Snowboarder bringen Burton 120 Mio. Euro Umsatz

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
Antworten
Benutzeravatar
snowflat
Moderator
Beiträge: 16013
Registriert: 12.10.2005 - 22:27
Skitage 25/26: 3
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 249 Mal
Danksagung erhalten: 3459 Mal
Kontaktdaten:

Snowboarder bringen Burton 120 Mio. Euro Umsatz

Beitrag von snowflat »

Snowboarder bringen Burton 120 Mio. Euro Umsatz

Seit 20 Jahren sitzt die Europazentrale der Nummer 1 in Sachen Snowboard in Innsbruck. Jetzt wird umgebaut.

Bild
Hermann Kapferer lenkt seit 20 Jahren die Geschicke von Burton.
Bild: Burton


TT: Herr Kapferer, Sie sind seit 20 Jahren Burtons Europa-Boss, was hat sich in dieser Zeit getan?

Hermann Kapferer: Von einer Randgruppe, die belächelt wurde, sind wir mittlerweile zu einer etablierten Größe in der Wirtschaft geworden. Wir haben mit drei Mitarbeitern angefangen, heute haben wir knapp 100 Beschäftigte in Innsbruck, weitere 100 mussten wir nach Deutschland auslagern. Der Umsatz wird heuer bei über 120 Mio. Euro liegen.

TT: War der Start in Innsbruck schwierig?

Kapferer: Wir hatten zu Beginn wahnsinnige Probleme, lokale Geldgeber zu finden. Es herrschte gewaltiges Misstrauen uns gegenüber. Denn die Banken kannten sich nur im Ski-Geschäft aus.

TT: Ist das heute anders?

Kapferer: Auf jeden Fall. Wir werden ernst genommen. Immer wieder kommen Anfragen, ob wir Ski-Firmen übernehmen wollen.

TT: Kommt das in Frage?

Kapferer: Nein. Wir werden uns immer auf den Snowboard-, Surf- und ­Skate-­Sport konzentrieren. In diesem Bereich wollen wir uns weiterentwickeln.

TT: Burton will den Winter hinter sich lassen. Wie soll das gehen?

Kapferer: Unser Ziel ist es, ein Ganzjahres-Unternehmen zu werden. Die Umstrukturierungen sind schon am Laufen. Wir bauen zu einem Life-Style-Unternehmen um und werden mehr Streetwear und auch Sonnenbrillen anbieten. Nur Snowboards und Snowboardbekleidung herzustellen reicht nicht mehr aus.

TT: Ist der Snowboardmarkt denn gesättigt?

Kapferer: Nicht völlig. Es werden immer noch jedes Jahr mehr Boards verkauft, Wachstumsraten von 20 bis 30 Prozent sind aber nicht mehr drin.

TT: Weil wieder mehr Leute Ski fahren?

Kapferer: Nein, mit den Skifahrern hat das wenig zu tun. In den USA oder Japan gibt es beispielsweise schon mehr Snowboarder als Skifahrer. Wir müssen generell mehr Leute zum Wintersport bringen, dann wächst auch der Markt weiter.

TT: Ist in Europa noch Wachstum drin?

Kapferer: In Osteuropa sehen wir sehr großes Potenzial. Snowboarden ist dort noch viel mehr mit Freiheit und Individualität verbunden. Deshalb können wir dort noch sehr viele Leute für den Sport gewinnen.

TT: Hat das Snowboarden dieses Image bei uns verloren?

Kapferer: Naja, das Snowboarden ist mittlerweile für fast jeden zugänglich, weil es wesentlich leistbarer geworden ist. Wir bieten auch schon seit Jahren günstige Einsteigermodelle an. Ein gewisses Revoluzzer-Image ist dem Sport aber sicherlich trotzdem geblieben.

TT: 20 Jahre in Innsbruck sind vorbei, wird Burton auch die kommenden 20 Jahre in Innsbruck bleiben?

Kapferer: Der Standort in Innsbruck ist ok. An eine Abwanderung denken wir derzeit zwar nicht, aber dass wir für immer hier in Innsbruck bleiben, kann ich nicht garantieren.

TT: Ist das Lager in Deutschland ein erster Schritt Richtung Abzug aus Innsbruck?

Kapferer: Nein. Unser Lager in Deutschland funktioniert zwar exzellent und der Kostenfaktor wäre dort vermutlich auch besser. Trotzdem wollen wir in Tirol bleiben, so lange es geht. Das hängt aber sehr stark davon ab, wie sich die Firma in Zukunft entwickelt.

TT: Burton ist ja Innsbrucks fünftgrößte Firma und mit rund 100 Mitarbeitern ein bedeutender Arbeitgeber. Ist es schwierig, in Tirol geeignete Leute zu finden?

Kapferer: Wir haben Mitarbeiter aus zehn Nationen bei uns, unsere Bewerber kommen von überall her. Vor allem in den Top-Positionen ist es aber schwierig, Leute nach Innsbruck zu holen.

TT: An der Spitze von Burton hat es einen Wechsel gegeben. Jake Burton hat das Ruder an Laurent Potdevin abgegeben, was hat sich mit dem neuen CEO geändert?

Kapferer: Vor allem das Tempo. Unser Unternehmen hat sich ziemlich beschleunigt. Durch den Umbau zu einem Ganzjahres-Unternehmen haben wir ja ein neues Anforderungsprofil.

TT: Wie schaut die Zukunft von Burton aus?

Kapferer: Wir wollen unsere Marktführerschaft weiter ausbauen und alle unsere Produktkategorien, vor allem den neuen Sommerbereich, stärken.

Das Gespräch führte Maria Reisigl.
Quelle: TT
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!

Antworten

Zurück zu „Medienberichte“