Da der Schnee dieses Jahr länger auf sich warten lies als sonst, fielen meine ersten Schneetage relativ spät aus; es war dieses Jahr nicht Ende November, es wurde Ende Dezember! Und auch kurz vor Weihnachten, als der vorläufige Höchststand beim Schnee erreicht wurde, lag noch viel weniger Schnee als in anderen Jahren um diese Jahreszeit. Dass es im Süden etwas mehr gegeben hat war uns von Anfang an klar, aber wo im Süden es wohl am besten sein sollte, wussten wir nicht genau. Wir hatten auf jeden Fall ein goldenes Händchen, als wir uns für das Oberengadin entschieden, denn dieses Gebiet erhielt tatsächlich sowohl von der ersten Front von Süden her, als auch von der zweiten Front von Norden her im Dezember ordentlich Schnee. Mehr noch: während dieser Tage kurz vor Weihnachten herrschten wohl im gesamten Alpenraum nirgends bessere Bedingungen als im Oberengadin, was uns sehr glücklich machte.
Anreise:
Am Freitag Nachmittag ab Basel via Zürich, Chur, Thusis, Julier nach Pontresina, wo wir wohnten.
Abreise:
Nach dem Nachtskifahren bis 01.15h fuhren wir sofort auf dem gleichen Weg wieder zurück nach Basel.
Wetter:
Blauer Himmel, Sonne, Kaiserwetter!!
Temperatur:
Kalt, und wer im Engadin war und kalt schreibt, der meint auch kalt! Morgens um -19°C, tagsüber um -10°C
Schneehöhe:
Im Tal genügend; es konnten einige Loipen gespurt werden, was auch für Skifahrer immer ein beruhigendes Zeichen ist. Am Berg genügend um ordentlich Skifahren zu können, obwohl einige Pisten gesperrt bleiben mussten. Die Talabfahrten waren ausser nach Celerina meist offen und sehr gut befahrbar. Der Anteil an Kunstschnee lag etwa 50 Volumenprozenten auf der Piste, so dass die Schneedecke für die Vorsaison und für die wenigen Leute auf der Piste gerade reichte. Ich will allerdings gar nicht wissen, wie es während der Weihnachtsferien aussah auf diesen Pisten; für uns hats gereicht, aber für Weihnachten lag etwa 1m Schnee zu wenig dort....
Schneezustand:
Meist gut bis sehr gut. Durch die grosse Kälte war der Schnee Tag und Nacht sehr konstant, eine gute Mischung aus Schnee und Maschinenschnee eben, wenig Eis und keine aperen Stellen.
Pistenzustand:
Stets gut, auch wenn nicht täglich alle Pisten präpariert werden mussten, da es wenig Volk auf der Piste hatte.
Geöffnete Anlagen:
Wir fuhren täglich ein anderes Gebiet, und in allen Gebieten gab es geschlossene Anlagen. Einerseits waren wohl welche zu, um Geld in der Vorsaison zu sparen, und andererseits waren einige südlich exponierte Hänge wohl nicht ganz so gut mit Schnee versorgt wie andere Hänge.
Geschlosse Anlagen:
Gab's überall, grösster Verlust: Piz Lagalb war noch geschlossen.
Offene Pisten:
deutlich mehr als die Hälfte
Am meisten gefahren:
Wenn man täglich ein anderes Gebiet fährt, hat man wenige Wiederholungen....
Am wenigsten gefahren:
Wir konnten gar nicht mit allen Anlagen fahren...
Wartezeiten:
keine
Gefallen:
Alles: Stimmung, Wetter, Schnee, die grosse Abwechslung, usw
Nicht gefallen:
nichts
Der absolute Knüller:
Das Nachtskifahren am Corvatsch
Fazit:
Wir standen 3 Tage auf den Brettern, und holten volle 4 Tage heraus.
Dienstag: Nach der gemütlichen Anreise gabs erst mal Fondue und der Abend war gerettet
Mittwoch: Ganzer Tag am Corvatsch, wobei der oberste Teil (zweite Sektion) nicht in Betrieb war. Die Felsen sind dort noch nicht vom Schnee überdeckt worden. Nachtessen: selbst gemachte Pizza
Donnerstag: Ganzer Tag im St. Moritz / Celerina; die Talabfahrt nach Celerina war geschlossen, sonst super Verhältnisse. Nachtessen: selbst gemachte Pizzoccheri (müsst ihr probieren, ist der Hammer!)
Freitag: Ab in die Hölle! Wir fuhren den ganzen Tag am Diavolezza, ein (noch) kleines Gebiet, welches aber einige Leckereien zu bieten hat...
Freitag Abend: Während in den meisten Teilen Europas an Freitagen Abends eher die Tanzschuhe gefragt sind, und man sich mit Fragen befassen muss wie: Wo geh' ich heute in den Ausgang? Was läuft im Kino? Wer kommt mit? usw., so befasst man sich im Engadin mit ganz anderen Fragen: Wie kalt wird's heute Nacht? Wie viele Abfahrten werden wir wohl machen? usw. Ich sag nur eins: ES WAR DER HAMMER! Nachtskifahren von 20.00h bis 02.00h! Wo sonst kann man so lange in der Nacht fahren? Und die Stimmung war bereits in der Vorsaison einfach nur bombig. Da kann voll gefahren werden, dann geht man mal in die Hütte, trinkt was, und ab geht's zurück auf die Piste zur zweiten Runde. Und wenn an anderen Orten die Kinos bereits aus sind, und sich die Lokale langsam zu leeren beginnen, dann geht man am Corvatsch noch lange nicht nach hause, dann wird bis 02.00h weiter gefahren...
Photos: Wie immer auf meiner Homepage