenen Sommer spannten die Stadt Adliswil und der Rotary Club Zürich-Sihltal zusammen, um in einer gemeinsamen Aktion die Bahn zu retten. Diese Sammelaktion der Adliswiler spülte zusammen mit anderen Spenden gut 200 000 Franken ins Bahnkässeli. Hierauf sprach der Gemeinderat im Herbst einen Kredit über 300 000 Franken, und die Stadt Zürich doppelte nach – ebenfalls mit 300 000 Franken.

Geld aus Singapur

«Etwas Mühe» bereiteten die Finanzen der Bahn schon 1951, wobei sich letztlich unter den zumeist einheimischen Aktionären auch ein Financier aus Singapur befunden habe, wie Hans Waldburger erzählt, der berichtet, dass die ersten Kabinen der Felseneggbahn von der für die Landi 1939 über den Zürichsee gebauten Seilbahn stammten – und dass die zwei Kabinen 31 000 Franken gekostet haben sollen. Oder dass bereits 1934 die Idee einer Standseilbahn zur Felsenegg in den Köpfen einiger Sihltaler herumgeschwirrt war. In einer Beilage zur neuen Bahn vom 28. Dezember 1954 hielt der «Sihltaler» fest: «Weder die Üetlibergbahn noch das Postauto zum Albis vermochten auf die Dauer dem ‹Drang zum Berg› des wachsenden Einzugsgebietes standzuhalten.» Die Städte und Dörfer breiteten sich aus, die Leute hatten vermehrt das Bedürfnis, ihre Freizeit in der Natur zu verbringen, ohne dazu weit reisen oder sich gar körperlich anstrengen zu müssen.

Luftwirbel

Von Akrobaten und Kreuzworträtsellösern erzählt Hans Waldburger über das Personal, und er erzählt über Hitzköpfe, die sich 1996 in der Seilbahn stritten: Rund ein halbes Dutzend Fahrgäste war damals in der Gondel, als zwei sich in die Haare gerieten. In der Hitze des Gefechtes zog einer der beiden die Notbremse, die sich nur von aussen an der Kabine, genauer am Kabinendach, wieder entriegeln lässt.
Ein Helikopter musste schliesslich die Streithähne und die friedlichen Passagiere aus ihrer misslichen Lage befreien. Ähnliches widerfuhr den Pas-sagieren der Luftseilbahn vor rund fünf Jahren – allerdings ohne dass dem technischen Defekt ein Streit vorausgegangen wäre.
Auch Geselliges ist über die Luftseilbahn zu erzählen: Der Maschinist der ersten Jahre in der Talstation sei ein recht guter Alphornbläser gewesen und habe sein Instrument zum Zeitvertreib hin und wieder hervorgeholt, wenn wenig los gewesen sei in den ersten Jahren der Bahn. Und sein Arbeitskollege spielte Schwiizerörgeli. So gaben die beiden auch mal ein Ständchen in der Gondel.

«Ich bin auch eine Fähre…»

Die Felsenegg ist noch immer ein beliebtes Ausflugsziel. Und obwohl die meisten Wanderer aus der Gegend stammen, sind auch Touristen oft in den Gondeln anzutreffen.
Und tatsächlich bietet «Zurich Excursions» seit 1961 eine erweiterte Stadtrundfahrt an, die im Car nach Adliswil führt, von dort weiter mit der Luftseilbahn auf die Felsenegg und wieder ins Tal, über den Berg nach Horgen und auf der Fähre über den Zürichsee, dem rechten Seeufer entlang zurück in die Stadt Zürich.
Übrigens: Die Generalversammlung der Luftseilbahn ist auf kommenden Donnerstag um 14 Uhr im Auditorium der Generali in Adliswil angesetzt.


Quelle: Sihltaler Autor: Rolf Haecky

sänger
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Beitrag von sänger »

«Die Reissprobe dieses Stahlkabels ist mit 150 Tonnen berechnet, und da die mit 24 Personen vollbesetzten Kabinen höchstens 30 Tonnen wiegen, können die Fahrgäste sich der fast fünffachen Sicherheit ruhig anvertrauen.»
Entweder hat der Schreiberling falsch zitiert oder die Journalisten von damals waren schon Nieten.
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GMD
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Beitrag von GMD »

Könnte es sein, dass da eine Null zuviel ist?
Probably waking up
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Seebrünzler
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Beitrag von Seebrünzler »

Geld aus Singapur
Jetzt muss ich doch mal bei meinem Onkel nachfragen. :lol:
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Felseneggbahn (CH) wird erneuert

Beitrag von sänger »

Wer mit der alten Rumpelkiste noch fahren möchte, muss sich beeilen: ab dem 4. Februar 2008 wird die Bahn umgebaut.
Neueröffnung
Erneuerung der Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg LAF
Nach über fünfzig Jahren, in denen die LAF zuverlässig fast 10 Millionen Ausflügler von und zur Felsenegg befördert hat, steht ihr nun die Erneuerung bevor.
Quelle: Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg http://www.laf.ch/index.php?id=5
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