Spezialheli schneidet Sesselbahn frei: Absturz!

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flo
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Spezialheli schneidet Sesselbahn frei: Absturz!

Beitrag von flo »

Mitterfirmiansreut. »Wegen Schneebruchgefahr - Sesselbahn gesperrt«, diese Warnung an der Zentralkasse gehört wahrscheinlich ab heute Nachmittag der Vergangenheit an. »Wenn alles reibungslos verläuft, dann kann die Bahn starten«, hofften gestern Wintersport-Zweckverbandsgeschäftsführer Manfred Selwitschka und Bürgermeister Alfred Schraml auf eine erfolgreiche Fällaktion per Hubschrauber neben dem Lift. Die Sesselbahn am Großen Almberg war seit Tagen gesperrt - aus Sicherheitsgründen. Denn durch die Schneelast drohten Äste und Bäume neben der Sesselbahn auf die Seile des Liftes zu stürzen.
Herkömmliches Fällen
war unmöglich
Auf herkömmliche Weise konnten die Bäume nicht gefällt werden, der Schnee liegt zu hoch. Also hat sich der Zweckverband für den Einsatz eines Hubschraubers entschieden, der mit einem Sägesystem ausgestattet ist. Eigentlich sollte der Hubschrauber der Wucher-Helicopter aus Ludesch in Vorarlberg schon am 2. Januar in Mitterfirmiansreut eintreffen. Die Helimatic aus Bergzabern, eine Gesellschaft für Sägesysteme, war bereits vor Ort mit der Säge. Doch der Hubschrauber konnte wegen Nebels zuhause in Vorarlberg nicht aufsteigen. So ging er von dort erst gestern im Laufe des Vormittags in die Luft.
Da hatte man in Mitterdorf bis zur Landung genug Zeit, sich mit dem Sägesystem näher zu befassen. »Das gesamte System ist 30 Meter lang, die Schneidelänge der zehn Kreissägen mit je 55 Zentimeter Durchmesser beträgt über fünf Meter«, erklärte Peter Kechler, der technische Leiter von Helimatic. Diese Sägeblätter werden durch einen Zweitaktmotor mit 45 PS bei 2000 Umdrehungen in der Minute angetrieben.
Die Skifahrer hatten es indessen längst mitbekommen, dass da etwas Besonderes ablaufen sollte. Der Landeplatz für den Hubschrauber war vom Pistenpflegekommando auf dem Almberg präpariert und abgegrenzt worden. Und dann rauschte der Helikopter heran: Kein Ungetüm schwebte da durch die Luft, es handelte sich um ein eher kleines Format.
Martin Kröll dirigierte den Hubschrauber, Josef Szabo war für die Bedienung des Sägesystems zuständig. Ein Schauspiel für das Publikum, als die Sägeblätter an den langen Rohren am Hubschrauber befestigt wurden. Schnee stob auf, als die Rotorblätter in Bewegung gesetzt wurden, sich der Hubschrauber vom Boden abhob und die Sägeblätter wie eine lange Schlange unter sich zog.
Der Hubschrauber setzte an zum kurzen Flug auf das Liftgelände am Großen Almberg. Spannend war es, wie Martin Kröll nun am Steuerknüppel Millimeterarbeit leisten musste. Auf und ab gingen die Sägen, fraßen sich in die Äste der Buchen und Fichten, die dann auf dem Boden landeten.
Doch dann kam über Funk die Meldung, dass am Motor des Sägesystems etwas eingestellt werden müsse. Rückflug zum Startplatz, das Einhaken des Sägesystems in den Transportwagen war eine Heidenarbeit. Es stellte sich heraus, dass am Vergaser etwas nicht in Ordnung war und daher der Sägeblättermotor nicht richtig lief.
Da war dann das Tagwerk beendet. Die Fortsetzung folgt heute, wenn alles gut geht, am Vormittag. Und wenn es noch besser läuft, dann kann vielleicht schon ab Mittag, bestimmt aber spätestens am Freitag, die Sesselbahn wieder den Betrieb aufnehmen.
Quelle: PNP

Detail am Rande. Der Helieinsatz kostete ca. 15000 Euro![/quote]
Zuletzt geändert von flo am 07.01.2006 - 11:04, insgesamt 1-mal geändert.

