Verletzungsrisiko: Experten warnen vor hartem Kunstschnee

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snowflat
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Verletzungsrisiko: Experten warnen vor hartem Kunstschnee

Beitrag von snowflat »

Hohes Verletzungsrisiko: Experten warnen vor hartem Kunstschnee

Wegen der hohen Unfallzahlen auf den Tiroler Pisten mahnen Experten jetzt zu besonderer Vorsicht beim Skifahren und Snowboarden. Die Pisten seien durch den Kunstschnee vielfach extrem hart. Abseits der Pisten ist meist noch kein Schnee.

Skifahrer und Snowboarder sollen Helm tragen
Das Verletzungsrisiko sei deshalb derzeit besonders hoch, sagt der Unfallchirurg Felix Gillesberger vom Bezirkskrankenhaus Kufstein.

Dämpfung durch weichen Schnee fehlt
Die meisten Wintersportler würden sich bei Stürzen und dem harten Aufprall auf der Piste den Schultergürtel verletzen. Es fehle einfach die Dämpfung durch weichen Schnee, erklärt der Mediziner. Dadurch ergäben sich die Verletzungen wie Schlüsselbeinbrüche, Oberarmbrüche oder Brüche des Ellenbogens.

Unbedingt Helm tragen
Skifahrer und Snowboarder sollten unbedingt Helme Tragen. Zudem sollten ungeübte Wintersportler Pisten mit höheren Schwierigkeitsgraden meiden, so der Kufsteiner Unfallchirurg weiter.

Prognose sieht bis zu 17.000 Verletzte
Die Zahl der Wintersportler steigt jedes Jahr - und damit auch die Zahl der Verletzten. Tirols Spitäler und Ambulanzen können sich in diesem Jahr auf 15.000 bis knapp 17.000 Verletzte einstellen, sagt eine Prognose des Kuratoriums für Verkehrsicherheit.

Jeder Dritte mit Knochenbruch
Etwa jeder dritte Verletzte hatte im vergangenen Jahr einen Knochenbruch, jeder zehnte eine Kopfverletzung erlitten.

Kaum Zeit zum Erholen
Die Wintersportler würden viel weniger Zeit auf den Liften und beim Anstellen verwenden. Früher habe man sich beim langen Anstellen an den Liften noch zwangsweise erholt.

Trotz Schneemangels ist Tirol gut gebucht
Trotz Schneemangels sind die Tiroler Wintersportzentren nach Auskunft der Tourismusverbände fast ausgebucht. Zum Teil gebe es sogar "ellenlange" Wartelisten.
Quelle: ORF
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
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snowflat
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Beitrag von snowflat »

Pickelharte Pisten
Kunstschnee füllt die Spitäler


Kaum (echter) Schnee - mehr Unfälle! Dieser Leitsatz lässt sich laut Experten wohl auf den heurigen Winter umlegen. In den ausgebuchten Urlaubsregionen drängen sich Ski- und Snowboardfahrer auf die wenigen und durch Kunstschnee pickelharten Pisten. Bis zum Ende der Saison werden mehr als 70.000 Verletzte befürchtet.

10 Millionen Skifahrer und Snowboarder werden auch heuer wieder Österreichs Pisten bevölkern. Während sich die Hoteliers in den Wintersportregionen über die gute Buchungslage die Hände reiben, rüsten sich die regionalen Spitäler auf einen Ansturm von Patienten. Denn in Österreich erhöht sich die Zahl der schweren Ski- und Snowboardunfälle jedes Jahr.

So mussten in der vergangenen Saison knapp 70.000 Pistenopfer in umliegenden Krankenhäusern versorgt werden. Außerdem gab es mehr als 30 Tote. Und für den diesjährigen Winter befürchten Experten noch schlimmere Zahlen!

Gefahr Kunstschnee
Der Grund dafür liegt nicht nur an Sonntagssportlern und rücksichtslosen Temporowdys. Heuer wird laut Experten auch der Schneemangel durch die Klimaerwärmung zu übervollen Gipszimmern und Operationssälen beitragen. Denn echte weiße Pracht ist bisher noch Mangelware. Beschneit wird künstlich, abseits der dünnen Schneebänder ist die Landschaft zumeist noch bräunlich-grün.

