Frankreich privatisiert Skiorte

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GMD
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Frankreich privatisiert Skiorte

Beitrag von GMD »

Hallo folgende Meldung erschien vor etwas mehr als einer Woche in der schweizer Zeitung "Tages-Anzeiger"
Die Compagnie des Alpes, die auch in der Schweiz in Wintersportanlagen investiert, soll nicht länger im Staatsbesitz bleiben.

Die Compagnie des Alpes ist selbst in Frankreich kaum ein Begriff, obwohl sie mit einem Umsatz von fast 350 Millionen Euro die grösste Wintersport- und Freizeitorganisatorin Europas darstellt. In den französischen Alpen führt sie 13 Stationen, darunter so renommierte Namen wie Méribel, Tignes, oder Val Thorens, aber auch den Retortenskiort Les Arcs. Diese Orte erzielen 28 Prozent der französischen Wintersportumsätze.
An Schweizer Bergbahnen hält die Alpen-Gesellschaft 20 Prozent in Verbier und 38 Prozent in Saas Fee. Das diskrete Unternehmen betreibt in den französischen Alpen nicht nur Skilifte und Bergbahnen, sondern bewirtschaftet auch Hotels, Ferienwohnungen und Restaurants; dazu versucht sie mit der Kette SkiShop in dem in Frankreich besonders verbreiteten Skivermietungsgeschäft Fuss zu fassen.
In der Branchenflaute Ende der Achtzigerjahre mussten sich in Savoyen mehrere Bergbahnen zur Compagnie des Alpes zusammenschliessen, wobei der Staat mit 53 Prozent den grössten Kapitalanteil beisteuerte; andere Teilhaber sind die Genossenschaftsbank Crédit Agricole und die Savoyer Familien Halley, die in erster Linie Hauptaktionärin der grössten europäischen Supermarktkette Carrefour ist.

Der nicht ganz freiwillige Zusammenschluss hat sich als Erfolg erwiesen. Im Unterschied zu den häufig veralteten und finanzschwachen Bergbahnen in anderen Alpenländern konnte und kann die Compagnie über die Jahre immer mehr in ihre Anlagen investieren und auch in ausländische Betriebe, die wie Verbier oder Saas Fee dringend auf Geldgeber angewiesen waren. Dazu diversifizierte die Direktion am Firmensitz im Pariser Vorort Boulogne-Billancourt über den Wintersport hinaus in andere Freizeitaktivitäten, um das Saison- und Schneerisiko zu senken. Seit 2002 gehört ihr auch der Parc Asterix bei Paris, das grosse Meeresaquarium in St-Malo und das Wachsfigurenmuseum Grévin in der französischen Hauptstadt; vor einigen Wochen übernahm sie auch den Aquaparc in Le Bouveret im Unterwallis.
Mit einem Nettogewinn von 24 Millionen Euro im letzten Geschäftsjahr ist die in der Not geborene Gesellschaft längst über den Berg. Und damit reif für die Privatisierung. Offenbar drängt die Halley-Familie darauf, ihren Anteil zu erhöhen. Der Staat bietet nun Hand dazu. Die Caisse des dépôts et consignations (CDC), die französische Staatskasse, hat dieser Tage bekannt gegeben, dass sie ihren Kapitalanteil von 53 Prozent teilweise abgeben will. Fachleute rechnen mit 20 Prozent. "Die Anlehnung an den Privatsektor wird es erlauben, diese Aktivitäten zu entwickeln", erklärt CDC-Vorsteher Francis Mayer in "Le Monde", ohne ein Datum zu nennen.
Dies entspricht ganz dem Wunsch der Alpen-Gesellschaft, die ihr Umsatzziel von 4 Prozent für das laufende Geschäftsjahr 2002/03 klar überschreiten dürfte und sich bis 2005 auf einen Umsatz von 450 Millionen Euro vergrössern will. Durch internes wie externes Wachstum. Einfach draufloskaufen wird die Direktion nicht, wie sich schon in Saas Fee zeigte: Dort verzichtete sie von sich aus, nicht mehr als 40 Prozent der Anteile zu erwerben. Aber bei günstigen Gelegenheiten im Alpenraum wird sie nicht Nein sagen.
Wahnsinn was denen alles gehört. Und auch wieder typisch: geht es schlecht, so muss die öffentliche Hand in die Bresche springen. Ist das Kind dann gerettet, kann sie dann wieder zurücktreten, damit die Privaten den Gewinn abschöpfen können. Haben diese das Unternehmen dann genug ausgequetscht, darf der Staat gerne wieder investieren usw. usw.

