Seilbahnriese Leitner will neue Fabrik im Tiroler Oberland
Der Südtiroler Seilbahnriese Leitner will im Tiroler Oberland eine Fabrik für Windgeneratoren und Personentransporter bauen.
Leitner-Boss Michael Seeber.
Bild: Leitner
TT: Ihr Unternehmen steigt mit 49% bei der Errichtungsgesellschaft für die neuen Innsbrucker Nordkettenbahnen ein, die von der Strabag gebaut und mit Ihren Anlagen ausgerüstet werden. Planen Sie nördlich des Brenners weitere derartige Investitionen?
Michael Seeber: Ich sehe die neue Hungerburg- und Nordkettenbahn als ein urbanes Verkehrsprojekt und nicht als Skigebiet. Beteiligungen an Skigebieten wird es keine geben, weil dort ohnehin Experten am Werk sind. Damit aber auch Verkehrsprojekte der öffentlichen Hand nachhaltig funktionieren, wofür etwa die entsprechende Instandhaltung der Anlagen entscheidend ist, erscheint der Einstieg der errichtenden Unternehmen sinnvoll. In diesem Bereich wird es auch künftig Beteiligungen von Leitner geben, auch gemeinsam mit der Strabag.
Neue Fabrik nach Tirol
TT: Neben der Firmenzentrale in Sterzing betreiben Sie eine Niederlassung in Zirl. Spielt Nordtirol bei Ihren künftigen Expansionsplänen eine entscheidende Rolle?
Seeber: Der Standort Sterzing ist absolut am Limit und kann nicht erweitert werden, deshalb sollen neue Produktionsstätten nach Nordtirol kommen. Aber auch der Standort Zirl, wo wir unter anderem das weltweite Ersatzteillager für unsere Pistenfahrzeuge eingerichtet haben und Service-Arbeiten abwickeln, ist mittlerweile viel zu klein geworden und kann nicht ausgebaut werden.
TT: Welche konkreten Pläne haben Sie?
Seeber: Wir wollen den Standort Zirl schließen und die momentan 70 Mitarbeiter in eine neue, große Fabrik übersiedeln. Da die Mobilität nicht gerade eine Stärke der Tiroler ist, suchen wir im Bereich zwischen Zirl und Telfs ein Grundstück mit einer Fläche von einem Hektar. Die erste Baustufe soll eine Fläche von 4000 Quadratmetern umfassen.
TT: Welche Produktionen und wie viele neue Arbeitsplätze sind am neuen Standort geplant?
Seeber: In erster Linie möchten wir die Produktionen für die Windgeneratoren sowie die urbanen Personentransporter nach Tirol bringen. Am neuen Standort werden jedenfalls keine Hilfsarbeiterjobs, sondern hochwertige Arbeitsplätze entstehen. Die Zahl der neuen Jobs hängt von der künftigen Geschäftsentwicklung ab, wird aber sicher im Bereich von 100 Stellen liegen.
TT: Fühlen Sie sich bei dem für den Wirtschaftsstandort Tirol wichtigen Vorhaben von der Landespolitik ausreichend unterstützt?
Seeber: Die Tiroler Zukunftstiftung zeigt sich sehr bemüht, die Grundstückssuche gestaltete sich bislang aber sehr schwierig.
TT: Im Vorjahr setzte die Leitner Gruppe mit 1610 Mitarbeitern 559 Mio. Euro um und erzielte damit neuen Rekord. Geht es 2006 in dieser Tonart weiter?
Wachstum geht weiter
Seeber: Auch heuer rechnen wir erneut mit einem Plus und werden voraussichtlich auf 580 Mio. Euro Umsatz kommen. Auch die Zahl der Mitarbeiter wird auf etwa 1700 wachsen.
Das Gespräch führte Christoph Ursprunger
Quelle: TT