Tourismusdirektor Peter Marko über neue Skifahrergäste
Bis März bleibt Marko als Tourismusdirektor im Ötztal. Dann wechselt er nach Kitzbühel. Gewissenskonflikt gibt es keinen.
TT: Als Sie vor zehn Jahren nach Sölden kamen, galten Sie als Quereinsteiger.
Marko: Das stimmt nicht direkt. Vorher war ich Tourismusdirektor in Kirchberg. Und davor Produktmanager bei Fischer.
TT: Damals stand doch die Skiproduktion in der Krise. Und Anfang der 90er wurde doch auch über das Ende des Wintertourismus spekuliert.
Marko: Bei Fischer war ich in der schwierigsten Zeit, aber die Firma hat damals reagiert. Und die Negativ-Schlagzeilen im Tourismus waren für mich nie interessant: Wenn wir hochgelobt werden, sind wir meist nicht so gut, wie wir glauben. Und dasselbe gilt umgekehrt.
TT: Wie sehr beschäftigt Sie der Klimawandel?
Marko: Selbstverständlich macht er mich betroffen. Es ist keine Frage, dass die Erwärmung als Langzeitszenario schlecht ist. Und was die Beschneiung betrifft: Das ist zu sehen wie die Bewässerung in der Landwirtschaft um Ernteausfällen vorzubeugen.
TT: Die Anzahl von Skifahrern stagniert gerade am deutschen Markt. Was tun?
Marko: Was Deutschland betrifft, so ist das auf den Zuzug und die fehlenden Schulskikurse zurückzuführen. Aber dort waren die Kleinskigebiete im Harz letztes Jahr bummvoll - man sollte Kooperationen eingehen. Das andere ist natürlich der zentral- und osteuropäische Markt: Dort ist alles skiverrückt.
TT: Was ist das Erfolgsrezept von Sölden?
Marko: Das Erfolgsmodell Sölden basiert auf den starken Bergbahnen. Mit dem TVB haben wir nach einem Jahr eine Marketing-Arge mit vier Entscheidungsträgern gegründet.
TT: Wenn Sie nun nach Kitzbühel wechseln: Worin unterscheidet es sich von Sölden und dem Ötztal?
Marko: Ich bin froh, dass die beiden Orte so unterschiedlich sind. Kitzbühel etwa hat die besondere Chance ein Ganzjahressaisonort zu werden. Im Sommer ist es die Golfdestination der Alpen und es gibt Pläne für ein Kongresszentrum. Dazu gibt es einen hohen Anteil von prominenten Zweitwohnungsbesitzern.
Diese Seitenblicke-Gesellschaft hat eine hohe Anziehungskraft.
Das Gespräch führte Alexander Paschinger
06.12.2006
Tourismusdirektor von Sölden über neue Skifahrergäste
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Die Tiroler Tageszeitung berichtet: