Katastrophe in Bad Reichenhall - Eissporthalle eingestürzt

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Wiede
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Katastrophe in Bad Reichenhall - Eissporthalle eingestürzt

Beitrag von Wiede »

HANDELSBLATT, Montag, 02. Januar 2006, 18:43 Uhr
Bad Reichenhall

Eissporthalle eingestürzt - mehrere Tote

In Bad Reichenhall ist am Montag das Dach einer Eissporthalle unter der Last der Schneemassen eingestürzt. Mindestens drei Menschen wurden getötet. Ein Schwerverletzter musste reanimiert werden.

HB BAD REICHENHALL. Das Unglück habe sich gegen 16.00 Uhr ereignet, als starke Schneefälle in der Region niedergegangen seien, sagte ein Polizeisprecher. "Nach unseren Informationen befanden sich 50 Menschen in der Halle", fügte er hinzu.

Die Rettungskräfte bargen am späten Nachmittag drei Tote aus den Trümmern. Zehn weitere Besucher der Halle seien verletzt worden. Ein Schwerverletzter musste reanimiert werden. Nach Angaben von Feuerwehr und Bayerischem Roten Kreuz sollen weitere Besucher ums Leben gekommen sein. 20 Menschen werden noch vermisst. "Wir rechnen mit dem Schlimmsten."

Die mit einem Flachdach ausgestattete Halle ist für regionale Eishockeyspiele geeignet. Es wurden eine Sammelstelle für Verletzte sowie eine Anlaufstelle für Angehörige eingerichtet. Die Bergungsarbeiten stockten zunächst, da das unter den Lasten anhaltender Schneefälle eingestürzte Dach von Spezialkränen angehoben werden sollte.

Nach Angaben einer Sprecherin der Stadtverwaltung ist die Halle unmittelbar nach Ende der offiziellen Eislaufzeit eingestürzt. Wie viele Personen sich darin befunden hätten, sei jedoch unklar. Die Halle sei in den siebziger Jahren errichtet worden. Der Deutsche Wetterdienst hatte für die Region eine Unwetterwarnung wegen starker Schneefälle herausgegeben.

Quelle: www.handelsblatt.de
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Wiede
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Beitrag von Wiede »

02. Januar 2006


Tödlicher Einsturz in Bad Reichenhall: Eltern im Schock

Nach dem Einsturz einer Eissporthalle in Bad Reichenhall haben die Rettungskräfte am Montagabend eine vierte Person tot geborgen. Wie Pressesprecher Johann Bohnert von der Polizei Traunstein mitteilte, werden weitere Tote unter dem eingestürzten Dach vermutet: «Ich denke, die Zahl der Toten wird weiter steigen. Wir vermissen 20 bis 25 Personen», sagte Bohnert.

Nach Angaben des Sprechers waren zum Zeitpunkt des Einsturzes viele Familien mit Kindern in der Halle. Die Rettungsarbeiten werden nach diesen Angaben die ganze Nacht andauern. Es gehe jetzt um Minuten, um Menschen noch lebend aus den Trümmern zu ziehen.

Zur Ursache sagte Bohnert, es habe seit Stunden heftige Schneefälle mit sehr schwerem Schnee gegeben. Zurzeit seien Rettungskräfte dabei, mit schwerem Gerät die Halle zu sichern und die Decke anzuheben. Beteiligt seien auch Privatunternehmen mit schweren Kränen. Unter anderem werde mit Hundestaffeln nach Verschütteten gesucht.

Retter bergen totes Kind

Unter den Opfern befinde sich auch ein sieben bis acht Jahre altes Kind, teilte die Polizeidirektion Traunstein mit. 20 bis 25 Menschen seien verletzt worden, mindestens einer davon besonders schwer. Etwa 50 Menschen sollen sich zum Zeitpunkt des Einsturzes in der Halle befunden haben. Das Landratsamt Berchtesgadener Land löste Katastrophenalarm aus.

Im Rettungseinsatz sind auch Bundeswehrsoldaten, das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz und Feuerwehren aus dem gesamten Umkreis und sogar aus Österreich. Wegen der starken Schneefälle sei es aber schwierig, schnell an den Unglücksort zu gelangen, sagte Rot-Kreuz-Sprecherin Hanna Hutschenreiter.

Der Salzburger Rot-Kreuz-Kommandant Gerhard Huber sagte der österreichischen Nachrichtenagentur APA, kurz vor 17.00 Uhr sei der erste Verletzte, ein Kind, in die Intensivstation eines umliegenden Krankenhauses gebracht worden. Es dürften sich viele Kinder in der Halle befunden haben.

