Planungen in Jaun

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Jay
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Planungen in Jaun

Beitrag von Jay »

Die Freiburger Nachrichten berichten:
Ohne fremde Hilfe keine Zukunft

Die Skilift Jaun AG steht vor schicksalhaften Entscheiden

Gemeinde und Bevölkerung von Jaun müssen entscheiden, wie viel ihnen ihre Skilift-Anlage wert ist. Wenn die Betreibergesellschaft, die Skilift Jaun AG, nicht sofort finanzielle Unterstützung erhält, steht die Anlage bald vor dem Aus.

Von ANTON JUNGO

Die finanzielle Situation der Skilift Jaun AG ist ernst. Dies zeigte deren Verwaltungsratspräsident Anton Brülhart am Montagabend anlässlich einer Orientierungsversammlung anhand des Betriebsergebnisses 2005/06 auf. «Wir hatten eine gute Saison, doch sie hätte noch besser ausfallen können», führte er aus. Geschmälert wurde das Ergebnis vor allem durch den Umstand, dass Teile der Installationen nicht mehr konkurrenzfähig sind. Snowboard-Fahrer meiden den sehr steilen Gastlosen-Skilift, der einen wichtigen Teil des Jauner Skigebiets erschliesst.

Im vergangenen Geschäftsjahr stand einem Ertrag von 531 000 Franken ein Aufwand von 436 500 Franken gegenüber, was einen Cashflow von 94 500 Franken ergab. Nach Verbuchung der Abschreibungen und Leasing-Kosten von 134 000 Franken ergab sich ein Defizit von 39 500 Franken (Beträge gerundet).

Angehäufte Defizite

Die Skilift Jaun AG verfügt - nach mehrmaliger Aufstockung - über ein Aktienkapital von 625 000 Franken. Wie Anton Brülhart ausführte, hat die Gesellschaft noch nie Dividenden ausgeschüttet. Vielmehr hat sich in den letzten Jahren durch die Defizite ein ein Bilanzverlust von 230 000 Franken angehäuft. Dieser Betrag liegt nur noch 82 500 Franken unter der Limite, bei welcher die Gesellschaft dringend Sanierungsmassnahmen einleiten beziehungsweise die Bilanz deponieren muss. Die Limite liegt bei 312 500 Franken, die dem halbierten Aktienkapital entspricht.

«Wir können uns keine Defizite mehr leisten», hielt der Präsident des Verwaltungsrates fest. Kurzfristiges Ziel sei, die nächste Wintersaison zu bestehen. Schon zur Erreichung dieses Zieles brauche es die Unterstützung der Gemeinde, des Gewerbes und der Bevölkerung. Anton Brülhart hofft deshalb stark darauf, dass der Gemeinderat einen Antrag aus der Gemeindeversammlung vom vergangenen Dezember unterstützt. Ein Bürger hatte den Antrag gestellt, dass die Gemeinde der Skilift Jaun AG jährlich einen Betrag von 50 000 Franken zukommen lässt sowie eine jährliche Defizitgarantie von 50 000 Franken übernimmt. «Wenn die Gemeinde nicht mitmacht, wird es schwierig anderswo nach Geld zu suchen», meinte der Präsident.
Doch nicht nur für das kurzfristige Überleben ist die Gesellschaft dringend auf die Hilfe Dritter angewiesen. Gefordert sind Gemeinde und Bevölkerung, Freunde und Gönner vor allem auch, wenn es darum geht, die geplanten Investitionen zu tätigen.
Um das Skigebiet von Jaun wieder konkurrenzfähig zu machen, ist der Bau einer auskoppelbaren Vierer-Sesselbahn vorgesehen. Wie Beat Philipona, Mitglied des Verwaltungsrates, erläuterte, ist eine neue Linienführung von der Talstation in Oberbach zum Berghaus Gastlosen geplant. Durch die Sesselbahn würde der sehr steile Skilift Gastlosen überflüssig und könnte abgebaut werden. Die übrigen Skilifte (Schattenhalb, Fussmatte und Kinder-Skilift) blieben vorläufig in Betrieb.