Kinder mit Helmen schützen
Beim Pistenspaß muss man sich also um größtmögliche Vorsicht bemühen. Vor allem die extrem harte Unterlage durch die Schneekanonen führt zu einem höheren Verletzungsrisiko. Dabei könnten vor allem Kinder vor schweren Kopfverletzungen mit einem Skihelm geschützt werden. Immerhin tragen schon 85 Prozent der bis zu Sechsjährigen und immerhin die Hälfte der Sieben- bis Vierzehnjährigen einen Helm.

Wie die Wintersaisonen zuvor dürfte übrigens erneut wieder Westösterreich in der alpinen Unfallstatistik die ersten Plätze einnehmen. So wird in Tirol mit etwa 17.000 Verletzten gerechnet. Knapp dahinter sollen Salzburg (16.000 Verletzte) und dann die Steiermark mit knapp 10.000 Pistenopfern folgen.
Quelle: www.krone.at
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Downhill
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Beitrag von Downhill »

Die Abendzeitung bringt das ganze natürlich ganz gross raus:
Todesfalle Kunstschnee
Und das auf Seite 1. Muss ja ne echte Saure-Gurken-Zeit sein :stupid: :stupid: :stupid:
Dove vai senza sci?
Wege entstehen, indem man sie geht.
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snowflat
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Beitrag von snowflat »

Downhill hat geschrieben:Die Abendzeitung bringt das ganze natürlich ganz gross raus:
Todesfalle Kunstschnee
Und das auf Seite 1. Muss ja ne echte Saure-Gurken-Zeit sein :stupid: :stupid: :stupid:
Dann gibts nun auch das "Winterloch" :lol:
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Beitrag von Oscar »

Keine Sorge der "echte Schnee" kommt schon noch, dann wahrscheinlich in so Mengen, dass wieder alle Fluchen. Hoffentlich dann nicht mit tragischen Lawinenunglücken wie man sie aus den Wintern kennt wo es plötzlich Unmengen Schnee runtergehauen hat.
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snowflat
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Beitrag von snowflat »

Harter Kunstschnee erhöht Verletzungsgefahr

Schönstes Wetter sorgt auch heute wieder für Gedränge auf Vorarlbergs Skipisten. Volle Pisten bedeuten meistens aber auch mehr Unfälle. Am Mittwoch gab es erste schwere Verletzungen auf der harten Kunstschnee-Unterlage.

50-60 Skiverletzungen pro Tag
Im Winter während der Skisaison hat auch die Ambulanz am Bludenzer Krankenhaus Hochsaison. 50 bis 60 Skiverletzungen pro Tag werden dort behandelt - teilweise auch sehr schwere Verletzungen, sagt der Leiter der Unfallchirurgie, Thomas Baerenzung.


Randzonen der Piste nicht schneebedeckt
Die Skipisten seien derzeit sehr hart, die Schneeverhältnisse schlecht und besonders die Randzonen der Pisten nicht ausreichend mit Schnee bedeckt. So kommt es vermehrt zu starken Gehirnerschütterungen, Frakturen und Bandverletzungen, so Baerenzung.

Band-, Wirbel- und Schädelverletzungen
Die Verletzungsgefahr für Skifahrer, Snowboarder, Snowblader oder Carver ist unterschiedlich: Die Skifahrer verletzen sich eher die unteren Extremitäten, Brüche und Bandverletzungen im Kniegelenks-, Unter- und Oberschenkelbereich. Die Snowboarder und –blader neigen eher zu Verletzungen der oberen Extremitäten. Zudem kommt es hier oft auch zu Wirbelsäulen- und Schädelverletzungen.

Auch Rissquetschwunden und Schnittverletzungen von den Kanten gibt es häufig.


Mit Schutzausrüstung und Köpfchen fahren
Baerenzungs Rat: Gerade jetzt, wo die Randzonen wenig mit Schnee bedeckt sind und die Kunstschneeunterlage hart ist, sollte man vermehrt mit Köpfchen fahren.

