Reflektoren sollen Rattenberg aufhellen

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Laurenz Neumann
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Reflektoren sollen Rattenberg aufhellen

Beitrag von Laurenz Neumann »

Sers
Reflektoren sollen Rattenberg aufhellen
Seit Jahrhunderten verbringen die Einwohner der kleinen Tiroler Stadt Rattenberg jeden Winter vier lange Monate im Dunkeln. Jetzt wollen sie mit Hilfe riesiger Sonnenreflektoren endlich Abhilfe schaffen.

Gespiegeltes Licht soll winterliche Depressionen lindern Stadt leidet unter Schatten
Eine Befragung der 467 Einwohner des Marktfleckens hatte 2003 ergeben, dass jeder fünfte Rattenberger unter winterlichen Depressionen leidet, da der nahegelegene Stadtberg von November bis Februar jeglichen Sonneneinfall verhindert.

"Etwas verrückte Projekt "
"Da haben wir dieses etwas verrückte Projekt in Angriff genommen", erzählt Bürgermeister Franz Wurzenrainer. Jetzt plant das "Bartenbach Lichtlabor" in Aldrans ein zwei Millionen Euro teures Spiegelsystem, das dem 40 Kilometer östlich von Innsbruck gelegenen Dorf Wintersonnenstrahlen bescheren soll.

"Heliostaten"
Diese Spiegel, in der Fachsprache "Heliostaten" genannt, werden auf zwei Achsen montiert und mittels eines Rechners so programmiert, dass sie im Laufe eines Tages die Sonnenstrahlen zwar aus verschiedenen Winkeln empfangen, sie aber stets auf dieselbe Stelle reflektieren.

Die Heliostaten sollen Anfang 2007 in einer Entfernung von gerade mal 500 Metern Luftlinie im sonnenverwöhnten Dorf Kramsach aufgestellt werden. Von dort soll das Licht auf eine zweite Reihe von Spiegeln gelenkt werden, die ihrerseits "die Sonne an zehn ausgewählte Punkte im Dorf weiterleiten", erklärt Markus Peskoller, der das Projekt beim "Lichtlabor" leitet

Weltweit kein vergleichbares Projekt
Dabei ist keinesfalls gesichert, dass das System auch funktioniert. "Die technischen Zwänge sind gewaltig", sagt Peskoller, "es gibt weltweit kein vergleichbares Projekt. Die Spiegel müssen äußerst präzise sein und absolut flach, damit es funktioniert." Eine Machbarkeitsstudie soll erst noch bestätigen, dass das Sonnenlicht auch wirklich nach Rattenberg umgelenkt werden kann.

Sehnsucht nach helleren Wintern
Dort werden hellere Winter ungeduldig herbeigesehnt. "Ich habe im Winter an nichts mehr Freude", sagt der Holzschnitzer Johann Arzberger, dessen Werkstatt in der Südtirolerstraße, der Hauptstraße, liegt. "Die Dunkelheit verschreckt auch die Touristen", stimmt Reinhard Lotz, Wirt des Gasthofes Schlosskeller, ein.

Einige Rattenberger schritten sogar zum Äußersten und verließen ihre Heimatstadt: In den vergangenen fünf Jahren sei die Bevölkerung um zehn Prozent geschrumpft, sagt der Bürgermeister, an die fünfzig Wohnungen stehen nun leer.

Jahreszeitbedingte Stimmungsschwankungen
"Jahreszeitbedingte Stimmungsschwankungen" durch Lichtmangel sind dabei keine Erfindung der armen Rattenberger, sondern in medizinischen Studien gründlich belegt. "Sie zeichnen sich durch extreme Traurigkeit aus, dazu kommt Müdigkeit, Schlafstörungen und das Gefühl, zu nichts nutze zu sein", erläutert der Innsbrucker Psychologe Franz Schwanitz.

