Mal eine Frage von Kris über die Gefälligkeit von verschiedenen Formen von Liftmasten. Und zwar geht es nur um Masten von Sessel- und Gondelbahnen , also nicht von skiliften, PB oder gar funitels.
Während früher noch eine grosse Varietät and Mastenformen herrschte, hat sich heute die ökonomischste Variante, die rundrohstütze, universell durchgesetzt. Wenngleich es Rundrohstützen in verschiedenen Nuancen gibt (konisch, 8-Eck, n-Eck etc...), so ist deren Erscheinungsbild doch weitesgehend ident. Ebenso nicht weiter betrachtet werden Mischformen (Gitter+Vierkant).
Ist die moderne Form in Eurer Sicht die ästhetisch interessanteste? Welche Variante ist in Gebirgslandschaft vorzuziehen?
Und überhaupt: Welches wären Kriterien für den Einsatz verschiedener Masttypologien? Gibt es Situationen, in denen eine Mastform einer anderen vorzuziehen wäre?
(Graffremasten seien jetzt mal nicht betrachtet, denn die sind sowieso die schönsten überhaupt
Zuletzt geändert von Kris am 26.07.2005 - 16:55, insgesamt 1-mal geändert.
Ich steh auf Gittermasten, klassische Schweizer Bauart, wie von z.B. WSO und Garaventa lange eingesetzt. Letztere hatten diese Masten bis Anfang der 90er auch gerne bei normalen KSBs verbaut. Ansonsten haben mir die konischen Achteck(?)-Masten von Garaventa auch immer sehr gut gefallen, Leitner hat solche glaube ich ebenfalls eine Zeit lang verbaut. Die heute vorherrschende Rundrohrform finde ich, rein ästhetisch gesehen, total langweilig.
"Seilbahnen sind komplexe technische Systeme. Sie sind Werke innovativen vielschichtigen Schaffens und bilden ein spannungsvolles Zusammenspiel technischer und wirtschaftlicher, politischer, sozio-kultureller und landschaftlicher Faktoren." (Schweizerisches Bundesamt für Kultur)
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dirty streets and it's cold outside IRONIE!
oops, sorry hatte nicht gesehen dass die frage schon mal diskutiert wurde.
Ich emfpinde rohrmasten, insbesondere runde konische masten als wenig passend im gebirge (auf einer buga ist das eher egal). Insbesondere weil zum einen die mächtigkeit der masten zunimmt, weil anscheinend die fertigungstechnik heute riesendurchmesser erlaubt. Aber zum anderen entfremden sich die seilführungen immer mehr von der terrainstruktur:
Musste fürher in jeder senke eine niederhaltestütze das seil runterdrücken um auf den restlichen masten die nötigen auflagelasten zu garantieren, so werden heute dank wechsellstbatterien seilzüge gezeichnet, die nicht mehr der landform, sondern einer möglichst ökonomischen stützenanzahl folgen...
Was eine gewisse geometrische disharmonie zu folge hat. Ein seil hat ordentlich aufzuliegen und damit basta. Ist halt Kris' sichtweise
Die älteren 8-eckigen modelle haben durch ihre kantigkeit noch einen gewissen biss, und wenn sie gekändefarbig lackiert sind (vgl. die Alagna EUB im trincie bericht) treten sie nicht so hervor...
Demnach mag Kris weder bullige rundrochstützen, noch wechsellastbatterien. Sondern --> siehe avatar
k2k hat geschrieben:Ich steh auf Gittermasten, klassische Schweizer Bauart, wie von z.B. WSO und Garaventa lange eingesetzt.[...] Ansonsten haben mir die konischen Achteck(?)-Masten von Garaventa auch immer sehr gut gefallen..
Der Bundesgesundheitsminister warnt:
Der vorangegangene Beitrag kann Spuren von Ironie, Zynismus und Sarkasmus enthalten. Sollten sie mit einer dieser Substanzen
in Konflikt geraten oder einfach nicht in der Lage sein, diese zu erkennen, so konsultieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
@ram: Du weisst doch, Graffer Anlagen sind praktisch wartungsfrei. Die benötigen keine podeste
Zum Austausch einer rolle braucht es bei diesen hängebatterien keine extra hebeböcke glaube ich, denn das seil lässt sich ja zum stützenjoch ziehen.
