Warten auf den Winter

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vhaemmerli
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Warten auf den Winter

Beitrag von vhaemmerli »

Warten auf den Winter



Erste Entscheidungen über den Wintersaisonstart in den nächsten Tagen

«Höchster September/Oktober-Durchschnitt seit 1864», titelte Meteo Schweiz anfang November in einem Bulletin zu den Temperaturen in den erwähnten beiden Monaten. Und es scheint, als ob auch der November zu ähnlichen Schlagzeilen Anlass geben wird. Die Temperaturen sind im Verhältnis zu anderen Jahren deutlich zu hoch. Was auch in der Natur ersichtlich ist: Bäume verlieren im Unterland ihre Blätter kaum, einigenorts spriessen sogar Frühlingsblumen und im Oberengadin lassen längst nicht alle Lärchen ihre Nadeln fallen.
Corvatsch-Entscheid heute oder morgen
Die Wärme hat natürlich Auswirkungen auf den Wintersaisonstart. Am 25. November, also am nächsten Samstag, möchte der Corvatsch seinen Winterbetrieb aufnehmen. Doch daraus dürfte nichts werden. Der endgültige Entscheid über eine Verschiebung fällt zwar erst heute oder morgen Mittwoch, wie Andreas Venzin, Geschäftsführer der Corvatschbahnen auf Anfrage der «Engadiner Post» sagte. Aber allzugrosse Hoffnungen hatte er gestern nicht. «Wir haben keine zehn Zentimeter Schnee im Gebiet, auch im oberen Teil nicht». Eine genügende Beschneiung sei angesichts der hohen Temperaturen in letzter Zeit nicht mehr möglich gewesen. Man brauche zurzeit mindestens einen halben Meter Schnee, damit die Pisten präpariert werden könnten, erklärte er.
Im gesamten Engadin ist die Situation gleich oder ähnlich. «Aber auch fast in ganz Europa ist es so», meint Dieter Bogner, Geschäftsführer der Bergbahnen ENGADIN/St. Moritz (BEST). Künstlich beschneien sei fast überall unmöglich, angesichts der hohen Temperaturen. Letztere seien verantwortlich dafür, dass die Anfragen bezüglich Winterstart bei der BEST zurzeit in bescheidenem Rahmen seien. «Es ist viel zu warm im Unterland. Man denkt nicht ans Skifahren, wenn es draussen 20 Grad warm ist.»

Norwegische Wochen abgesagt

Sorgen macht man sich in St. Moritz um die für den 9./10. Dezember vorgesehenen Damen-Ski-Weltcup-Rennen. Bis zum 29. November muss der Entscheid über deren Durchführung im Oberengadin fallen. Wenn es so weitergeht wie bis jetzt, ist an eine Austragung des Events nicht zu denken. Es liegt sehr wenig Schnee auf Salastrains/Munt da San Murezzan und eine Beschneiung ist nicht möglich, wie der St. Moritzer Bergbahnchef Nicolò Holinger bestätigt.
Eine erste Veranstaltung ist im Oberengadin bereits abgesagt worden, die Norwegischen Wochen in Silvaplana, die ab dem nächstem Wochenende auf dem Programm standen. Noch optimistisch ist Silvaplanas Kurvereins-Geschäftsführer Jürg Gasser in Bezug auf die ab 3. Dezember geplanten Blick-Carving-Wochen am Corvatsch, die alljährlich den örtlichen Hotels sehr viele Logiernächte bringen.
Leicht hoffnungsvoll blickt Peter Dübendorfer, Direktor der Diavolezza Bahn AG auf die nächsten Tage. «Oben ist die Situation nicht so schlecht, wir konnten sogar etwas schneien». Aber auch er verhehlt nicht, dass, wenn es so wie jetzt bleibt, die Eröffnung auf der Diavolezza nicht wie geplant am 2. Dezember erfolgen kann.

Vor schwierigem Bobbahnbau?

Schnee, vor allem auch künstlich Erzeugten, brauchen aber nicht nur die Bergbahnen und die Langlauf-Begeisterten im Oberengadin, sondern ebenso die Bobbahn-Crew, welche am 28. November mit dem Bau des 1700 Meter-Eiskanals von St. Moritz nach Celerina beginnen will. Bis spätestens am 28. Dezember müsste die Bahn fahrtauglich sein, denn an diesem Datum stehen die ersten Taxi-Fahrten auf dem Programm. Anfangs Januar folgen die Schweizer Meisterschaften, Ende Januar sind die Weltmeisterschaften in Bob und Skeleton angesagt.

In Samnaun leicht besser

Überall im Engadin ist die Lage gleich. Egon Scheiwiller, Direktor der Pendicularas Scuol-Motta Naluns sagt es klar: «Wir haben noch keinen Schnee und können auch nicht schneien. Die Temperaturen sind zu hoch.» Mit leisen Hoffnungen blickt er auf die Prognosen für die nächsten Tage. «Es wird etwas kälter». Allzuviel Sorgen macht man sich im Unterengadin zurzeit allerdings noch nicht, der Saisonstart in Scuol ist auf den 16. Dezember terminiert. Und bis dahin kann es ja doch noch genügend Schnee geben.
Optimistisch bleibt man ebenfalls in Samnaun. Die Situation ist leicht besser im Skigebiet als beispielsweise im Oberengadin. Man habe im höheren Bereich einzelne Pisten präparieren können, erklärt Mario Jenal, Direktor der Samnauner Bergbahnen. Wenn es aber wieder wärmer werden sollte, sei der Saisonstart am 1. Dezember auch bei ihnen gefährdet.

Wassertemperatur «normal»

Für Diskussionsstoff unter den Einheimischen sorgen im Oberengadin die Seen. Die Wassertemperatur sei leicht höher als in anderen Jahren um die gleiche Zeit meinen Einwohner in Silvaplana und Sils. Diese Aussagen werden anderseits durch die regelmässigen Messungen im Flusslauf des Inn nicht bestätigt. «Die Temperaturen liegen im üblichen Durchschnitt um diese Jahreszeit», sagt Heinrich Denoth, in St. Moritz zuständig für die Wasserversorgung. Die Gemeinde misst regelmässig die Wassertemperaturen im Inn bei Champfèr und bei der Signalbahn sowie im Suvrettabach. Bei der Signalbahn ist am Montagmorgen eine Inn-Wassertemperatur von 5,7 Grad festgestellt worden. Das sei durchaus normal Mitte November, erklärt Denoth.


Quelle: Engadiner Post Autor: Stephan Kiener

Ort: 7500 St. Moritz
Datum: 21.11.2006
Rubriken: Diverses, Tourismus
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Saison 06/07: 32 Skitage

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