Und freilich können auch viele Verletzungen durch die richtige Ausrüstung verhindert werden - je nach Sportart: Sturzhelm, Armschutz oder Rückenschutz.
Quelle: ORF
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
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Schiunfall

Beitrag von schifreak »

Ich würd mal sagen, daß Problem iss auch , daß die meisten Leut auf solchen Pisten ihre alten Schi mitnehmen, die nicht unbedingt tauglich für eisige Steilhänge sind. Die haben keinen Halt, die Leut rutschen z.Tl unkontrolliert einfach die Hänge runter. Und Snowboarder stehn sich waagrecht auf die Piste, und kratzen den letzten Schnee weg, so daß dann nur noch eisige harte und sehr schwer steuerbarere Schneeauflage vorherrscht. Habs ja selber gesehn am Montag, der Tag wo s noch am Besten war, seit Weihnachten. Deswegen bin ich ja in der Früh mit der 1. Bahn um 8.30 hochgfahrn, und am abend erst um 16.30 runtergfahrn, Da war kein Mensch mehr auf der Piste, und ma hat grad noch was gsehn.
Wenn ma da ins rutschn kommt, iss keiner im Weg...und Anfänger sowiso net, und Boarder fahrn auch meist eher runter ( Boarden muß doch ziemlich anstrengend sein...) Und tagsüber iss halt sinnvoll, Pisten aufzusuchen, die 1. relativ leer sind, und 2. sonnig-- eher die Chance, daß der Schnee weicher wird. Steile Pisten fährt ma ganz in der Früh, wenn noch Alles Super präpariert iss.
Deswegen fahr ich gern in Schigebiete wie die Schiwelt, da gibts Alle Sorten an Pisten.

Aber jetzt zum konkreten Fall, Todesfalle Schipiste, da iss n Mann aus Unterfranken in Ischgl -- von der Piste abgekommen, und 20 m in ein Bachbett gestürzt. Er stürzte auf die Felsen, das Bachbett war ausgetrocknet. Die Kopfverletzungen überlebte der 26 jährige nicht.

Im Schigebier Mutterer Alm, iss n 14 jähriger mit einem Schifahrer zusammengestossen, und mußte ins Krankenhaus.

Am Böglerlift in Alpbach iss n 14 jähriges Mädl über die Piste hinaus auf ne Strasse gerutscht, und mußte mit Wirbelsäulenverletzungen ins Kufsteiner KKH. AZ München.

Iss wirklich besser, wer die Möglichkeit hat, n andermal schi zu fahrn, wenn s mal richtigen Schnee hat, der soll jetzt daheim bleibn. S macht kein Sinn, den ganzen Winter verletzt zu sein. ( Oda noch schlimmer...mag ich gar net reden davon), und oft sind ja andere schuld, daneben gibts auch noch Carver die mit hohen Geschwindigkeiten andere gefährden.

Ich könnt mir vorstellen, wenn das ganze noch schlimmer wird, dann müßt ma eigentlich die Schigebiete wo s nur noch Hart und eisig iss, zusperrn. Notfalls behördlich. Irgendwann gehts arg ins Geld, mit den vielen Schiunfällen.
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Baldwin
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Re: Schiunfall

Beitrag von Baldwin »

Er stürzte auf die Felsen, das Bachbett war ausgetrocknet. Die Kopfverletzungen überlebte der 26 jährige nicht.
Mit Helm hätte er den Sturz möglicherweise überlebt. Ich versteh aber nicht, warum die Betreiber solche Stellen nicht mit Netzen sichern, wenn am Palinkopf, beispielsweise alles abgesichert ist, obwohls da nicht dringend notwendig wäre.
schifreak hat geschrieben: Ich könnt mir vorstellen, wenn das ganze noch schlimmer wird, dann müßt ma eigentlich die Schigebiete wo s nur noch Hart und eisig iss, zusperrn. Notfalls behördlich. Irgendwann gehts arg ins Geld, mit den vielen Schiunfällen.
Nein, ich fände es nicht richtig, alle Skigebiete dann zu schliessen. Allerdings sollte man explizit auf das erhöhte Verletzungsrisiko hinweisen.
Dann wäre jeder gewarnt und wem das Risiko zu hoch ist, bleibt daheim ;)
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schifreak
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Eisige Pisten

Beitrag von schifreak »

