Heikler Pistenbau in «sensiblem Gebiet»
Die Bauarbeiten bei der Pisten-Entflechtung gehen dank gutem Wetter zügig voran
Nächsten Winter soll der Ski- oder Snowboardfahrer zwischen Salastrains und der Station Chantarella der St. Moritzer Bergbahnen keine verkratzten Beläge mehr haben. Die Bauarbeiten für das Entflechtungsprojekt Strasse-Skipiste gehen dank gutem Wetter zügig voran, wie am Samstag bei einer Besichtigung festzustellen war.
3,2 Mio. teures Projekt
Im Jahre 2005 hatte der St. Moritzer Souverän einen Kredit von 3,2 Mio. Franken für dieses Projekt genehmigt. Grundlegende Massnahmen sind der Tausch der Trassen von Skiweg und Erschliessungsstrasse im oberen Abschnitt, die Beibehaltung der Strasse und die Aufhebung des bisherigen Skiweges im unteren Teilbereich sowie die Fortsetzung des Skiweges ab halber Strecke oberhalb Strasse und Parkplatz. Dazu bedarf es der Verlegung der Strasse im oberen Abschnitt auf einer Länge von 240 Metern zur Talseite. Die Fahrbahn wird nicht verbreitert. Der Skiweg wird im oberen Teil auf das frei gewordene Trassee der Strasse verlegt, im unteren Bereich oberhalb des bestehenden Strassenabschnittes in den Hang hinein geführt. Rund 1,5 Mio. Franken der Gesamtkosten sind für den Skiweg eingeplant, 0,6 Mio. davon entfallen auf Hangsicherun-
gen, knapp 0,4 Mio. auf Begrünungen und Erdarbeiten. 1,3 Mio. sind für die Strassenerstellung vorgesehen. Schliesslich kostet die Beschneiungsanlage rund 0,4 Mio. Franken und dazu kommen Kosten für die Rampe bei der Corviglia-Bahn. Informationstafeln auf Chantarella und auf Salastrains geben Auskunft über das Vorhaben.
Wie Nicolò Holinger, Leiter der Bergbahnen St. Moritz, erklärte, komme man mit dem Bau des Ski-
weges einem Anliegen der Gäste entgegen und schaffe mehr Komfort und Sicherheit. Nach Fertigstellung könne man überdies ab der Piste Muntanella mit den Skis bis zur Station Chantarella fahren, ohne eine Strasse überqueren zu müssen. Ausserdem werde diese Strecke künftig automatisch ab Schächten alle 150 Meter beschneit und nicht wie bisher «von Hand» wie sich Holinger ausdrückte.
Lange Pflanzenliste
Marco Caminada erklärte, dass man in einem «sensiblen Gebiet» baue. Der Boden sei nass, ja sumpfig. Ausserdem sei 1500 Quadratmeter Rodung und vor allem ein Umweltverträglichkeitsbericht notwendig geworden. Darum habe die Planung auch drei Jahre gedauert. Alleine die zu erstellende Pflanzenliste sei viereinhalb A4-Seiten lang. Eine ökologische Baubegleitung ist notwendig geworden.
Der Chef des St. Moritzer Bau-
amtes, das die Bauleitung bei die-
sem Projekt innehat, lobte die «gute Zusammenarbeit» mit den kanto-
nalen Instanzen. Heikel sei der Bau, weil auf den Quellen im Chantarella-Gebiet eine dichte Moräne liege und man Befürchtungen gehegt habe, diese zu verletzen.
Die Realisierung der Entflechtung von Strasse und Skipiste erfolgt bei gleichzeitiger Offenhaltung der Zufahrt zum Hotel Salastrains, was nicht immer einfach ist. Die Piste wird zwischen fünf und sieben Metern breit, im unteren Teil mit Fangnetzen begrenzt. Dies weil steile Böschungen unterhalb dieses Skiweges bis zu sieben Meter hoch sind. Die Abstützung, respektive Abgrenzung des Pistentrassees geschieht mit einheimischem Lärchenholz, das aus dem St. Moritzer Wald stammt und rund der Hälfte der Holz-Jahrsproduktion des örtlichen Forstamtes entspricht.
Bergseitig erfolgt die Hangsicherung mit Netzen und Begrünungen. Im letzten Teil vor der Station Chantarella hat man die Piste hoch gehalten, um das darunterliegende Baufeld der Gemeinde (jetzt Parkplatz) freizuhalten. Kostenmässig liege man im Plan, auch zeitmässig dank dem guten Wetter, sagte Marco Caminada. So soll die Piste ab nächstem Winter befahrbar sein.
Fünf Prozent Neigung
Nicolò Holinger ging auf die pistenspezifischen Daten ein. Das Gefälle liege bei fünf Prozent Neigung, an einer Stelle betrage es zehn Prozent. «Bei fünf Metern Breite darf eine Piste nicht mehr als sieben Prozent Gefälle aufweisen», erklärte der Bergbahnenleiter. Die Planung sei auf den Anfänger und nicht den
Spitzenfahrer ausgelegt worden.
Holinger freute sich vor Ort und den Interessierten über die neue
Zufahrt zur Chantarella-Bahn, rief gleichzeitig aber in Erinnerung, dass man auch bei der Talabfahrt nach St. Moritz-Dorf baldmöglichst eine gute Lösung finden müsse.
St. Moritz Heikler Pistenbau in «sensiblem Gebiet»
- vhaemmerli
- Vogelsberg (520m)
- Beiträge: 621
- Registriert: 03.05.2005 - 20:37
- Skitage 25/26: 0
- Ski: nein
- Snowboard: nein
- Ort: Lenzburg
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 3 Mal
St. Moritz Heikler Pistenbau in «sensiblem Gebiet»
Saison 06/07: 32 Skitage