Quelle: TTMillionen für Kunstschnee: Liftler fordern Solidarität
Mehr als 30 Mio. Euro kostet eine komplette Beschneiung der Tiroler Skipisten. Die Seilbahner wollen diese Summe nicht mehr allein aufbringen.
^^ Nichts geht mehr ohne Kunstschnee.
Bild: Böhm
In der Nacht zum Freitag liefen in den meisten Skigebieten Tirols die Schneekanonen heiß. Endlich Schnee machen! Aber Nächte wie jene zum Freitag sind kostspielig. "Drei Euro kostet der Kubikmeter Schnee", rechnet Ingo Karl, Österreichs oberster Seilbahner, vor.
Er selber braucht in seinem Skigebiet in St.Johann bis zu 100.000 Kubikmeter pro Saison - und legt dafür 300.000 Euro auf den Tisch. "Natürlich kostet das unheimlich viel", stöhnt Karl.
Tirol verfügt über eine Pistenfläche von 7200 Hektar. Drei Viertel davon sind künstlich beschneit. Ausgehend von diesen Zahlen, kostet eine 20 Zentimeter dicke Kunstschnee-Decke 33 Millionen Euro.
Für Ingo Karl jedenfalls ist die Belastungsgrenze schon lange erreicht. Er fordert mehr Solidarität ein: "Mittel- bis langfristig müssen sich alle, die vom Tourismus profitieren, an den Kosten beteiligen. Vom Hotelier über den Sportartikelhändler bis hin zum Taxler."
Laufen die tausenden Schneekanonen und Schneelanzen auf Hochtouren, dann ist das äußerst stromintensiv. Wenn an kalten Tagen rund um die Uhr beschneit wird, dann verschlingt das bis zu zwei Gigawattstunden - der Stromverbrauch Tirols steigt an diesen Tagen um ein Siebentel an. Oder anders gesagt: Das ist so viel Strom, wie sonst 100.000 Tiroler an einem Tag verbrauchen. Derzeit kann aber maximal nachts beschneit werden.
Selbst auf Gletschern wird beschneit. Sie profitieren derzeit von der Schneelosigkeit in allen restlichen Skigebieten. Anita Kofler, Marketingleiterin am Hintertuxer Gletscher, erzählt von plus 20 Prozent mehr Gästen gegenüber dem Vorjahr. 11.000 Wintersportler kommen derzeit pro Wochenende ins hintere Zillertal.
Die Stubaier Gletscherbahnen freuen sich über einen "regen Andrang, speziell am Wochenende", sagt Sprecherin Caroline Suitner. Dennoch würde auch sie sich über einen baldigen Schneefall freuen: "In unserem Hauptmarkt Deutschland ist es zu warm. Die Leute denken noch nicht ans Skifahren."
Wer inspiriert von den Übersee-Weltcups dennoch ans Skifahren denkt, würde gerne nach St. Anton kommen, sagt Tourismusdirektor Martin Ebster. Läge Schnee, wäre viel los am Arlberg. "Der Verlust ist jedoch schwer zu beziffern."
Pragmatischer sieht man die Lage in der Zugspitzregion: Dort beginnt die Saison erst eine Woche vor Weihnachten.
Sorry, aber das Thema ist doch bekannt bei den Seilbahngesellschaften. Und nun fangen sie das stöhnen an. Welches Skigebiet hat denn vor 10 - 15 Jahren mal daran gedacht Mitte/Ende November die Skisaison zu beginnen. So wie ich mich erinnern kann begann größtenteils die Saison eine, max. zwei Wochen vor Weihnachten, Exoten die noch früher begannen gabs da zwar auch schon, aber nicht so extrem wie jetzt. Aber das Problem ist doch hausgemacht. Von Jahr zu Jahr wurde die Eröffnung der Skigebiete immer mehr nach vorne verschoben. Klar will immer jemand der erste sein, ist ja auch eine Marketingstrategie. Aber wenn sich ein Gebiet im Klaren ist, sich übermäßige Beschneiung nicht leisten zu können, sollen sie es halt in Ihrem wirtschaflichen Rahmen halten. Wenn ich 1000 Euro habe, kann ich keine 2000 Euro ausgeben, wenn ich weiß, dass ich es nicht finanzieren kann.