Kaprun-Bericht
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Kaprun-Bericht
Di 29.04 22:05 (mdr)
Kaprun - Über Leben nach der Katastrophe
Das Gletscherbahn-Unglück vom 11. November 2000
Am 11. November 2000 ereignet sich in Kaprun die größte Katastrophe der österreichischen Nachkriegszeit. 155 Personen sterben in der Kapruner Gletscherbahn, weil Hydrauliköl in einen Heizlüfter sickerte und sich entzündete. Es gibt keine Feuerlöscher, keine Nothammer, die Türen lassen sich nicht öffnen. Von dem Zug bleibt praktisch nur das Fahrgestell übrig, sogar in der drei Kilometer entfernten Bergstation ersticken Menschen an den giftigen Gasen.
MDR
Kaprun - Über Leben nach der Katastrophe
Das Gletscherbahn-Unglück vom 11. November 2000
Am 11. November 2000 ereignet sich in Kaprun die größte Katastrophe der österreichischen Nachkriegszeit. 155 Personen sterben in der Kapruner Gletscherbahn, weil Hydrauliköl in einen Heizlüfter sickerte und sich entzündete. Es gibt keine Feuerlöscher, keine Nothammer, die Türen lassen sich nicht öffnen. Von dem Zug bleibt praktisch nur das Fahrgestell übrig, sogar in der drei Kilometer entfernten Bergstation ersticken Menschen an den giftigen Gasen.
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Unglückursache noch nicht sicher!
Zur Unglücksursache Heizlüfter!
Anscheinend war doch was anderes Schuld!
Anscheinend war doch was anderes Schuld!
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da hatte ich doch gestern eine URL hier gepostet .. wo issn der Post hin ?!
Also dann halt nomma:
http://www.kaprun-tunnelkatastrophe.at/
Also dann halt nomma:
http://www.kaprun-tunnelkatastrophe.at/
- GMD
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Neuer Verdacht
Die ZiB hat über einen neuen Verdacht zur Unglücksursache berichtet. Ein Zeuge will eine Person im unteren Führerstand des Gletscherdrachens gesehen haben. Der Brand könnte also auch gelegt worden sein.
Nicht Ernst genommen wird hingegen ein Gutachten das Ed Fagan vorgelegt hat, in dem die für Notfälle mitgeführten Leuchtstäbe als Brandursache genannt werden.
Der Prozess soll Ende Juni weitergeführt werden.
Nicht Ernst genommen wird hingegen ein Gutachten das Ed Fagan vorgelegt hat, in dem die für Notfälle mitgeführten Leuchtstäbe als Brandursache genannt werden.
Der Prozess soll Ende Juni weitergeführt werden.
Probably waking up
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Michael Meier
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von orf.at:
Frist für Schadenersatzansprüche endet heuer
Die Kapruner Gletscherbahnen haben in Briefen an alle Hinterbliebenen der Seilbahnkatastrophe darauf hingewiesen, dass die Frist für Schadenersatzansprüche am 11. November 2003 endet. Angehörige von zehn Opfern haben keine Forderungen an die Versicherung gestellt.
Aus USA fehlen Forderungen
Der Brief der Gletscherbahnen soll die Angehörigen an die Frist erinnern, da nicht alle Familien ihre Ansprüche der Versicherung mitgeteilt haben. So fehlen beispielweise von den Hinterbliebenen der Opfer aus den USA entsprechende Forderungen.
Dabei wird durch die Versicherung jeglicher materielle Schaden übernommen, sagt Harald Schiffl, Sprecher der Gletscherbahnen: "Es sind alle Schäden, die durch den Unfall entstanden sind - Wenn Skier oder Fotoausrüstung bei diesem Unfall verbrannt sind. Auch meine Unterhaltsansprüche kann ich geltend machen."
Insgesamt 9,1 Millionen Euro bezahlt
Aus der Haftpflichtversicherung der Gletscherbahnen Kaprun stehen insgesamt 23,2 Millionen Euro zur Verfügung. 9,1 Millionen davon wurden bereits an Angehörige ausbezahlt.
"Es sind 4,5 Millionen Euro an Ansprüchen ausbezahlt worden", betont Schiffl, "Zusätzlich sind es 7.300 Euro, die an Hinterbliebene ersten Grades ausbezahlt wurden für seelisches Leiden. Und als Soforthilfe in den ersten Wochen nach dem Unfall sind noch einmal 3,6 Millionen Euro bezahlt worden."