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Dachstein
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Beitrag von Dachstein »

War nur noch eine Frage der Zeit, bis man die Helisäge auch bei Seilbahnen eingesetzt wird. Ist generell eine gute Konstruktion, ist aber verhältnismäßig eben sauteuer. Vorteil der Säge ist es, dass man an unzugänglichen Stellen arbeiten kann. Aus diesem Grund arbeiten auch die ÖBB mit der Helisäge. So sägte der Heli die Bergstrecke der Mariazellerbahn frei. Auch bei Stromkonzernen steht die Helisäge übrigens hoch im Kurs.

MFG Dachstein
flo
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Beitrag von flo »

^^ Danke für die Zusatzinfos! :D

Hier ist noch ein Bild vom Einsatz:

http://www.pnp.de/lokales/liste.php?Ressort=ff
flo
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Beitrag von flo »

Beim Versuch am Freitag nach Österreich zurückzufliegen, stürze der Helikopter über dem Skigbiet ab: 8O
FREYUNG

Absturz überlebt: „Nur“ Knochenbrüche

Mitterfirmiansreut (wan). "Nur" mit Knochenbrüchen wurde gestern der Pilot aus diesem völlig demolierten Hubschrauber-Cockpit geborgen. Im dichten Nebel war der Helicopter über dem Skizentrum in Mitterdorf abgestürzt. Hier hatte er die vergangenen Tage mit einer Spezial-Säge aus der Luft schneebruchgefährdete Äste neben der Lifttrasse abgesägt.
Wäre der Hubschrauber nur ein paar Zentimeter weiter gegen den Baum (rechter Bildrand) geschleudert, wäre wohl jede Rettung zu spät gekommen.
Näheres zum Unfallhergang lesen Sie auf der Seite 1 und im Bayernteil unserer Zeitung.Foto: Peter
Quelle: http://www.pnp.de/lokales/liste.php?Ressort=ff
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snowflat
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Beitrag von snowflat »

Kein technischer Defekt, sondern wohl menschliches Versagen:
Waghalsiges Manöver führte zu Absturz

Beim Absturz eines Hubschraubers der Vorarlberger Firma Wucher Freitagmittag in Niederbayern ist der Pilot schwer verletzt worden. Am Hubschrauber des Typs "Lama" entstand Totalschaden.
Ein waghalsiges Startmanöver hat offenbar zum Absturz eines Vorarlberger Hubschraubers Freitag Mittag in Niederbayern geführt. Der Pilot hatte nach Angaben der deutschen Polizei versucht, im dichten Nebel den Heimflug anzutreten und in eine nebelfreie Zone zu gelangen. Der Pilot erlitt bei dem Absturz Knochenbrüche an Armen und Beinen.
Der Hubschrauber des Vorarlberger Unternehmens Wucher hatte im Skigebiet Mitterfirmiansreut am Mittwoch mit einer Kreissäge überhängende Äste abgesägt, die auf eine Sesselbahn zu stürzen drohten. Wegen der schlechten Sicht konnte der 39-jährige, aus dem Land Salzburg stammende Pilot am Donnerstag den Heimflug nicht antreten.

Am Freitag wagte der Pilot trotz Bodennebels und einer Sichtweite von nur 30 bis 50 Metern einen Versuch: Er wollte entlang der Lifttrasse 200 Meter ins Tal fliegen, wo die Sicht einen normalen Flug zuließ. Sein Flugbegleiter fuhr dazu mit einem Skibob auf der Lifttrasse voraus, der Pilot wollte mit ihm Sichtkontakt halten. Der Startplatz wurde für das Manöver eigens von Einsatzkräften der Bergwacht abgesperrt.