Erhöhung der Attraktivität

Beat Philipona ist überzeugt, dass das Skigebiet Jaun durch die neue Sesselbahn viel an Attraktivität gewinnen würde. Vor allem könnte auch das Sommerangebot, z. B. mit einem Panoramaweg um die Gastlosen ausgebaut werden. Er glaubt, dass Jaun sich auch als Basis für eine Kletterschule mit einem Bergführer eignen würde.

Wie er weiter ausführte, hat die Gesellschaft schon vor vier Jahren ein Konzessionsgesuch eingereicht. Bis auf die Finanzierung würde das Projekt die verlangten Bedingungen erfüllen. Vorgesehen ist ein Investitionsbetrag von sieben Millionen Franken. Davon würde der kantonale Tourismusfonds 3,36 Millionen Franken (48 Prozent) übernehmen und der Gemeindeverband Greyerz (ARG) 1,75 Millionen (25 Prozent). Die Gesellschaft selbst müsste noch 1,89 Millionen (27 Prozent) aufbringen.


Wichtiger Wirtschaftsfaktor

«Der Verwaltungsrat ist bereit, sich auf die Suche nach Geld zu machen. Zuerst brauchen wir aber die Unterstützung der Gemeinde und der Bevölkerung», erklärte Anton Brülhart, und: «Wenn wir diese Unterstützung nicht erhalten, können wir zusammenpacken und die Anlagen abbauen.» Die Gesellschaft erwartet von der Gemeinde eine Antwort bis Ende Sommer.

Er ist überzeugt, dass die Wintersport-Anlagen für Jaun von grosser wirtschaftlicher Bedeutung sind, und glaubt, dass die Diskussionen darüber für die Bevölkerung Anlass sein könnten, sich Gedanken darüber zu machen, weshalb im Dorf immer mehr Dienstleistungen abgebaut werden und die Bevölkerung abwandert.

Gemeinde ist der kränkste Patient

In der Diskussion wurde mehrmals an die «Pionier-Zeit» vor 40 Jahren erinnert, als die ersten Skilift-Anlagen erstellt wurde. «Weshalb soll heute nicht mehr möglich sein, was damals gewagt wurde?», wurde mehrmals gefragt. Doch konkrete Vorschläge, wo die notwendigen finanziellen Mittel hergenommen werden könnten, wurden nicht gemacht.

Berthold Buchs, neuer Verantwortlicher für die Finanzen im Gemeinderat, äusserte sich im persönlichen Namen. Bis zur Gemeindeversammlung im Juni will er die Gemeindefinanzen analysieren und eine Stellungnahme ausarbeiten. «Der Verwaltungsrat stellt auf den kränksten Patienten ab, wenn er sich auf die Gemeinde abstützt», zerstreute er die Hoffnung, dass von der Gemeinde viel zu erwarten ist. Er wies darauf hin, dass eine Steuererhöhung um 15 Rappen (die Gemeinde wäre damit wieder auf dem höchsten erlaubten Steuerfuss von 125 Rappen pro Franken Staatssteuer) würden rund 100 000 Franken einbringen. Damit könnte aber erst das Defizit gedeckt werden, das die Gemeinde in ihrer Rechnung gewöhnlich einfährt, ohne dass sie einen Beitrag an die Skilift-Gesellschaft leistet.
Es wurde aber auch die Frage aufgeworfen, ob es angesichts der Klimaerwärmung noch sinnvoll sei, Wintersport-Anlagen zu bauen. Rettet uns der Wintertourismus war eine andere Frage. ja

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Pilatus
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Beitrag von Pilatus »

Weiss jemand jetzt, wann die Sesselbahn gebaut werden soll. Im akutellen Facts steht das man eine Sesselbahn für 6,8 Mio. bauen will, wovon 3/4 von der Gemeinden und dem Kanton bezahlt werden soll.
GAG
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Beitrag von GAG »

Die Bahn soll wenn die Finanzierung steht nächstes Jahr gebaut werden.
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