Auch sehen Bahntrassen ohne podeste und abhebeböcke besser aus:
Ein graffer lift ist grazil und unsichtbar wie eine kleine stromleitung durch den wald
Für mich wirken die Rundrohrstützen zu massiv, vorallem im Hochgebirge. Das mag zwar ein besseres Sicherheitsgefühl vermitteln, für mich wirkt das aber im Landschaftsbild störend. Die Gittermasten tun das für mich jedoch nicht, da sie in diesem Sinne transparent sind und auf mich mehr den Eindruck von funktionierender Technik ausstrahlen als dieses runde Gezeugs.
Aus der Ferne sind Gittermasten wohl transparenter, und aus der Nähe sind sie vom Materialaufwand minimalistische Gebilde, die nur dort wo kräfte konzentriert fliessen, zug- bzw. druckbelastete Streben einsetzen. Der geneiget Betrachter kann im Kopf finite Elemente simulieren, z.b. bei den wunscherschönen weil am Stüzuenkop komplexen Gitterkonstruktionen von GMD (Müller) oder Carlevaro.
Interessant auch, dass die Schweizer stärker den Gittermasten vorziehen, der ja in der Schweiz besondere Tradition geniesst: Bis vor wenigen Jahren wurden mit wenigen Ausnahmen ausschlisslich Gittermasten verbaut. Diese Bauform wurde noch lange beibehalten, nachdem andere Länder bereits voll auf Rohr setzten. Letzendlich haben aber auch helvetische Seilbahnkonstrukteure auf Rohr umgesattelt.
Erster war hier in grösserem stil Von Roll, da die Mutterfirma im Herstellungsverfahren von "aufgerollten" rundrohren (wie beim kartonkern von klorollen) über grosses konw how verfügte.
Im gegensatz zu nordtirol schreibt in südtirol eine komission ab und an vor, dass aus transparenzgründen gittermasten eingesetzt werden müssen (neuer brunecker gondelbahn auf den kronplatz zb), und dass masten in umgebungsfarben gehalten werden müssen.
Komisch haben zwar schon elf für Rohrmasten gestimmt aber noch keiner hat geschrieben wieso.
Ich find Rohrmasten irgendiwe passender. Wobei das auch auf das Gelände ankommt. Aber generell erinnern mich Gittermasten immer so an Strommasten und die find ich auch nicht schön, Basta ...
Ich würde mich auch den Rundrohr, bzw. achteckicgen Masten anschliessen! irgendwie finde ich, fallen die am wenigsten auf und Gittermasten sehen wie bereits erwähntimmer nach Strommasten aus!
am liebsten die rundrihrstützen im kargen Gelände und dann vollverzinkt!
Am schlimmsten finde ich die Funitelmasten im Doppelmayr-look die Sehen von den Proportionen am schlimmsten aus. Da ist z.B. die Poma Variante weitaus gefälliger
Ich frage mich echt, wann die ersten Designerstützen kommen.. es wäre echt langam mal angebracht
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naja, inder umfrage gings mir eigentlich um gittermast nach alter schweizer prägung vs. moderner rundrohstütze. Den vierkantmasten habe ich deshalb reingenommen, weil dieser in österreich früher die vorherrschende bauform war, eben zu der zeit in der in der schweiz der gittermast seine zeit hatte.
Deshalb habe ich die vielen sonderformen (beton, manesmann, gitter mit vierkant oben drauf, doppelrohr, portal etc.) nicht reingenommen.
Die zementstütze österreichsicher prägung hat für mich keine charakteristika: Die form weist keine merkmale, der hier eingesetzte beton sieht auch nach 30 jahren noch wie neu aus, die schalung ist astrein, das stützenjoch für die ewigkeit verzinkt. Das setzt kein patina an, belügt also in der zeit.
Ganz anders bei den italienischen betonmasten, z.b. der graffer portale: Die schalung war individuell aus brettern genagelt was sich dann in der betonstriktur abbildet (also keine aalglatte fertigmodulschalung aus blech), der zement bröselt, armierungseisen tritt zu tage...
Warum auch nicht: Denn während die grundstatik der österreichischen lifte für 1000 jahre gebaut wurde, hält der graffer vielleicht nur 100 jahre bis zum zusammenklappen: Das reicht aber volle, wenn man davon ausgeht dass anlagen sowieso nach 20...30 jahren weggerissen werden...
Man sieht also: Graffer siegt auf allen ebenen
q.e.d.
Wer was auf sich hielt, hat halt ordentliche Betonstützen gebaut.
Foto: C. Gentil
Aber wer kann heute noch Bad Reichenhall und dessen südtiroler "Partnerstadt" kopieren ... ?
Pendolino
PS: Zum Thema Betonstützen gab's hier übrigens mal 'ne ausführliche Diskussion.