Redaktion: ASI-TirolBei einem Lawinenabgang in der Nähe der Schweizer Grenze ist am 02.04.2006 ein deutscher Staatsangehöriger verschüttet worden.
Ort: Jam, Abfahrt vom Kronenjoch, Gemeindegebiet Galtür, außerhalb des gesicherten Skiraumes
Zeit: Sonntag, 02.04.2006, ca 16:00 Uhr
Aussendung der SID:
Eine 6-köpfige Skitourengruppe unter der Führung eines Bergführers (40 Jahre) aus der Schweiz stieg am 2. April 2006 vom Skigebiet Scoul im Engadin/Schweiz über den Piz-Tasna zum Kronenjoch mit Ziel Jamtalhütte im Gemeindegebiet von Galtür auf. Die Gruppe war ordnungsgemäß mit LVS-Geräten, Schaufeln und Sonden ausgerüstet. Im Silvrettagebiet wurde vom Lawinenwarndienst Tirol die Lawinenwarnstufe 2 ausgegeben. Nach Erreichen des Kronenjoches fuhr die Gruppe gegen 16.00 Uhr in Richtung Jamtalhütte ab. Der Bergführer wählte die Abfahrtsroute über einen ca. 35 Grad steilen Nordwesthang unterhalb der Bischofspitze auf knapp 3000 Meter. Er ordnete einzeln abfahren an und legte die 1. Spur bis zu einem sicheren Sammelpunkt. Anschließend folgten zwei Teilnehmer, die ohne Probleme abfahren konnten. Als ein 39jähriger als dritter Teilnehmer an der Reihe war, kam er in etwa der Mitte des Hanges zu Sturz. Einige Meter oberhalb von ihm löste sich ein ca. 100 Meter breites Schneebrett und riss ihn ca. 50 Meter mit, konnte aber vom Bergführer immer beobachtet und lokalisiert werden. Im Lawinenkegel wurde der 39jährige teilverschüttet, Kopf und Oberkörper konnte er selbst sofort befreien. Der Bergführer und die Gruppenmitglieder legten ihn sofort frei und führten die Erste-Hilfe-Maßnahmen durch. Da in diesem Gebiet kein Handyempfang war, fuhr der Bergführer allein zur Jamtalhütte ab und verständigte um 17.03 Uhr den Alpinnotruf 140. Die Besatzung des Rettungshubschraubers Robin 3 der Schenk-Air (auf der Idalpe in Ischgl stationiert) flog zur Unfallstelle und brachte den Mann ins KH Zams. Die weiteren Gruppenmitglieder warteten auf der Unfallstelle bis zum Wiedereintreffen des Bergführers und wurden anschließend unverletzt zur Jamtalhütte gebracht. Der 39jährige musste die Nacht zur Beobachtung im KH Zams verbringen. Er konnte am 03.04.2006 in häusliche Pflege entlassen werden.
Quelle: Sicherheitsdirektion Tirol