Nach Fristende keine Forderungen mehr
Einen Verjährungsverzicht werde es nicht geben. Nach dem 11. November 2003 würden keine Forderungen mehr durch die Versicherung angenommen, so Gletscherbahnensprecher Harald Schiffl.
- mic
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...so ein Satz kann nur von einen Bekloppten kommen.Dabei wird durch die Versicherung jeglicher materielle Schaden übernommen, sagt Harald Schiffl, Sprecher der Gletscherbahnen: "Es sind alle Schäden, die durch den Unfall entstanden sind - Wenn Skier oder Fotoausrüstung bei diesem Unfall verbrannt sind. Auch meine Unterhaltsansprüche kann ich geltend machen."
Bei so einem Unglück, mit soviel Toten, von ein Materialschaden zu sprechen.
"Mir fehlen die Worte".
- k2k
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Naja, die Wortwahl ist ziemlich unglücklich. Aber es ist schon recht fair, dass da extra nochmal in nem Brief drauf hingewiesen wird.
"Seilbahnen sind komplexe technische Systeme. Sie sind Werke innovativen vielschichtigen Schaffens und bilden ein spannungsvolles Zusammenspiel technischer und wirtschaftlicher, politischer, sozio-kultureller und landschaftlicher Faktoren." (Schweizerisches Bundesamt für Kultur)
- Alpi
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von orf.atHeizlüfter weiter wahrscheinlichste Ursache
Beim Kaprun-Prozess wurde am Dienstag das neue Brandgutachten übergeben. Darin wird weiterhin ein defekter Heizlüfter als wahrscheinlichste Ursache des Feuers in der Gletscherbahn Kaprun genannt.
Spekulationen über neuen Strafantrag vom Tisch
Damit sind alle Spekulationen über neue, bisher unbekannte Brandursachen vom Tisch. Der Strafantrag der Staatsanwaltschaft gegen die 16 Angeklagten baut nämlich auf dem defekten Heizlüfter als Ursache auf.
Nach dem Gutachten Praders soll sich der Heizlüfter durch einen Defekt entzündet haben. Dadurch seien dann die Hydraulikleitungen in Brand geraten. Bei der Flammenkatastrophe starben insgesamt 155 Skifahrern und Angestellte der Gletscherbahnen.
Brand in Holzverbau um Lüfter ausgebrochen
Anwalt Ivo Greitler, der japanische Opfer der Brandkatastrophe vertritt, zitiert aus dem druckfrischen und eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmten Werk.
"Da kommt für micht die wichtige Aussage: Daraus ergibt sich aber, dass der Brand nur innerhalb des Holzverbaus um den Heizlüfter ausgebrochen sein konnte", sagt Greitler.
Kritik an Verlegung der Hydraulikleitungen
Außerdem bestärke Prader in seinem Gutachten die Kritik an der Verlegung der Hydraulikleitung beim Heizlüfter, sagt Anwalt Herwig Hasslacher: "Das heißt, dass jeder wissen konnte: Wenn dort irgendeine Flüssigkeit austritt, dann tropft sie unweigerlich auf den Heizlüfter."
"Und wenn in einem Heizlüfter die Spindel drinnen glüht und es kommt dort leicht brennbares Hydrauliköl rauf, kann man sich vorstellen, was mit dem Öl passiert", ergänzt der Anwalt.
Zu wenige Kopien von neuem Gutachten
So informiert wie die beiden Anwälte sind aber längst nicht alle Prozessbeteiligten. Denn am Dienstag waren nicht genug Kopien der neuen Gutachten vorhanden.
Nicht jeder Anwalt bekommt ein Exemplar
Das sei völlig unverständlich, ärgert sich Verteidiger Rene Musey: "Angekündigt wurde die Übergabe der Gutachten. Übergeben wurden die Gutachten an die Staatsanwaltschaft und die Verteidiger des Erstbeschuldigten. Die anderen Verteidiger haben kein Gutachten in Buchform bekommen."
Einige Verteidiger hätten CD-ROMs bekommen, die Privatbeteiligten-Vetreter hingegen gar nichts, bemängelt Musey: "Die haben nur die Option bekommen, dass sie eine CD-Brennung bekommen oder in der Kopierstelle - wenn die einmal Zeit hat - eine Kopie erhalten."
Er sei mit der Form der Übergabe nicht einverstanden, sagt der Verteidiger: "Ich denke, dass damit die Grundsätze eines fairen Verfahrens beeinträchtigt sind."