Doch der Versuch ging schief. Der Hubschrauber streifte kurz nach dem Start um 12.30 Uhr mit dem Heckrotor die Wipfel der Bäume und stürzte im Wald ab. Der Flugbegleiter vermutete laut Pressebericht der Polizeidirektion Passau, dass beim Start so viel Schnee aufgewirbelt wurde, dass der Pilot den Sichtkontakt zu ihm nicht halten konnte. Deshalb habe der Pilot vermutlich versucht, zum Startplatz zurückzukehren.

An dem eine Million Euro teuren Hubschrauber entstand bei dem Absturz Totalschaden. Zur Klärung der genauen Ursache hat die Polizeidirektion Passau kriminalpolizeiliche Ermittlungen eingeleitet. Auch die deutsche Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung sowie die Firma Wucher entsandte Mitarbeiter zur Absturzstelle. Nach Angaben des Wucher-Pressesprechers ist der 39-Jährige ein sehr erfahrener Pilot. Der Hubschrauber sei bereits längere Zeit in Deutschland im Einsatz gewesen, um in Bahntrassen hineinragende Äste abzusägen.

Das in Vorarlberg ansässige Unternehmen betreibt derzeit sieben Hubschrauber, die in ganz Österreich und Deutschland zum Einsatz kommen. Die Firma hat in den vergangenen 20 Jahren insgesamt sieben Maschinen durch Abstürze verloren. Zwei Piloten starben dabei, drei weitere wurden schwer verletzt.


Serie von Abstürzen bei Wucher

Der Absturz eines Hubschraubers der Firma Wucher am Freitag in Niederbayern ist der jüngste Fall einer ganzen Serie von Unglücksfällen des Unternehmens. Insgesamt verlor die Vorarlberger Firma in den vergangenen 20 Jahren bereits sieben Hubschrauber durch Abstürze. Zwei Piloten kamen dabei ums Leben, drei wurden schwer verletzt.

„Hubschrauber-Fliegen ist nicht Autofahren. Das ist ein heißer Job, das wissen wir alle“, sagte Wucher-Sprecher Dieter Heidegger gegenüber der APA. „Im Verhältnis zu den Flugstunden“ sei das Unternehmen aber „immer noch auf der guten Seite“.

Im Jahr 1986 war ein Wucher-Helikopter beim Transport einer 1.500 Kilo schweren Seilbahn-Stütze für die Pitztaler Gletscherbahnen abgestürzt. Der Pilot erlag wenige Tage später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Im Februar 1990 geriet ein Hubschrauber des Unternehmens in Nauders bei Lawinensprengungen in einen Schneewirbel und stürzte ab. Die vier Insassen kamen mit dem Schrecken davon.

Im August des selben Jahres stürzte ein weiterer Wucher-Hubschrauber im Gemeindegebiet von Lech am Arlberg ab, nachdem der Heckrotor ausgefallen war. Dem Piloten gelang mit einem waghalsigen Manöver eine relativ glimpfliche Landung, er und ein zweiter Insasse blieben unverletzt. Am Hubschrauber entstand Totalschaden. Relativ glimpflich verlief ein Absturz ein Jahr später ebenfalls in Lech: Beim Abheben in 1.800 Meter Seehöhe war das Heck der Maschine plötzlich abgebrochen, der Pilot kam mit Rippenbrüchen davon.

Tödlich endete für den Piloten ein Absturz im Jahr 2001 im Hochschwabgebiet. Der Hubschrauber stürzte damals bei Versorgungsflügen in einen Wald ab. Auch in diesem Fall war der Heckrotor ausgefallen. Ein Pilotenfehler war schließlich die Ursache für den - bis zum heutigen - jüngsten Unfall in der Unternehmensgeschichte gewesen: Ein 28-jähriger Tiroler Pilot hatte im August 2004 im Gebiet von Partenen in Vorarlberg mit dem Hauptrotorblatt einen Hang berührt. Der Hubschrauber wurde total beschädigt, der Pilot und sein Einweiser blieben unverletzt.
Quelle: VN

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Quelle Bílder: Passauer Neue Presse
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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