Emilius3557
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Beitrag von Emilius3557 »

Naja, der Staat hätte aber auch nichts davon gehabt die Skigebiete Pleite gehen zu lassen, gerade in Frankreich wo sie in den 60er Jahren gegründet wurden, u.a. deshalb um die äußerst strukturschwache Alpenregion zu fördern. Da hängen ja auch eine Menge Arbeitsplätze dran. Erfolgreiche Staatsunternehmen sind sowieso nicht häufig - in Frankreich offensichtlich schon. Der Stromkonzern E.D.F. kauft sich auch in ganz Europa ein - dank seiner Staatsbeihilfen. Da sind sogar die Deutschen ausnahmsweise mal weiter. In dem Artikel stand aber nichts konkretes von Staatsbeihilfen sprich Subventionen des Staates für die CDA, oder?
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GMD
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Beitrag von GMD »

Der Artikel habe ich vollständig abgeschrieben und gepostet.
Emilius3557
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Beitrag von Emilius3557 »

Fleißig! :respekt:
Die CDA führt ja sowieso so ein Schattendasein. Ist überall dabei aber niemandem bekannt...
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GMD
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Beitrag von GMD »

Vielen Dank für die Blumen, man tut eben was man kann :wink: . Aber das ein so grosses Unternehmen wie die CDA (350 Mio. Euro Jahresumsatz!) von der Öffentlichkeit so unbeachtet wird, ist schon aussergewöhnlich.
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Jojo
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Beitrag von Jojo »

Gerade gefunden:
aus: CIPRA-Info Nr.63 (Dezember)

Compagnie des Alpes

Ein Monopol zeichnet sich ab

Der Markt des Skitourismus ist nach Meinung der Wirtschafter "überreif". Durch die erbarmungslose Konkurrenz mit billigen Fernreisen und die Überalterung der europäischen Bevölkerung nimmt die Anzahl der Wintersporttouristen ab. Die Branche muss sich also neu orientieren. Nun ist eine Finanzierungsgesellschaft dabei, die Kastanien aus dem Feuer zu holen: die CDA (Compagnie des Alpes). Diese Tochter der Caisse des dépôts, einer staatlichen Institution in Frankreich, investiert in die Seilbahngesellschaften.

Red. Die Compagnie des Alpes ist an Skigebieten von 15 Urlaubsorten in Frankreich, Italien und der Schweiz beteiligt. Mit 12 Mio. Tages-Skitouristen ist sie weltweit führend. 2002 wird sich die CDA an weiteren Skigebieten in Italien und Österreich finanziell beteiligen. Die CDA investiert in rentable Skigebiete mit garantierter Schneesicherheit - aufgrund der Szenarien, die eine Klimaerwärmung vorhersagen. Nach Meinung der CDA erfüllen ungefähr 80 Skigebiete in Europa diese Bedingungen.

Bei einem Umsatz von 221 Mio. € für das Geschäftsjahr 2000/2001 - das entspricht einem Wachstum von 20% im Vergleich zum vorhergehenden Zeitraum - hat die CDA einen Gewinn von 72 Mio. € bekannt gegeben.