Hi, eins vorweg, ich will bestimmt niemanden den Spaß verderben. Aber wenn s mal so iss, daß Keine einzige Piste mehr richtig befahrbar iss, dann machts ja auch keinen Spass mehr. Was anders jetz, Lifte werden oft geschlossen, wegs Wind, oder auch schon erlebt, weil unvernünftige leut die ganze Zeit in Lawinenhänge reingfahrn sind-- da stand dann der Lift, der Betreiber wollt seine Gäste net unnötig in Gefahr brigen. Normalerweise hätt ma die unvernünftigen rausziehn solln, Schipässe abnehmen, Personalien speichern, und Schiverbote verhängen. Genauso wie im Strassenverkehr. Aber ich wollt eigentli was anderes sagen, ich hab s noch nie erlebt, daß ma ne Piste sperrt, weils jetzt einfach zu eisig-- steinig etc. gwordn iss. Habs selber mal aufm Brauneck erlebt, da hatts obern dermaßen Eis ghabt, es war kein normales fahrn mehr möglich. A Bekannte von mir iss hingfalln, hatt sich nicht mehr haltn können, und iss in einen steilen Waldhang abgerutscht, im KKH Bad Tölz sahen wir uns wieder... Mei Spezl war an diesem tag am Lift, und hat gmeint, die Bergwacht hätt ne Menge Einsätze ghabt, und sogar der Hubschrauber mußte an diese exakt gleiche Stelle zu dem Waldhang.

Ich könnt mir das so vorstellen, die Leut landen im KKH, und irgendwann wird s mal zuviel, die Krankenkassen etc. schicken mal einen Inspektor aufs Brauneck um sich zu überzeugen, wie s da wirklich aussieht. Und wenns dann so nausgeht, daß der Betreiber schuld iss, dann könnts Anzeigen hageln, daß der nimmer froh wird. So könnt ich s mir vorstellen, wenn alle Verletzten z.B. nehm ma mal an von Ischgl kommen. Dann stimmt da was net. Und dann wird irgendwann mal gehandelt werden müssen.

An dem Waldstück am Brauneck, hätt auch n Fangnetz hinghört, s stimmt schon, da wird gspart ohne Ende, aber die Sicherheit müßt einfach vorgehn. Ausserdem müßt ma auf eisige, harte und gefährliche Pisten besser drauf hinweisen, und Klartext reden. Und wer dann noch rauffährt, auf eigene Gefahr.
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Jens
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Beitrag von Jens »

.. oder es wird so wie in Canada.
In der Anlage der Text der auf der Rückseite eines jeden Skipasses dort aufgedruckt ist. In einigen Skigebieten sogar auf der Innenseite der Klokabinen in A4 zu lesen.
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skipass canada.jpg
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Beitrag von snowflat »

Skiunfälle überrollen Bezirkskrankenhaus in Zams

Wenig Schnee auf den Pisten: Das bekommt das Bezirkskrankenhaus in Zams derzeit mehr als deutlich zu spüren.

"Die Zahl der Unfälle ist im Vergleich zum Vorjahr wesentlich höher. Viel Arbeit ist gar kein Ausdruck mehr", stöhnt Primar Bernd Köll, Leiter der Abteilung Unfallchirurgie und Sporttraumatologie.

Kurz vor Jahreswechsel trudelten pro Tag zwischen 130 und 140 Patienten stationär und ambulant ein, die sich auf Oberlands Pisten verletzten. Die Verletzungen sind schwer und typisch für die dünne Schneedecke: viele Schädel- und Schulterverletzungen, dazu zahlreiche Lädierungen an Becken und Schenkelhälsen.

Viele der Patienten kommen aus dem Pitz- und dem Ötztal, aus dem Paznaun und vom Sonnenplateau. "Am Vormittag ist es eher ruhig, die erste Spitze erreichen wir zwischen Mittag und ca. 14.30 Uhr", schildert Köll die Situation, "die nächste Welle kommt dann am späteren Nachmittag."

Inzwischen mussten schon die Betten auf den Krankenhausgängen aktiviert werden. Eher ungewöhnlich so früh in der Wintersaison, wie auch der Primar konstatiert: "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir jemals schon im Dezember Gangbetten hatten."

Im Gipszimmer herrscht Hochbetrieb: Bei Schönwetter werden täglich 25 bis 30 Patienten "eingegipst".
Quelle: TT
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Beitrag von gerrit »

Naja, einerseits ist der Kunstschnee schuld, andererseits aber auch nicht.
Wenn es keinen Kunstschnee gäbe, dann könnte man heuer fast nirgens skifahren und es gäbe auch keine Verletzten. Wenn es aber ein bißchen mehr geschneit hätte, gäbe es wegen der dann sehr harten Pisten sicher genau so viele Verletzte wie jetzt. Ich kann mich ja an die gleichen Schlagzeilen und Analysen in den schneearmen Wintern der 70-er und 80-er vor dem Kunstschnee-Zeitalter erinnern, da waren dann halt die eisigen Pisten und der Schneemangel schuld.
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Beitrag von starli2 »

Ach du jemineh, was jammerns denn jetzt schon wieder alle. Hats keinen Schnee, jammerns, hats Kunstschnee, jammerns..

