Wetter: wolkig mit sonnigen Abschnitten, im Gipfelbereich windig (wie fast immer)
Temperatur: im Gipfelbereich unter -10 Grad, auch im Tal frostig
Schneehöhe: 120 - 170cm (offiziell laut Bergfex). Dürfte in etwa stimmen. Ca. 30-50 cm frischer Neuschnee
Schneezustand: lockerer Pulverschnee
Geöffnete Anlagen: alle
Offene Pisten: alle
Wartezeiten: Unerheblich. Maximal 3-4 Minuten (Weissenelfschlag-SL). Für einen Sonntag überraschend wenig los
Gefallen: Tolle (und zum Glück gut versteckte) Tiefschneevarianten mit traumhaften Pulverschneehängen, kniffigen Bachpassagen und erholsamen Forstwegschussstrecken
Nicht gefallen:Pisten im Bereich der 6KSB bereits am späten Vormittag stark zerfahren
Bereits gestern während unseres Raxausflugs (http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?t=15073) haben Gernot und ich abgemacht heute einen Kurztrip aufs Stuhleck zu unternehmen. Der reichlich gefallene frischer Pulverschnee mag schliesslich auch genutzt werden
Aber wir waren zum Tiefschneefahren hergekommen, also gings gleich anschliessend rauf auf die Hochfläche Ganzeben (Bergstation Weissenelfschlag-SL). Von dort gehts mit wenigen Höhenmetern Anstieg direkt zum Einstieg in die erste Variante (Lahngang). Nach einigen Metern mit windgepressten Schnee war dann der ganze Hang (ca. 160 Hm) ein Pulvertraum. Dann gings über einen Gegenanstieg (ca. 10-15 Hm) und teils über herrlich offene Waldschläge weiter Richtung Kaltenbachgraben. I-Tüpfelchen dieser Variante ist ein Abschnitt der direkt durch ein (tw. felsiges) Bachbett führt. Dank der wirklich sehr hohen Schneelage kein Problem, sondern eine nette Abwechslung zum vorigen (beinahe) hindernisfreien Schwingen. Die Talstation der Promi-Bahn erreicht man dann über einen (geräumten aber nicht gestreuten) Forstweg, der zum Glück grade das richtige Gefälle aufweist. Insgeamt bietet die Variante ca. 800 Hm abseits der Piste.
Motiviert von den hervorragenden Bedingungen gings dann gleich weiter. Diesmal mit Hilfe der neuen 6KSB (die neue blaue Piste runter zur 6KSB-Talstation war grauslich zu fahren ... abwechselnd verschobener Neuschnee und harte Altpiste) zum Alois Günther Haus (ca. 20 HM Anstieg bei Richtung Hütte stark zunehmender Windstärke) direkt auf dem Gipfel des Stuhlecks (1782m), wo wir eine kurze Rast einlegten.
Anschliessend gings den Lyragraben runter, den Gernot in einigen Berichten hier bereits ausführlich beschrieben hat (z.B. http://www.alpinforum.com/forum/viewtop ... lyragraben). Die ersten Meter sind sehr windausgesetzt und dementsprechend gabs wiederum harten, windgepressten Schnee mit zahlreichen Windgangeln. Aber bereits nach wenigen Metern setzte recht lockerer Pulverschnee ein und es bot sich eine traumhafte Tiefschneeabfahrt, die sich ohne Hindernisse (der anfangs sehr breite Hang wird lediglich nach unten hin enger und schliesslich grabenartig) über fast 700 Hm hinzog. Weiter gings dann über Forststrassen und die stuhlecktypischen Waldschläge (bei dieser hohen Schneelage immer wieder fein zu befahren, da der Pulverschnee meist gänzlich ohne Windeinfluss abgelagert wird) runter zur Forstrasse im Kaltenbachgraben, die ein zügiges Erreichen des Kaltenbach-Parkplatzes ermöglichte. Insgesamt eine Variantenabfahrt von ca. 900 Hm. Mittlerweile war es knapp vor 13h00 und damit unser heutiger Kurztrip auch schon zu Ende ...
Fazit: Traum-Tiefschneetag bei einigermassen guten Wetterverhältnissen (zeitweise Sonne und doch viel Blauanteil am Himmel). Obwohl ich das Stuhleck als Tourengebiet seit Jahren kenne, waren mir beide Varianten unbekannt. Somit hab ich heute das Stuhleck als Top-Variantengebiet für mich neu entdeckt (allerdings sind beide Varianten bei Zeiten recht lawinös und können nur bei günstigen Bedingungen befahren werden).
Hier noch einige wenige Fotos. Gernot wird den Bilderteil dann wieder mit seinen viel professionelleren Aufnahmen komplettieren.