Sehr wahrscheinlich wird sich das Wintersportangebot in wenigen Tourismushochburgen konzentrieren. Es ist deshalb notwendig, dass die mittleren und kleinen Orte mit geringer Überlebenschance ihr Angebot diversifizieren und ihre Besonderheiten hervorheben. Damit wird das alpine Tourismusangebot erweitert. Die grossen Tourismusorte sind ebenfalls an einem Angebot in ihrer Umgebung interessiert, das sich von ihrem eigenen grundlegend unterscheidet.
Quelle: http://deutsch.cipra.org/texte/publikat ... h%20ab.htm
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skikoenig
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Beitrag von skikoenig »

Das passt ja zu diesem Topic:
aus www.seilbahn.net
„Alpengesellschaft“ wird Privatsache

(ca) – Mit der „Compagnie des Alpes“ (CDA) soll die größte Wintersport- und Freizeitorganisatorin Europas (~350 Millionen Euro Umsatz) nicht länger in Staatsbesitz bleiben.

Die CDA, die in den französischen Alpen 13 Stationen (u.a. Méribel, Tignes oder Val Thorens), Hotels, Ferienwohnungen und Restaurants führt, wurde Ende der Achtzigerjahre gegründet. Die Branchenflaute zwang mehrere Bergbahnen in Savoyen zum Zusammenschluss, wobei der Staat mit 53 Prozent den größten Kapitalanteil beisteuerte. Der „unfreiwillige“ Zusammenschluss erwies sich als voller Erfolg.

Mit einem Nettogewinn von 24 Millionen Euro im letzten Geschäftsjahr gilt die in der Not geborene Gesellschaft nun als reif für die Privatisierung. Einige Gesellschafter drängen darauf, ihren Anteil zu erhöhen. Die französische Staatskasse hat nun Bereitschaft signalisiert, einen Teil ihres Kapitalanteils abzugeben. Gerechnet wird mit etwa 20 Prozent.

Aber weiss zufällig jemand welche österreichischen "sicheren" gebiete gemeint sind?
wird sich die CDA an weiteren Skigebieten in Italien und Österreich finanziell beteiligen
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GMD
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Bild

Beitrag von GMD »

Der Artikel im Tages-Anzeiger enthielt auch noch ein Bild. Da ich keinen Scanner habe, konnte ich dieses leider nicht posten. Jetzt habe ich allerdings eine Methode gefunden, das Foto doch noch zu digitalisieren. Ich verwende einfach meine Digicam als Behelfsscanner! Mit einem Stativ gegen das Verwackeln und einem Aufhellblitz funktioniert es ganz gut. Dann noch im Paint Shop die Ränder korrigiert und fertig. Hier also das Resultat meiner Bemühungen. Die Falten oben waren übrigens bereits im Papier.

Bild
^^Gemäss Bildunterschrift ist das Bild aus Tignes. Der Name der Lifte wurde allerdings nich erwähnt, aber jemand im Forum kann mir da sicher weiterhelfen. Zwei paralelle Sessellifte gibt es allerdings nicht oft. Haben diese auch nebeneinander liegenden Bergstationen?
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Michael Meier
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Beitrag von Michael Meier »

Das sit derjenige mit den 5 Doppelstützen den man immer vor der Webcam gesehen hat! Die restlichn Stützen und die Bargstation sind allerdings getrennt!

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Downhill
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Beitrag von Downhill »

Der Lift müsste "Palafour" heissen, wenn ich mich nicht irre! Geht von Tignes halb rauf zur Aiguille Percée.
Dove vai senza sci?
Wege entstehen, indem man sie geht.
Emilius3557
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Beitrag von Emilius3557 »

Vollkommen korrekt!
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Höllandische Mil
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Beitrag von Höllandische Mil »

stimmt: Palafour.

Der alte Tommeuses war auch so einer !
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01.02.2008 - 16.02.2008 Breckenridge/Winter Park
21.03.2008 - 29.03.2008 Courchevel
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Gast

Beitrag von Gast »

warum ist das thema als wichtig ganz oben, so wichtig kanns nicht sein wenn seit mai niemand mehr schreibt
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GMD
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Beitrag von GMD »

Wer hat das Topic downgradet?
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