.. Kunstschnee ist hart, keine Frage. Aber von richtigen Eisplatten, wie man sie im Herbst oder Sommer am Gletscher vorfindet, weit entfernt.

Und: Eisige Stellen hats schon immer und überall gegeben und wirds auch immer geben! Was hab ich als Kind auf der steilen, eisigharten Idjoch-Piste Ostern immer gelitten! Oder Winters in der Lizum auf der Herren-Abfahrt.

Harte Pistenabschnitte, weicher Sulz, eisige Stellen, steinige Stellen - sind doch bitteschön "normal". Dann bleibt man halt auf den blauen Abfahrten, wenn einem die roten zu hart sind..

A propos, interessanterweise bildet sich ja auf den Pisten meistens 2 Zonen. Eine abgeschabte, zwei eisig-harte Rinnen und daneben und dazwischen buckelige weiche "Tiefschnee"-Zonen. Wo fahren wohl die meisten Leute? In den eisig-harten Rinnen, klar! (Ich natürlich nicht, mir ist weicher Sulz lieber als eisighart)
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Beitrag von snowflat »

Ist eine Piste mit Technischem Schnee eisiger, für den Wintersportler schwieriger oder gar gefährlicher als eine Piste mit Naturschnee?

Ein Vergleich: Natürlicher Schnee / Technischer Schnee


H.U. Rhyner, M. Fauve

Die Entstehung von Schnee
Damit Wasser oder Wasserdampf bei Temperaturen unter 0°C gefriert, müssen Kristallisationskeime in den Tröpfchen enthalten sein. Chemisch reines Wasser ohne Kristallisationskeime kann bis auf -45°C abgekühlt werden ohne zu gefrieren. Die Bildung von Eis beginnt jeweils an den Kristallisationskeimen, dies sind kleinste Partikel und Unreinheiten im Wasser, wie etwa Staubkörner oder Bakterien. Bei welcher Temperatur die Wassertröpfchen gefrieren, hängt von der Nukleationstemperatur der Kristallisationskeime ab. Natürlicherweise gefrieren Wassertröpfchen in den Wolken bei Temperaturen von etwa -12°C, indem sich feinste Tröpfchen an Kristallisationskeimen anlagern und dort gefrieren.

Wassertröpfchen die bei der Technischen Schneeproduktion mit Wasser aus Bächen oder Grundwasser hergestellt werden, gefrieren bei Temperaturen zwischen -9°C und -4°C. Um den Gerierprozess zu beschleunigen, werden mit Hilfe von Nukleationsdüsen zuerst kleine Eiskristalle hergestellt, welche dann in grössere Wassertröpfchen hineinfliegen und als Kristallisationskeime dienen. Wo Schnee im Temperatur-Grenzbereich produziert werden soll, können auch künstliche Zusätze eingesetzt werden. Der Zusatz SNOMAXTM etwa enthält Proteine des Bakteriums Pseudomonas syringae, welches eine Nukleationstemperatur von -3.5 bis -3°C besitzt. Die Schneemaschinen der nahen Zukunft ermöglichen jedoch das Gefrieren von Wasser auch ohne künstliche Bakterien ebenfalls bei Temperaturen nahe 0°C. Dies wird durch die Optimierung des Nuklationsvorgangs (Einkeimung) erreicht.

Die verbreitetste Art der Schneeproduktion ist die Düsentechnik. Dabei unterscheidet man zwischen Hoch- und Niederdrucktechnik. Wasser wird durch Düsen gepresst und fein zerstäubt. Durch Wärme- und Stoffaustausch mit der kalten Umgebungsluft gefrieren die feinen Wassertröpfchen in der Folge zu Schneekörnern.

Vergleich Technischer Schnee/Naturschnee
Der grösste Unterschied zwischen technischem und natürlichem Schnee ist die Form und die Grösse der Schneeteilchen. Natürlicher Schnee entsteht aus Wasserdampf in der freien Atmosphäre. Die lange Flugzeit ermöglicht das Gefrieren und Wachsen zu typischen Kristallen. Technischer Schnee entsteht aus feinsten Wassertröpfchen, die in sehr kurzer Zeit zu runden Schneekörnern gefrieren. Die Kügelchen sind zwischen 0.1 bis 0.8 mm gross. Dank der kleinen Grösse und der Kugelform der Körner kann technischer Schnee dichter gelagert werden als natürlicher Schnee. So besitzt natürlicher Schnee eine Dichte zwischen 50 und 200 kg/m3, mit einem Durchschnitt von 100 kg/m3. Die Dichte von technischem Schnee liegt zwischen 300 und 500 kg/m3. Die Temperatur von Technischem Schnee liegt bei der Produktion immer nahe bei Null Grad. Dank dieser hohen Temperatur und der hohen Dichte erreichen Pisten, die mit technischem Schnee hergestellt werden, in kürzerer Zeit eine höhere Festigkeit als Pisten mit Naturschnee. Bei der technischen Schneeproduktion frieren die Tröpfchen von aussen nach innen und können direkt nach der Herstellung noch flüssiges Wasser im Kern enthalten. Wird der Technische Schnee zu früh nach der Herstellung bearbeitet, besteht die Gefahr, dass das freie Wasser aus den Körnern austreten und an die Oberfläche fliessen kann. Dadurch entstehen oft eisige Pisten (Fauve M., Rhyner H.U., Schneebeli M.: Pistenpräparation und Pistenpflege 2002).

Auswirkungen für den Wintersportler

1) Schwierigkeit, Gefährlichkeit
Wichtig ist dabei die Feststellung, dass nicht die Herkunft des Schnees hauptverantwortlich für den Zustand der Pisten ist, sondern die Art und der Zeitpunkt der Pistepräparation und der Pistenpflege. Ob Pisten, die mit Technischem Schnee präpariert sind, schwieriger zu befahren sind, oder zu mehr Unfällen führen, lässt sich schwierig beantworten, da die subjektive Wahrnehmung der Pistenbenutzer keine quantitativen Aussagen zulässt. Eine Ableitung aus den Unfallzahlen auf die Gefährlichkeit ist ebenfalls kaum möglich, da es nur wenige Angaben über die exakten Frequenzen auf den einzelnen Pistenabschnitten gibt.

2) Eisigere Pisten
Der Schwierigkeitsgrad der Pisten hängt neben der Steilheit und der Topographie sehr stark von der Schneehärte ab. Ist eine Pistenoberfläche sehr hart und zudem noch glatt oder sogar eisig, wird sie für den Durchschnittssportler schwieriger zu befahren. Der Einsatz der Kanten zur Steuerung der Schneesportgeräte auf sehr harten, glatten oder eisigen Pisten setzt eine gute Technik voraus und erfordert mehr Kraft. In der Praxis werden harte, glatte und eisige Pisten sehr oft und schnell in Verbindung mit dem Technischen Schnee gebracht.
Wie oben erwähnt, hängt der Zustand der Pisten, d.h. ob die Oberfläche griffig oder eisig ist, in erster Linie von der Art und dem Zeitpunkt der mechaischen Bearbeitung ab. Technischer Schnee ist bei der Entstehung immer nahe Null Grad und verfügt im Innern der Körner über einen beträchtlichen Anteil flüssiges Wasser. Wird der Technische Schnee bearbeitet, bevor das Wasser vollständig gefrieren kann, fliesst dieses aus und bildet Eis an der Oberfläche. Wird dem Technischen Schnee vor der Bearbeitung eine genügend lange Standzeit (8 bis 20 Std., je nach Wetterbedingungen) gewährt, damit alles Wasser gefrieren kann, bildet sich im Normalfall kein Eis. Die Piste erreicht trotzdem in kurzer Zeit eine hohe Festigkeit, bleibt für den Schneesportler aber griffig. Auch bei gewissen Wetterbedingungen, z.B. wenn kaltes Wetter auf warmes Wetter folgt, die Pisten stark befahren und mehrmals maschinell verdichtet werden, können an der Pistenoberfläche sehr harte, glatte und eisige Stellen entstehen. Dies ist jedoch bei Naturschneepisten im gleichen Masse möglich wie bei Pisten mit Technischem Schnee. Auch Naturschneepisten werden durch die Alterung und durch die mechanische Bearbeitung eine hohe Dichte erreichen und bei falscher Bearbeitung eisig werden.
Quelle: SBN
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Beitrag von schneitech »

Wie hart der Schnee ist hängt eben von der Temperatur ab...je kälter desto weicher :)
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