Die Prese hat geschrieben:Tourismus:
Tschechien kopiert Österreich beim Wintersport
Von unserem Mitarbeiter TOMAS BLAZEK (Die Presse) 02.11.2006
In Nordböhmen investiert ein Unternehmer massiv ins Skifahren - mit Alberto Tomba als "Paten".
Prag / WIEN. "Skifahren ist das leiwandste" denken sich wohl auch die Tschechen. Und wollen dabei nicht mehr unbedingt ins Ausland reisen. Denn heuer wird laut Experten eine Rekordinvestitionssumme für neue Seilbahnen, Skilifte und Pistenkilometer in die tschechischen Bergregionen - vor allem in den Norden des Landes - fließen.
Hinter zahlreichen Vorhaben steht federführend das tschechische Unternehmen Snowhill. Der Eigentümer Karel Vacek schmiedet ehrgeizige Expansionspläne: "Wir wollen die Zahl unserer Gäste um ein Drittel erhöhen", meint Vacek gegenüber der Tageszeitung Mladá fronta dnes. Der Firmenchef, der früher das Tankstellennetz RoKas betrieben hat, hat sich erst spät für den Wintersport zu interessieren begonnen. Die Tankstellen wurden an die OMV verkauft und das daraus lukrierte Geld in den Wintersport - vor allem im traditionsreichen Riesengebirge - investiert.
Als vorbildhaft betrachtet er auch österreichische Wintersportkonzepte: Vor allem österreichische Unternehmen hätten bewiesen, dass mehrere Skigebiete unter einer unternehmerischen Leitung und mit einer Gesamtstrategie im Marketing zahlreiche Vorteile mit sich brächten. Snowhill investierte seit seinem Bestehen bereits eine halbe Mrd. Kronen (17,8 Mio. Euro) in diverse Wintersportprojekte und ist gegenwärtig mit sechs Skigebieten der größte private Skiliftbetreiber. Die Skigebiete wurden nicht gekauft, sondern zumeist auf zwanzig Jahre gemietet.
Durch seine geschäftliche Härte und seine polarisierende Art stößt Vacek bei Konkurrenten aber auch potenziellen Geschäftspartnern wie etwa Gemeinden oder Skivereinen, oft auf Ablehnung. Kritiker werfen Vacek einen sehr aggressiven Markteintritt vor, Geschäftspartner beschreiben ihn diplomatisch als "sehr marktorientiert".
Snowhill musste in der Vergangenheit bereits wiederholt Gerüchte dementieren, wonach das Unternehmen Grundstückseigentümer erpresse, um an Flächen für die Errichtung von Pisten und Seilbahnen heranzukommen. Er persönlich begründet sein Verhalten mit der bedingungslosen Orientierung an Kundenwünschen: moderne Beschneiungsanlagen, Skibusse für Gäste aus größeren Städten in der Umgebung, Gratisparkplätze vor Ort und spektakuläres Marketing sind ein fester Bestandteil seines Konzepts.
Eines seiner derzeit laufenden Projekte soll den Skitourismus in Tschechien revolutionieren: Jested (Jeschken), der Hausberg des nordböhmischen Liberec (Reichenberg), soll noch vor Beginn der heurigen Saison für Wintersportler erschlossen und zum modernsten und größten Skigebiet in Tschechien ausgebaut werden.
Die Investitionskosten sollen insgesamt 800 Mio. Kronen betragen, davon alleine 250 Mio. Kronen bereits heuer anfallen. Snowhill rechnet mit einem regelrechten Besucheransturm: neben Wintersporthungrigen aus Prag mit einer (dank einer Autobahnverbindung) knapp einstündigen Anreise sollen auch Deutsche und Polen aus grenznahen Regionen mit einem attraktiven Shuttlebusangebot angelockt werden. Als Teil der Werbekampagne übernahm Alberto Tomba die "Patenschaft" für das Projekt.
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