50 Jahre Kanzelwandbahn

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Jay
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50 Jahre Kanzelwandbahn

Beitrag von Jay »

Aus der Allgäuer Zeitung:
Österreichisch-deutsche Erfolgsgeschichte
Kleinwalsertaler Bergbahn AG feiert 50 Jahre Kanzelwandbahn - Jubiläumsprogramm wegen Wetter abgesagt
Riezlern (elm). - Schlechtes Wetter nimmt man, wie es ist. So ließen es sich die Akteure der Kleinwalsertaler Bergbahn AG nicht verdrießen, dass das für Samstag geplante schöne Geburtagsprogramm an der Kanzelwand praktisch komplett ins Wasser - oder in den Schnee - fallen sollte, sondern feierte mit vielen Ehrengästen am Freitagabend im neuen Panorama-Restaurant ein fröhliches österreichisch-deutsches Jubiläumsfest: 50 Jahre gibt es die Kanzelwandbahn. Und die Jubilarin ist nicht nur rüstig geblieben, sondern steht wegen konsequenter Reinvestitionen topmodern und wirtschaftlich solide da.

Grund genug, also bei Musik und feinen Speisen ausgelassen zu feiern. So begrüßten die beiden Vorstände Georg Fahrenschon und Augustin Kröll die deutsch-österreichischen Gäste der österreichisch-deutschen Bahngesellschaft mit viel Humor und blödelten dabei munter über den heuer vollzogenen grenzüberschreitenden Lebensbund der Kanzelwand- und der Fellhornbahn - "nach so vielen Jahren wilder Ehe". Das kleine, aber feine Ensemble des Dornbirner Salonorchesters sorgte mit einem breiten Repertoire auch musikalisch für einen humorvoll-unterhaltsamen Abend hoch über Deutschlands größtem Skigebiet.
Einen lockeren Streifzug durch 50 Jahre Kanzelwandbahn - eine österreichisch-deutsche Erfolgsgeschichte - (wir berichteten) bot Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Kuhn in seiner Festrede. Die ganze Zeit unfallfrei sei die Bahn gefahren - sehe man von der Panne ab, die ausgerechnet bei der Einweihung im April 1955 200 Ehrengäste eine Stunde lang in der Luft festgehalten hatte. Damals - nur zehn Jahre nach Ende des Weltkriegs - sei der Bau der Kanzelwandbahn vielen als völlig unvernünftig erschienen und habe sich später als weitblickend gezeigt. Kuhn würdigte besonders den 1994 verstorbenen Initiator, ersten Geschäftsführer und späteren Aufsichtsratsvorsitzenden Walter Fritz.
In all den 50 Jahren, erinnerte Kuhn weiter, wurde nur 20 Mal eine Gewinnbeteiligung ausgeschüttet. In den anderen war entweder nichts erwirtschaftet worden, meist aber verzichteten die Aktionäre auf eine Dividende, um das Geld im Unternehmen zu lassen. So auch in den letzten Jahren, in denen neben der Bergbahnen-Fusion unter anderem in die Zweiländerbahn, die Sesselbahn an der Zwerenalpe und den Umbau der Bergstation mit dem neuen, hochmodernen Panorama-Restaurant investiert wurde.
Freundschaftliche, unkomplizierte Zusammenarbeit deutscher und österreichischer Beteiligter habe die Gesellschaft von Anfang an geprägt. Die heute neben dem Allgäuer Überlandwerk (AÜW) hauptsächlich von der Raiffeisenbank Kleinwalsertal getragene Bahngesellschaft habe in den vergangenen 50 Jahren über 20 Millionen Menschen unfallfrei befördert. Bei über 120 Millionen Euro Umsatz in dieser Zeit wurden 47 Millionen Euro investiert. Die Zahl der Beschäftigten stieg von 14 auf heute 70. Der Zusammenschluss der Kleinwalsertaler Bergbahn und der Fellhornbahn sowie der Erwerb einer Beteiligung an der Nebelhornbahn ermögliche künftig eine gemeinsame Produktpositionierung. Die drei Bahngesellschaften gemeinsam beförderten jährlich rund eine Million Fahrgäste. Die Chancen, die dieses Potential biete, gelte es so konsequent zu nutzen, wie in den vergangenen 50 Jahren.
Zuvor hatten Grußwortredner von diesseits und jenseits der Grenze dem Geburtstagskind Kanzelwandbahn ihre Aufwartung gemacht. Mittelbergs Bürgermeister Werner Strohmeier erinnerte an die enge Verbundenheit der Gemeinde mit der Bahn. Wolfgang Beck, Sprecher der Vorarlberger Seilbahnen, und Vorarlbergs Tourismus-Präsident Walter Lingg, hoben die Bedeutung der Seilbahnen für die Tourismuswirtschaft hervor und lobten die "vorbildliche grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Kleinwalsertal und Oberstdorf" - in die Linggs allgäu-schwäbischer Amtskollege Alfons Zeller auch die Stadt Kempten einbezog: Denn sie als AÜW-Mehrheitseignerin habe das grenzüberschreitende Engagement der KBB erst ermöglicht. Landesrat Dieter Egger wies darauf hin, dass die Seilbahnbranche nicht vorrangig in Masse, sondern in Klasse investiere: So habe man im Land Vorarlberg seit 1974 die Zahl der Anlagen nur um vier Prozent erhöht, aber die Transportkapazität verdoppelt. Aufsichtsratschef Bernd Kuhn Entführte in die musikalische Welt der 20er Jahre: das Dornbirner Salonorchester unter Leitung Thomas Furrers

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