Zwei-Millionen-Euro-Projekt
Für Bürgermeister Wurzenrainer war das Grund genug, das Zwei-Millionen-Euro-Projekt anzuleiern, wenn diese Summe auch dem Jahreshaushalt der kleinen Gemeinde entspricht. "Wir müssen doch unsere Bevölkerung hier behalten", findet der Bürgermeister. Das ist im übrigen nicht die einzige Hoffnung, die sich mit den Sonnenreflektoren verbindet.

"Die Touristen werden massenweise herkommen, allein um die Spiegel zu sehen", hofft Leopold Kisslinger von einer der sechs Kristallwerkstätten in der Stadt. Das älteste der Kristallwerke wurde schon vor 400 Jahren gegründet, und so ist Kisslinger zuversichtlich, weiß er doch: "Glas hat Rattenberg schon oft gerettet."
http://tirol.orf.at/stories/66326/

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snowflat
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Beitrag von snowflat »

Zu diesem Projekt fällt mir nichts mehr ein ... ich vermute mal, dass der Berg nicht erst in den letzten Jahren gewachsen ist sondern doch schon um einige Jahre länger dort steht und auch entsprechend schon ein paar Jahre länger seinen Schatten wirft. Und in dem Artikel steht nicht, dass an der dauernden Dunkelheit im Winter schon jemand zu grunde gegangen ist. Was sollen denn unsere nordeuropäischen Landsmänner sagen, bei denen es im Winter 24h lang dunkel ist??? Dann sollen die Bewohner von Rattenberg doch mal probeweise nach Nordschweden, -finnland oder -norwegen ziehen und wenn sie wieder daheim sind den Unterschied zwischen Dunkel in Nordeuropa und Dunkel in Rattenberg erläutern. Und Sie werden feststellen, dass dunkel nicht gleich dunkel ist !!!

Ferner gibt es in anderen Ländern dieser Welt genug Menschen, die an Armut und Hunger leiden, denen mit 2 Mio. Euro, die dieses Projekt kostet, enorm geholfen wäre (auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein wäre). Aber da sieht man LEIDER wieder, in was für einer Wohlstandsgesellschaft wir doch leben. Unglaublich !!! Das man für so etwas Geld ausgibt, nee ... zum Fenster hinausschmeißt.

Wenn es den Bewohnern von Rattenberg zu Dunkel ist, sollen sie doch wegziehen, es zwingt sie ja schließlich niemand, dort zu wohnen!

Der Ortsname läßt eine gewisse Ironie nicht aus: Ratten(berg) leben doch im Dunkeln. (Hiermit will ich die Bewohner in keinster weise als diese Tierchen beschimpfen!!!) - Dieser Artikel ließ mich nur zu dieser ironischen Bemerkung verleiten.

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Beitrag von Jay »

Irgendwie kommt mir das wie ein verfrühter Aprilscherz vor...

Jakob
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Beitrag von Downhill »

snowflat hat geschrieben:Und in dem Artikel steht nicht, dass an der dauernden Dunkelheit im Winter schon jemand zu grunde gegangen ist
Muß schon irgendeinen Grund haben daß hier einer der höchsten Selbstmordraten Europas ist. :wink:

Die Therapie sieht jedenfalls meist so aus:

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Af
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Beitrag von Af »

Rattenberg ist schon ein schönes Städtchen. Es liegt am Berg gedrängt am Inn. Zwischen Wörgl und dem Zillertal.

Das Problem ist ja das Wegziehen: Keiner will dort mehr Wohnen, da ja kaum Sonne da ist. Problem: -> es entsteht langsam eine Geisterstadt, die jedoch durch Ihre engen, mittelalterlichen Strassen viele Touristen anzieht...

Hmm, weiss nicht so recht, was ich meinen soll. Einerseits ist Wahnsinn(Erinnert mich an Mr.Burns Sonnenverdunkler :D ) andererseits wäre es schade, wenn die Stadt sterben würde.
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