08.12.2005
Anbei die interessanten aber auch besorgniserregenden Ergebnisse des akutellen Salzburger-Touren-Checks am 3. und 4. 12. 2005
Der Salzburger Bergrettungsdienst führte gemeinsam mit dem Verband der Salzburger Berg- u. Skiführer am vergangenen Wochenende an mehreren Standorten eine Sicherheitsaktion durch.
Im Rahmen des Salzburger Touren-Checks 2006 sollte erstmals festgestellt werden, in welchem Ausmaß die durch alpine Vereine, Hilfsorganisationen und Medien propagierten Maßnahmen zur Verbesserung des Unfall-Managements bei Lawinenunfällen im Bundesland Salzburg in der Praxis bereits angenommen werden.
Konkret sollte dabei überprüft werden, ob die so genannten „Standards“ (auch „SOPS“ = Standard Operation Pro-cedures), nämlich das Mitführen von LVS-Gerät (Lawinen-Verschütteten-Suchgerät), Schaufel, und Lawinensonde und deren Kontrolle vor Antritt einer Skitour im freien Skiraum von den Wintersportlern umgesetzt werden.
Diese Aktion wollte gerade zum Saisonbeginn Skitourengeher und Variantenfahrer dazu motivieren, ihr Handeln zu überdenken! Dabei muss auch darauf hingewiesen werden, dass LVS-Gerät, Schaufel und Sonde niemals ein Unglück verhindern können. Doch die Umsetzung der Standards, also das Mitführen der entsprechenden Sicherheitsausrüs-tung und der richtige Umgang mit dieser erhöhen die Chancen im Falle einer Lawinenverschüttung wesentlich!
Es geht um folgende Ausrüstungsgegenstände:
1. Verschütteten-Suchgerät (LVS-Gerät, eingeschaltet am Körper)
2. zerlegbare Stabsonde (im Rucksack)
3. zerlegbare Lawinenschaufel (im Rucksack)
Alle drei Dinge sind für Kameradenhilfe absolut notwendig. Nur bei schneller Hilfe durch Begleiter oder Augenzeugen sind die Überlebenschancen in einem Schneebrett oder einer Lawine maximierbar. Nach 15 Minuten wird das Todesrisiko andernfalls bereits sehr groß.
Abgefragt wurde auch noch, wer einen ABS-Anti-Lawinentod-Rucksack (Airbag) dabei hat. War sozusagen der vierte Punkt.
Tourencheck 2006 – Ergebnis
Überprüfte Personen 162 davon
mit LVS: 94 (58%) und
ohne LVS: 68 (42%)
mit Schaufel: 94 (58%) und
ohne Schaufel: 68 (42%)
mit Sonde: 74 (46%) und
ohne Sonde: 88 (54%)
mit ABS: 11 (7%)
Anzahl der Geräte-Checks bzw.
Funktionskontrollen: 0
Interpretation:
• Obwohl LVS-Geräte in Europa bereits seit über 25 Jahren am Markt sind und deren Gebrauch von allen alpinen Vereinen dringend empfohlen wird, sind nur knapp über die Hälfte der Sport-ler mit diesen unterwegs. 58 %
• Nahezu alle Personen haben realisiert, dass LVS-Gerät und Schaufel zusammen gehören! 100%
• Die Notwendigkeit einer Lawinensonde wurde erstaunlicher Weise zu einem hohen Prozent-satz erkannt 79%
• NIEMAND führt beim Betreten des freien Skiraums eine Funktionskontrolle durch! 0%
• Das Interesse (Akzeptanz) am ABS-Systems steigt! Es wird zunehmend verwendet (Bestäti-gung durch den Handel)
Zusatzbemerkungen: Noch immer tragen zahlreiche Personen ihr LVS-Gerät bei sich, ohne es eingeschaltet zu haben!
Es herrschen in weiten Kreisen noch immer zwei Meinungen vor: 1 ) Es gibt absolut „lawinensichere Skitouren“ 2) Es gibt Zeiten zu denen man keine Sicherheitsausrüstung benötig!
Ergebnisse der 6 Check-Tage (Exel-File 25kb): Detail Touren-Check 2006
Text: Günter Karnutsch (Verband der Salzburger Berg- u. Skiführer)
Mitführung von Sicherheitsausrüstung - Tourencheck Salzburg
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Mitführung von Sicherheitsausrüstung - Tourencheck Salzburg
In Salzburg wurde jüngst eine interessante Erhebung durchgeführt: An mehreren Standorten wurde bei Tourengeher das Vorhandensein von zentralen Sicherheitsausrüstungselementen (LVS, Schaufel, Sonde) erhoben. Hier die Zusammenfassung der Ergebnisse (Quelle: http://www.bergsteigen.at):