Schüler-Training in letzter Minute abgesagt

Buchstäblich in letzter Minute war vor dem Einsturz ein Training des örtlichen Eishockey-Athletik-Clubs (EAC) abgesagt worden. EAC-Vorstand Thomas Rumpeltes sagte der Nachrichtenagentur AP, er sei gegen 15.30 Uhr von der Stadt Bad Reichenhall informiert worden, dass das Training nicht stattfinden könne. Die Begründung sei gewesen, dass Einsturzgefahr bestehe. «Der öffentliche Lauf lief scheinbar noch», sagte Rumpeltes.

Nach Angaben eines weiteren EAC-Vorstandsmitglieds, Alfred Schild, hätten an diesem Nachmittag Schüler und Klein-Schüler-Gruppen normalerweise Training gehabt. Über eine Telefonkette habe man sich informiert, dass das Training nicht stattfinde.

Schockiert reagierte Beate Kammel, ebenfalls EAC-Vorstandsmitglied. «Ich bin gegen halb vier noch daran vorbei gefahren, das war noch nichts.» Dann habe ihr 13-jähriger Sohn - der an dem Training teilnehmen sollte - ihr gesagt, die Übungsstunde sei abgesagt worden. «Jetzt ruft unsere Verwandtschaft an», die sich Sorgen gemacht habe, sagte Kammel.

Stoiber bestürzt

Am Unglücksort versuchte die Feuerwehr versuche, die Reste des Daches abzustützen und zu den Verletzten vorzudringen, wie Polizeisprecher Braun sagte. Die Bergung gestalte sich schwierig, da das Vordringen in den Trümmern gefährlich sei.

Die größere, mit einem Flachdach ausgestattete kombinierte Schwimm-, Tennis- und Eissporthalle ist laut Polizei für regionale Eishockeyspiele geeignet. Es würden derzeit eine Sammelstelle für Verletzte sowie eine Anlaufstelle für Angehörige eingerichtet.

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber zeigte sich in einer ersten Reaktion betroffen über den Dacheinsturz von Bad Reichenhall. «Ich bin tief erschüttert über das schwere Unglück, das sich heute in der Eissporthalle in Bad Reichenhall ereignet hat», sagte der CSU-Vorsitzende am Montag in München. «Wir alle sind in Sorge und in Gedanken mit den Opfern dieses schweren Unglücks. Unsere Hoffnung ruht jetzt auf den Rettungskräften vor Ort, die ihr Möglichstes tun.» (N24.de, AP, dpa)

Quelle: www.n24.de
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lanschi
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Beitrag von lanschi »

Traurige Geschichte ist das...

Wir hatten letztes Jahr bei mir in Ebensee ja eine ähnliche Situation - da ist ein Supermarkt eingestürzt - wie durch ein Wunder gab´s da keine Opfer.

Es ist halt im Alpenraum (und da vor allem im Nordstau) derzeit eine extreme Wettersituation - ich war heut 3x Schneeschaufeln - wir haben hier im Salzkammergut sicher 30 cm Neuschnee (und bis heute morgen hat´s noch geregnet :roll: )...

Die Mengen sind ja nicht das Problem - dafür sind diese Dächer in solchen Gegenden ja normalerweise ausgelegt... Es schneit aber derzeit in den tieferen Lagen bis 600 oder 700 m extrem nassen Schnee bei wenigen Zehntelgraden im Plus... der Schnee ist rund 5x so schwer wie "normaler" Schnee...

Wollen wir hoffen, dass das Ganze doch noch halbwegs glimpflich ausgeht und alle vermissten Personen noch lebend gefunden werden.... 4 Tote sind schon genug!
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Af
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Beitrag von Af »

Also laut Einheimischen war die Halle eh ziemlich am Ende. War ne 70er-Jahre Halle, und es wurde diskutiert ob se Abgerissen wird oder Saniert. :evil:
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Beitrag von snowflat »

Nach der letzten Pressekonferenz kann der Schnee alleine nicht Ursache für dieses tragische Unglück sein. Messungen der Schneemenge auf dem Dach gaben keinen Grund, die Halle zu dem Zeitpunkt des Unglücks bereits geschlossen zu haben. "Lediglich" das Training der heimischen Hockeymanschaft am frühen Abend wurde abgesagt, da man dann eine Gefährdung sah, da die Schneefälle weiterhin so intensiv anhalten sollten. Man wollte dann das Dach von der bis dahin entstandenen Last befreien.