Regulärer Prozess ab 18. November
Prader hat das Gutachten in Buchform und auf 18 CD-ROMs Richter Manfred Seiss vorgelegt. Ab 18. November soll der Prozess wieder regulär mit drei Verhandlungstagen pro Woche im Salzburger Kolpinghaus fortgesetzt werden.
-
Gast
Re: Kaprun-Bericht
Oh, please, don't believe such argument. The train has completely melted away. Victims have been burnd to ash because of the extreme heat. The wheels of the train where melted to the rails. The only remainants where some metal parts.Alpin-Forum|LSAP hat geschrieben:155 Personen sterben in der Kapruner Gletscherbahn, weil Hydrauliköl in einen Heizlüfter sickerte und sich entzündete.
Do you really believe that the heater (with a plastic body) has been left in such a good shape that inspectors could tell that this device got overheated bla bla bla... ???
I think there was something wrong with the hydrolic breaking system. It got stucked and therefor friction between metal parts caused the heat. The oil has been the fuel. Rest is known.
There have been witnesses, telling that the operators had to "fix" the brackes by hammering, at unexpected stops in the tunnel, the day before.
- LiftFreak
- Großer Müggelberg (115m)
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@Gast:
I don't think most of the things people told are relevant in some cases. After the accident, everyone was an V.I.P. with telling his/her own story. What they think they've seen, what the personal has done etc.. You have to think so: None of the people who told a story does know anything about the train or have a technical background. And now everyone means to be an expert and had to tell about what was regular and what not.
I don't think most of the things people told are relevant in some cases. After the accident, everyone was an V.I.P. with telling his/her own story. What they think they've seen, what the personal has done etc.. You have to think so: None of the people who told a story does know anything about the train or have a technical background. And now everyone means to be an expert and had to tell about what was regular and what not.
- Pistensau
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Also ich bezweifel ja, dass die wirkliche Ursache jemals herausgefunden wird, bzw. der Öffentlichkeit preisgegeben wird. Bei Unfällen solchen Ausmaßes, die auch extreme Auswirkungenn auf das Image eines solchen Betreibers haben können, muss man vorsichtig sein, was man glaubt. Immerhin hängt die komplette Europa-Sport-Region an dem Gletscher. Man bedenke nur, was es für die Region bedeuten würde, wenn keiner mehr aufs Kitzsteinhorn fahren würde.
Marmorstein und Eisen bricht, aber unser Zugseil nicht...
- mic
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Das kannste ja mal vergessen. Hier geht es um 155 Tote und nicht um irgend eine kleine Steuerhinterziehung die man vertuschen kann. Da wird es Aufklärung und auch Information der Öffentlichkeit geben. Was glaubst du wieviele Menchen bzw. Angehörige da weltweit betroffen sind. Ja wo kommen wir den da hin wenn es hier um irgend ein Image ginge!bzw. der Öffentlichkeit preisgegeben wird.
Nur was sollens sagen wenn sie nix anderes finden als den Heizlüfter.
- Alpi
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von orf.atNach Katastrophe: Zivilklagen
Nach dem Brand in der Kapruner Gletscherbahn vor drei Jahren kommen auf die Betreiber nun zivilrechtliche Klagen in der Höhe von fast zehn Millionen Euro zu.
243 Angehörige fordern Geld
243 Angehörige der Opfer fordern Schmerzensgeld, Verdienstentgang oder Begräbniskosten zwischen 10.000 und 260.000 Euro. Die Kläger kommen aus Österreich, Deutschland, Japan und Slowenien.
Die Anwälte der Gletscherbahn haben nun vier Wochen Zeit auf die Klagen zu antworten, dann haben Zivilrichter das Wort.
- Alpi
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von orf.at
Kaprun-Prozess wurde fortgesetzt
Im Salzburger Kolpinghaus wurde am Dienstag der Kaprun-Prozess fortgesetzt. Grund für die monatelange Pause im Prozess waren der Wechsel des Hauptgutachters und die Erstellung eines neuen Gutachtens zur Brandursache.
Nur wenige Angehörige anwesend
Es sind zwar alle 16 Beschuldigten mit ihren Verteidigern zur Verhandlung gekommen, aber das Interesse von Angehörigen zeigt sich hingegen gering: nur sechs davon sind ins Kolpinghaus gekommen.
