AK fordert mehr Preisaktionen bei Tirols Liftriesen
Die führenden Tiroler Seilbahnen stehen laut einer AK-Analyse kerngesund da - und sollten daher das Preisrad nach unten drehen.
Die Tiroler AK (Autorin Carmen Brandstätter) hat in einer der TT exklusiv vorliegenden Studie die 25 größten Seilbahngesellschaften Tirols anhand der Jahresabschlüsse für 2004 (jene für 2005 liegen großteils noch nicht vor) unter die Lupe genommen - und auch einen mehrjährigen Vergleich gezogen.
In den letzten sechs Jahren sind die Umsätze um etwa ein Drittel gestiegen, der Jahresüberschuss sogar um rund 140%. Zumindest die Großen stehen wirtschaftlich laut AK ausgezeichnet da und machen vielfach ein Viertel bis zu einem Drittel des Umsatzes Gewinn. Bei einem Gesamt-Rohergebnis (Umsätze minus die meist geringen Vorleistungen) der Top-25 von zusammen 316,5 Mio. € lag der kumulierte Jahresüberschuss bei 66,1 Mio. €.
Mit Gletscher gleichauf
Die meisten der Branchenführer können daher ihre riesigen Investitionen in neue Lifte, Schneekanonen, Pistengeräte und Restaurants ohne Kredite aus dem reinen Cashflow berappen. Praktisch keine Unterschiede in der Ertragskraft gibt es laut der AK-Untersuchung zwischen den Gletscherskigebieten, die entsprechend längere Öffnungszeiten haben, und den anderen Top-Seilbahnen.
Tirols absoluter Liftkaiser ist die Ischgler Silvretta Seilbahn AG, die sowohl beim Rohergebnis (41,291 Mio. €) als auch beim Gewinn (9,891 Mio. €) vorne liegt. Beim Rohergebnis liegen die Ischgler vor Kitzbühel, den Arlberger Bergbahnen, der Wintersport Tirol AG (Stubaier Gletscher, der Zillertaler Gletscherbahn und der Skiliftgesellschaft Sölden. Letztere wäre aber zusammen mit dem Ötztaler Gletscher (an beiden ist Familie Falkner maßgeblich beteiligt) die Nummer 1 - auch beim Jahresüberschuss, wo die beiden hinter Ischgl auf den Rängen 2 und 3 liegen, gefolgt von der Wintersport Tirol AG, dem Arlberg, der Zillertaler Gletscherbahn und den Mayrhofner Bergbahnen. Einzige der Top-Gesellschaften mit einem kleinen Verlust waren 2004 die Kaunertaler Gletscherbahn und nach Großinvestments die Fisser Bergbahnen.
Wie die Wirtschaftskammer mehrfach betonte, geht es dem führenden Drittel der Seilbahner (praktisch ident mit den untersuchten Top-25) ausgezeichnet, einem mittleren Drittel passabel und einem Drittel der Seilbahnen eher schlecht. Für den zu Ende gehenden Winter haben die Tiroler Seilbahnen, wie berichtet, 235 Mio. Euro investiert, unglaubliche 40% des Gesamt-Jahresumsatzes von 550 Mio. €.
Zahlen für Tunnels
AK-Experte Klaus Schönach schlägt angesichts der hervorragenden Zahlen der führenden Tiroler Seilbahnen günstigere Tarife für einheimische Familien vor. Zu prüfen sei auch, ob die Liftgesellschaften auch bei Infrastruktur-Investitionen wie Straßen oder Tunnels mitzahlen könnten.
Von Alois Vahrner
14.04.2006
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