Es wird daher vermutet, dass vielmehr die Baufälligkeit Ursache war und der Schnee die Entwicklung beschleunigt hat. Ferner wurde berichtet, dass wie bereits geschrieben eine Diskussion entbrannt war, ob die Halle saniert oder abgerissen werden sollte. Diese Dikussion wollte man auch als Grundlage für den anstehenden Wahlkampf zur Bürgermeisterwahl nutzen. Daher hat man leider bis heute von jeglichen Baumaßnahmen abgesehen.

Trotz allem, sollte man die Untersuchungen der Kripo abwarten, was letztendlich zu diesem traurigen Jahresbeginn geführt hat.

Mein Mitgefühl gilt allen Betroffenen!!!
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Beitrag von Af »

Politiker..... Tja, wenn das Stimmt ich würde als Bad Reichenhaller Bürger und Betroffener die Kandidaten wegen fahrlässiger Tötung Anzeigen.
Wegen Wahlkampf eine solch wichtige Entscheidung verzögern.... Deutschland ist echt ne Bananenrepublik geworden...Echt traurig für die Betroffenen.
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Beitrag von snowflat »

Nach jetzigen Erhebungen ist falscher Leim Ursache des tragischen Halleneinsturzes:
Falscher Leim ließ Halle einstürzen

Der Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall ist nach Untersuchungen des Baustofftechnologen Hillemeier wahrscheinlich auf die Verwendung falschen Leims zurückzuführen.
Der Experte von der TU Berlin hatte für das ZDF- Magazin „Frontal 21“ mehrere Proben aus der eingestürzten Holzdachkonstruktion analysiert. Bei dem Unglück waren Anfang Jänner 15 Menschen ums Leben gekommen.
„Unter den klimatischen Bedingungen, die in der Halle geherrscht haben, war es der falsche Leim“, sagte Hillemeier. „Er ist der Hauptverursacher, dass etwas passiert ist, dass sich Verbindungen gelöst haben.“ Die Untersuchungen in seinem Institut hätten gezeigt, dass Leim auf Harnstoffbasis verwendet wurde. Unter Fachleuten sei seit langem bekannt, dass dieser Leim Wasser aufnehmen und dadurch seine Klebewirkung verlieren könne.

In Bad Reichenhall hatte sich unter dem Hallendach Kondenswasser gesammelt - der Leim war damit großer Feuchtigkeit ausgesetzt. Die Halle war 1973 als offenes Gebäude errichtet worden. Wenige Jahre später wurden Seitenwände aus Glas eingebaut. Fachleute vermuten, dass damit die Feuchtigkeitsbildung noch verstärkt wurde.
Quelle: VN
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Beitrag von Af »

Hauptsache es gibt einen Experten, der die Grosskopferten reinredet...

@ Turm: Du kennst dich da aus. War Leim auf Harnstoffbasis 1973 nicht gang und gebe? Andererseits ne offene, durchlüftete Halle abzudichten, und sich dann über Schwitzwasser zu wundern ist ja auch sehr klug....

Naja, ich reg mich bei dem Vertuschen, das grad schon wieder stattfindet nur wieder viel zu sehr auf..... :evil:
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Beitrag von snowflat »

Massive Baumängel führten zu Eishallen-Einsturz
Bad Reichenhall: Ermittlungen gegen acht Verantwortliche


Massive Mängel bei Planung und Bau haben Anfang dieses Jahres zum Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall mit 15 Toten und 34 Verletzten geführt. Das ergaben mehrere Gutachten von Sachverständigen, wie die Staatsanwaltschaft Traunstein am Donnerstag mitteilte.

Unglücksursache sei letztlich "die Verkettung mehrerer Mängel und Schäden" gewesen. Die Behörde leitete Ermittlungen gegen acht Verantwortliche ein - wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung.

Beschädigung von Holz-Klebstoff
Als eine wesentliche Einsturzursache machte die Staatsanwaltschaft die Beschädigungen des Holz-Klebstoffes durch die feuchte Umgebung der Eissporthalle aus. "Die Verwendung dieses Klebstoffes für tragende Bauteile war auch nach den damals bestehenden technischen Regelungen nur in einem trockenen Umgebungsklima zulässig", hieß es. Das Dach der Eishalle wurde von mehreren dicken Holzträgern gestützt, die jeweils aus zahlreichen Brettern zusammengeleimt waren. Darüber hinaus stellten die Gutachter schwere Mängel in der Konstruktion der Hauptträger fest.