Neue Gutachten: Risiko war fehleingeschätzt
Der Sachverständige Klaus Helmich hat den ersten Prozesstag mit der Präsentation der neuen Gutachten begonnen. Helmich sprach dabei über die nicht vorhandenen Sicherheitseinrichtungen bei den Gletscherbahn-Zügen. Dies sei aber kein Versäumnis der Gletscherbahn, so der Experte - es habe schlicht keine Vorschriften dazu gegeben.
Das Brandrisiko sei einfach vom Gesetzgeber fatal fehleingeschätzt worden. Auch sei keine Kommunikationsmöglichkeit zwischen Wagenführer und Passagieren vorgesehen gewesen. Außerdem sei das Rettungskonzept für Zwischenfälle im Tunnel nicht ausgereift, sagt Helmich.
Die anderen fünf Gutachter sollen dann in den kommenden Wochen zu Wort kommen.
"Strafantrag bleibt aufrecht"
Auch nach Präsentation der neuen Gutachten hält die Staatsanwaltschaft an der Anklage gegen die 16 Beschuldigten fest: Auch der neue Sachverständige Helmut Prader sei zu dem Schluss gelangt, dass ein defekter Heizlüfter das verheerende Feuer in der Garnitur der Gletscherbahn verursacht habe, sagt der leitende Staatsanwalt Friedrich Ginthör.
Verteidiger: "Theorie ist gestorben"
Die Anwälte der Angeklagten haben dagegen bereits angekündigt, seitenweise Fragen an die Sachverständigen stellen zu wollen. So ist für Wolfgang Schubert, Verteidiger der Techniker, welche die Hydraulikleitung verlegt haben, der Strafantrag durch die neuen Gutachten hinfällig.
"Der Strafantrag ist aufgebaut gewesen auf ein Zusammenwirken von Hydrauliköl und Heizlüfter", sagt Schubert, "Durch die Gutachten, die jetzt vorliegen, ist diese Theorie gestorben. Die Brandursache ist ein Produktionsfehler an dem Heizlüfter. Meiner Meinung nach kann der Strafantrag niemandem mehr gegenüber halten."
Urteil bis Anfang März?
Richter Manfred Seiss will ab jetzt drei Tage pro Woche verhandeln. Bis Ende Jänner soll das Verfahren abgeschlossen sein. Nach einer Überlegungspause will Seiss das Urteil dann Anfang März verkünden.
- Alpi
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Gutachter: "Produktionsfehler in Heizlüfter"
Der Heizlüfter, der das katastrophale Feuer in der Gletscherbahn Kaprun mit 155 Toten ausgelöst haben soll, habe einen Produktionsfehler gehabt. Das sagte am Donnerstag der Schadensanalytiker Karl Maurer beim Kaprun-Prozess.
Lüfter war ein Billigprodukt
Er habe bei Untersuchungen mit dem Elektronenmikroskop Schäden an der Rückwand des Lüfters gefunden, sagte Maurer am Donnerstag bei dem Prozess. Ein Riss habe sich über "Monate, eher Jahre" gebildet - danach sei das Gehäuse schlagartig gebrochen.
Dieser Riss sei durch einen Produktionsfehler des Heizlüfters entstanden: "Ich garantiere dafür, dass irgendwann ein Bruch eintritt", sagte Maurer dem Gericht. Ein solcher Produktionsfehler dürfe nicht vorkommen - der in der Gletscherbahn eingebaute Heizlüfter sei ein Billigprdukt gewesen: "Ich wäre vorsichtig, wenn ich so ein Produkt im Baumarkt kaufe", ergänzte Maurer.
Risse nicht zu erkennen
Allerdings hätte kein Laie die Risse mit freiem Auge erkennen können, ergänzt der Gutachter: "Selbst ich hätte Schwierigkeiten."
Nach zwei Minuten schmolz Hydraulikleitung
Für Gutachter Udo Geishofer ist der Hergang des Unglücks von Kaprun dagegen "ein einmaliges Ereignis". Für ihn ist es "ein unheimlicher Zufall, dass das Gehäuse berührt wird, brennt und vor allem weiterbrennt."
Durch den brennenden Heizlüfter soll die Hydraulikleitung geschmolzen und in Brand geraten sein. Nach zwei Minuten sei es seinen Versuchen zum Bersten der Hydraulikleitungen hinter dem Lüfter gekommen, sagt Geishofer. Nach exakt zwei Minuten Fahrt sei am Unglückstag die Bahn zum Stillstand gekommen.
