In Vorarlberg sind besonders die Regionen Bregenzerwald, Montafon und Arlberg/Klostertal betroffen.
Speziell Lech und Gargellen seien hier erwähnt. Gargellen ist seit der Nacht von der Außenwelt abgeschnitten, die einzige Zufahrtsstrasse wurde an mehreren Stellen vom Bach und von Muren weggespült bzw. weggerissen.
Noch dramatischer ist die Situation in Lech. Seit der Nacht ist das Ortszentrum komplett überflutet, mehrere Hotels stehen unter Wasser und wurden evakuiert, Infrastruktur wurde zerstört. Die Strasse nach Zürs wurde ebenfalls an einige Stellen weggespült, die Strasse nach Warth durch Muren unpassierpar gemacht. Zudem ist Lech seit der Nacht nicht mit Strom versorgt, das Telefonnetz funktionniert nicht. Lech ist somit total von der Aussenwelt abgeschnitten.
ArlbergHochwasser: Todesopfer in ReutheEin verheerendes Hochwasser hat Vorarlberg heimgesucht: In Reuthe ist ein Todesopfer zu beklagen. Die Person wurde in einem Haus gefunden. Im Silbertal wird noch immer ein Mann vermisst.
Silbertaler wird vermisst
Ein Mann aus Silbertal wird im Bereich Silbertal/Montafon vermisst. Augenzeugen sahen wie das Auto weggeschwemmt wurde.
Der Mann war gegen 5.50 Uhr mit seinem Auto auf der Silbertalstraße unterwegs. Auf Grund des Hochwassers wurde ein Teil der Straße weggerissen. Der Mann übersah den Abriss, stürzte mit seinem Auto in die Litz und wurde vom Hochwasser mitgerissen. Ca. nach 300 Meter wurde das Fahrzeug nochmals von Feuerwehrleuten im Hochwasser treibend gesehen. Bisher konnte aber weder das Auto noch der Insasse gefunden werden. Es wird vermutet, dass es sich um einen 81 Jahre alten Mann aus Silbertal handelt.
Neun VerletzteAußerdem gibt es auch Verletzte: In Reuthe im Bregenzerwald kam es zu einer Gasexplosion. Sechs Personen wurden dabei verletzt.
BregenzerwaldDramatische Situation in Lech
Dramatisch ist die Situation in Lech: Nicht nur dass der Arlberg von der Außenwelt abgeschnitten ist, die Wassermassen und zahlreiche Muren haben im Ort erhebliche Schäden angerichtet.
16 Hotels evakuiertKein Wasser, kein Strom, keine Heizung und auch kein Festnetztelefon, die einzige Verbindung zur Außenwelt ist derzeit das Mobiltelefon. 16 Hotels mussten auf Grund akuter Gefährdung evakuiert werden. Die gesamte Infrastruktur - beispielsweise die Bäckerei - wurde durch Muren und Wasser zerstört.
Vizebürgermeister schwer verletztÜberschattet werden die Hilfs- und Aufräumeinsätze durch einen Unfall. Vizebürgermeister Stefan Schneider wurde schwer verletzt, bestätigt Bürgermeister Muxel
MontafonReuthe: Sechs Verletzte bei Gasexplosion
Das Unwetter in Vorarlberg hat nun doch die ersten Verletzten gefordert: In der Bregenzerwäldergemeinde Reuthe war es in einem Wohnhaus zu einer Explosion gekommen, nachdem das Hochwasser die Haustüre eingedrückt hatte.
"Mindestens drei der sechs Hausbewohner sollen schwere Verletzungen erlitten haben und wurden ins Krankenhaus Feldkirch gebracht", erklärte Bürgermeister Josef Gridling der APA. "Doch genaueres können selbst im Ort noch nicht sagen", räumte Gridling mehrere Stunden nach der Explosion ein.
Kommunikationsverbindungen unterbrochenAuch im Bregenzerwald war man von den großteils unterbrochenen Kommunikationsverbindungen betroffen, und die Feuerwehr des kleinen Ortes konnte nicht zu dem Haus vordringen. Die Bergung musste durch die Kollegen aus Andelsbuch über buchstäblich andere Wege erfolgen. Die leichter Verletzten hatten geschildert, so Gridling, es sei zu der Gasexplosion gekommen, nachdem das Hochwasser die Haustür eingedrückt hatte. Vermutlich kam es durch einen Kurzschluss zu einer verhängnisvollen Kettenreaktion.
15 Gebäude evakuiert
In Reuthe hatten sich zwei Bäche in reißendes Wildwasser verwandelt. Aus insgesamt 15 Gebäuden mussten noch in der Nacht die Bewohner mit Booten evakuiert werden. Den Hilfseinsatz leitete das Gemeindeoberhaupt noch am Vormittag provisorisch vom Gerätehaus aus: "Zum Gemeindeamt kommen wir derzeit gar nicht hin." Wie mehrere andere Orte in Vorarlbergwar auch Reuthe zu diesem Zeitpunkt noch immer von der Außenwelt abgeschlossen.
Haus in Mellau weggespültAuch in Mellau ist die Situation dramatisch. Das Haus der Metzgerei Broger wurde bereits wegespült, um ein weiteres Haus wird gekämpft, sagt die Bürgermeisterin Wicke. 30 Personen mussten evakuiert werden. "Wir kämpfen mit allen verfügbaren Mitteln", sagt Wicke.
Bezau: Zentrum stand unter WasserSchwer getroffen hat es auch die Gemeinde Bezau, sagt Bürgermeister Georg Fröwis. Dort stand ebenfalls das Zentrum unter Wasser und die Gemeinde musste die Einwohner alarmieren, mit den Trinkwasser sparsam umzugehen und es vor dem Genuss abzukochen. An noch unbekannter Stelle war durch das Unwetter offensichtlich die Trinkwasserleitung beschädigt worden.
vorarlberg.orf.at81-Jähriger wird vermisst
Prekär ist die Lage im Silbertal und im Montafon. Gargellen ist noch von der Umwelt abgeschnitten, davon betroffen sind etwa 1.000 Menschen. Vom 81-Jährigen, der samt Auto weggespült wurde, fehlt noch jede Spur.
Straße ins Silbertal weggerissen
Die Straße ins Silbertal wurde von den Wassermassen weggerissen, Menschen mussten aus ihren Wohnhäusern evakuiert werden. 81-Jähriger wird noch immer vermisst
Die Suche nach dem 81-Jährigen wurde vorübergehend eingestellt, sagt Bürgermeister Willy Säly. Sobald wieder geflogen werden könne, werde mit dem Hubschrauber nach ihm gesucht.
Gargellen von der Außenwelt abgeschnittenVon der Außenwelt weiterhin abgeschlossen ist Gargellen. Etwa 1.000 Menschen sind davon betroffen. In Gargellen wurde ein Campingplatz mit 61 Personen geräumt, 80 Personen aus dem Ort mussten evakuiert werden, heißt es von der Gendarmerie.
Zwei Brücken wurden von den Wassermassen mitgerissen, es gibt auch erhebliche Flurschäden. Und in mindestens zehn Häusern musste Wasser aus dem Keller gepumpt werden.
Familie mit Hubschrauber geborgen
Dienstagfrüh musste von einem Maisäß im Silbertal eine 59-Jährige mit ihren zwei Enkeln von einem Hubschrauber des Innenministeriums evakuiert werden.
Die Straße war an mehreren Stellen gebrochen, die Brücke wurde weggeschwemmt.