Bei den Beschuldigten handelt es sich um vier frühere Mitarbeiter der Stadt Bad Reichenhall, zwei ehemalige Beschäftigte der am Bau des Daches beteiligten Firmen sowie zwei Architekten beziehungsweise Bauingenieure, die an der Errichtung und Überprüfung der Halle beteiligt waren. Im Zusammenhang mit den Vorwürfen wurden am Donnerstag 20 Wohn- und Geschäftshäuser in Oberbayern und Schwaben durchsucht. Nähere Angaben zur Identität der Beschuldigten wollte die Staatsanwaltschaft nicht machen. Weitere Beteiligte seien bereits gestorben.

Statik-Berechnung nicht überprüft
Bei Planung und Bau der Halle wurde der Staatsanwaltschaft zufolge von vorneherein von der zugelassenen Bauweise abgewichen. So wurde die zulässige maximale Höhe bestimmter Träger um mehr als das Doppelte überschritten. Eine Genehmigung dafür habe es nicht gegeben, hieß es weiter. Außerdem wurde die statische Berechnung des Daches entgegen den Vorschriften offenbar nicht noch einmal überprüft. "Ohne eine solche geprüfte Statik hätte das Bauwerk nicht errichtet werden dürfen", betonte die Staatsanwaltschaft. Insgesamt sei die Sicherheit des Gebäudes zu gering gewesen.


Nach derzeitigem Kenntnisstand der Ermittler besteht aber kein Verdacht gegen diejenigen Personen, die am Unglückstag am 2. Januar 2006 für den Betrieb der Halle verantwortlich waren. Auch wenn die Schneelast den Einsturz ausgelöst habe, sei sie im Grunde nicht ungewöhnlich hoch gewesen. Zuerst habe ein Hauptträger an der Hallen- Ostseite versagt, "reißverschlussartig" sei dann das gesamte Dach eingestürzt. Die weiteren Ermittlungen werden den Angaben zufolge noch mehrere Monate dauern, bis über eine mögliche Anklage entschieden werden könne.

Mit Material von dpa
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Beitrag von snowflat »

Im Eishallen-Prozess räumt nur ein Angeklagter Fehler ein

Traunstein (AFP) - Im Prozess um den Einsturz der Eishalle von Bad Reichenhall mit 15 Toten hat nur einer der drei angeklagten Baufachleute Fehler eingeräumt. Die beiden anderen Angeklagten bestritten beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Traunstein jede Verantwortung. Der Verteidiger des Bauingenieurs Rüdiger Friedrich S., Andreas Kastenbauer, warf zudem der Staatsanwaltschaft vor, nicht die Verantwortlichen des Bauamts der Stadt Bad Reichenhall angeklagt zu haben.
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Kastenbauer sagte, die Stadt Bad Reichenhall habe die Eishalle 30 Jahre lang "praktisch als Schwarzbau" ohne die nötigen Unterlagen und Prüfungen betrieben, weshalb die Verantwortlichen des Bauamts vor Gericht gehört hätten.

Beim Einsturz der Halle während des öffentlichen Schlittschuhlaufens waren am 2. Januar 2006 15 Menschen ums leben gekommen, darunter zwölf Kinder und Jugendliche. Weitere 34 Menschen wurden verletzt, sechs davon schwer. Den Angeklagten wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Das Verfahren gegen einen vierten Angeklagten musste abgetrennt werden, da dieser erkrankt ist. Ein ursprünglich angeklagter fünfter Baufachmann ist Ende Dezember verstorben.

Für die Planung, Herstellung und Montage des unter einer dicken Schneedecke eingestürzten Eisenhallendaches war der angeklagte Bauingenieur Walter G. verantwortlich. Der heute 67-Jährige gab zu, die Berechnung der auf dem Dach lastenden Spannung unterlassen zu haben. Außerdem habe er beim Bau Anfang der 70er Jahre andere Träger für den Bau des Dachs gewählt als erlaubt. Er sei dem Trugschluss unterlegen, dass die Hersteller der 48 Meter langen und 2,87 Meter hohen Träger ihn darauf hingewiesen hätten, wenn die Verwendung für das Dach nicht erlaubt gewesen wäre. "Ich habe mich darauf verlassen, dass ich das machen kann - sonst hätte ich das nicht getan", sagte G. "Vielleicht war ich zu fahrlässig, das räume ich ein."

Mit auf der Anklagebank sitzt der 54 Jahre alte Bauingenieur S., der den Zustand der Halle noch 2003 in einem Gutachten für die Stadt als "gut" bezeichnet hatte. S. ließ über seine Verteidiger den Vorwurf der Anklage zurückweisen, er habe die Halle nicht vereinbarungsgemäß überprüft. Der am Bau beteiligte 63 Jahre alte Architekt Rolf R. sagte, seine Anklage entspringe den "freien Phantasien" der Staatsanwaltschaft.
Quelle: YahooNachrichten
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