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Niederlage für US-Opferanwalt Ed Fagan
In den Vereinigten Staaten wird es nach der Brandkatastrophe keinen Prozess gegen die Kapruner Gletscherbahnen geben. US-Gerichte seien für die rechtlichen Folgen des Brandes gegenüber den Seilbahnbetreibern nicht zuständig, so die Begründung.
vor
2h 12min
"Gerichtsstandort ist Österrreich"
US-Opferanwälte hatten wenige Wochen nach dem Brand am Kitzsteinhorn versucht, in den Vereinigten Staaten ein Verfahren gegen die Kapruner Seilbahnbetreiber anzustreben. Argumentiert wurde mit Geschäftstätigkeit und Vermögen der Gletscherbahnen Kaprun AG in den USA.
EIn Gericht in New York hat die Klage geprüft und fest gestellt, dass amerikanisches Recht nicht zutrifft. Die amerikanischen Anwälte der Kapruner Gletscherbahnen haben diese Entscheidung nun erhalten.
"Die Richterin sagt, der Unfall ist in Österreich passiert, deshalb ist der Gerichtsstandort auch in Österreich und dort wird auch verhandelt", sagt Unternehmenssprecher Harald Schiffl.
Keine Schadenersatzforderungen in USA
Mit der Ablehnung eines Prozesses in den USA sind auch die Schadenersatzforderungen von Hinterbliebenen gegen die Seilbahnbetreiber gegenstandslos geworden.
- Alpi
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Hab mal irgendwo gelesen das Ed Fagan vor einigen Jahr finanzielle Probleme hatte und sich nur durch mehrer gewonnene Schadenersatzklagen saniert hat. Daher auch sein interesse am Kaprun Prozess, da wären für ihn sicher auch gut Honorare drin gewesen.starli hat geschrieben:Eigentlich müßte man meinen, ein guter Anwalt hätte so etwas wissen müssen. Oder wollte er nur von seinen Kunden das Geld aus der Tasche ziehen?
- Wiede
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Diese Rechtsauffassung habe ich seit dem Tag des Unglücks vertreten.Alpi hat geschrieben:Niederlage für US-Opferanwalt Ed Fagan
In den Vereinigten Staaten wird es nach der Brandkatastrophe keinen Prozess gegen die Kapruner Gletscherbahnen geben. US-Gerichte seien für die rechtlichen Folgen des Brandes gegenüber den Seilbahnbetreibern nicht zuständig, so die Begründung.
vor
2h 12min
"Gerichtsstandort ist Österrreich"
US-Opferanwälte hatten wenige Wochen nach dem Brand am Kitzsteinhorn versucht, in den Vereinigten Staaten ein Verfahren gegen die Kapruner Seilbahnbetreiber anzustreben. Argumentiert wurde mit Geschäftstätigkeit und Vermögen der Gletscherbahnen Kaprun AG in den USA.
EIn Gericht in New York hat die Klage geprüft und fest gestellt, dass amerikanisches Recht nicht zutrifft. Die amerikanischen Anwälte der Kapruner Gletscherbahnen haben diese Entscheidung nun erhalten.
"Die Richterin sagt, der Unfall ist in Österreich passiert, deshalb ist der Gerichtsstandort auch in Österreich und dort wird auch verhandelt", sagt Unternehmenssprecher Harald Schiffl.
Keine Schadenersatzforderungen in USA
Mit der Ablehnung eines Prozesses in den USA sind auch die Schadenersatzforderungen von Hinterbliebenen gegen die Seilbahnbetreiber gegenstandslos geworden.
Es soll dort entschieden werden wo es passiert ist und nicht in den USA.
Bei aller Liebe für Amerika (habe Verwandte dort) - die USA sind nicht für alles zuständig, was mit Gericht zu tun hat...
Skisaison 2018/2019: *** leider nur 4 Tage ***
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Olli
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- Ort: Hörbranz Vorarlberg
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Kommt drauf an, wie du guter Anwalt definierst.starli hat geschrieben:Eigentlich müßte man meinen, ein guter Anwalt hätte so etwas wissen müssen. Oder wollte er nur von seinen Kunden das Geld aus der Tasche ziehen?
Einer mit viel Wissen
Einer mit wenig Wissen, dafür umso größerem Maul und Mediengeilheit
(von dem die meisten Leute glauben, dass er deswegen gut ist...)