Interessant, interessant ...Beheizte Gondeln, Kindersicherung und keine Angst vor den Chinesen
Einen Umsatzsprung von knapp 500 auf 550 Mio. Euro erwartet Leitner-Chef Michael Seeber im laufenden Geschäftsjahr. Die Boomjahre seien vorbei.
Nach den Übernahmen von Poma, der Borer AG und Waagner Biro liefert sich Leitner mit Doppelmayr ein heißes Duell um die Weltmarktspitze. Im reinen Seilbahnbereich hat Doppelmayr die Nase vorne, als Gruppe (mit Pistengeräten und Schneekanonen) ist Leitner größer. "Mit Doppelmayr habe ich nur den Vornamen, Michael, gemeinsam", sagt Leitner-Boss Michael Seeber zur TT. Sonst gebe es einen beinharten Wettbewerb. In Sachen höchste Qualität seien aber beide top, betont Seeber.
Genau das ist für ihn auch der Grund, wieso die jüngst aufgetauchten Seilbahn-Kopien in China keine Gefahr für Leitner, Poma oder Doppelmayr seien. "Hier wurden keine Hightech-Seilbahnen kopiert, was auch kaum möglich wäre, sondern einfache festgeklemmte Sessellifte."
Nach einem Umsatzplus um 17% im Vorjahr rechnet Seeber heuer mit einem Umsatzplus von mindestens 10% auf rund 550 Mio. Euro. Trotzdem sieht der Chef des größten Südtiroler Industrieunternehmens die Zukunft auf dem derzeit 1 Mrd. Euro schweren Seilbahn-Weltmarkt nur schaumgebremst. "Ich erwarte keine Krise, aber auch keine euphorischen Zuwachsraten." In den Alpen, vor allem auch in Tirol ("der härteste Seilbahnmarkt überhaupt"), sei man fast überall auf hochmodernem Standard. "Da wurden zur Steigerung der Kapazitäten Lifte und Seilbahnen ausgetauscht, die noch 20 Jahre gehalten hätten. Jetzt gibt es die Wartezeiten nicht mehr beim Lift, sondern auf der Piste", betont Seeber. Und bis Zukunftsmärkte wie Russland, die Ukraine oder China richtig anspringen, könnte es noch lange dauern. Dort fehlten nämlich nicht nur Seilbahnen, sondern vielfach die komplette Infrastruktur rundherum.
Der größte Auftrag der Unternehmensgeschichte wird aber derzeit doch in China, konkret in Hongkong, umgesetzt: eine sechs Kilometer lange und 75 Mio. Euro teure Super-Seilbahn, die zwei Mal das Meer überquert. Im nächsten Jahr wird die Seilbahn eröffnet.
Neben Zweiseil- und Dreiseil-Systemen gehe der Trend auch immer weiter in Richtung Komfort. Beheizbare Sessellifte sind bereits auf dem Markt (hier war Doppelmayr vorne). Auch wenn Seeber dies bei den ohnehin gepolsterten Sesseln für "eher überflüssig" hält, dürften bald auch beheizte Seilbahngondeln auf den Markt kommen. Und intensiv wird auch an einer Kindersicherung auf Sesselliften gearbeitet. Seeber glaubt aber nicht, dass dann Kleinkinder alleine fahren können, weil es keine absolute Sicherheit geben könne.
Um in neue Geschäftsfelder vorzustoßen, will Leitner mit urbanen Transportsystemen (etwa Perugia) und Windenergie punkten.
In Tirol ist der Leitner-Chef weiter auf der Suche nach einem Standort für ein neues Pistengeräte-Werk. Dieses könnte bis zu 100 zusätzliche Arbeitsplätze bringen. Das Problem laut Seeber: "Die Grundstückspreise sind viel zu hoch, außerdem sollte das Werk nicht allzu weit von Zirl weg sein."
Quelle: http://portal.tirol.com/wirtschaft/sued ... 7/index.do
Leitner findet Sitzheizungen bei gepolsterten Sesseln überflüssig, arbeitet aber an beheizten Sitzbahngondeln. Ich finde, dass es in vollen Gondeln mit acht Personen doch schon von alleine warm wird ... okay wenn man alleine oder zu zwei din sitzt ist das was anderes. Aber ich habe bis jetzt noch keine beheizbare Gondl benötigt, zumal es einem dann ja dannach auf der Piste umso kälter wird.